
Eduscho war jahrzehntelang der Bremer Gegenspieler von Tchibo – seit 1997 gehört die Marke genau diesem Konkurrenten. Eigentümerin ist die Tchibo GmbH in Hamburg, die zu 100 Prozent der Familienholding maxingvest gehört. Dahinter steht die Hamburger Unternehmerfamilie Herz, die auch die Mehrheit am Nivea-Hersteller Beiersdorf kontrolliert. Eduscho lebt 2026 als Kaffeemarke im deutschen Supermarktregal und als Hauptmarke des österreichischen Röstkaffee-Marktführers weiter.
Key Takeaways
- Eduscho wurde 1924 von Eduard Schopf in Bremen als Kaffee-Versandhandel gegründet; der Name ist ein Kürzel aus seinem Vor- und Nachnamen.
- Zum 1. Januar 1997 verkaufte Rolf Schopf das Unternehmen nach hohen Verlusten an Tchibo; der Kaufpreis wurde nie veröffentlicht.
- Eigentümerkette 2026: Marke Eduscho → Tchibo GmbH (Hamburg) → maxingvest (100 Prozent) → Familie Herz.
- Die Brüder Michael und Wolfgang Herz halten ihre Beteiligungen paritätisch; Michael Herz ist federführend für Tchibo, Wolfgang Herz für Beiersdorf zuständig.
- Tchibo erzielte 2025 einen Umsatz von 3,72 Mrd. Euro (plus 11 Prozent) und ein Betriebsergebnis von 162 Mio. Euro.
- Seit August 2022 verkauft Tchibo seinen Supermarktkaffee wieder unter der Marke Eduscho statt unter „Gala“.
- In Österreich firmiert die frühere EDUSCHO (Austria) GmbH inzwischen als TCHIBO Austria GmbH.
- Für 2026 erwartet der Konzern moderates Umsatzwachstum bei einem Ergebnis moderat unter Vorjahr.
| Name | Eduscho (Marke der Tchibo GmbH) |
| Gegründet | 1924 in Bremen durch Eduard Schopf |
| Sitz | Hamburg (Tchibo GmbH); Wien (TCHIBO Austria GmbH) |
| Eigentümer | Tchibo GmbH → maxingvest GmbH & Co. KGaA (100 %) → Familie Herz |
| Umsatz | Tchibo 2025: 3,72 Mrd. Euro; maxingvest 2025: 13,57 Mrd. Euro |
| Mitarbeiter | Tchibo 2025: 10.676 weltweit, davon 6.654 in Deutschland |
Geschichte und Herkunft
Eduard Schopf, 1893 in Hockenheim geboren, gründete 1924 in Bremen eine Kaffeerösterei mit einem damals ungewöhnlichen Modell: Röstkaffee wurde ausschließlich per Post direkt an Endkunden verschickt. Seit 1925 nutzte er das Kürzel „eduScho“. 1935 starb der Gründer mit nur 41 Jahren an einem Herzinfarkt. Seine Frau Friedel führte das Geschäft weiter, 1952 übernahm Sohn Rolf Schopf die Leitung.
Unter Rolf Schopf entstand das Vertriebssystem, das Eduscho groß machte: Depots in Bäckereien nach dem „Laden im Laden“-Prinzip, eigene Filialen mit Kaffeeausschank und preisgünstige Non-Food-Aktionsware von Fahrrädern bis Haushaltswaren. Ende der 1960er-Jahre expandierte Eduscho nach Österreich und wurde dort 1984 erstmals Marktführer im Röstkaffee. In Deutschland lag Eduscho im Oktober 1996 mit 10,6 Prozent Marktanteil auf Platz vier hinter Jacobs, Tchibo (18,1 Prozent) und Melitta.
Die Jahre 1995 und 1996 brachten jedoch hohe Verluste: zu hohe Preise, wenig attraktive Sortimente und der Preisdruck durch Aldi-Eigenmarken setzten dem Bremer Röster zu. Zum 1. Januar 1997 verkaufte Rolf Schopf das Unternehmen mit damals rund 17.000 Verkaufspunkten an Tchibo. Die Immobilien gingen an die Familienholding H. Siedentopf GmbH & Co. KG.
Eigentümerstruktur im Detail

Die Marke Eduscho gehört der Tchibo GmbH mit Sitz in Hamburg. Tchibo wurde am 15. März 1949 von Max Herz und Carl Tchilinghiryan als Kaffeeversand gegründet. Alleinige Gesellschafterin der Tchibo GmbH ist die Familienholding maxingvest, die bis 2007 als Tchibo Holding AG firmierte und 2023 den Formwechsel in eine GmbH & Co. KGaA beschloss. maxingvest hält 100 Prozent an Tchibo sowie 54,4 Prozent der Beiersdorf-Aktien, was mehr als 50 Prozent der Stimmrechte entspricht.
Hinter maxingvest steht die Familie Herz. Nach dem Tod von Max Herz 1965 führte zunächst der älteste Sohn Günter das Unternehmen; 2001 gab er den Vorstandsvorsitz ab, 2003 wurden er und seine Schwester Daniela abgefunden. Seither kontrollieren die Brüder Michael und Wolfgang Herz die Holding, deren Anteile paritätisch zwischen beiden Familienstämmen gehalten werden. Weitere Anteile liegen bei der Max und Ingeburg Herz Stiftung sowie der Joachim Herz Stiftung. Seit Juni 2023 ist Michael Herz federführend für Tchibo, Wolfgang Herz für Beiersdorf verantwortlich.
In Österreich fusionierte Tchibo 1997 beide Landesgesellschaften unter dem Dach der EDUSCHO (Austria) GmbH in Wien, die jahrzehntelang beide Marken vertrieb. Laut Firmenbuch hält die Tchibo GmbH 90 Prozent der Anteile. Inzwischen firmiert die Gesellschaft als TCHIBO Austria GmbH; die Unternehmenschronik von Tchibo nennt die Umfirmierung für 2026. Geschäftsführer ist seit April 2024 Paul Unterluggauer. Die Familie Schopf ist an Eduscho nicht mehr beteiligt.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
Eigene Umsatzzahlen für Eduscho veröffentlicht Tchibo nicht. Tchibo verbindet Kaffee mit wöchentlich wechselnden Gebrauchsartikeln und vertreibt beides über Filialen, Depots im Lebensmittelhandel und den Online-Shop. Im Geschäftsjahr 2025 setzte Tchibo 3,72 Mrd. Euro um, ein Plus von 11 Prozent gegenüber 3,36 Mrd. Euro im Jahr 2024. Das Betriebsergebnis sank wegen Kaffeesteuereffekten leicht von 167 Mio. Euro auf 162 Mio. Euro; 2023 hatte Tchibo nur 68 Mio. Euro operativ verdient.
Tchibo beschäftigte 2025 weltweit 10.676 Mitarbeitende, davon 6.654 in Deutschland, und betreibt rund 520 Filialen in Deutschland, rund 340 im Ausland sowie rund 15.500 Depots in deutschen Supermärkten und Bäckereien. In Deutschland, Österreich, Tschechien und Ungarn ist der Konzern Marktführer im Röstkaffee. Die Muttergesellschaft maxingvest kam 2025 mit Tchibo und Beiersdorf auf 13,57 Mrd. Euro Umsatz und 1,46 Mrd. Euro EBIT.
Die Marke Eduscho hat zwei Rollen. In Deutschland ist sie die Supermarktmarke des Konzerns: Im August 2022 nahm Tchibo den Namen „Gala“ vom Markt und stellte auf zwölf neue Eduscho-Sorten um, die in über 15.000 Supermärkten erhältlich sind; die fast 100-jährige Tradition sei attraktiver, so ein Sprecher. In Österreich ist Eduscho eine der beiden Hauptmarken des Marktführers mit rund 120 Filialen, rund 800 Mitarbeitenden und etwa 5.000 Depots (Geschäftsjahr 2024).
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Der Weg an die Tchibo-Spitze führte zuletzt über Eduscho: Erik Hofstädter, seit Anfang 2021 General Manager von Eduscho Austria, übernahm im Januar 2024 den Vorsitz der Tchibo-Geschäftsführung von Werner Weber. Im Februar 2026 verlängerte Tchibo die Verträge von Hofstädter und Geschäftsführer Hamid Dastmalchian, während Finanzchef Jens Köppen das Unternehmen verließ und die Geschäftsführung verkleinert wurde.
Wirtschaftlich hat sich Tchibo nach dem schwachen Jahr 2023 erholt. Die im Sommer 2023 eingeleitete Fokussierung auf das Kerngeschäft Kaffee zeigte sich 2024 in einem Ergebnissprung und 2025 in zweistelligem Umsatzwachstum. Belastend bleiben schwankende Rohkaffeepreise und Kaffeesteuereffekte. Für 2026 rechnet maxingvest bei Tchibo mit moderatem Umsatzwachstum, das Betriebsergebnis soll moderat unter dem Vorjahresniveau liegen. Eduscho selbst feierte 2024 sein 100-jähriges Bestehen.
FAQ
Wem gehört Eduscho heute? Eduscho gehört der Tchibo GmbH in Hamburg. Deren alleinige Gesellschafterin ist die Familienholding maxingvest, die von der Familie Herz kontrolliert wird.
Wer hat Eduscho gegründet? Eduard Schopf gründete das Unternehmen 1924 in Bremen als Kaffee-Versandhandel. Der Markenname ist ein Kürzel aus seinem Vor- und Nachnamen.
Wann und warum wurde Eduscho an Tchibo verkauft? Nach hohen Verlusten 1995 und 1996 verkaufte Rolf Schopf das Unternehmen zum 1. Januar 1997 an Tchibo. Der Kaufpreis wurde nicht veröffentlicht.
Gehört Eduscho zur Jacobs Holding? Nein. Eduscho hat nichts mit der Schweizer Jacobs Holding zu tun, sondern gehört über Tchibo zur Hamburger Holding maxingvest der Familie Herz.
Gibt es Eduscho-Kaffee noch in Deutschland? Ja. Seit August 2022 verkauft Tchibo seinen Supermarktkaffee wieder unter der Marke Eduscho, nachdem der Name „Gala“ vom Markt genommen wurde.
Wie groß ist Tchibo als Muttergesellschaft? Tchibo erzielte 2025 einen Umsatz von 3,72 Mrd. Euro, beschäftigte 10.676 Mitarbeitende und betreibt rund 860 Filialen in acht Ländern.
Fazit
Die Frage „Wem gehört Eduscho?“ hat seit 1997 eine klare Antwort: Tchibo und damit die Familie Herz. Die Bremer Gründerfamilie Schopf ist längst ausgestiegen, der Firmenname verschwindet auch in Österreich. Als Kaffeemarke ist Eduscho jedoch lebendiger, als der alte Bremer Konkurrenzkampf vermuten ließ: Sie trägt den Supermarktkaffee von Tchibo in Deutschland und den Marktführer in Österreich.
Weiterlesen in Finanzen
- Wem gehört eBay? Streubesitz statt Großaktionär
- Wem gehört Eisenmann? Eigentümer und Struktur 2026
- Wem gehört easyJet? Eigentümer und Struktur 2026
- Wem gehört Electrolux? Investor AB und Wallenberg
- Wem gehört Electronic Arts (EA)? Eigentümer und Struktur 2026
- Wem gehört Enpal? Gründer, Investoren und Anteile