Wem gehört Goldman Sachs? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört Goldman Sachs

Goldman Sachs ist eine der bekanntesten Investmentbanken der Welt – und gehört niemandem allein. Die The Goldman Sachs Group, Inc. aus New York ist seit 1999 börsennotiert, ihre Aktien liegen überwiegend bei institutionellen Investoren wie Vanguard, BlackRock und State Street. Geführt wird das 1869 gegründete Haus seit 2018 von David Solomon. Mit Nettoerträgen von 58,28 Mrd. US-Dollar und 47.400 Beschäftigten erzielte die Bank 2025 das zweitbeste Ergebnis ihrer Geschichte, und auch 2026 läuft das Geschäft auf Hochtouren.

Key Takeaways

  • Goldman Sachs ist eine Publikumsgesellschaft ohne Mehrheitsaktionär und an der New Yorker Börse notiert.
  • Laut Hauptversammlungsunterlagen 2026 hielten Vanguard 9,68 Prozent, BlackRock 7,80 Prozent und State Street 6,65 Prozent der Stammaktien (Stand 2. März 2026).
  • Verwaltungsrat und Führungskräfte besaßen zusammen nur rund 0,55 Prozent der Aktien, keine Einzelperson mehr als 1 Prozent.
  • Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete die Bank Nettoerträge von 58,28 Mrd. US-Dollar und einen Nettogewinn von 17,18 Mrd. US-Dollar.
  • Seit Januar 2026 wechselt die Apple Card von Goldman Sachs zu JPMorgan Chase – der Schlussstrich unter das Privatkundenexperiment.
  • Im dritten Quartal 2026 stieg der Nettogewinn um 29 Prozent auf 5,29 Mrd. US-Dollar; CEO David Solomon wies Berichte über einen bevorstehenden Chefwechsel zurück.
NameThe Goldman Sachs Group, Inc.
Gegründet1869 in New York durch Marcus Goldman
Sitz200 West Street, New York City (USA)
EigentümerStreubesitz; größte Aktionäre Vanguard (9,68 %), BlackRock (7,80 %), State Street (6,65 %)
BörseNYSE: GS, Mitglied im Dow Jones und S&P 500
FührungDavid Solomon (Chairman und CEO seit 2018), John Waldron (President und COO)
BrancheInvestmentbanking, Wertpapierhandel, Vermögensverwaltung
Nettoerträge / Gewinn 202558,28 Mrd. US-Dollar / 17,18 Mrd. US-Dollar
Mitarbeiter47.400 (Ende 2025)

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört Goldman Sachs? Aktionärsstruktur 2026 mit Vanguard, BlackRock und State Street, Kennzahlen 2025 und Meilensteinen
Wem gehört Goldman Sachs? Eigentümer und Struktur 2026 2

Die Frage „Wem gehört Goldman Sachs?“ hat eine klare Antwort: den Aktionären. Seit dem Börsengang im Mai 1999 ist die Bank eine Aktiengesellschaft nach US-Recht; zum Stichtag 2. März 2026 waren 294.993.942 Stammaktien im Umlauf. Einen Ankeraktionär, eine Gründerfamilie oder einen Staat als Eigentümer gibt es nicht.

Die offizielle Einladung zur Hauptversammlung 2026 nennt drei Aktionäre mit mehr als 5 Prozent: The Vanguard Group mit 28.546.582 Aktien (9,68 Prozent), BlackRock mit 23.010.145 Aktien (7,80 Prozent) und State Street mit 19.616.360 Aktien (6,65 Prozent). Zusammen kommen die drei Vermögensverwalter auf rund 24 Prozent – gehalten nicht für sich selbst, sondern für Millionen Anleger in Indexfonds, ETFs und Pensionsplänen. Insgesamt liegen laut dem Finanzportal „The Motley Fool“ rund 74 Prozent der Aktien bei institutionellen Investoren.

Das Management ist nur Minderheitsaktionär: Die 20 Verwaltungsratsmitglieder und Führungskräfte hielten zum 2. März 2026 zusammen etwa 0,55 Prozent der Aktien, kein Einzelner mehr als 1 Prozent. Die Spitzenkräfte sind an ein Aktionärsabkommen gebunden, das ihre Stimmrechte bündelt.

Beim Börsengang 1999 wurden nur 12,6 Prozent der Firma zu 53 US-Dollar je Aktie an die Öffentlichkeit verkauft; 48,3 Prozent lagen bei 221 ehemaligen Partnern, 21,2 Prozent bei Mitarbeitern ohne Partnerstatus und 17,9 Prozent bei pensionierten Partnern und Altinvestoren. Verkäufe, Aktienrückkäufe und die Nachfrage der Indexfonds haben daraus den heutigen breiten Streubesitz gemacht.

Geschichte und Herkunft

Marcus Goldman, ein aus Bayern eingewanderter deutsch-jüdischer Kaufmann, gründete das Unternehmen 1869 in einem Kellerbüro in Manhattan. 1882 nahm er seinen Schwiegersohn Samuel Sachs als Partner auf, die Firma hieß fortan M. Goldman & Sachs; fast fünfzig Jahre lang stammten alle Partner aus der Großfamilie. 1906 begleitete das Haus den Börsengang von Sears, 1956 den von Ford. 1970 eröffnete das erste Auslandsbüro in London, 1990 folgte Frankfurt.

In der Finanzkrise 2008 wandelte sich Goldman Sachs in eine Bankholding um; Berkshire Hathaway stieg mit 5 Mrd. US-Dollar in Vorzugsaktien ein, der Staat half mit 10 Mrd. US-Dollar aus dem TARP-Programm, die 2009 zurückgezahlt wurden. 2020 folgte ein Vergleich über rund 2,9 Mrd. US-Dollar im Skandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB.

Geschäftsmodell und Kennzahlen 2025

Goldman Sachs berichtet in zwei großen Segmenten. Global Banking & Markets – Beratung bei Fusionen und Übernahmen, Emissionen sowie Handel mit Aktien, Anleihen, Währungen und Rohstoffen – steuerte 2025 Nettoerträge von 41,45 Mrd. US-Dollar bei (plus 18 Prozent), Asset & Wealth Management 16,68 Mrd. US-Dollar (plus 2 Prozent). Das Restsegment Platform Solutions trug wegen Abschreibungen auf das Apple-Card-Portfolio nur noch 151 Mio. US-Dollar bei.

Insgesamt stiegen die Nettoerträge 2025 um 9 Prozent auf 58,28 Mrd. US-Dollar, der Nettogewinn erreichte 17,18 Mrd. US-Dollar, die Eigenkapitalrendite lag bei 15,0 Prozent. Das betreute Vermögen wuchs auf 3,606 Bio. US-Dollar, die Bilanzsumme auf rund 1,81 Bio. US-Dollar. Allein über Aktienrückkäufe flossen 12,36 Mrd. US-Dollar an die Aktionäre zurück.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Strategisch setzt die Bank unter David Solomon statt auf Privatkunden auf Vermögensverwaltung und alternative Anlagen. Im September 2025 vereinbarte sie eine Partnerschaft mit T. Rowe Price samt Aktienkauf im Wert von 1 Mrd. US-Dollar, im Oktober 2025 übernahm sie den Venture-Spezialisten Industry Ventures, im Dezember 2025 kündigte sie den Kauf des ETF-Anbieters Innovator Capital Management für rund 2 Mrd. US-Dollar an.

Am 7. Januar 2026 gab Apple bekannt, dass JPMorgan Chase die seit 2019 von Goldman Sachs herausgegebene Apple Card übernimmt; die Umstellung soll bis zu 24 Monate dauern und betrifft Kartenforderungen von mehr als 20 Mrd. US-Dollar. Goldman Sachs verbuchte dafür Abschreibungen von 2,26 Mrd. US-Dollar.

Operativ bleibt 2026 ein starkes Jahr: Im dritten Quartal stiegen die Nettoerträge um 23 Prozent auf 18,68 Mrd. US-Dollar, der Nettogewinn um 29 Prozent auf 5,29 Mrd. US-Dollar; das betreute Vermögen erreichte mit 4,10 Bio. US-Dollar einen Rekord. Für Gesprächsstoff sorgte ein Bericht des „Wall Street Journal“, wonach der Verwaltungsrat einen Rückzug Solomons für 2027 oder 2028 erörtert habe und John Waldron als Nachfolger bereitstehe. Solomon erklärte am 13. Oktober 2026, es gebe weder eine Nachfolgeregelung noch einen Zeitplan.

In Deutschland ist Goldman Sachs seit 1990 in Frankfurt vertreten; rechtlicher Anker für das EU-Geschäft ist die dort ansässige Goldman Sachs Bank Europe SE mit mehr als 400 Beschäftigten hierzulande.

FAQ

Wem gehört Goldman Sachs heute? Goldman Sachs gehört seinen Aktionären. Die größten Anteilseigner sind laut Hauptversammlungsunterlagen 2026 Vanguard mit 9,68 Prozent, BlackRock mit 7,80 Prozent und State Street mit 6,65 Prozent; der Rest liegt im breiten Streubesitz.

Gibt es noch eine Gründerfamilie als Eigentümer? Nein. Die Familien Goldman und Sachs spielen als Eigentümer seit Jahrzehnten keine Rolle mehr; bis 1999 war die Bank eine Partnerschaft, seitdem ist sie börsennotiert.

Wer führt Goldman Sachs? Vorstandschef und Verwaltungsratsvorsitzender ist seit 2018 David Solomon, Nachfolger von Lloyd Blankfein; Präsident und operativer Chef ist John Waldron.

Wie viel verdient Goldman Sachs? 2025 lagen die Nettoerträge bei 58,28 Mrd. US-Dollar und der Nettogewinn bei 17,18 Mrd. US-Dollar – das zweitbeste Ergebnis der Firmengeschichte.

Ist Goldman Sachs noch im Privatkundengeschäft aktiv? Nur noch in Resten. Die Bank baut ihr Privatkundengeschäft seit 2023 ab, und die Apple Card wechselt seit Januar 2026 zu JPMorgan Chase.

Fazit

Goldman Sachs ist das Musterbeispiel einer Publikumsgesellschaft: Kein Einzelner und keine Familie kontrolliert die Bank, die drei großen Indexfondsanbieter Vanguard, BlackRock und State Street halten zusammen rund ein Viertel der Aktien, das Management nur gut ein halbes Prozent. Die Macht liegt damit faktisch beim Verwaltungsrat und dem Führungsteam um David Solomon.

Nach einem herausragenden Jahr 2025 und einem starken dritten Quartal 2026 steht die Bank wirtschaftlich so gut da wie selten. Offen bleibt, wann der Stab von Solomon an die nächste Generation übergeht – an der Eigentümerstruktur ändert das nichts: Goldman Sachs bleibt eine Bank, die allen und niemandem gehört.