KODi ist ein Nonfood-Discounter mit operativer Zentrale in Oberhausen, der seit 1981 Haushaltswaren, Drogerieartikel und haltbare Lebensmittel zu Niedrigpreisen verkauft. Stand September 2026 gehört das Unternehmen dem Handelsmanager Fabian Grund, der die Kette nach der ersten Insolvenz 2024/2025 zunächst gemeinsam mit der bisherigen Eigentümerfamilie Nölle übernahm und sich im Herbst 2025 in einem Machtkampf durchsetzte; laut Branchenberichten ist zudem die österreichische MTH Retail Group seit der Mäc-Geiz-Übernahme im Frühjahr 2026 als Minderheitsgesellschafterin beteiligt. Die Trägergesellschaft Kodi Handels GmbH hat am 14. Juli 2026 beim Amtsgericht Halle (Saale) erneut ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Wer nach dem Slug „Kodi“ das gleichnamige Open-Source-Mediacenter sucht, ist hier falsch: Dieser Text behandelt ausschließlich die Handelskette.
Key Takeaways
- KODi wurde 1981 von der SPAR-Großhandlung Karl Koch & Sohn in Langenfeld gegründet; der Name kombiniert „Koch“ und „Discount“.
- Von 2002 bis 2025 war KODi ein Familienunternehmen der Familie Nölle (N.H.C. Nölle Holding & Consulting GmbH).
- Nach dem Schutzschirmantrag vom 28. November 2024 übernahm ein Investorenkonsortium um Richard Nölle zum 1. April 2025 150 von 230 Filialen; 80 Standorte wurden geschlossen.
- Mehrheitsgesellschafter der neuen Kodi Handels GmbH wurde Fabian Grund (51 Prozent); nach einem Streit mit den Nölle-Gesellschaftern übernahm er laut Lebensmittel Zeitung im September 2025 alle Anteile.
- Im März 2026 kaufte Grunds KODi Beteiligungs GmbH den ostdeutschen Konkurrenten Mäc-Geiz von der MTH Retail Group; die Gruppe kam damit auf rund 350 Filialen.
- Am 14. Juli 2026 beantragte die Kodi Handels GmbH erneut Eigenverwaltung; im September 2026 wurden 19 von 144 Filialen zur Schließung angekündigt.
- Sitz der Gesellschaft ist juristisch Landsberg (Sachsen-Anhalt), die Verwaltung und Logistik sitzen weiterhin in Oberhausen.
| Name | Kodi Handels GmbH (Marke KODi); Vorgängerin KODi Diskontläden GmbH |
| Gegründet | 1981 (erste Filiale 20. Oktober 1982 in Düsseldorf-Rath) |
| Sitz | Verwaltung: Zum Eisenhammer 52, Oberhausen; Registersitz: Landsberg (Sachsen-Anhalt), Amtsgericht Stendal HRB 37771 (laut Impressum) |
| Branche | Nonfood-Discount (Haushalt, Drogerie, Lebensmittel) |
| Eigentümer | Fabian Grund (Mehrheits- bzw. Alleingesellschafter laut Lebensmittel Zeitung, Sept. 2025); MTH Retail Group als Minderheitsgesellschafterin laut Branchenberichten (März 2026); Stand September 2026 |
| Führung | Geschäftsführer Fabian Grund (laut Impressum); Sachwalter im Eigenverwaltungsverfahren: Prof. Dr. Lucas F. Flöther |
| Umsatz / Mitarbeiter | Umsatz: keine offiziellen Angaben; rund 1.200 Beschäftigte und 144 bis 150 Filialen (Juli/September 2026, Unternehmensangaben) |
Geschichte: Von der SPAR-Tochter zum Familienunternehmen
Die Ursprünge von KODi liegen im Lebensmittelgroßhandel. 1981 gründete die SPAR-Großhandlung Karl Koch & Sohn aus Langenfeld die Discountkette; der Markenname setzt sich laut Unternehmensgeschichte aus den ersten beiden Buchstaben von „Koch“ und „Discount“ zusammen. Die erste Filiale öffnete am 20. Oktober 1982 in Düsseldorf-Rath. Mitte der 1980er-Jahre ging die Großhandlung in der SPAR Handels-AG auf, 1990 zog das Zentrallager von Hilden nach Oberhausen, wo nach der Umstrukturierung des SPAR-Konzerns 1997 auch eine eigenständige Verwaltung entstand.
Zum 1. Januar 2002 verkaufte SPAR die Kette laut Wikipedia an die Meridian Immobilien- und Verwaltungs GmbH aus Leipzig; auf der eigenen Unternehmensseite beschreibt KODi diesen Schritt als Ausgründung zum familiengeführten Unternehmen unter dem Dach der N.H.C. GmbH. Dahinter steht die Unternehmerfamilie Nölle aus Wuppertal, deren N.H.C. Nölle Holding & Consulting GmbH laut Handelsregisterdaten (Northdata) als Gesellschafterin der KODi Diskontläden GmbH geführt wurde. In den folgenden zwei Jahrzehnten wuchs KODi auf rund 240 bis 245 Filialen, überwiegend in Nordrhein-Westfalen, und positionierte sich als Nahversorger in Stadtteillagen. 2010 wurde die Lagerfläche in Oberhausen auf 15.000 Quadratmeter erweitert, 2014 kam ein Onlineshop hinzu, 2018/2019 folgte ein Markenrelaunch als „Discount-Homeware-Kette“.
Eigentümerstruktur im Detail: Insolvenz, Konsortium, Machtkampf
Die Eigentümerfrage bei KODi lässt sich nur mit der Insolvenzgeschichte beantworten. Am 28. November 2024 beantragte die KODi Diskontläden GmbH beim Amtsgericht Duisburg ein Schutzschirmverfahren; betroffen waren laut Presseberichten rund 1.800 Beschäftigte. Am 1. März 2025 wurde das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet, Sachwalter war Dr. Marc d’Avoine von der Kanzlei D’Avoine Teubler Neu (Angaben der Kanzlei, veröffentlicht über den Verlag INDat und RWS Verlag). Die Sanierungsgeschäftsführung stellten laut Handelsregister Thomas Montag, Holger Rhode und Raul Ivan Taras.
Am 13. Mai 2025 wurden die Übernahmeverträge unterzeichnet: Ein Investorenkonsortium unter Führung des KODi-Gesellschafters Richard Nölle übernahm rückwirkend zum 1. April 2025 150 der zuletzt 230 Filialen und sicherte damit rund 1.200 Arbeitsplätze; 480 Beschäftigte in den Schließungsfilialen und 40 in der Zentrale erhielten Kündigungen. Die Zusammensetzung des Konsortiums wurde damals ausdrücklich nicht offengelegt. Träger des Geschäftsbetriebs wurde die neu gegründete Kodi Handels GmbH.
Wer hinter dem Konsortium stand, wurde erst im Sommer 2025 sichtbar. Die Lebensmittel Zeitung berichtete am 3. Juli 2025, dass KODi mit einem neuen Hauptgesellschafter neu startet und die Familie Nölle ihren Einfluss als Haupteigner verliert. Laut einem Bericht von retail-news.de vom 9. September 2025, der sich auf die Lebensmittel Zeitung stützt, hielt Fabian Grund 51 Prozent und Richard Nölle 44 Prozent an der Kodi Handels GmbH. Im September 2025 legte Grund nach Differenzen mit den Mitgesellschaftern zunächst sein Geschäftsführeramt nieder. Am 18. September 2025 meldete die Lebensmittel Zeitung dann, dass Grund den Machtkampf für sich entschieden habe: Die Minderheitsgesellschafter um Richard Nölle zogen sich aus dem Unternehmen zurück, Grund übernahm die Anteile. Das Impressum von kodi.de nennt Stand September 2026 Fabian Grund als alleinigen Geschäftsführer der Kodi Handels GmbH.
Eine zweite Ebene kam Anfang 2026 hinzu. Am 26. Februar 2026 berichtete die Lebensmittel Zeitung, dass der KODi-Inhaber Fabian Grund den Nonfood-Discounter Mäc-Geiz von der österreichischen MTH Retail Group übernimmt. Nach Angaben des Fachportals hi-heute.de, das sich auf Unternehmensangaben und die Lebensmittel Zeitung beruft, trat als Käuferin die KODi Beteiligungs GmbH auf, deren Geschäftsführer Grund ist; die MTH Retail Group wurde im Gegenzug Minderheitsgesellschafterin bei KODi. Die genaue Beteiligungsquote ist nicht öffentlich. Für die Eigentümerfrage bedeutet das: Kontrolle und Führung liegen bei Fabian Grund, ein Minderheitsanteil bei MTH; ein aktuelles öffentliches Handelsregisterdokument mit exakten Quoten liegt uamr.de nicht vor.
Geschäftsmodell und Zahlen
KODi verkauft ein Dauersortiment von rund 2.700 Artikeln aus den Bereichen Reinigung, Haushalt, Drogerie, Schreibwaren, Tierbedarf, Getränke und haltbare Lebensmittel, ergänzt um wechselnde Aktionsware. Das Konzept setzt auf kleine Ladenflächen in Innenstadt- und Stadtteillagen, ein Preisniveau unterhalb der Drogeriemärkte und eine Mischung aus Herstellermarken und Eigenmarken. Die Belieferung erfolgt aus dem Zentrallager in Oberhausen, der Onlineshop existiert seit 2014.
Offizielle Umsatzzahlen veröffentlicht das Unternehmen nicht; der Jahresabschluss ist im Bundesanzeiger nur in verkürzter Form hinterlegt. Belastbar sind die Strukturdaten aus den Insolvenzmitteilungen: Vor dem ersten Verfahren betrieb KODi rund 240 Filialen mit etwa 1.800 Beschäftigten, nach der Übernahme 2025 waren es 150 Filialen mit rund 1.200 Mitarbeitern. Im Juli 2026 nannte das Unternehmen 150 Filialen bundesweit, 72 Beschäftigte im Dienstleistungszentrum und 36 in der Logistik. Nach der Mäc-Geiz-Übernahme umfasste die Gruppe laut Branchenpresse rund 350 Standorte, davon etwa 200 Mäc-Geiz-Filialen überwiegend in Ostdeutschland.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026: Zweite Insolvenz in Eigenverwaltung
Der Neustart hielt nicht lange. Bereits im Mai 2026 meldete die gerade übernommene Mäc-Geiz-Kette laut t-online Insolvenz in Eigenverwaltung an. Am 14. Juli 2026 folgte die Kodi Handels GmbH selbst: Beim Amtsgericht Halle (Saale) beantragte sie ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, das Gericht ordnete die vorläufige Eigenverwaltung an und bestellte Prof. Dr. Lucas F. Flöther (Flöther & Wissing) zum vorläufigen Sachwalter; beraten wird das Unternehmen von der Kanzlei AndresPartner (Mitteilung über den Verlag INDat). Als Gründe nannte KODi die schwache Konsumstimmung, den digitalen Wettbewerbsdruck sowie hohe Energie-, Miet- und Lohnnebenkosten. Geschäftsführer Grund kündigte an, dass rund 50 der 150 Filialen geschlossen werden müssten.
Mitte September 2026 konkretisierte das Unternehmen die Pläne: Von 144 Filialen schließen 19 Standorte, alle in Nordrhein-Westfalen, mit sofortigem Räumungsverkauf, darunter Bochum-Drehscheibe, Düsseldorf-Oberbilk, Essen-Steele, Gelsenkirchen-Buer, Solingen und zwei Wuppertaler Filialen. Für 69 Filialen gibt es laut Unternehmen Fortführungslösungen, für 56 Standorte laufen noch Verhandlungen mit Vermietern. Die Eröffnung des Hauptverfahrens wird Anfang Oktober 2026 erwartet; erst dann sollen die Beschäftigten der betroffenen Filialen formell informiert werden (Berichte von Schwäbische Zeitung und Soester Anzeiger, September 2026). Ob Fabian Grund Eigentümer bleibt oder im Zuge des Verfahrens ein neuer Investor einsteigt, ist Stand September 2026 offen.
FAQ
Wem gehört KODi aktuell? Stand September 2026 kontrolliert der Handelsmanager Fabian Grund die Kodi Handels GmbH; er übernahm laut Lebensmittel Zeitung im September 2025 die Anteile der Mitgesellschafter um Richard Nölle. Seit der Mäc-Geiz-Übernahme im März 2026 ist laut Branchenberichten die MTH Retail Group mit einer Minderheit beteiligt.
Ist KODi insolvent? Ja. Nach dem ersten Verfahren 2024/2025 hat die Kodi Handels GmbH am 14. Juli 2026 erneut Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Halle (Saale) beantragt. Der Geschäftsbetrieb läuft weiter, 19 Filialen werden im Herbst 2026 geschlossen.
Gehört KODi noch der Familie Nölle? Nein. Die Familie Nölle war von 2002 bis 2025 Eigentümerin. Richard Nölle führte 2025 zwar das Übernahmekonsortium an, die Nölle-Seite zog sich jedoch im September 2025 nach einem Streit mit dem Mehrheitsgesellschafter Fabian Grund zurück.
Hat KODi etwas mit der Kodi-Mediensoftware zu tun? Nein. Das Open-Source-Mediacenter Kodi (früher XBMC) ist ein Softwareprojekt der XBMC Foundation und hat keinerlei Verbindung zur Oberhausener Handelskette.
Wie viele Filialen hat KODi? Im September 2026 waren es 144 Filialen, überwiegend in Nordrhein-Westfalen. 19 davon schließen, 69 werden fortgeführt, für 56 wird noch verhandelt. Hinzu kommen die rund 200 Mäc-Geiz-Filialen der Schwestergesellschaft, die sich ebenfalls in Eigenverwaltung befindet.
Fazit
KODi hat innerhalb von zwei Jahren zwei Insolvenzverfahren und einen kompletten Eigentümerwechsel durchlaufen: von der Familie Nölle über ein Konsortium hin zum alleinigen Kontrollinhaber Fabian Grund, der mit dem Kauf von Mäc-Geiz die Konsolidierung im mittelständischen Nonfood-Discount vorantreiben wollte. Die zweite Eigenverwaltung seit Juli 2026 zeigt, dass das Filialnetz weiter schrumpft. Wer KODi nach Abschluss des Verfahrens gehört, hängt vom Sanierungsplan ab, der im Herbst 2026 erwartet wird. uamr.de aktualisiert diesen Beitrag, sobald belastbare Angaben vorliegen.
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