
Eli Lilly and Company aus Indianapolis gehört keinem einzelnen Eigentümer: Der Pharmakonzern ist seit 1952 an der New Yorker Börse notiert. Größter Einzelaktionär ist mit 9,8 Prozent die 1937 von der Gründerfamilie gegründete Stiftung Lilly Endowment, gefolgt von Vanguard mit 8,6 Prozent und BlackRock mit 6,8 Prozent. Dank der Abnehm- und Diabetesmittel „Mounjaro“ und „Zepbound“ stieg der Umsatz im Geschäftsjahr 2025 um 45 Prozent auf 65,2 Mrd. US-Dollar; im November 2025 wurde Lilly als erstes Gesundheitsunternehmen der Welt mit mehr als einer Billion US-Dollar bewertet. Stand September 2026 liegt die Marktkapitalisierung bei rund 1,09 Billionen US-Dollar.
Key Takeaways
- Eli Lilly wurde 1876 in Indianapolis gegründet und ist seit 1952 an der New York Stock Exchange (Kürzel LLY) gelistet.
- Laut Proxy Statement 2026 hält die Lilly Endowment 9,8 Prozent, Vanguard 8,6 Prozent, BlackRock 6,8 Prozent und die PNC Financial Services Group 5,4 Prozent.
- Verwaltungsrat und Management besitzen zusammen weniger als 1 Prozent der 944,8 Millionen ausstehenden Aktien (Stichtag 25. Februar 2026).
- Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Lilly 65,2 Mrd. US-Dollar Umsatz und 20,6 Mrd. US-Dollar Nettogewinn; „Mounjaro“ brachte 23,0 Mrd. und „Zepbound“ 13,5 Mrd. US-Dollar ein.
- Ende 2025 beschäftigte der Konzern rund 50.000 Menschen, davon rund 12.000 in Forschung und Entwicklung.
- Am 21. November 2025 überschritt die Marktkapitalisierung erstmals eine Billion US-Dollar; die Lilly Endowment ist seit 2025 die größte Privatstiftung der USA.
- Im April 2026 ließ die FDA die Abnehmpille „Foundayo“ (Orforglipron) zu; für 2026 erwartet der Konzern 85 bis 87 Mrd. US-Dollar Umsatz. CEO ist seit 2017 David A. Ricks.
| Name | Eli Lilly and Company |
| Gegründet | 1876 durch Eli Lilly in Indianapolis |
| Sitz | Indianapolis, Indiana, USA |
| Eigentümer | Börsennotiert (NYSE: LLY); Lilly Endowment 9,8 %, Vanguard 8,6 %, BlackRock 6,8 %, PNC 5,4 %, Rest Streubesitz (Stand Proxy Statement 2026) |
| Umsatz | 65,2 Mrd. US-Dollar (2025), Nettogewinn 20,6 Mrd. US-Dollar |
| Mitarbeiter | rund 50.000 (Ende 2025) |
Geschichte und Herkunft
Der Apotheker Eli Lilly, im Amerikanischen Bürgerkrieg Oberst der Unionsarmee, gründete das Unternehmen 1876 in Indianapolis. Die Firma blieb über Generationen in Familienhand: Sohn Josiah K. Lilly senior und die Enkel Eli junior und Josiah junior führten sie im 20. Jahrhundert und gründeten 1937 mit Aktien des Unternehmens die Lilly Endowment.
1923 brachte Lilly mit „Iletin“ das erste kommerziell verfügbare Insulin in den USA auf den Markt, 1982 folgte das weltweit erste gentechnisch hergestellte Insulin und 1986 das Antidepressivum „Prozac“. 1952 wurden erstmals Aktien an der New Yorker Börse ausgegeben, womit sich die Eigentümerbasis über die Familie hinaus öffnete.
Den entscheidenden Sprung brachte der Wirkstoff Tirzepatid: 2022 als „Mounjaro“ gegen Typ-2-Diabetes und 2023 als „Zepbound“ gegen Adipositas zugelassen, machte er Lilly binnen weniger Jahre zum wertvollsten Pharmaunternehmen der Welt.
Eigentümerstruktur im Detail

Das Proxy Statement zur Hauptversammlung am 4. Mai 2026 nennt vier Aktionäre mit mehr als 5 Prozent: die Lilly Endowment Inc. mit 92.190.516 Aktien (9,8 Prozent), The Vanguard Group mit 80.952.595 Aktien (8,6 Prozent), BlackRock Inc. mit 64.376.027 Aktien (6,8 Prozent) und die Bank PNC Financial Services Group mit 51.153.837 Aktien (5,4 Prozent). Bezugsgröße sind 944.818.881 ausstehende Aktien zum Stichtag 25. Februar 2026.
Die vier Großaktionäre halten zusammen rund 30,6 Prozent, die restlichen rund 69 Prozent verteilen sich auf tausende weitere Fonds, Pensionskassen und Privatanleger. Vanguard und BlackRock sind überwiegend über Indexfonds investiert; bei PNC liegt der Großteil der Aktien mit geteilter Stimm- und Verfügungsmacht, die Bank verwahrt sie also im Wesentlichen für Dritte. Alle 25 Direktoren und Vorstände zusammen besitzen rund 1,36 Millionen Aktien und damit weniger als 1 Prozent; CEO David Ricks hält davon rund 815.000 Stück.
Die Stiftung reduziert ihren Anteil langsam, um ihre Ausschüttungspflichten zu finanzieren: Zum 30. Juni 2026 meldete sie noch 90.376.978 Aktien oder 9,6 Prozent. Kontrolle besitzt niemand: Wichtige Satzungsänderungen benötigen 80 Prozent der Stimmen und scheiterten 2026 erneut an dieser Hürde.
Die Lilly Endowment als Ankeraktionär
Die Lilly Endowment ist rechtlich vom Konzern unabhängig, sitzt ebenfalls in Indianapolis und fördert vor allem Gemeindeentwicklung, Bildung und religiöse Einrichtungen. Seit 1937 hat sie mehr als 10 Mrd. US-Dollar an über 10.000 Organisationen vergeben.
Weil ihr Vermögen fast vollständig aus Lilly-Aktien besteht, profitierte die Stiftung enorm vom Kursanstieg: Ende 2024 wies sie 79,9 Mrd. US-Dollar Vermögen aus und überholte damit die Gates-Stiftung als größte Privatstiftung der USA; im November 2025 überschritt ihr Vermögen laut Bloomberg die Marke von 100 Mrd. US-Dollar. Für 2025 musste sie rund 3,6 Mrd. US-Dollar ausschütten, was ihre regelmäßigen Aktienverkäufe erklärt.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Am 21. November 2025 wurde Lilly an der Börse erstmals mit mehr als einer Billion US-Dollar bewertet. Im Februar 2026 folgten Rekordzahlen für 2025: 65,2 Mrd. US-Dollar Umsatz und 20,6 Mrd. US-Dollar Nettogewinn nach 10,6 Mrd. im Vorjahr. Am 1. April 2026 ließ die FDA mit „Foundayo“ (Orforglipron) die erste Abnehmpille des Konzerns zu.
Das Wachstum hielt 2026 an: Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 48 Prozent auf 23,0 Mrd. US-Dollar, davon 9,9 Mrd. durch „Mounjaro“ und 4,9 Mrd. durch „Zepbound“. Im August 2026 hob der Konzern seine Jahresprognose auf 85 bis 87 Mrd. US-Dollar Umsatz an. Parallel kaufte Lilly 2026 unter anderem Orna Therapeutics und Centessa Pharmaceuticals und vereinbarte im September 2026 die Übernahme von Merida Biosciences für bis zu 2,88 Mrd. US-Dollar. Für das Dreifach-Hormonpräparat Retatrutid ist der Zulassungsantrag für das erste Quartal 2027 geplant.
Am 25. September 2026 notierte die Aktie bei 1.161 US-Dollar, rund 10 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 1.292,65 US-Dollar; die Marktkapitalisierung lag bei rund 1,09 Billionen US-Dollar.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
Lilly ist ein reiner Pharmakonzern mit Schwerpunkt auf Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Onkologie, Immunologie und Neurowissenschaften. 2025 entfielen 56 Prozent des Umsatzes auf Tirzepatid: „Mounjaro“ erlöste 23,0 Mrd. US-Dollar, „Zepbound“ 13,5 Mrd. US-Dollar; es folgte das Brustkrebsmittel „Verzenio“ mit 5,7 Mrd. US-Dollar. Zwei Drittel des Umsatzes stammten aus den USA, in Forschung und Entwicklung flossen 13,3 Mrd. US-Dollar. In Deutschland baut Lilly in Alzey seit 2024 ein Werk für 2,3 Mrd. Euro mit bis zu 1.000 Arbeitsplätzen, das 2027 starten soll.
FAQ
Wem gehört Eli Lilly? Eli Lilly ist ein börsennotierter Konzern. Größter Einzelaktionär ist die Lilly Endowment mit 9,8 Prozent, danach folgen Vanguard (8,6 Prozent), BlackRock (6,8 Prozent) und PNC (5,4 Prozent).
Was ist die Lilly Endowment? Eine 1937 von der Gründerfamilie mit Unternehmensaktien ausgestattete Privatstiftung in Indianapolis, rechtlich unabhängig vom Konzern und seit 2025 die größte Privatstiftung der USA.
Hat die Familie Lilly noch Einfluss auf das Unternehmen? Direkt nicht mehr: Kein Familienmitglied sitzt im Verwaltungsrat, und die Stiftung meldet ihre Beteiligung als passive Anlage. Ihr Anteil von unter 10 Prozent reicht für keine Sperrminorität.
Wie viel Umsatz macht Eli Lilly? Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Lilly 65,2 Mrd. US-Dollar Umsatz und 20,6 Mrd. US-Dollar Nettogewinn. Für 2026 erwartet der Konzern 85 bis 87 Mrd. US-Dollar Umsatz.
Wie viel ist Eli Lilly an der Börse wert? Am 25. September 2026 lag die Marktkapitalisierung bei rund 1,09 Billionen US-Dollar. Die Billionen-Marke hatte Lilly am 21. November 2025 als erstes Gesundheitsunternehmen der Welt überschritten.
Fazit
Eli Lilly ist ein Konzern ohne Herrscher: Die Gründerfamilie hat ihren Einfluss in eine Stiftung überführt, die mit 9,8 Prozent zwar größter Aktionär ist, aber weder das Management stellt noch Entscheidungen blockieren kann. Die eigentliche Macht liegt bei den Indexfonds von Vanguard und BlackRock und beim Kapitalmarkt, der Lilly wegen „Mounjaro“ und „Zepbound“ mit mehr als einer Billion US-Dollar bewertet. Ob das so bleibt, entscheidet der Wettbewerb im Abnehmmarkt mit Novo Nordisk.
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