
Elfbar (auch „Elf Bar“) ist die bekannteste Marke für Einweg-E-Zigaretten in Deutschland und Europa – und sie gehört einer privaten Unternehmensgruppe aus Shenzhen in China. Hersteller und Markeninhaber ist die iMiracle (Shenzhen) Technology Co., Ltd., die zum Firmengeflecht des Gründers Zhang Shengwei um den Distributor Heaven Gifts gehört. Die Gruppe ist nicht börsennotiert; Branchenschätzungen bezifferten den Umsatz 2023 auf rund 4 Mrd. US-Dollar. Stand September 2026 steht Elfbar vor einem Umbruch: Großbritannien und Belgien haben Einweg-Vapes verboten, Deutschland bereitet ein Verkaufsverbot vor, und der Markenstreit um den Namen „Elf“ wurde Anfang 2026 per Vergleich beendet.
Key Takeaways
- Eigentümer und Hersteller von Elfbar ist die iMiracle (Shenzhen) Technology Co., Ltd.; die Marke wurde 2018 eingeführt.
- Hinter iMiracle steht der Unternehmer Zhang Shengwei, der 2007 den E-Zigaretten-Händler Heaven Gifts gründete und ab etwa 2018 selbst produzieren ließ.
- Zur nicht börsennotierten Gruppe gehören die Schwestermarke Lost Mary sowie die iMiracle (HK) Limited und die Shenzhen Weiboli Technology Co., Ltd.; Branchenschätzungen nennen für 2023 rund 4 Mrd. US-Dollar Umsatz.
- In Deutschland kam Elf Bar laut Statista Market Insights (2024) auf rund 55 Prozent Marktanteil; das Unternehmen spricht 2026 von „mehr als 50 Prozent“.
- Der Markenstreit mit VPR Brands wurde am 30. Januar 2026 beigelegt: Elfbar erhält die „Elf“-Markenrechte weltweit und zahlt 5,25 Mio. US-Dollar.
- Großbritannien verbietet Einweg-Vapes seit dem 1. Juni 2025, Belgien seit dem 1. Januar 2025; in Deutschland gilt seit dem 1. Juli 2026 eine Rücknahmepflicht.
- Nach Unternehmensangaben entfallen 2026 rund 80 Prozent der Auslieferungen auf wiederaufladbare Pod-Systeme.
| Name | Elfbar (Elf Bar) – Marke der iMiracle (Shenzhen) Technology Co., Ltd. |
| Gegründet | Markteinführung 2018; Vorläufer Heaven Gifts seit 2007 |
| Sitz | Shenzhen, Volksrepublik China (Hongkonger Tochter iMiracle (HK) Limited) |
| Eigentümer | Privat; Gründer und Eigentümer Zhang Shengwei, nicht börsennotiert |
| Umsatz | rund 4 Mrd. US-Dollar (2023, Branchenschätzung; keine offiziellen Zahlen) |
| Mitarbeiter | nicht öffentlich bekannt |
Geschichte und Herkunft
Die Wurzeln von Elfbar liegen im Online-Handel. Zhang Shengwei aus der Provinz Sichuan handelte zunächst über eBay mit Gadgets, bevor er sich auf E-Zigaretten spezialisierte. 2007 gründete er die Plattform Heaven Gifts, die E-Zigaretten weltweit an Händler und Endkunden verkaufte; einzelne Quellen datieren den Start auf 2004. Nach dem Umzug nach Shenzhen um 2014 stieg das Unternehmen in die Eigenproduktion ein und beteiligte sich an Zulieferern von Akkus bis zu Nikotinlösungen.
Als Dachgesellschaft entstand die iMiracle (Shenzhen) Technology Co., Ltd., die 2018 die Marke Elfbar einführte. Der Durchbruch kam 2021 mit dem Modell „Elf Bar 600″, das in Großbritannien und Deutschland zum meistverkauften Einweg-Vape wurde; in Großbritannien setzten Elfbar und Lost Mary 2023 binnen zwölf Monaten rund 160 Millionen Geräte ab. In China selbst sind aromatisierte E-Zigaretten verboten, die Produktion dient allein dem Export.
Eigentümerstruktur im Detail

Die Frage „Wem gehört Elfbar?“ lässt sich nur bis zu einem gewissen Punkt beantworten, weil die Gruppe privat gehalten ist und keine Konzernabschlüsse veröffentlicht. Gesichert ist die Kette: Eigentümer ist Zhang Shengwei, die Holding ist die iMiracle (Shenzhen) Technology Co., Ltd., die laut US-Recherchen dieselbe Gebäudeadresse in Shenzhen nutzt wie Heaven Gifts. Das internationale Geschäft führt die iMiracle (HK) Limited, die in Verfahren in den USA und Großbritannien als Betreiberin der Marke auftritt. Als weitere Gesellschaft mit Markenrechten gilt die Shenzhen Weiboli Technology Co., Ltd., die im US-Markenstreit mitbeklagt war.
Zur Gruppe zählen laut Berichten mehr als ein Dutzend Firmen, darunter der Fertiger VapeOnly Technology; Zhang wird zudem mit der Marke Geekvape in Verbindung gebracht. Er gilt als öffentlichkeitsscheu. Vermögensangaben zu ihm nennt uamr.de nicht; offizielle Zahlen existieren nicht, seine Vermögensbasis ist die Beteiligung an der iMiracle-Gruppe.
In Deutschland läuft der Vertrieb über Partner: elfbar.de betreibt die Teqphone GmbH als autorisierter Partner der HG Innovation Limited, den Großhandel „ELFBAR Germany“ die Vapor Handels GmbH aus Hilden.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Das wichtigste Ereignis für den Markenschutz war der Vergleich mit der US-Firma VPR Brands LP, die im Oktober 2022 in Florida geklagt hatte, weil sie das Zeichen „Elf“ für E-Zigaretten schützen ließ. Nach einer einstweiligen Verfügung im Februar 2023 musste Elfbar seine Geräte in den USA in „EB Design“ beziehungsweise „EB Create“ umbenennen; 2024 hob ein Berufungsgericht die Verfügung auf. Am 30. Januar 2026 unterzeichneten beide Seiten eine Einigung: VPR zieht alle Klagen zurück und überträgt die Markenrechte weltweit an Elfbar, im Gegenzug fließen 5,25 Mio. US-Dollar. Elfbar sichert sich damit die Marken „ELFBAR“, „ELFX“, „ELFA“ und „ELFLIQ“ in den USA, Kanada, Großbritannien und der EU.
Regulatorisch wird die Luft für Einweggeräte dünner. Belgien verbot sie als erstes EU-Land zum 1. Januar 2025, Großbritannien folgte am 1. Juni 2025, Frankreich zog 2025 nach, Österreich beschloss im Dezember 2025 ein Verbot mit Ziel Juli 2026. In Deutschland verabschiedete der Bundestag am 16. Oktober 2025 die Novelle des Elektrogesetzes: Seit dem 1. Juli 2026 müssen Verkaufsstellen gebrauchte E-Zigaretten kostenlos zurücknehmen. Ein Verbot lehnte die Koalition damals ab – doch im Mai 2026 kündigte Bundesumweltminister Carsten Schneider an, noch 2026 ein Gesetz für ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten vorzulegen; nachfüllbare Geräte sollen erlaubt bleiben. Stand September 2026 ist es nicht beschlossen.
Elfbar reagiert mit einem Strategiewechsel. Nach Angaben von Jacques Li, Director Global Communications, entfielen im September 2026 rund 80 Prozent der Auslieferungen auf Mehrwegsysteme: das Pod-System „Elfa“, das offene System „Elfx“ und die Liquids „Elfliq“.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
Elfbar verdient an günstigen, bunten Geräten mit vielen Aromen, verkauft über Kioske, Tankstellen, Fachhändler und Online-Shops. Der legale Umsatz des deutschen E-Zigaretten-Markts stieg von rund 600 Mio. Euro (2022) auf etwa 2,4 Mrd. Euro (2025). Laut Statista Market Insights (2024) führte Elf Bar den deutschen Markt mit 55 Prozent Anteil, vor Vuse (31 Prozent) und Juul (7 Prozent). Die Verbraucherzentrale Hamburg schätzte Anfang 2025 den Verbrauch in Deutschland auf mehr als fünf Millionen Einweg-E-Zigaretten pro Woche.
Für die Gruppe selbst gibt es nur Schätzungen: Für 2023 rechneten Branchenbeobachter mit rund 4 Mrd. US-Dollar Umsatz, für 2022 kursierte ein Wert von 1,8 Mrd. US-Dollar. US-Medien warfen der Gruppe 2023 vor, Sendungen in die USA falsch deklariert und so Zölle umgangen zu haben. Mitarbeiterzahlen, Gewinn sowie ein Börsengang oder Anteilsverkauf sind nicht bekannt.
FAQ
Wem gehört Elfbar? Elfbar gehört der iMiracle (Shenzhen) Technology Co., Ltd. aus Shenzhen, hinter der der Gründer Zhang Shengwei steht. Die Gruppe ist in Privatbesitz und nicht börsennotiert.
Was hat Heaven Gifts mit Elfbar zu tun? Heaven Gifts ist die 2007 gegründete Handelsplattform von Zhang Shengwei, aus der die Gruppe hervorging und die als Distributor der Marke fungierte.
Wie viel Umsatz macht Elfbar? Offizielle Zahlen gibt es nicht; Branchenschätzungen bezifferten den Umsatz 2023 auf rund 4 Mrd. US-Dollar.
Wird Elfbar in Deutschland verboten? Stand September 2026 gibt es kein Verkaufsverbot, aber eine Rücknahmepflicht. Bundesumweltminister Carsten Schneider hat für 2026 ein Verbotsgesetz für Einweg-E-Zigaretten angekündigt; wiederaufladbare Systeme wären nicht betroffen.
Warum hieß Elfbar in den USA „EB Design“? VPR Brands beanspruchte die Marke „Elf“ und erwirkte 2023 eine einstweilige Verfügung. Seit dem Vergleich vom Januar 2026 gehören die „Elf“-Marken weltweit Elfbar.
Welchen Marktanteil hat Elfbar in Deutschland? Laut Statista Market Insights lag der Anteil 2024 bei rund 55 Prozent; das Unternehmen nennt 2026 mehr als 50 Prozent.
Fazit
Elfbar ist das Exportprodukt einer verschwiegenen Unternehmensgruppe aus Shenzhen, die Zhang Shengwei über Heaven Gifts und iMiracle kontrolliert. Trotz Milliardenumsätzen bleibt die Struktur intransparent, denn es gibt weder Börsennotierung noch Geschäftsberichte. Mit dem Ende des Markenstreits 2026 ist der Name gesichert, doch das Einweg-Geschäft steht in Europa vor dem Aus – weshalb die Gruppe auf wiederaufladbare Pod-Systeme umstellt.