Gerresheimer Dividende 2026: Ausfall, Hintergründe und Ausblick 2027

Gerresheimer Dividende 2025

Gerresheimer zahlt für das Geschäftsjahr 2025 keine Dividende. Nach einem Nettoverlust von rund 320 Millionen Euro und Wertberichtigungen von mehr als 500 Millionen Euro weist die Gerresheimer AG keinen Bilanzgewinn mehr aus, sodass die auf den 1. September 2026 verschobene Hauptversammlung keinen Gewinnverwendungsbeschluss fassen konnte. Bereits im Vorjahr war die Dividende von 1,25 Euro auf die gesetzliche Mindestdividende von 0,04 Euro je Aktie gekürzt worden. Ob und wann der Verpackungshersteller aus Düsseldorf wieder ausschüttet, ist offen; für 2026 erwartet das Unternehmen einen negativen Free Cashflow. Stand dieses Artikels ist der 16. September 2026.

Key Takeaways

  • Dividende für das Geschäftsjahr 2025 (Dezember 2024 bis November 2025): keine Ausschüttung, da kein Bilanzgewinn vorhanden ist.
  • Vorjahr: 0,04 Euro je Aktie (Geschäftsjahr 2024), beschlossen auf der Hauptversammlung am 5. Juni 2025; davor fünf Jahre lang 1,25 Euro.
  • Die Hauptversammlung 2026 fand erst am 1. September 2026 statt, weil der Jahresabschluss 2025 wegen Bilanzkorrekturen und einer BaFin-Prüfung erst am 29. Juni 2026 veröffentlicht werden konnte.
  • Nettoverlust 2025 laut Geschäftsbericht rund 320 Millionen Euro bei einem Umsatz von 2,32 Milliarden Euro; Nettoverschuldung 1,93 Milliarden Euro.
  • Für 2026 rechnet Gerresheimer mit einem Free Cashflow von minus 50 bis minus 100 Millionen Euro; eine Refinanzierung und der Verkauf der US-Tochter Centor laufen.
  • Eine Prognose zur Dividende 2027 gibt es nicht; die Aktie ist im März 2026 aus dem SDAX ausgeschieden.
UnternehmenGerresheimer AG, Düsseldorf (Prime Standard, bis März 2026 SDAX)
ISINDE000A0LD6E6
Dividende GJ 2025 (Zahlung 2026)keine (Dividendenausfall)
Vorjahr (GJ 2024)0,04 Euro je Aktie (Zahltag 11. Juni 2025)
Hauptversammlung 20261. September 2026, virtuell
Zahltagentfällt
Ausschüttungspolitikkeine gültige Dividendenpolitik; Priorität liegt auf Refinanzierung und Schuldenabbau
QuelleAd-hoc-Mitteilungen der Gerresheimer AG (März und Juni 2026), Einberufung zur Hauptversammlung am 1. September 2026, Berichte von boerse.de, Finanztrends und Börse Express

Dividendenhistorie Gerresheimer (2020–2026)

Gerresheimer galt lange als verlässlicher Dividendenzahler mit kleinen, stetigen Erhöhungen. Von 2015 bis 2020 stieg die Dividende von 0,85 auf 1,25 Euro, danach blieb sie vier Jahre konstant, bevor sie 2025 auf die gesetzliche Mindestdividende gekürzt und 2026 ganz gestrichen wurde. Die Tabelle zeigt die Dividende je Geschäftsjahr laut Dividendenhistorie auf aktien.guide; das Geschäftsjahr von Gerresheimer endet jeweils am 30. November, die Zahlung erfolgt im Juni des Folgejahres.

GeschäftsjahrDividende je AktieVeränderung
2019 (Zahlung 2020)1,20 Euro+4,3 %
2020 (Zahlung 2021)1,25 Euro+4,2 %
2021 (Zahlung 2022)1,25 Eurounverändert
2022 (Zahlung 2023)1,25 Eurounverändert
2023 (Zahlung 2024)1,25 Eurounverändert
2024 (Zahlung 2025)0,04 Euro−96,8 %
2025 (Zahlung 2026)keine−100 %

Die Kürzung auf 0,04 Euro im Juni 2025 begründete das Unternehmen laut Mitteilung zur Hauptversammlung 2025 mit der angepassten Prognose für 2025 und dem Ziel, die finanzielle Flexibilität zu erhalten. Der Betrag entspricht 4 Prozent des auf die Aktie entfallenden Grundkapitals und damit der Mindestdividende nach Aktiengesetz. Im Nachhinein war dies der erste sichtbare Hinweis auf die Probleme, die 2026 in Bilanzkorrekturen und einem Rekordverlust mündeten.

Termine 2026: Hauptversammlung, Ex-Tag, Zahltag

Das Jahr 2026 verlief bei Gerresheimer anders als üblich. Per Ad-hoc-Mitteilung teilte das Unternehmen im März 2026 mit, dass Jahres- und Konzernabschluss 2025 nicht wie vorgesehen bis 31. März veröffentlicht werden könnten, weil Bilanzierungsfragen, insbesondere sogenannte Bill-and-Hold-Umsätze, geprüft würden. Die Aktie schied daraufhin aus dem SDAX aus, die BaFin nahm eine Prüfung der Abschlüsse 2024 und 2025 auf. Der testierte Abschluss erschien schließlich am 29. Juni 2026, die Hauptversammlung wurde auf den 1. September 2026 verlegt und virtuell abgehalten.

Da die Tagesordnung laut Einberufung keinen Bilanzgewinn auswies, stand kein Beschluss über die Gewinnverwendung an. Es gibt für 2026 folglich weder Ex-Tag noch Zahltag. Die Entlastung der früheren Vorstandsmitglieder wurde laut Finanztrends bis zum Abschluss der behördlichen Prüfung vertagt. Die Wirtschaftsprüfer erteilten einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk, wiesen aber ausdrücklich auf den ausstehenden Verkauf der US-Tochter Centor und die notwendige Refinanzierung hin.

Dividendenrendite und Ausschüttungsquote

Ohne Dividende beträgt die Dividendenrendite der Gerresheimer-Aktie null. Beim Kurs von 27,74 Euro am 16. September 2026 (laut Börse Express) hätte selbst die frühere Dividende von 1,25 Euro rechnerisch 4,5 Prozent gebracht; die Aktie hat binnen zwölf Monaten rund 45 Prozent verloren und pendelte in dieser Zeit zwischen 15,50 und 44,36 Euro. Eine Ausschüttungsquote lässt sich nicht berechnen, weil das Ergebnis je Aktie 2025 negativ war: Der Nettoverlust von rund 320 Millionen Euro steht einem Gewinn von 82 Millionen Euro im Jahr 2024 gegenüber.

Entscheidend für künftige Ausschüttungen ist die Bilanz. Die Nettoverschuldung lag Ende 2025 bei 1,93 Milliarden Euro; für Schuldscheindarlehen über 870 Millionen Euro wurde laut Finanztrends ein Stillhalteabkommen bis Ende September 2026 vereinbart. Gerresheimer hat die Investmentbank Lazard mit einer umfassenden Refinanzierung beauftragt und will den Verkauf von Centor bis Jahresende 2026 abschließen. Solange diese Themen offen sind, hat eine Dividende in der Kapitalallokation keinen Platz.

Ausblick 2027

Eine Aussage zur Dividende für das Geschäftsjahr 2026 hat Gerresheimer nicht getroffen. Die im Juni 2026 gesenkte Prognose sieht einen Umsatz in der unteren Hälfte der Spanne von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro, eine bereinigte EBITDA-Marge von 17 bis 18 Prozent (zuvor 18 bis 19 Prozent) und einen Free Cashflow von minus 50 bis minus 100 Millionen Euro vor. Bei negativem Cashflow und laufender Refinanzierung ist eine Dividende für 2026, zahlbar 2027, nach heutigem Stand nicht zu erwarten; dies ist eine Einschätzung auf Basis der veröffentlichten Zahlen, keine Unternehmensprognose. Eine Rückkehr zur Ausschüttung setzt einen positiven Bilanzgewinn der AG und eine stabilisierte Finanzierung voraus.

Steuern auf die Gerresheimer-Dividende

Da 2026 keine Dividende gezahlt wird, fällt auch keine Steuer an. Sollte Gerresheimer künftig wieder ausschütten, gilt für in Deutschland steuerpflichtige Anleger die Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer, die von der Depotbank automatisch einbehalten wird. Bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro (2.000 Euro bei Zusammenveranlagung) bleiben Kapitalerträge per Freistellungsauftrag steuerfrei. Eine ausländische Quellensteuer fällt bei der deutschen Aktie nicht an. Kursverluste aus der Aktie können mit Gewinnen aus anderen Aktienverkäufen verrechnet werden.

FAQ

Zahlt Gerresheimer 2026 eine Dividende? Nein. Für das Geschäftsjahr 2025 gibt es keine Ausschüttung, weil die Gerresheimer AG nach dem Verlust von rund 320 Millionen Euro keinen Bilanzgewinn ausweist.

Wie hoch war die letzte Gerresheimer-Dividende? Für das Geschäftsjahr 2024 wurden im Juni 2025 nur 0,04 Euro je Aktie gezahlt, nach 1,25 Euro in den fünf Jahren zuvor.

Warum fand die Hauptversammlung 2026 erst im September statt? Weil der Jahresabschluss 2025 wegen Bilanzkorrekturen und einer BaFin-Prüfung erst am 29. Juni 2026 veröffentlicht werden konnte. Die Hauptversammlung folgte am 1. September 2026.

Wann zahlt Gerresheimer wieder eine Dividende? Dazu gibt es keine Aussage des Unternehmens. Für 2026 wird ein negativer Free Cashflow erwartet, die Refinanzierung läuft; eine Dividende für 2026 erscheint daher unwahrscheinlich.

Ist Gerresheimer noch im SDAX? Nein. Wegen der verspäteten Veröffentlichung des Jahresabschlusses schied die Aktie im März 2026 aus dem SDAX aus.

Fazit

Gerresheimer hat sich 2026 vom Dividendenzahler zum Sanierungsfall entwickelt: Kein Bilanzgewinn, keine Dividende, verschobene Hauptversammlung, BaFin-Prüfung und eine laufende Refinanzierung. Für Anleger zählt jetzt weniger die Ausschüttung als die Frage, ob der Verkauf von Centor und die Umschuldung gelingen. Erst danach kann das Thema Dividende wieder auf die Tagesordnung kommen. Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar.