Wem gehört eprimo? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört Eprimo?

Eprimo zählt zu den bekanntesten Energiediscountern Deutschlands und versorgt nach eigenen Angaben über 1,7 Millionen Haushalte mit Ökostrom und Gas. Hinter der Marke aus Neu-Isenburg steht seit 2019 der Essener Energiekonzern E.ON: Die eprimo GmbH gehört zu 100 Prozent der E.ON Energie Deutschland GmbH, die ihrerseits eine vollständige Tochter der börsennotierten E.ON SE ist. Zuvor war eprimo mehr als zwölf Jahre lang Teil des RWE-Konzerns und zuletzt von dessen Tochter innogy.

Key Takeaways

  • Die eprimo GmbH ist eine 100-prozentige Tochter der E.ON Energie Deutschland GmbH (München), die vollständig der E.ON SE in Essen gehört.
  • Seit dem 30. November 2020 besteht ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen eprimo und E.ON Energie Deutschland.
  • Eprimo startete am 1. Juli 2005 als Vertriebsgesellschaft der Überlandwerk Groß-Gerau GmbH und wurde zum 1. Januar 2007 Tochter der RWE Vertrieb AG.
  • Mit dem Vollzug der innogy-Übernahme durch E.ON am 18. September 2019 wechselte eprimo vom RWE- in den E.ON-Konzern.
  • Laut Jahresabschluss 2023 erzielte eprimo rund 1,96 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigte 184 Mitarbeiter.
  • Die Kundenzahl wuchs von 140.000 im Jahr 2006 auf mehr als 1,7 Millionen Haushalte im Jahr 2025.
  • Größter Einzelaktionär der E.ON SE ist mit rund 15 Prozent der frühere eprimo-Eigentümer RWE.
Nameeprimo GmbH
GegründetOperativ seit 1. Juli 2005 (Rechtsträger 2000 als RWE Powerline GmbH eingetragen)
SitzNeu-Isenburg, Hessen (Amtsgericht Offenbach am Main, HRB 43027)
Eigentümer100 % E.ON Energie Deutschland GmbH (München), diese zu 100 % E.ON SE (Essen)
BrancheEnergievertrieb (Ökostrom und Gas, Energiediscounter)
Umsatz / Mitarbeiterca. 1,96 Milliarden Euro Umsatz, 184 Mitarbeiter (Geschäftsjahr 2023)
Kundenüber 1,7 Millionen Haushalte (Stand 2025)
Geschäftsführunglaut Handelsregister 2026: Dirk Müller, Thomas Raßhofer

Geschichte und Herkunft

Am 1. Juli 2005 nahm eprimo laut Wikipedia als Vertriebsgesellschaft der Überlandwerk Groß-Gerau GmbH den Betrieb auf. Der Rechtsträger ist älter: Laut Handelsregisterdaten wurde die Gesellschaft bereits 2000 als RWE Powerline GmbH eingetragen und später umbenannt. Schon 2006 zählte eprimo rund 140.000 Kunden bei etwa 100 Millionen Euro Umsatz.

Der erste Eigentümerwechsel folgte schnell: Am 22. Dezember 2006 unterzeichneten die RWE Energy AG und die Stadtwerke Mainz AG eine Übernahmevereinbarung, zum 1. Januar 2007 wurde eprimo eine 100-prozentige Tochter der RWE Vertrieb AG. Im Herbst 2007 kam Erdgas ins Angebot. Im Sommer 2015 hatte eprimo mehr als 1,2 Millionen Kunden. Das Wachstum war teuer erkauft – laut Wikipedia summierten sich die Verluste zwischen 2007 und 2014 auf rund 140 Millionen Euro. 2016 gliederte RWE sein Vertriebs- und Netzgeschäft in die börsennotierte innogy SE aus, womit eprimo zur innogy-Beteiligung wurde.

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört eprimo? Eigentümerkette von der eprimo GmbH über E.ON Energie Deutschland bis zur E.ON SE mit Meilensteinen und Kennzahlen 2026
Wem gehört eprimo? Eigentümer und Struktur 2026 2

Im März 2018 kündigten E.ON und RWE einen Tausch von Geschäftsfeldern an: E.ON übernahm das Netz- und Vertriebsgeschäft von innogy, RWE erhielt die Erneuerbaren-Sparten beider Konzerne sowie eine Beteiligung an E.ON. Nach Freigabe durch die EU-Kommission vollzog E.ON am 18. September 2019 den Erwerb der innogy-Anteile. Seit diesem Tag ist eprimo Teil des E.ON-Konzerns.

Die heutige Eigentümerkette ist dreistufig. Alleinige Gesellschafterin der eprimo GmbH ist laut Handelsregister die E.ON Energie Deutschland GmbH in München, die das deutsche Vertriebsgeschäft von E.ON bündelt und seit 2021 von Filip Thon geführt wird. Seit dem 30. November 2020 bestehen ein Beherrschungs- und ein Gewinnabführungsvertrag – die Gewinne aus Neu-Isenburg fließen vollständig nach München. Die E.ON Energie Deutschland GmbH ist wiederum eine 100-prozentige Tochter der E.ON SE in Essen. Unter demselben Dach sitzt die Schwestermarke E WIE EINFACH aus Köln; E.ON entschied 2020 laut energate messenger, beide Discounter nicht zu fusionieren.

An der Spitze steht ein DAX-Konzern ohne beherrschenden Eigentümer. Die E.ON SE befindet sich laut finanzen.net zu rund 84 Prozent im Streubesitz. Größter Einzelaktionär ist mit rund 15 Prozent die RWE AG – ein Relikt des innogy-Deals, bei dem RWE teilweise in E.ON-Aktien bezahlt wurde; RWE-Chef Markus Krebber nannte die Beteiligung 2021 gegenüber der ZfK kein langfristiges strategisches Engagement. Es folgen Fondsgesellschaften wie DWS, der norwegische Staatsfonds, Vanguard und BlackRock mit jeweils zwei bis drei Prozent.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Eprimo positioniert sich als „Deutschlands größter grüner Energiediscounter“. Seit 2020 bietet das Unternehmen ausschließlich Ökostrom und klimaneutrales Gas an, seit 2022 ist es nach eigenen Angaben vom TÜV als klimaneutrales Unternehmen zertifiziert. Im August 2025 belegte eprimo laut Deutschland Test, ServiceValue und FOCUS-MONEY zum sechsten Mal in Folge Platz eins in der Studie „Deutschlands Beste – Nachhaltigkeit“. Die damalige Geschäftsführerin Katja Steger, 2021 von E WIE EINFACH an die eprimo-Spitze gewechselt, verwies dabei auf über 1,7 Millionen versorgte Haushalte.

An der Unternehmensspitze gab es zuletzt Veränderungen. Laut Handelsregisterdaten (Northdata) sind Stand 2026 Dirk Müller, seit November 2022 Chief Commercial Officer, sowie Thomas Raßhofer als Geschäftsführer eingetragen; Raßhofer ist seit dem 1. April 2026 im Amt. Katja Steger und der frühere Finanzgeschäftsführer Alexander Frohne werden im Register nicht mehr geführt.

Der Mutterkonzern meldete für das Geschäftsjahr 2025 ein bereinigtes EBITDA von 9,8 Milliarden Euro und einen bereinigten Konzernüberschuss von 3,0 Milliarden Euro, wie aktiencheck.de im Februar 2026 berichtete. Bis 2030 will E.ON rund 48 Milliarden Euro investieren, vor allem in Stromnetze.

Geschäftsmodell und Kennzahlen

Eprimo besitzt weder Kraftwerke noch Netze. Das Unternehmen kauft Energie ein und vertreibt sie bundesweit an Privat- und Gewerbekunden. In einigen Gemeinden des Kreises Groß-Gerau ist eprimo zudem Grundversorger für Strom, ein Erbe aus der Zeit beim Überlandwerk.

Die Umsätze sind in der Energiekrise stark gestiegen. Für 2022 weist das Ranking „Die Deutsche Wirtschaft“ rund 1,39 Milliarden Euro Umsatz und 178 Mitarbeiter aus. Laut dem Jahresabschluss 2023, den der Datendienst Implisense auswertet, erreichten die Umsatzerlöse rund 1,96 Milliarden Euro bei 184 Beschäftigten. Das Stammkapital beträgt 500.000 Euro; der Gewinn wird an E.ON Energie Deutschland abgeführt.

Kritik und Kontroversen

Als Preiskämpfer stand eprimo wiederholt in der Kritik. 2012 bewertete die Stiftung Warentest das ökologische Engagement des Anbieters als „schwach engagiert“. 2016 wurden dem Unternehmen unlautere Geschäftspraktiken gegenüber Heidelberger Kunden vorgeworfen, die im November 2016 laut Wikipedia gerichtlich untersagt wurden. Im Februar 2023 geriet eprimo wegen überhöhter Gasabschläge im Zusammenhang mit der Gaspreisbremse in die Schlagzeilen.

FAQ

Wem gehört eprimo? Die eprimo GmbH gehört zu 100 Prozent der E.ON Energie Deutschland GmbH in München, einer vollständigen Tochter der börsennotierten E.ON SE in Essen.

Gehört eprimo noch zu RWE? Nein. Eprimo war von 2007 bis 2019 Teil des RWE-Konzerns beziehungsweise von innogy. Seit September 2019 gehört die Marke zu E.ON; RWE ist aber mit rund 15 Prozent größter Einzelaktionär von E.ON.

Wann wurde eprimo gegründet? Eprimo nahm am 1. Juli 2005 als Vertriebsgesellschaft der Überlandwerk Groß-Gerau GmbH den Betrieb auf. Der Rechtsträger wurde bereits 2000 als RWE Powerline GmbH eingetragen.

Wie viele Kunden hat eprimo? Nach Unternehmensangaben versorgt eprimo über 1,7 Millionen Haushalte mit Ökostrom und Gas (Stand 2025).

Wie viel Umsatz macht eprimo? Laut Jahresabschluss 2023 lagen die Umsatzerlöse bei rund 1,96 Milliarden Euro; das Unternehmen beschäftigte 184 Mitarbeiter.

Wer führt eprimo? Laut Handelsregister sind 2026 Dirk Müller und Thomas Raßhofer als Geschäftsführer eingetragen. Katja Steger leitete das Unternehmen von 2021 bis mindestens Sommer 2025 als CEO.

Fazit

Die Antwort auf die Frage „Wem gehört eprimo?“ lautet eindeutig: E.ON. Über die E.ON Energie Deutschland GmbH kontrolliert der Essener Konzern den Energiediscounter aus Neu-Isenburg vollständig, inklusive Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. Die RWE-Herkunft wirkt nur indirekt nach – über die 15-Prozent-Beteiligung von RWE an E.ON. Mit rund 1,96 Milliarden Euro Umsatz und mehr als 1,7 Millionen Kunden ist eprimo eine der wichtigsten Vertriebsmarken im deutschen Endkundengeschäft von E.ON – unabhängig davon, wer die 2026 neu formierte Geschäftsführung anführt.