KoRo ist eine Berliner Lebensmittelmarke, die mit Nüssen, Trockenfrüchten, Nussmusen und Snacks in Großpackungen vom Onlineshop in die Regale von Rewe, Edeka, dm und Rossmann gewachsen ist. Stand September 2026 gehört die KoRo Handels GmbH einem Kreis von Wagniskapitalgebern und Konzerninvestoren: Coefficient Capital (New York), HV Capital, Partech, Five Seasons Ventures, SevenVentures (ProSiebenSat.1) und Haub Legacy Ventures haben in den Finanzierungsrunden 2022 bis 2024 investiert, The Social Chain AG blieb 2022 als Minderheitsgesellschafterin an Bord. Exakte Beteiligungsquoten veröffentlicht das Unternehmen nicht. Operativ führen CEO Florian Schwenkert und CFO Daniel Kundt das Unternehmen, die Gründer Constantinos Calios und Piran Asci sind aus der Geschäftsführung ausgeschieden.
Key Takeaways
- KoRo wurde 2012 in Berlin von Constantinos Calios und Robert Schyska gegründet; der Name besteht aus ihren Initialen. 2016 übernahm Piran Asci die Anteile von Schyska.
- 2019 stieg die The Social Chain AG von Georg Kofler ein; im März 2022 verkaufte sie den Großteil ihrer Anteile an Finanzinvestoren und blieb Minderheitsgesellschafterin.
- Serie B 2022: 50 Millionen Euro von HV Capital, Partech und Five Seasons Ventures; 2023: 20 Millionen Euro unter anderem von ProSiebenSat.1 (SevenVentures); Serie C November 2024: 35 Millionen Euro unter Führung von Coefficient Capital.
- Umsatz 2025: 252 Millionen Euro, plus 44 Prozent gegenüber 2024 (175 Millionen Euro), bei positivem Ergebnis auf Gruppenebene laut Unternehmen.
- Über 300 Beschäftigte, mehr als 15.000 Verkaufsstellen in Deutschland, Präsenz in Frankreich, Italien und Benelux.
- Im September 2025 berichtete die Lebensmittel Zeitung über Ausstiegsüberlegungen der Gesellschafter (Verkauf oder Börsengang); der CEO dementierte konkrete Gespräche.
- Geschäftsführung Stand September 2026: Florian Schwenkert (CEO) und Dr. Daniel Kundt (CFO).
| Name | KoRo Handels GmbH |
| Gegründet | 2012 (als KoRo Drogeriewarenhandel OHG), seit 2014 GmbH |
| Sitz | Berlin (Amtsgericht Charlottenburg, HRB 156598 B) |
| Branche | Lebensmittel / E-Commerce und Einzelhandelsmarke |
| Eigentümer | Finanzinvestoren (Coefficient Capital, HV Capital, Partech, Five Seasons Ventures, SevenVentures, Haub Legacy Ventures) sowie The Social Chain AG als Minderheitsgesellschafterin; Quoten nicht veröffentlicht; Stand September 2026 |
| Führung | Florian Schwenkert (CEO), Dr. Daniel Kundt (CFO) |
| Umsatz / Mitarbeiter | 252 Mio. Euro (2025, Unternehmensangabe); über 300 Beschäftigte |
Geschichte: Von Bruchware zu Großpackungen
Die Anfänge von KoRo haben mit Nüssen wenig zu tun. 2012 gründeten Constantinos Calios und Robert Schyska in Berlin die KoRo Drogeriewarenhandel OHG und verkauften zunächst Bruchware von Wasch- und Reinigungsmitteln online. Inspiriert waren sie laut Wikipedia von Günter Faltins Buch „Kopf schlägt Kapital“, das schlanke Geschäftsmodelle mit Fokus auf einen einzigen Produktvorteil propagiert. Der Wechsel zu naturbelassenen Lebensmitteln folgte der Beobachtung, dass Grundzutaten der pflanzlichen Küche wie Nüsse, Nussmuse und Trockenfrüchte im Handel nur in kleinen Packungen und häufig mit Zusätzen erhältlich waren. KoRo setzte auf Großgebinde, wenige Zwischenhändler und einen niedrigeren Kilopreis.
2014 wurde aus der OHG die KoRo Drogerie GmbH, später die KoRo Handels GmbH. 2016 verließ Mitgründer Schyska das Unternehmen; seine Anteile übernahm der frühere Werkstudent Piran Asci, der KoRo in den folgenden Jahren gemeinsam mit Calios führte. Ab 2016 setzte KoRo früh auf Kooperationen mit YouTubern und Instagram-Kanälen, ab 2021 kam Podcast-Werbung hinzu. 2018 sammelte das Unternehmen Geld über die Crowdinvesting-Plattform Companisto ein. Florian Schwenkert kam 2020 als COO ins Unternehmen und rückte 2024 an die Spitze, als Asci in eine beratende Rolle wechselte. Laut Handelsregisterdaten (Northdata) schied Asci im April 2024 und Calios im Oktober 2025 aus der Geschäftsführung aus.
Eigentümerstruktur im Detail: Vom Kofler-Investment zur Investorenrunde
Der erste große Gesellschafterwechsel kam 2019: Die börsennotierte The Social Chain AG des Medienunternehmers Georg Kofler beteiligte sich an KoRo und hielt zeitweise die Mehrheit. Das Verhältnis war nicht konfliktfrei. Laut Handelsblatt (April 2022) wollte Social Chain die restlichen Anteile für 4,2 Millionen Euro übernehmen, was die Gründer als deutlich zu niedrig ablehnten; der Streit zog sich über Monate. Die Lösung war eine Finanzierungsrunde mit externen Investoren: Per Ad-hoc-Mitteilung vom 16. März 2022 gab Social Chain bekannt, Geschäftsanteile an der KoRo Handels GmbH an mehrere international renommierte institutionelle Finanzinvestoren und Business Angels zu veräußern, einen Veräußerungsgewinn im mittleren zweistelligen Millionenbereich zu erzielen und als strategische Minderheitsgesellschafterin beteiligt zu bleiben. Georg Kofler übernahm den Beiratsvorsitz.
Die Serie-B-Runde vom April 2022 brachte laut Handelsblatt und finanzen.net 50 Millionen Euro von HV Capital (München), Partech (Paris) und Five Seasons Ventures (Paris) sowie von Business Angels; die KoRo-Führung erwartete damals eine Bewertung von rund 150 Millionen Euro. Im April 2023 folgten weitere 20 Millionen Euro, bei denen laut Handelsblatt ProSiebenSat.1 über SevenVentures einstieg; Wikipedia nennt zusätzlich Associated British Foods und Haub Legacy Ventures, das Family Office der Tengelmann-Familie Haub. Die Serie C vom 20. November 2024 über 35 Millionen Euro führte der New Yorker Konsumgüterinvestor Coefficient Capital an, die Bestandsinvestoren Five Seasons Ventures, HV Capital, Partech, Haub Legacy und SevenVentures zogen laut Pressemitteilung mit. Der frühere Oatly-Chef Toni Petersson wurde in den Beirat berufen.
Stand September 2026 ist KoRo damit ein investorengeführtes Unternehmen ohne dominierenden Einzelgesellschafter. Die Handelsregisterdaten weisen unter anderem die ProSiebenSat.1 Media SE, den HV Holtzbrinck Ventures Fund VIII und The Social Chain AG als Beteiligte aus; die aktuellen Prozentanteile sind nur in der Gesellschafterliste einsehbar und nicht in der Presse dokumentiert. Ob und in welchem Umfang die Gründer Calios und Asci noch Anteile halten, ist öffentlich nicht belegt. Was mit dem Social-Chain-Restanteil nach der Insolvenz der Social Chain AG im Jahr 2023 geschah, geht aus den verfügbaren Quellen nicht hervor. uamr.de nennt deshalb keine Quoten.
Geschäftsmodell und Zahlen
KoRo verkauft ein Sortiment von mehr als 2.000 haltbaren Produkten: Nüsse, Trockenfrüchte, Nussmuse, Aufstriche, Snacks, Koch- und Backzutaten sowie Nahrungsergänzungsmittel. Nach Unternehmensangaben (BioHandel, 2026) sind 92 Prozent der Produkte vegan und 54 Prozent bio-zertifiziert. Der ursprüngliche Vertriebskanal ist der eigene Onlineshop koro.com, der laut Unternehmen Millionen Kunden in Europa zählt. Seit einigen Jahren wächst der stationäre Handel deutlich schneller: KoRo-Produkte stehen in über 15.000 Verkaufsstellen in Deutschland, darunter Rewe, Edeka, dm und Rossmann, in Tankstellen, in den Bordrestaurants der Deutschen Bahn und bei Eurowings. Der Kern des Modells ist laut CEO Schwenkert die Nutzung von Echtzeitdaten aus dem Onlineshop, um Produkte mit nachgewiesener Nachfrage gezielt in den Einzelhandel zu bringen.
Die Umsatzentwicklung ist gut dokumentiert: 2019 lag der Umsatz laut Handelsblatt bei 5 Millionen Euro, 2021 bei 62 Millionen Euro, 2024 bei 175 Millionen Euro und 2025 bei 252 Millionen Euro, ein Plus von 44 Prozent (Unternehmensangaben, bestätigt von Handelsblatt, BioHandel und Rundschau, April 2026). 2025 erzielte KoRo nach eigenen Angaben ein deutlich positives Ergebnis auf Gruppenebene und einen positiven operativen Cashflow. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 300 Menschen, ist seit 2024 als B Corp zertifiziert und tritt als Sponsor der Reality-Show „7 vs. Wild“ auf.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026: Exit-Spekulationen und Rekordumsatz
Am 25. September 2025 berichtete die Lebensmittel Zeitung, die Gesellschafter von KoRo prüften Optionen für einen Ausstieg, darunter einen Verkauf oder einen Börsengang; zuvor solle das internationale Geschäft ausgebaut werden. CEO Florian Schwenkert widersprach wenige Tage später gegenüber der Rundschau für den Lebensmittelhandel: Es gebe „aktuell keine Pläne auf Seiten KoRos, die Eigentumsverhältnisse oder die Gesellschafterstruktur des Unternehmens zu ändern“, konkrete Beauftragungen oder Gespräche existierten nicht; die europaweite Omnichannel-Expansion solle mit den bestehenden Investoren erfolgen. Angesichts der Fondslaufzeiten von Wagniskapitalgebern ist ein Eigentümerwechsel in den kommenden Jahren allerdings eine realistische Option.
Im April 2026 veröffentlichte KoRo die Zahlen für 2025 und hob sich damit laut Handelsblatt deutlich von einem Lebensmittelhandel ab, der 2025 preisbereinigt nur um 1,1 Prozent zulegte. Die Führung will 2026 in Deutschland weiter Fläche gewinnen und die Präsenz in Frankreich, Italien und Benelux ausbauen. Ein Eigentümerwechsel ist bis September 2026 nicht gemeldet worden.
FAQ
Wem gehört KoRo? Gesellschafter der KoRo Handels GmbH sind mehrere Finanzinvestoren: Coefficient Capital, HV Capital, Partech, Five Seasons Ventures, SevenVentures (ProSiebenSat.1) und Haub Legacy Ventures; The Social Chain AG blieb 2022 Minderheitsgesellschafterin. Genaue Anteile sind nicht veröffentlicht (Stand September 2026).
Wer hat KoRo gegründet? Constantinos Calios und Robert Schyska gründeten das Unternehmen 2012 in Berlin. Schyska stieg 2016 aus, Piran Asci übernahm seine Anteile und führte KoRo bis 2024 mit Calios gemeinsam.
Gehört KoRo noch Georg Kofler? Nicht mehrheitlich. Die Social Chain AG verkaufte im März 2022 den Großteil ihrer Anteile an Finanzinvestoren und behielt nur eine Minderheitsbeteiligung. Kofler war danach Beiratsvorsitzender.
Wie viel Umsatz macht KoRo? 2025 erzielte KoRo nach eigenen Angaben 252 Millionen Euro Umsatz, 44 Prozent mehr als 2024 (175 Millionen Euro), und war auf Gruppenebene profitabel.
Wird KoRo verkauft oder geht an die Börse? Die Lebensmittel Zeitung berichtete im September 2025 über entsprechende Überlegungen der Gesellschafter. CEO Schwenkert dementierte konkrete Gespräche. Bis September 2026 wurde keine Transaktion bekannt.
Fazit
KoRo ist der seltene Fall eines deutschen Food-Start-ups, das den Sprung vom Onlineshop zur profitablen Handelsmarke geschafft hat. Die Eigentümerstruktur spiegelt diesen Weg: Nach der Gründerphase und dem Zwischenspiel mit Georg Koflers Social Chain sind seit 2022 institutionelle Investoren aus Deutschland, Frankreich und den USA sowie ProSiebenSat.1 die prägenden Gesellschafter. Weil die Beteiligungsquoten nicht öffentlich sind, bleibt die genaue Verteilung offen. Sicher ist nur, dass die Investoren irgendwann einen Exit anstreben werden, ob als Verkauf oder als Börsengang.
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