Uniper zahlt wieder eine Dividende: Für das Geschäftsjahr 2025 hat die Hauptversammlung am 20. Mai 2026 eine Ausschüttung von 0,72 Euro je Aktie beschlossen, insgesamt 300 Millionen Euro. Es ist die erste Dividende seit der Verstaatlichung im Dezember 2022; in den Geschäftsjahren 2022 bis 2024 gab es keine Ausschüttung. Der Zahltag war der 25. Mai 2026. Da der Bund rund 99 Prozent der Aktien hält, floss der Großteil der Summe an den Staat. Stand der Angaben: 16. September 2026.
Key Takeaways
- Dividende für das Geschäftsjahr 2025: 0,72 Euro je Aktie (Gesamtsumme 300 Mio. Euro), beschlossen auf der virtuellen Hauptversammlung am 20. Mai 2026.
- Erste Ausschüttung seit dem Geschäftsjahr 2021 (damals 0,07 Euro); 2022, 2023 und 2024 wurde keine Dividende gezahlt.
- Ex-Tag war der 21. Mai 2026, Zahltag der 25. Mai 2026.
- Die Dividende wurde laut IR-Seite aus dem steuerlichen Einlagekonto geleistet und daher ohne Abzug von Kapitalertragsteuer ausgezahlt.
- Der Bund hält 99,12 Prozent der Aktien und hat im Mai 2026 die Reprivatisierung gestartet; bis Ende 2028 muss der Anteil laut EU-Auflage auf höchstens 25 Prozent plus eine Aktie sinken.
- Eine feste Dividendenpolitik gibt es noch nicht; Uniper arbeitet laut IR-Seite an einem längerfristigen Rahmen.
Dividende im Überblick
| Unternehmen | Uniper SE, Düsseldorf |
| ISIN | DE000UNSE026 |
| Dividende GJ 2025 (Zahlung 2026) | 0,72 Euro je Aktie (300 Mio. Euro gesamt) |
| Vorjahr (GJ 2024) | 0,00 Euro (keine Dividende) |
| Hauptversammlung 2026 | 20. Mai 2026 (virtuell) |
| Zahltag | 25. Mai 2026 (Ex-Tag: 21. Mai 2026) |
| Ausschüttungspolitik | Noch keine feste Politik; längerfristiger Rahmen in Erarbeitung (laut IR-Seite) |
| Quelle | Uniper IR-Seite „Dividend“, Pressemitteilung zur Hauptversammlung 2026, Jahresergebnis 2025 vom 11. März 2026 |
Dividendenhistorie Uniper (2020–2026)
Die Dividendenhistorie von Uniper spiegelt die Energiekrise wider. Bis zum Geschäftsjahr 2020 galt der Versorger als verlässlicher Dividendenzahler, dann brachen die russischen Gaslieferungen weg, der Bund musste einsteigen, und die Ausschüttung fiel auf null. Die folgenden Werte stammen aus der Dividendenhistorie auf der IR-Seite von Uniper und sind nicht um die Kapitalmaßnahmen der Jahre 2022 und 2023 (Kapitalerhöhung durch den Bund, spätere Zusammenlegung der Aktien) bereinigt. Die Aktienzahl hat sich in diesem Zeitraum massiv verändert, sodass die Beträge je Aktie nur eingeschränkt vergleichbar sind.
| Geschäftsjahr | Dividende je Aktie | Veränderung |
| 2020 (Zahlung 2021) | 1,37 Euro | – |
| 2021 (Zahlung 2022) | 0,07 Euro | −94,9 % |
| 2022 (Zahlung 2023) | 0,00 Euro | ausgesetzt |
| 2023 (Zahlung 2024) | 0,00 Euro | ausgesetzt |
| 2024 (Zahlung 2025) | 0,00 Euro | ausgesetzt |
| 2025 (Zahlung 2026) | 0,72 Euro | Wiederaufnahme |
Die Wiederaufnahme wurde möglich, weil Uniper seine Verpflichtungen gegenüber dem Bund abgearbeitet hat. Laut der Ergebnismitteilung vom 11. März 2026 überwies das Unternehmen im März 2025 eine Zahlung von 2,6 Milliarden Euro an den Bund und kündigte im Dezember 2025 die KfW-Kreditlinie vorzeitig. Zudem verwies das Management auf Änderungen am Energiesicherungsgesetz (EnSiG), die eine Dividende überhaupt erst wieder zuließen.
Termine 2026: Hauptversammlung, Ex-Tag, Zahltag
Die ordentliche Hauptversammlung 2026 fand am 20. Mai 2026 als virtuelle Versammlung statt. Aktionäre konnten ihre Stimmrechte über das Online-Portal ausüben; die Eröffnungsreden von Aufsichtsratschef und Vorstandsvorsitzendem wurden ab 10:00 Uhr im Internet übertragen. Der Beschluss über die Gewinnverwendung lautete auf 0,72 Euro je dividendenberechtigter Aktie. Laut IR-Seite wurde die Aktie am 21. Mai 2026 „ex Dividende“ gehandelt, die Auszahlung erfolgte am 25. Mai 2026. Wer die Aktie am Abend des 20. Mai 2026 im Depot hatte, war dividendenberechtigt.
Für 2027 hat Uniper noch keinen Hauptversammlungstermin veröffentlicht. Üblich ist bei Uniper ein Termin im Mai; der Finanzkalender auf der IR-Seite wird in der Regel nach Vorlage der Jahreszahlen im Februar oder März aktualisiert.
Dividendenrendite und Ausschüttungsquote
Bezogen auf einen Kurs von 49,28 Euro (Lang & Schwarz, 16. September 2026) ergibt die Dividende von 0,72 Euro eine Dividendenrendite von rund 1,5 Prozent. Am Tag der Hauptversammlung notierte die Aktie ähnlich hoch; für 2026 weist die Aktie laut aktien.guide einen Kursanstieg von rund 47 Prozent seit Jahresbeginn aus. Der Streubesitz ist mit 0,88 Prozent allerdings so gering, dass Kursbewegungen wenig aussagekräftig sind.
Die Ausschüttungsquote lässt sich aus den Konzernzahlen ableiten: Laut Ergebnismitteilung vom 11. März 2026 lag das bereinigte Konzernergebnis 2025 bei 544 Millionen Euro (Vorjahr: 1.653 Mio. Euro), das bereinigte EBITDA bei 1.097 Millionen Euro (Vorjahr: 2.612 Mio. Euro). Die Dividendensumme von 300 Millionen Euro entspricht damit rund 55 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses. Eine offizielle Zielquote hat Uniper nicht genannt. Die wirtschaftliche Nettoliquidität lag Ende 2025 bei 2.823 Millionen Euro.
Ausblick 2027
Für die Dividende auf das Geschäftsjahr 2026 (Zahlung 2027) hat Uniper keine Prognose veröffentlicht. Das Unternehmen erwartet für 2026 laut Ergebnismitteilung ein bereinigtes Konzernergebnis zwischen 350 und 600 Millionen Euro und ein bereinigtes EBITDA von 1,0 bis 1,3 Milliarden Euro. Auf der IR-Seite heißt es, Uniper entwickle derzeit einen umfassenden Rahmen für eine längerfristige Dividendenpolitik, die Kontinuität mit unternehmerischer Flexibilität verbinden soll. Ein Bericht des Börse Express vom 1. Juli 2026 nennt eine Analystenschätzung von rund 0,80 Euro je Aktie für 2026; das ist eine Erwartung, keine Zusage.
Entscheidend für die weitere Dividendenentwicklung ist die Reprivatisierung. Laut Handelsblatt vom 19. Mai 2026 hat die Bundesregierung den Verkaufsprozess gestartet: Interessenten konnten bis zum 12. Juni 2026 ihr Interesse anmelden, denkbar sind ein Direktverkauf an Investoren, eine Platzierung über die Börse oder eine Kombination. Der Bund will 25 Prozent plus eine Aktie behalten; die EU verlangt, dass der Staatsanteil bis zum 31. Dezember 2028 auf dieses Niveau sinkt. Laut Börse Express werden verbindliche Angebote für den Spätsommer erwartet, ein Abschluss frühestens im vierten Quartal 2026. Ein neuer Großaktionär könnte die Ausschüttungspolitik neu ausrichten.
Steuern auf die Uniper-Dividende
Die Dividende für 2025 ist ein Sonderfall: Laut IR-Seite wurde sie aus dem steuerlichen Einlagekonto (§ 27 KStG) geleistet und daher ohne Abzug von Kapitalertragsteuer ausgezahlt. Für Privatanleger in Deutschland bedeutet das, dass zunächst keine Abgeltungsteuer anfällt. Stattdessen mindert die Ausschüttung steuerlich die Anschaffungskosten der Aktie, sodass ein späterer Verkaufsgewinn entsprechend höher ausfällt und dann besteuert wird. Wer die Aktien vor 2009 gekauft hat, sollte die Behandlung mit einem Steuerberater klären.
Bei künftigen Dividenden, die nicht aus dem Einlagekonto stammen, gilt die übliche Regel: 25 Prozent Abgeltungsteuer plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag darauf (zusammen 26,375 Prozent), gegebenenfalls zuzüglich Kirchensteuer. Der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro (2.000 Euro bei Zusammenveranlagung) lässt sich per Freistellungsauftrag bei der Depotbank nutzen.
FAQ
Wie hoch ist die Uniper-Dividende 2026? Für das Geschäftsjahr 2025 wurden 0,72 Euro je Aktie gezahlt, insgesamt 300 Millionen Euro. Der Zahltag war der 25. Mai 2026.
Warum hat Uniper drei Jahre keine Dividende gezahlt? Nach dem Ausfall der russischen Gaslieferungen 2022 musste der Bund Uniper mit Milliarden stützen. Die Auflagen des Stabilisierungspakets und des Energiesicherungsgesetzes schlossen Ausschüttungen aus, bis die Verpflichtungen gegenüber dem Bund erfüllt waren.
Wer bekommt den Großteil der Dividende? Der Bund hält laut IR-Seite 99,12 Prozent der rund 416,5 Millionen Aktien. Von den 300 Millionen Euro entfielen daher rund 297 Millionen Euro auf den Staat.
Gibt es eine Prognose für die Dividende 2027? Uniper selbst hat keine Prognose veröffentlicht. Analysten rechnen laut Börse Express (Juli 2026) mit rund 0,80 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2026; eine Dividendenpolitik wird derzeit erarbeitet.
Was bedeutet die Reprivatisierung für Aktionäre? Der Bund muss seinen Anteil bis Ende 2028 auf 25 Prozent plus eine Aktie senken. Je nach Käufer und Verkaufsweg könnte der Streubesitz deutlich steigen, was die Handelbarkeit der Aktie verbessern würde. Auswirkungen auf die Dividende sind derzeit nicht absehbar.
Fazit
Mit 0,72 Euro je Aktie hat Uniper 2026 die Rückkehr zur Dividende geschafft, drei Jahre nach der Rettung durch den Bund. Die Ausschüttung ist mit rund 55 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses solide finanziert, die Nettoliquidität hoch. Offen bleiben zwei Dinge: die endgültige Dividendenpolitik, die Uniper erst noch formulieren will, und die Eigentümerfrage, die mit der Reprivatisierung bis 2028 geklärt werden muss. Wer die Aktie beobachtet, sollte den Verkaufsprozess des Bundes und die Jahreszahlen im Frühjahr 2027 im Blick behalten. Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar.
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