Gillette gehört seit dem 1. Oktober 2005 vollständig zum US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble (P&G) aus Cincinnati. Der Konzern zahlte damals rund 57 Mrd. US-Dollar für die „The Gillette Company“ aus Boston und führt die Marke heute im Segment „Grooming“ zusammen mit Braun und Venus. P&G selbst ist börsennotiert und hat keinen beherrschenden Eigentümer: Die größten Anteilseigner sind Vanguard, BlackRock und State Street. Seit dem 1. Januar 2026 steht Shailesh Jejurikar als CEO an der Spitze, seit August 2026 ist er zusätzlich Chairman.
Key Takeaways
- Gillette ist seit Oktober 2005 eine hundertprozentige Marke von Procter & Gamble, der Kaufpreis lag bei rund 57 Mrd. US-Dollar.
- King C. Gillette gründete das Unternehmen 1901 in Boston und machte den Rasierhobel mit austauschbarer Klinge zum Massenprodukt.
- P&G ist breit gestreut im Streubesitz; Vanguard hält rund 10 Prozent, BlackRock und State Street jeweils rund 4 bis 5 Prozent (Stand Anfang 2026).
- Im Geschäftsjahr 2025 (bis 30. Juni 2025) erzielte P&G einen Umsatz von 84,3 Mrd. US-Dollar und einen Nettogewinn von 16,1 Mrd. US-Dollar bei rund 109.000 Mitarbeitenden.
- Das Segment Grooming mit Gillette, Braun und Venus stand 2025 für 8 Prozent des Konzernumsatzes (rund 6,7 Mrd. US-Dollar) und 10 Prozent des Nettogewinns.
- Das Gillette-Werk in Berlin-Tempelhof beschäftigt mehr als 500 Menschen und produziert seit Frühjahr 2025 auch die neuen GilletteLabs-Klingen.
- Seit dem 1. Januar 2026 führt Shailesh Jejurikar P&G als CEO; sein Vorgänger Jon Moeller schied im Sommer 2026 aus dem Unternehmen aus.
| Name | Gillette (Marke der The Gillette Company, heute Teil von The Procter & Gamble Company) |
|---|---|
| Gegründet | 1901 in Boston durch King C. Gillette |
| Sitz | Boston, Massachusetts (Marke); Konzernsitz Cincinnati, Ohio (P&G) |
| Branche | Konsumgüter, Rasur und Körperpflege (Segment Grooming) |
| Eigentümer | Procter & Gamble zu 100 Prozent; P&G im Streubesitz, größte Aktionäre Vanguard, BlackRock, State Street (Stand 2026) |
| Geschäftsführung | Shailesh Jejurikar, Chairman, President und CEO von P&G (CEO seit 1. Januar 2026, Chairman seit 1. August 2026) |
| Umsatz/Mitarbeiter | P&G-Umsatz 2025: 84,3 Mrd. US-Dollar; Grooming-Segment 2025: rund 6,7 Mrd. US-Dollar; rund 109.000 Mitarbeitende (Juni 2025) |
Geschichte und Herkunft
Die Geschichte von Gillette beginnt 1901 in Boston. Der Erfinder King Camp Gillette gründete dort die spätere Gillette Safety Razor Company. Seine Idee: ein Rasierhobel mit dünner, austauschbarer Klinge, der das Schärfen des Rasiermessers überflüssig machte. Das Modell, den Rasierer günstig anzubieten und mit den Klingen zu verdienen, wurde zum Lehrbuchbeispiel der Betriebswirtschaft.
1926 übernahm Gillette die Berliner Roth-Büchner AG, damals Deutschlands größter Rasierklingenhersteller mit der Marke „Rotbart“. Das Werk an der Oberlandstraße in Berlin-Tempelhof ist bis heute der deutsche Produktions- und Verwaltungsstandort; die Tochter heißt seit 1973 Gillette Deutschland GmbH.
Die Produktgeschichte liest sich wie eine Chronik der Nassrasur: 1971 kam mit dem Trac II der erste Systemrasierer mit zwei Klingen, 1990 der von Dieter Rams mitgestaltete Sensor, 1998 der Mach3 mit drei Klingen, 2006 der Fusion mit fünf Klingen und 2014 der ProGlide FlexBall. Daneben baute Gillette einen eigenen Konzern auf, zu dem Braun (seit 1967), Oral-B und Duracell gehörten. Im Jahr 2004, dem letzten vollen Jahr der Eigenständigkeit, erzielte The Gillette Company laut Wikipedia rund 10,3 Mrd. US-Dollar Umsatz und 2,3 Mrd. US-Dollar Gewinn bei etwa 29.000 Beschäftigten.
Eigentümerstruktur im Detail

Am 28. Januar 2005 kündigte Procter & Gamble die Übernahme von Gillette für rund 57 Mrd. US-Dollar an, damals die größte Transaktion der Konsumgüterbranche. Nach der Freigabe durch die US-Wettbewerbsbehörde FTC wurde der Zusammenschluss zum 1. Oktober 2005 wirksam. Gillette wurde als Marke weitergeführt, die frühere Aktiengesellschaft aus Boston ging vollständig im Konzern auf. Wer wissen will, wem Gillette gehört, muss seither auf die Aktionäre von P&G schauen.
P&G, 1837 in Cincinnati gegründet, ist an der New Yorker Börse notiert und befindet sich nahezu vollständig im Streubesitz. Es gibt keine Gründerfamilie und keinen Ankeraktionär. Die größten Positionen halten Vermögensverwalter über Indexfonds: Vanguard mit rund 10 Prozent, BlackRock mit rund 5 Prozent und State Street mit rund 4,3 Prozent, gefolgt von Geode Capital (rund 2,6 Prozent) und dem norwegischen Staatsfonds Norges Bank (rund 1,4 Prozent), jeweils nach Angaben der Finanzplattform TIKR mit Stand Januar 2026.
Nicht alle Teile des alten Gillette-Konzerns blieben bei P&G. Die Batteriemarke Duracell ging 2014 an Berkshire Hathaway. Braun und Oral-B sind weiterhin Teil von P&G: Braun gehört mit Gillette und Venus zum Segment Grooming, Oral-B wird im Segment Health Care neben Crest geführt.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Im Geschäftsjahr 2025 (bis 30. Juni 2025) meldete P&G einen Umsatz von 84,3 Mrd. US-Dollar, praktisch unverändert zum Vorjahr, und einen Nettogewinn von 16,1 Mrd. US-Dollar. Das Segment Grooming kam auf rund 6,7 Mrd. US-Dollar Umsatz und blieb ebenfalls stabil. Zugleich läuft ein Sparprogramm: Bis Ende des Geschäftsjahres 2027 sollen bis zu 7.000 Stellen außerhalb der Produktion wegfallen, die Kosten dafür beziffert P&G auf 1 bis 1,6 Mrd. US-Dollar vor Steuern.
An der Spitze gab es einen Generationswechsel. Im Juli 2025 gab P&G bekannt, dass der bisherige Chief Operating Officer Shailesh Jejurikar zum 1. Januar 2026 Präsident und CEO wird. Jon Moeller, seit 2021 CEO, wechselte auf den Posten des Executive Chairman, legte dieses Amt zum 31. Juli 2026 nieder und verließ das Unternehmen nach 38 Jahren im August 2026. Jejurikar, seit 1989 bei P&G, ist seit dem 1. August 2026 zusätzlich Chairman.
Die ersten Quartalszahlen unter dem neuen CEO fielen verhalten aus: Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 (Oktober bis Dezember 2025) stieg der Umsatz um 1 Prozent auf 22,2 Mrd. US-Dollar, organisch stagnierte er; im Segment Grooming sank die Absatzmenge um 2 Prozent. Dass Gillette kein Selbstläufer mehr ist, zeigt die Bilanz: 2019 schrieb P&G 8 Mrd. US-Dollar auf die Marke ab, weil Männer seltener rasieren und Billiganbieter sowie Abo-Dienste Druck machen; im Geschäftsjahr 2024 folgte eine weitere Wertberichtigung von 1,3 Mrd. US-Dollar.
Marken, Standorte und Marktstellung
Laut Geschäftsbericht 2025 beansprucht P&G weltweit einen Marktanteil von mehr als 60 Prozent bei Klingen und Rasierern sowie mehr als 45 Prozent im gesamten Grooming-Markt. Unter dem Gillette-Dach laufen die Linien Mach3, Fusion, SkinGuard und GilletteLabs sowie die Frauenmarke Venus, dazu Rasiergele und Aftershaves. Hauptkonkurrenten sind Wilkinson Sword beziehungsweise Schick des US-Konzerns Edgewell, BIC sowie Direktvertriebsmarken wie Harry’s und Dollar Shave Club.
Für Deutschland ist das Werk in Berlin-Tempelhof zentral. Mehr als 500 Beschäftigte fertigen dort Premium-Rasierklingen; nach Angaben des Werksleiters stammt rund die Hälfte aller weltweit verkauften Gillette-Premiumklingen aus Berlin. Seit Frühjahr 2025 laufen hier auch die GilletteLabs-Klingen vom Band. Seit Juli 2024 gilt eine Vier-Tage-Woche mit autonomer Nachtschicht; der Tarifvertrag sichert die Arbeitsplätze bis 2031. Im September 2025 besuchte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner das Werk.
FAQ
Wem gehört Gillette heute? Gillette gehört seit dem 1. Oktober 2005 zu 100 Prozent dem US-Konzern Procter & Gamble. P&G selbst ist börsennotiert; größte Aktionäre sind Vanguard, BlackRock und State Street.
Wie viel hat Procter & Gamble für Gillette bezahlt? Die Übernahme wurde im Januar 2005 mit rund 57 Mrd. US-Dollar angekündigt und im Oktober 2005 abgeschlossen.
Wer hat Gillette gegründet? King Camp Gillette gründete das Unternehmen 1901 in Boston. Er machte den Rasierhobel mit austauschbarer Klinge zum Massenprodukt.
Gehören Braun und Oral-B auch zu Gillette? Beide Marken kamen 2005 mit Gillette zu P&G und gehören heute direkt zum Konzern. Braun läuft mit Gillette und Venus im Segment Grooming, Oral-B im Segment Health Care. Duracell wurde 2014 an Berkshire Hathaway verkauft.
Wer führt Procter & Gamble? Seit dem 1. Januar 2026 ist Shailesh Jejurikar CEO von P&G, seit dem 1. August 2026 zusätzlich Chairman. Sein Vorgänger Jon Moeller verließ den Konzern im August 2026.
Wo werden Gillette-Klingen in Deutschland hergestellt? Im Werk an der Oberlandstraße in Berlin-Tempelhof, das seit 1926 zu Gillette gehört. Dort arbeiten mehr als 500 Menschen, seit 2025 werden dort auch die GilletteLabs-Klingen gefertigt.
Fazit
Gillette ist seit 2005 eine Konzernmarke von Procter & Gamble und damit Eigentum eines breiten Aktionärskreises, in dem Vanguard, BlackRock und State Street die größten Stimmen haben. Die Marke bleibt mit über 60 Prozent Weltmarktanteil bei Klingen der Platzhirsch der Nassrasur, steht aber unter Druck: Milliardenabschreibungen, sinkende Absatzmengen und ein konzernweites Sparprogramm prägen 2025 und 2026. Mit dem neuen CEO Shailesh Jejurikar und den GilletteLabs-Klingen aus Berlin will P&G die 125 Jahre alte Marke auf Kurs halten.