
HelloFresh gehört weder einem Konzern noch einer Familie, sondern einer breit gestreuten Aktionärsbasis. Die HelloFresh SE mit Sitz in Berlin ist an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert; größter Einzelaktionär ist laut Investor-Relations-Seite (Stand 22. Juni 2026) der Luxemburger Investor Active Ownership mit 8,43 Prozent. Dahinter folgt DSR Ventures, die Beteiligungsgesellschaft von Mitgründer und Vorstandschef Dominik Richter, mit 6,21 Prozent. Seit dem 22. Dezember 2025 wird die Aktie nicht mehr im MDAX, sondern im SDAX geführt.
Key Takeaways
- Die HelloFresh SE ist ein eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen ohne Mehrheitsaktionär.
- Größter Einzelaktionär ist Active Ownership mit 8,43 Prozent, gefolgt von DSR Ventures (Dominik Richter) mit 6,21 Prozent (Stand 22. Juni 2026).
- Die Gesellschaft selbst hält 8,83 Prozent eigene Aktien; das Grundkapital besteht aus 159 Millionen Aktien.
- Rocket Internet, der frühere Mehrheitseigentümer, ist seit 2019 nicht mehr beteiligt.
- Der Umsatz sank 2025 auf 6,76 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA stieg auf 422,8 Millionen Euro.
- Im September 2026 senkte HelloFresh die Jahresprognose; die Aktie fiel auf ein Rekordtief.
- Mitgründer Thomas Griesel hat den Vorstand Ende April 2026 verlassen, Dominik Richter führt das Unternehmen weiter.
| Name | HelloFresh SE |
|---|---|
| Gegründet | 2011 in Berlin |
| Sitz | Berlin |
| Branche | Kochboxen und Fertiggerichte im Abonnement |
| Eigentümer | Börsennotiert (SDAX); Active Ownership 8,43 %, DSR Ventures (Dominik Richter) 6,21 %, Berenberg 5,03 %, eigene Aktien 8,83 %, übrige Aktionäre rund 71,5 % (Stand 22. Juni 2026) |
| Umsatz/Mitarbeiter | 6,76 Mrd. Euro Umsatz (2025); mehr als 18.000 Beschäftigte (Unternehmensangabe) |
| Führung | Dominik Richter (Vorstandsvorsitzender), Fabien Simon (Finanzvorstand); Aufsichtsratsvorsitz: John H. Rittenhouse |
Eigentümerstruktur im Detail

Die offizielle Übersicht des Unternehmens beruht auf den zuletzt eingegangenen Stimmrechtsmitteilungen und trägt den Stand 22. Juni 2026. Danach hält Active Ownership 8,43 Prozent, DSR Ventures 6,21 Prozent und die Hamburger Privatbank Joh. Berenberg, Gossler & Co. 5,03 Prozent. Es folgen die spanische Fondsgesellschaft Bestinver mit 3,33 Prozent, Deka Investment mit 3,30 Prozent und Barralina Asset Management mit 3,02 Prozent. Weitere 61,84 Prozent entfallen auf „andere Aktionäre“, 8,83 Prozent weist HelloFresh als eigene Aktien aus. Neben den drei größten Aktionären und dem Eigenbestand verteilen sich damit rund 71,5 Prozent auf übrige Aktionäre, also Fonds und Streubesitz.
Die Tabelle ist eine Momentaufnahme: Berenberg meldete Anfang Juli 2026, die Schwelle von fünf Prozent unterschritten zu haben, und hielt danach noch 4,43 Prozent. Eine eigene Streubesitzquote nennt die Investor-Relations-Seite nicht.
Der Eigenbestand stammt aus Aktienrückkäufen und ist ohne Stimmrecht, solange die Gesellschaft ihn hält. Von den Gründern ist nur noch Dominik Richter mit einem meldepflichtigen Paket vertreten. Was dieses Paket wert ist, beziffert uamr.de nicht – offizielle Angaben zum Privatvermögen der Gründer existieren nicht.
Geschichte und Herkunft
HelloFresh wurde im November 2011 in Berlin von Dominik Richter, Thomas Griesel und Jessica Nilsson gegründet. Die Anschubfinanzierung kam von Rocket Internet, das 2015 noch die Mehrheit hielt. Am 2. November 2017 ging HelloFresh in Frankfurt an die Börse: Der Ausgabepreis lag bei 10,25 Euro je Aktie, der Börsenwert betrug rund 1,7 Milliarden Euro.
Rocket Internet blieb zunächst Großaktionär, trennte sich 2019 aber über eine Platzierung bei institutionellen Investoren von seinen restlichen Anteilen. Der Boom der Pandemiejahre trug die Aktie im September 2021 in den DAX; in der Spitze war das Unternehmen an der Börse mehr als 16 Milliarden Euro wert. Schon im September 2022 folgte der Abstieg in den MDAX, im Dezember 2025 der in den SDAX.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
HelloFresh verkauft Kochboxen und Fertiggerichte im Abonnement. Zur Gruppe gehören neben der Kernmarke die Kochbox-Marken Green Chef, EveryPlate und Chefs Plate, die Fertiggericht-Marken Factor und Youfoodz sowie Good Chop (Fleisch und Fisch) und The Pets Table (Tiernahrung). Green Chef und Chefs Plate kamen 2018 hinzu, Factor 2020 und Youfoodz 2021.
Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die Gruppe einen Umsatz von 6,76 Milliarden Euro, nach 7,66 Milliarden Euro im Vorjahr – ein Minus von 11,8 Prozent, währungsbereinigt von 9,0 Prozent. Das bereinigte EBITDA stieg dagegen auf 422,8 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb ein den Aktionären zuzurechnender Verlust von 92,6 Millionen Euro. HelloFresh lieferte 100,5 Millionen Bestellungen mit 851,6 Millionen Mahlzeiten aus und beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 18.000 Menschen. Aktiv ist die Gruppe in 16 Ländern; aus Italien und Spanien hat sie sich Anfang 2026 zurückgezogen. Eine Dividende zahlt HelloFresh nicht.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Das Unternehmen schrumpft derzeit bewusst: weniger Rabatte, weniger Marketing, dafür profitablere Kunden. Begleitet wird das von einem Effizienzprogramm über 300 Millionen Euro. Bis Ende 2025 waren davon rund 160 Millionen Euro an Einsparungen erreicht, für 2026 sind weitere 140 Millionen Euro geplant.
Parallel kaufte HelloFresh eigene Aktien zurück: Zwischen dem 2. Januar 2025 und dem 11. März 2026 erwarb die Gesellschaft rund 20,3 Millionen Aktien für 152 Millionen Euro. Rund 14,2 Millionen Aktien wurden anschließend eingezogen, sodass das Grundkapital nun aus 159 Millionen Aktien besteht.
Operativ verlief 2026 enttäuschend. Am 24. September 2026 kappte der Vorstand die Jahresziele: Statt eines währungsbereinigten Umsatzrückgangs von 3 bis 6 Prozent erwartet er nun 9 bis 11 Prozent, das bereinigte EBITDA soll bei 350 bis 370 Millionen Euro liegen statt bei 375 bis 425 Millionen Euro. Als Grund nannte das Unternehmen eine schwache Neukundengewinnung nach gekürzten Marketingausgaben. Die Aktie fiel daraufhin auf ein Rekordtief von 2,18 Euro; der Börsenwert lag laut Medienberichten nur noch bei rund 350 Millionen Euro. Die endgültigen Zahlen zum dritten Quartal waren für den 5. November 2026 angekündigt.
Führung und Strategie
Vorstandsvorsitzender ist seit der Gründung Dominik Richter. Finanzvorstand ist Fabien Simon, zuvor Chef des Kaffeekonzerns JDE Peet’s; er folgte auf Christian Gärtner und verantwortet das Ressort seit dem 1. November 2025 allein. Dem Vorstand gehören außerdem Edward Boyes und seit Mai 2026 Assaf Ronen an. Mitgründer Thomas Griesel, zuletzt für das internationale Geschäft zuständig, schied Ende April 2026 aus.
Den sechsköpfigen Aufsichtsrat leitet John H. Rittenhouse, sein Stellvertreter ist Michael Roth. Seit der Hauptversammlung im Juni 2025 sitzt auch Florian Schuhbauer im Gremium, Mitgründer des Großaktionärs Active Ownership. Der Investor hatte im Februar 2025 laut „WirtschaftsWoche“ ein Einsparpotenzial von bis zu 560 Millionen Euro ausgemacht.
FAQ
Wem gehört HelloFresh? Seinen Aktionären. Die größten Positionen halten Active Ownership (8,43 Prozent) und DSR Ventures, die Gesellschaft von Vorstandschef Dominik Richter (6,21 Prozent); einen Mehrheitsaktionär gibt es nicht.
Gehört HelloFresh noch zu Rocket Internet? Nein. Rocket Internet hat das Unternehmen anfangs finanziert, verkaufte seine restlichen Anteile aber 2019.
In welchem Index ist die HelloFresh-Aktie notiert? Seit dem 22. Dezember 2025 im SDAX. Zuvor gehörte die Aktie dem MDAX an, von September 2021 bis September 2022 dem DAX.
Wer hat HelloFresh gegründet? Dominik Richter, Thomas Griesel und Jessica Nilsson gründeten das Unternehmen im November 2011 in Berlin. Im Vorstand ist heute nur noch Richter.
Welche Marken gehören zu HelloFresh? Neben HelloFresh sind das Green Chef, EveryPlate, Chefs Plate, Factor, Youfoodz, Good Chop und The Pets Table.
Wie viel Umsatz macht HelloFresh? 2025 waren es 6,76 Milliarden Euro, nach 7,66 Milliarden Euro im Jahr 2024. Für 2026 erwartet der Vorstand einen währungsbereinigten Rückgang von 9 bis 11 Prozent.
Fazit
HelloFresh ist ein Unternehmen im Streubesitz mit wenigen größeren Ankeraktionären. Der Investor Active Ownership und Mitgründer Dominik Richter halten zusammen knapp 15 Prozent und prägen den Kurs, ohne das Unternehmen zu kontrollieren.
Wirtschaftlich steht die Gruppe 2026 unter Druck: sinkende Umsätze, eine gekappte Prognose, der Abstieg in den SDAX und ein Aktienkurs auf Rekordtief. Ob sich die Aktionärsstruktur dadurch verschiebt, zeigen erst die nächsten Stimmrechtsmitteilungen.