Dodge gehört zu Stellantis N.V., dem 2021 aus der Fusion von Fiat Chrysler Automobiles (FCA) und der PSA-Gruppe entstandenen Konzern mit Sitz im niederländischen Hoofddorp. Die Muscle-Car-Marke aus Auburn Hills (Michigan) ist eine von 14 Konzernmarken. Größter Stellantis-Aktionär ist die Agnelli-Holding Exor mit 15,5 Prozent, gefolgt von der Peugeot-Familie und der französischen Staatsbank Bpifrance. Seit Juni 2025 führt Antonio Filosa den Konzern, der 2025 den ersten Jahresverlust seiner Geschichte verbuchte und Dodge mit dem Charger Sixpack wieder stärker auf Verbrenner ausrichtet.
Key Takeaways
- Dodge ist seit Januar 2021 eine Marke von Stellantis N.V. und kein eigenständiges Unternehmen.
- Ankeraktionäre von Stellantis sind Exor (15,5 Prozent), Établissements Peugeot Frères (7,7 Prozent) und Bpifrance (6,6 Prozent); rund 67 Prozent liegen im Streubesitz.
- Stellantis erzielte 2025 laut Geschäftsbericht 153,5 Mrd. Euro Umsatz und einen Nettoverlust von 22,3 Mrd. Euro nach Sonderbelastungen von 25,4 Mrd. Euro.
- Dodge verkaufte 2025 in den USA 101.927 Fahrzeuge, 28 Prozent weniger als 2024; der Hornet wurde im Januar 2026 eingestellt.
- Der elektrische Charger Daytona kam 2025 nur auf 7.421 US-Verkäufe; der Verbrenner Charger Sixpack wird seit Dezember 2025 ausgeliefert.
- Im Juni 2026 kündigte Dodge die Rückkehr des Charger nach Europa an, Auslieferungen ab dem ersten Quartal 2027.
| Name | Dodge (Automobilmarke von Stellantis) |
|---|---|
| Gegründet | 1900 als Dodge Brothers Company in Detroit; erstes eigenes Auto 1914 |
| Sitz | Auburn Hills, Michigan (USA) |
| Branche | Automobilbau (Muscle-Cars, SUV) |
| Eigentümer | Stellantis N.V. (100 Prozent) |
| Muttergesellschaft | Stellantis N.V., Hoofddorp (Niederlande); Ankeraktionäre Exor 15,5 %, Établissements Peugeot Frères 7,7 %, Bpifrance 6,6 % |
| Umsatz / Mitarbeiter | Stellantis 2025: 153,5 Mrd. Euro Umsatz, rund 250.000 Beschäftigte; Dodge-Absatz USA 2025: 101.927 Fahrzeuge |
| Vermögensbasis | Markenrechte, Modelle Charger und Durango, Werke in Windsor (Kanada) und Detroit; Einzelergebnisse für Dodge weist Stellantis nicht aus |
Geschichte und Herkunft
Die Brüder John und Horace Dodge gründeten 1900 in Detroit eine Maschinenwerkstatt, die Ford belieferte, und brachten 1914 mit dem Modell 30-35 ein eigenes Auto heraus. Beide starben 1920; die Erben verkauften das Unternehmen 1925 an die Investmentbank Dillon, Read & Co. für rund 146 Mio. US-Dollar. Bereits 1928 übernahm die Chrysler Corporation Dodge per Aktientausch im Wert von etwa 170 Mio. US-Dollar.
Seither teilt Dodge das Schicksal seines Mutterkonzerns: 1998 ging Chrysler in DaimlerChrysler auf, 2007 verkaufte Daimler die Mehrheit an den Finanzinvestor Cerberus. In der Finanzkrise meldete Chrysler 2009 Insolvenz an, Fiat stieg ein und formte bis 2014 Fiat Chrysler Automobiles (FCA). Ab 2010 wurde die Pickup-Sparte als eigene Marke Ram abgespalten. Mit dem Abschluss der Fusion von FCA und PSA am 17. Januar 2021 wurde Stellantis der neue Eigentümer.
Eigentümerstruktur im Detail

Dodge ist keine eigene Rechtseinheit, sondern eine Marke im Nordamerika-Geschäft von Stellantis. Wem Dodge gehört, entscheidet sich daher bei den Aktionären der in Mailand, Paris und New York notierten Stellantis N.V.
Laut Geschäftsbericht 2025 (Stand 25. Februar 2026) hält die Exor N.V. der italienischen Agnelli-Familie 15,48 Prozent der Stammaktien. Die Peugeot-Familie ist über die Établissements Peugeot Frères mit 7,72 Prozent beteiligt, die französische Staatsbank Bpifrance mit 6,64 Prozent. Größter institutioneller Investor ist BlackRock mit 3,10 Prozent. Die übrigen rund 67 Prozent liegen im Streubesitz.
Entscheidend ist das Treueaktien-System: Langfristige Aktionäre erhalten Sonderstimmrechtsaktien, die ihr Stimmgewicht verdoppeln. So kommt Exor auf 23,84 Prozent der Stimmrechte, die Peugeot-Familie auf 11,89 Prozent und Bpifrance auf 10,22 Prozent – zusammen rund 46 Prozent der Stimmen bei knapp 30 Prozent des Kapitals. Den Verwaltungsrat führt Exor-Chef John Elkann.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Nach dem Rücktritt von Carlos Tavares im Dezember 2024 übernahm am 23. Juni 2025 der bisherige Nordamerika-Chef Antonio Filosa die Konzernführung. Im Februar 2026 meldete Stellantis für 2025 einen Umsatz von 153,5 Mrd. Euro (minus 2 Prozent) und einen Nettoverlust von 22,3 Mrd. Euro – den ersten Jahresverlust der Unternehmensgeschichte. Ursache waren Sonderbelastungen von 25,4 Mrd. Euro, mit denen der Konzern Elektroprojekte abschrieb und auf „Wahlfreiheit“ zwischen Elektro-, Hybrid- und Verbrennerantrieben umschwenkte. Die Dividende für 2026 wurde ausgesetzt. Am 21. Mai 2026 folgte der Strategieplan „FaSTLAne 2030″ mit 60 Mrd. Euro Investitionen und mehr als 60 neuen Modellen bis 2030; allein in den USA sollen 13 Mrd. US-Dollar fließen. Im ersten Halbjahr 2026 kehrte Stellantis mit 81,6 Mrd. Euro Umsatz und 0,7 Mrd. Euro Nettogewinn in die Gewinnzone zurück.
Für Dodge war 2025 ein Umbruchjahr. Nachdem Charger und Challenger der alten Generation im Dezember 2023 ausgelaufen waren, erreichte der elektrische Charger Daytona erst im Januar 2025 die Händler. Mit 7.421 verkauften Einheiten in den USA blieb er weit hinter den Erwartungen zurück. Der Gesamtabsatz der Marke in den USA sank um 28 Prozent auf 101.927 Fahrzeuge. Einziger Lichtblick war der Durango mit einem Plus von 37 Prozent auf 81.168 Einheiten. Das in Italien gebaute Kompakt-SUV Hornet stellte Dodge im Januar 2026 unter Verweis auf das Zollumfeld ein.
Die Antwort ist die Rückkehr zum Verbrenner: Seit Dezember 2025 liefert Dodge den Charger Sixpack mit Dreiliter-Reihensechszylinder aus, die Basisversion R/T folgte im ersten Halbjahr 2026. Ein Serien-Charger mit Hemi-V8 und mehr als 700 PS wurde im Mai 2026 US-Medien als Teil der Produktplanung bis 2030 gezeigt, offiziell angekündigt ist er bislang nicht.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
Dodge ist bei Stellantis als regionale Marke für Nordamerika positioniert. Das Programm ist 2026 auf zwei Baureihen geschrumpft: den Charger, gebaut im kanadischen Windsor auf der Plattform STLA Large, und den Durango aus Detroit. Einzelergebnisse für Dodge weist der Konzern nicht aus. In Nordamerika verzeichnete Stellantis im zweiten Quartal 2026 das vierte Wachstumsquartal in Folge mit einem US-Absatzplus von 6 Prozent und 7,4 Prozent Marktanteil; der Durango legte um 9 Prozent zu.
Bedeutung für den deutschen Markt
Nach dem Rückzug der Marke aus Europa 2011 waren Dodge-Modelle in Deutschland nur über Importeure erhältlich. Am 8. Juni 2026 bestätigte Dodge die Rückkehr des Charger nach Europa: Angeboten werden der Charger Sixpack in den Versionen R/T und Scat Pack sowie der elektrische Charger Daytona Scat Pack mit CCS2-Ladeanschluss, jeweils als Zwei- und Viertürer. Der Vertrieb läuft über zwei autorisierte Distributoren im Europäischen Wirtschaftsraum, erste Auslieferungen sind für das erste Quartal 2027 geplant.
FAQ
Wem gehört Dodge heute? Dodge gehört zu 100 Prozent dem Konzern Stellantis N.V. mit Sitz in Hoofddorp bei Amsterdam, der im Januar 2021 aus der Fusion von Fiat Chrysler Automobiles und der PSA-Gruppe entstand.
Wer sind die größten Aktionäre von Stellantis? Laut Geschäftsbericht 2025 hält Exor 15,5 Prozent, die Peugeot-Familie 7,7 Prozent und Bpifrance 6,6 Prozent der Aktien. Rund 67 Prozent befinden sich im Streubesitz.
Wer leitet Dodge und Stellantis? Markenchef von Dodge ist seit dem 1. Juni 2024 Matt McAlear. Konzernchef von Stellantis ist seit dem 23. Juni 2025 Antonio Filosa, Verwaltungsratsvorsitzender John Elkann.
Welche Modelle baut Dodge 2026? Den Charger (elektrisch als Daytona, mit Sechszylinder als Sixpack) und das SUV Durango. Der Hornet wurde im Januar 2026 eingestellt, Challenger und die alte Charger-Generation liefen Ende 2023 aus.
Kann man Dodge in Deutschland offiziell kaufen? Ab dem ersten Quartal 2027 soll der Charger über autorisierte Distributoren im Europäischen Wirtschaftsraum ausgeliefert werden. Bis dahin sind Dodge-Fahrzeuge nur über Importeure erhältlich.
Fazit
Dodge ist eine Traditionsmarke ohne eigene Bilanz. Ihr Eigentümer Stellantis wird von drei Ankeraktionären – der Agnelli-Familie über Exor, der Peugeot-Familie und dem französischen Staat über Bpifrance – kontrolliert, die dank Treueaktien deutlich mehr Stimmrechte als Kapitalanteile halten. Nach dem Rekordverlust 2025 setzt der Konzern bei Dodge wieder auf Verbrenner. Mit der Rückkehr des Charger nach Europa 2027 könnte die Marke erstmals seit 2011 auch in Deutschland wieder offiziell präsent sein.
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