„Fortnite“ gehört dem US-Entwickler Epic Games mit Sitz in Cary (North Carolina). Epic Games ist nicht börsennotiert und wird von Gründer Tim Sweeney kontrolliert, der rund 41,4 Prozent der Anteile hält. Größter externer Gesellschafter ist der chinesische Konzern Tencent, dazu kommen Disney, Sony und die Lego-Holding Kirkbi. Im März 2026 strich das Unternehmen mehr als 1.000 Stellen, weil die Nutzung von „Fortnite“ zurückgegangen ist.
Key Takeaways
- Eigentümer von „Fortnite“ ist Epic Games, 1991 von Tim Sweeney gegründet.
- Tim Sweeney ist kontrollierender Gesellschafter mit rund 41,4 Prozent; Epic Games ist nicht börsennotiert.
- Tencent stieg 2012 mit 330 Mio. US-Dollar ein (damals rund 40 Prozent); heute wird der Anteil mit rund 28 Prozent angegeben.
- Disney investierte 2024 1,5 Mrd. US-Dollar und erhält rund 9 Prozent.
- Sony und Kirkbi investierten im April 2022 je 1 Mrd. US-Dollar; die Bewertung lag danach bei 31,5 Mrd. US-Dollar.
- „Fortnite“ erschien 2017; im Mai 2020 gab es 350 Mio. registrierte Spieler, im November 2023 den Rekord von 44,7 Mio. gleichzeitigen Spielern.
- Nach jahrelangem Rechtsstreit mit Apple kehrte „Fortnite“ am 20. Mai 2025 in den US-App-Store zurück.
| Name | Epic Games, Inc. (Entwickler und Publisher von „Fortnite“) |
|---|---|
| Gegründet | 1991 als Potomac Computer Systems in Potomac (Maryland), ab 1992 Epic MegaGames, seit 1999 Epic Games |
| Sitz | Cary, North Carolina, USA |
| Branche | Videospiele, Spiel-Engines, digitaler Vertrieb |
| Eigentümer | Tim Sweeney (ca. 41,4 %, kontrollierender Gesellschafter), Tencent (ca. 28 %), Disney (ca. 9 %), Sony (ca. 5,4 %), Kirkbi (ca. 3,2 %), weitere Investoren und Mitarbeiter |
| Umsatz/Mitarbeiter | Umsatz rund 6 Mrd. US-Dollar (2022); mehr als 4.000 Mitarbeiter nach dem Stellenabbau im März 2026 |
Eigentümerstruktur im Detail

„Fortnite“ gehört Epic Games, das Unternehmen hält sämtliche Rechte am Spiel. Wer Epic Games gehört, ist komplizierter, denn seit 2012 haben mehrere Konzerne und Finanzinvestoren Anteile erworben. Als private Gesellschaft veröffentlicht Epic keine Gesellschafterliste; die folgenden Prozentwerte stammen aus Presseberichten und der englischen Wikipedia und sind Näherungswerte.
Tim Sweeney ist Gründer, Geschäftsführer und kontrollierender Gesellschafter mit rund 41,4 Prozent. Bei der Finanzierungsrunde im April 2022 betonte Epic Games, dass es nur eine einzige Aktienklasse gibt und Sweeney das Unternehmen kontrolliert. Zahlen zu seinem Vermögen nennt uamr.de nicht; Bloomberg führt ihn in seiner Milliardärsliste.
Tencent kaufte im Juni 2012 für 330 Mio. US-Dollar rund 48,4 Prozent des damals ausgegebenen Aktienkapitals, einschließlich Optionen etwa 40 Prozent; Epic Games wurde dabei mit rund 825 Mio. US-Dollar bewertet. Durch spätere Kapitalrunden wurde der Anteil verwässert; die englische Wikipedia gibt ihn heute mit rund 28 Prozent an, in vielen Medien kursiert weiterhin die ältere Angabe von etwa 40 Prozent.
Sony stieg im Juli 2020 mit 250 Mio. US-Dollar ein, legte 2021 200 Mio. US-Dollar nach und investierte im April 2022 eine weitere Milliarde. Gleichzeitig beteiligte sich Kirkbi, die Holding hinter der Lego-Gruppe, mit 1 Mrd. US-Dollar; die Bewertung lag danach laut Epic bei 31,5 Mrd. US-Dollar. Sony wird heute mit rund 5,4 Prozent, Kirkbi mit rund 3,2 Prozent geführt.
Am 7. Februar 2024 kündigte Disney eine Investition von 1,5 Mrd. US-Dollar an, mit der der Konzern rund 9 Prozent erhält. Beide wollen ein mit „Fortnite“ verbundenes Unterhaltungsuniversum rund um Disney, Pixar, Marvel, „Star Wars“ und „Avatar“ aufbauen. Daneben halten Finanzinvestoren wie KKR, Lightspeed Venture Partners und Baillie Gifford Anteile, deren Höhe nicht öffentlich bekannt ist.
Geschichte und Herkunft
Tim Sweeney gründete das Unternehmen 1991 in Potomac (Maryland) als Potomac Computer Systems; das erste Spiel war „ZZT“. 1992 folgte die Umbenennung in Epic MegaGames, 1998 erschien der Ego-Shooter „Unreal“, dessen Technik zur „Unreal Engine“ wurde. 1999 zog die Firma nach North Carolina und heißt seitdem Epic Games.
„Fortnite“ startete am 25. Juli 2017 als kooperativer Survival-Shooter. Der kostenlose Battle-Royale-Modus folgte am 26. September 2017 und machte das Spiel zum Massenphänomen: Im Juni 2018 wurden über 100 Millionen, im Mai 2020 350 Millionen registrierte Spieler gemeldet. Es folgten der Kreativmodus (2018), virtuelle Konzerte sowie im Dezember 2023 die Modi „Lego Fortnite“, „Rocket Racing“ und „Fortnite Festival“.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
„Fortnite“ ist kostenlos spielbar; Geld verdient Epic Games mit der Spielwährung V-Bucks für kosmetische Gegenstände und den Battle Pass. Laut Angaben aus dem Apple-Verfahren erlöste das Spiel 2020 rund 5,1 Mrd. US-Dollar, 1,4 Mrd. US-Dollar mehr als 2019. Für das Gesamtunternehmen nennt die englische Wikipedia rund 6 Mrd. US-Dollar Umsatz im Jahr 2022.
Zwei weitere Säulen sind die an andere Studios lizenzierte „Unreal Engine“ und der im Dezember 2018 eröffnete Epic Games Store. Seit 2023 beteiligt Epic außerdem Kreative, die eigene „Fortnite“-Inseln bauen, mit 40 Prozent der Item-Shop-Einnahmen. Die Bewertung stieg mit jeder Finanzierungsrunde: rund 15 Mrd. US-Dollar im Oktober 2018, 17,3 Mrd. US-Dollar im August 2020, 28,7 Mrd. US-Dollar im April 2021 und 31,5 Mrd. US-Dollar im April 2022.
Rechtsstreit mit Apple und Google
Im August 2020 baute Epic Games eine eigene Bezahlfunktion in die mobile Version von „Fortnite“ ein, um die 30-Prozent-Provision von Apple und Google zu umgehen. Beide warfen das Spiel aus ihren Stores, Epic klagte. Im September 2021 gab Richterin Yvonne Gonzalez Rogers Apple in neun von zehn Punkten recht, untersagte dem Konzern aber, Hinweise auf günstigere Bezahlwege außerhalb des App Stores zu verbieten.
Im April 2025 stellte dieselbe Richterin fest, dass Apple diese Anordnung nicht ausreichend umgesetzt hatte. Am 20. Mai 2025 kehrte „Fortnite“ nach mehr als vier Jahren in den US-App-Store zurück; in der EU ist es dank Digital Markets Act seit August 2024 wieder auf iPhones verfügbar. Gegen Google gewann Epic im Dezember 2023 vor einer Geschworenenjury in allen Punkten.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Im März 2026 kündigte Epic Games den Abbau von mehr als 1.000 Stellen an, rund 20 Prozent der Belegschaft; etwa 4.000 Mitarbeiter bleiben. Tim Sweeney begründete den Schritt damit, dass Epic deutlich mehr ausgebe, als es einnehme. Die durchschnittliche monatliche Spielzeit auf der PlayStation fiel von 21 Stunden im Februar 2025 auf 16 Stunden im Februar 2026. Zusätzlich will Epic mehr als 500 Mio. US-Dollar einsparen; bereits im September 2023 waren rund 830 Stellen weggefallen.
Politisch steht die Tencent-Beteiligung unter Beobachtung: Laut „Financial Times“ prüfte die US-Regierung im März 2026, ob Tencents Beteiligungen an Studios wie Epic Games und Riot Games ein Sicherheitsrisiko darstellen; eine Entscheidung ist nicht bekannt.
FAQ
Wem gehört Fortnite?
„Fortnite“ gehört Epic Games aus Cary, North Carolina, das das Spiel entwickelt hat und alle Rechte hält.
Wer kontrolliert Epic Games?
Gründer Tim Sweeney ist mit rund 41,4 Prozent kontrollierender Gesellschafter. Epic Games hat nur eine Aktienklasse und ist nicht börsennotiert.
Wie viel von Epic Games gehört Tencent?
Tencent erwarb 2012 für 330 Mio. US-Dollar rund 40 Prozent. Durch spätere Finanzierungsrunden ist der Anteil gesunken; die englische Wikipedia nennt heute rund 28 Prozent.
Ist Disney an Fortnite beteiligt?
Disney investierte 2024 1,5 Mrd. US-Dollar in Epic Games und hält damit rund 9 Prozent.
Kann man Aktien von Epic Games kaufen?
Nein, Epic Games ist nicht börsennotiert. Indirekt ist man über Aktien von Tencent, Sony oder Disney beteiligt.
Wie viel ist Epic Games wert?
Bei der letzten bekannten Finanzierungsrunde im April 2022 wurde Epic Games mit 31,5 Mrd. US-Dollar bewertet.
Fazit
„Fortnite“ gehört Epic Games, und Epic Games gehört in erster Linie Gründer Tim Sweeney, der trotz milliardenschwerer Einstiege von Tencent, Disney, Sony und Kirkbi die Kontrolle behalten hat. Der Stellenabbau 2026 zeigt jedoch, wie stark Epic von der Nachfrage nach „Fortnite“ abhängt, während die Debatte um die Tencent-Beteiligung für zusätzliche Unsicherheit sorgt.
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