Das Haus Salm-Salm zählt zu den ältesten Hochadelsfamilien Deutschlands und ist bis heute wirtschaftlich aktiv: Die fürstliche Hauptlinie bewirtschaftet von der Wasserburg Anholt aus knapp 4.000 Hektar Wald, die Nebenlinie auf Schloss Wallhausen führt mit dem Weingut Prinz Salm das nach eigenen Angaben älteste Familienweingut Deutschlands. Seit dem Tod von Carl Philipp Fürst zu Salm-Salm im August 2024 steht sein Sohn Emanuel (64) an der Spitze des Hauses, in Wallhausen baut Felix Prinz zu Salm-Salm in der 32. Generation Wein aus.
Key Takeaways
- Salm-Salm ist eine Linie der Fürsten zu Salm: Reichsfürstenstand 1739, Fürstentum Salm-Salm 1751, mediatisiert 1811.
- Die Wasserburg Anholt gehört der Familie seit 1647 und ist seit 1966 Museum.
- Carl Philipp Fürst zu Salm-Salm (1933–2024) führte das Haus ab 1988; seit 2024 ist Emanuel Prinz zu Salm-Salm Chef des Hauses.
- Der Fürstlich Salm-Salm’sche Forstbetrieb in Rhede bewirtschaftet knapp 4.000 Hektar Wald.
- Das Weingut Prinz Salm führt seine Tradition auf das Jahr 1200 zurück; 1940 kam es per Erbgang von den Dalberg an die Salm-Salm.
- Michael Prinz zu Salm-Salm (73) war 1990 bis 2007 VDP-Präsident; Sohn Felix führt heute rund 18 Hektar Bio-Reben.
- Offizielle Vermögenszahlen existieren nicht; uamr.de nennt keine Beträge.
| Name | Haus Salm-Salm (Fürsten und Prinzen zu Salm-Salm) |
|---|---|
| Ursprung/Gründung | Linie der Grafen zu Salm (Vogesen); Reichsfürstenstand 1739, Fürstentum 1751, mediatisiert 1811 |
| Stammsitze | Wasserburg Anholt und Schloss Rhede (Kreis Borken); Schloss Wallhausen bei Bad Kreuznach; Haus Loburg |
| Oberhaupt/Vertreter | Emanuel Prinz zu Salm-Salm (seit 2024); Michael und Felix Prinz zu Salm-Salm (Wallhausen) |
| Unternehmen | Fürstlich Salm-Salm’sche Verwaltung (Forst, Museum, Parkhotel); Weingut Prinz Salm; Salm-Salm & Partner GmbH |
| Vermögensbasis | Forst- und Grundbesitz, Weinbau, Kunstsammlung, Museum und Hotel, Vermögensverwaltung (qualitativ, keine Beträge) |
Geschichte und Herkunft
Die Wurzeln des Hauses liegen in den Vogesen um die Burg Salm. Laut Wikipedia fiel 1475 die Hälfte des Erbes an die Wild- und Rheingrafen, die sich fortan Grafen zu Salm nannten; 1751 entstand das Fürstentum Salm-Salm mit Residenz in Senones.
1791 annektierte das revolutionäre Frankreich das Fürstentum. Die Familie zog auf die Burg Anholt im Westmünsterland, die bereits 1647 durch Heirat an Leopold Philipp Karl zu Salm gekommen war. 1802 erhielten sie als Entschädigung das Fürstentum Salm um Bocholt, das Napoleon 1811 auflöste. Das Gebiet fiel an Preußen, die Familie blieb als mediatisiertes Haus Großgrundbesitzer, seit 1860 auch auf Schloss Rhede. Die Titel haben seit 1919 keine rechtliche Geltung mehr.
Weingut Prinz Salm und Schloss Wallhausen

Die bekannteste Marke der Familie ist das Weingut Prinz Salm in Wallhausen an der Nahe. Seine Geschichte ist eigentlich die der Freiherren von Dalberg: Ein Güterverzeichnis von 1200 belegt laut Wikipedia deren Weinbergsbesitz. 1911 heiratete die letzte Dalberg-Erbin Prinz Franz zu Salm-Salm, 1940 gingen Schloss und Weingut an die Salm-Salm über. Das Weingut wirbt deshalb mit „über 800 Jahren“ und 32 Generationen Familienbesitz.
Die moderne Geschichte prägte Michael Prinz zu Salm-Salm, geboren am 16. Januar 1953. Er übernahm laut „Tagesspiegel“ von seinem Vater Franz-Karl zwei Hektar Reben und rund 90 Hektar Wald. Er stellte das Weingut 1988 als Pionier an der Nahe auf ökologischen Weinbau um (Naturland-zertifiziert) und übernahm 2006 das Binger Weingut Villa Sachsen komplett. Von 1990 bis 2007 war er Präsident des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter (VDP). Parallel gründete er 1990 die Salm-Salm & Partner GmbH, eine Vermögensverwaltung mit Schwerpunkt Wandelanleihen sowie Land- und Forstinvestments, und ist Mitgründer der Salm-Boscor Erste Waldgesellschaft.
Die Nachfolge ist geregelt: Sohn Felix Prinz zu Salm-Salm entschied sich 2001 für den Winzerberuf. Seit 2007 verantwortet er Weinberge und Keller, 2015 übergab ihm der Vater den Betrieb, den er mit seiner Frau Victoria führt. Die Rebfläche beträgt nach eigenen Angaben rund 18 Hektar an Nahe und in Rheinhessen – 73 Prozent Riesling, dazu Burgundersorten, Scheurebe und Merlot. Zu den VDP.Großen Lagen zählen Felseneck und Johannisberg in Wallhausen; die Großen Gewächse kommen erst nach zehn Jahren Reife auf den Markt.
Fürstliche Linie Anholt
Zentrum der Hauptlinie bleibt die 1169 erstmals erwähnte Wasserburg Anholt bei Isselburg. 1945 wurde sie zu etwa 70 Prozent zerstört und anschließend wieder aufgebaut. Seit 1966 ist die Hauptburg Museum und zeigt die größte private Gemäldesammlung Nordrhein-Westfalens, darunter Rembrandts „Das Bad der Diana mit Aktäon und Kallisto“ und Werke Lucas Cranachs des Älteren. In den Nebengebäuden betreibt die Familie das Parkhotel Wasserburg Anholt mit Restaurant und Golfclub.
Carl Philipp Fürst zu Salm-Salm (1933–2024) übernahm 1969 die Fürstlich Salm-Salm’sche Verwaltung in Rhede und wurde 1988 Chef des Hauses (uamr.de widmet ihm ein eigenes Porträt). Sein ältester Sohn Emanuel, promovierter Jurist, führt die Vermögensverwaltung der Familie seit 2001 und gilt seit dem Tod des Vaters nach historischem Adelsrecht als 10. Fürst zu Salm-Salm. Wirtschaftlicher Kern ist der Forstbetrieb: Laut einer Broschüre der ANW Nordrhein-Westfalen von 2022 bewirtschaftet er knapp 4.000 Hektar Wald, darunter das größte zusammenhängende Waldstück im Kreis Borken, mit der Natura Waldservice GmbH als Dienstleistungsarm.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Im Münsterland läuft der Generationswechsel. Wie das „Bocholter-Borkener Volksblatt“ im Februar 2026 berichtete, kündigte Emanuel Fürst zu Salm nach 15 Jahren seinen Rückzug als Hochmeister des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften an – wegen der vielen neuen Aufgaben nach dem Tod seines Vaters.
In Wallhausen brachte das Weingut im Dezember 2025 mit „Verjus Sparkling“ eine alkoholfreie Perlage auf den Markt, ergänzend zum eigenen Sekt vom Felseneck. Am 14. September 2026 luden Felix und Victoria zu Salm-Salm zum zweiten Mal zum „Open Cellar“ in den Schlosshof, mit Release der Großen Gewächse 2016 und Masterclasses mit Partnerhäusern wie Louis Roederer, wie „food-monitor“ berichtete.
Salm-Salm Vermögen: Vermögensbasis und Einnahmequellen
Über das Vermögen des Hauses Salm-Salm existieren keine offiziellen Zahlen. Weder Verwaltung noch Weingut veröffentlichen Bilanzen, seriöse Reichenlisten führen die Familie nicht. uamr.de nennt deshalb keine Beträge, sondern beschreibt die Vermögensbasis qualitativ.
Die Hauptlinie stützt sich auf vier Säulen: Forstbetrieb (Holzerlöse, Jagd, Dienstleistungen), Land- und Immobilienbesitz im Westmünsterland, Museum und Park der Wasserburg sowie das Parkhotel. Die Gemäldesammlung ist ein bedeutender, aber unverkäuflicher Vermögenswert. Die Wallhäuser Linie lebt vom Weingut mit rund 18 Hektar Rebfläche, von eigenem Wald sowie von der Vermögensverwaltung Salm-Salm & Partner und Beteiligungen wie der Salm-Boscor Waldgesellschaft. Liquidität entsteht aus laufenden Erträgen, nicht aus Verkäufen.
FAQ
Wer ist das Oberhaupt des Hauses Salm-Salm?
Seit dem Tod von Carl Philipp Fürst zu Salm-Salm am 6. August 2024 ist sein ältester Sohn Emanuel Prinz zu Salm-Salm (geboren 1961) Chef des Hauses.
Wer führt das Weingut heute?
Felix Prinz zu Salm-Salm, Sohn von Michael zu Salm-Salm, gemeinsam mit seiner Frau Victoria. 2015 übergab ihm der Vater den Betrieb.
Wie groß ist der Forstbesitz der Familie?
Der Fürstlich Salm-Salm’sche Forstbetrieb bewirtschaftet knapp 4.000 Hektar Wald. Für die Wallhäuser Linie ist nur eine ältere Angabe von rund 90 Hektar bekannt.
Kann man die Wasserburg Anholt besichtigen?
Ja, die Hauptburg ist seit 1966 Museum, der Park ist kostenpflichtig zugänglich, dazu kommt das Parkhotel.
Wie reich ist die Familie Salm-Salm?
Offizielle Zahlen gibt es nicht, und uamr.de nennt keine Beträge. Die Vermögensbasis besteht aus Wald, Grundbesitz, Kunstsammlung, Weingut, Hotel- und Museumsbetrieb sowie einer Vermögensverwaltung.
Fazit
Das Haus Salm-Salm hat seine Substanz zwei Jahrhunderte nach dem Verlust der Landesherrschaft erhalten: durch Wald, Boden und Kontinuität. In Anholt steht mit Emanuel Fürst zu Salm-Salm seit 2024 die nächste Generation an der Spitze, in Wallhausen führt Felix Prinz zu Salm-Salm ein Bio-Weingut mit 800-jähriger Lagengeschichte. Zahlen zum Privatvermögen bleiben Spekulation – die wirtschaftliche Basis ist dagegen gut dokumentiert und Stand 2026 solide.
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