Wem gehört Ceconomy? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört Ceconomy?

Die Ceconomy AG aus Düsseldorf ist die Muttergesellschaft von MediaMarkt und Saturn und damit Europas größter Elektronikhändler. Der chinesische Online-Konzern JD.com hat sich über ein Übernahmeangebot 59,8 Prozent der Aktien gesichert, die Gründerfamilie Kellerhals bleibt über ihre Holding Convergenta mit 25,35 Prozent an Bord. Stand September 2026 ist die Übernahme jedoch noch nicht vollzogen, weil die EU-Kommission den Einstieg wegen möglicher chinesischer Staatssubventionen vertieft prüft. Bis dahin bleibt Ceconomy börsennotiert.

Key Takeaways

  • JD.com bot im Juli 2025 4,60 Euro je Aktie in bar; das Eigenkapital wurde mit rund 2,2 Milliarden Euro bewertet.
  • Nach Ende der Annahmefrist am 27. November 2025 waren 290,2 Millionen Aktien angedient, also 59,8 Prozent des Grundkapitals.
  • Convergenta (Familie Kellerhals) behält 25,35 Prozent; zusammen mit JD.com sind das 85,2 Prozent.
  • Die Meridian Stiftung der Familie Schmidt-Ruthenbeck hat ihre 11,1 Prozent nicht angedient.
  • Der Vollzug steht aus: Die EU-Kommission prüft seit Mai 2026 mögliche Drittstaatensubventionen, Frist bis 23. Oktober 2026.
  • Im Geschäftsjahr 2024/25 erzielte Ceconomy 23,1 Milliarden Euro Umsatz und ein bereinigtes EBIT von 378 Millionen Euro; seit Juli 2026 führt Remko Rijnders den Konzern.
NameCECONOMY AG
Gegründet12. Juli 2017 durch Aufspaltung der Metro AG (MediaMarkt seit 1979, Saturn seit 1961)
HauptsitzDüsseldorf
BrancheElektronikhandel (MediaMarkt, Saturn, MediaWorld)
EigentümerJD.com 59,8 % (angedient, Vollzug offen), Convergenta/Familie Kellerhals 25,35 %, Meridian Stiftung 11,1 %, Rest Streubesitz (Stand 2026)
Rechtsform / BörseAktiengesellschaft, notiert in Frankfurt (SDAX); Delisting nach Vollzug der Übernahme geplant
Umsatz23,1 Mrd. Euro (Geschäftsjahr 2024/25, Geschäftsbericht)
Mitarbeiterrund 50.000 (Geschäftsbericht 2024/25)
VorstandsvorsitzRemko Rijnders (seit 1. Juli 2026)

Geschichte und Herkunft

Saturn wurde 1961 in Köln gegründet, MediaMarkt 1979 in München; beide gelangten in den Metro-Konzern. Die Media-Saturn-Holding blieb dabei eine Sonderkonstruktion: Metro hielt rund 78 Prozent, die Familie des MediaMarkt-Mitgründers Erich Kellerhals über ihre Gesellschaft Convergenta 21,62 Prozent samt weitreichender Vetorechte. Daraus entwickelte sich ab 2011 ein jahrelanger Gesellschafterstreit.

Am 12. Juli 2017 wurde die Metro AG aufgespalten: Die bisherige Metro AG wurde in CECONOMY AG umbenannt und behielt das Elektronikgeschäft, Großhandel und Lebensmittelhandel gingen als neue Metro AG an die Börse.

Der Streit mit der Familie Kellerhals endete mit der Convergenta-Transaktion: Im Dezember 2020 vereinbart und nach einer Anfechtungsklage im April 2022 erneut von der Hauptversammlung gebilligt, wurde sie im Juni 2022 vollzogen. Ceconomy übernahm die restlichen 21,62 Prozent an der Media-Saturn-Holding; Convergenta erhielt neue Aktien, eine Wandelanleihe und eine Barzahlung und wurde mit rund 29 Prozent größter Einzelaktionär.

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört Ceconomy? Eigentümerstruktur mit JD.com, Convergenta und Meridian Stiftung 2026
Wem gehört Ceconomy? Eigentümer und Struktur 2026 2

Vor dem JD.com-Angebot hielt laut Medienberichten vom Juli 2025 Convergenta 29,2 Prozent, Franz Haniel & Cie. 16,7 Prozent, die Meridian Stiftung gut 11 Prozent, die freenet AG 6,7 Prozent und die Beisheim-Gruppe einen niedrigen einstelligen Anteil. Haniel, Meridian und Beisheim stehen für die historischen Metro-Gründerfamilien beziehungsweise deren Stiftungen.

Am 30. Juli 2025 kündigte JD.com ein Übernahmeangebot über 4,60 Euro je Aktie an, laut Ceconomy 43 Prozent über dem Dreimonats-Durchschnittskurs. Haniel, freenet und Beisheim (zusammen 27,9 Prozent) sowie Convergenta (3,81 Prozent) hatten sich unwiderruflich zur Andienung verpflichtet; Convergenta behält die übrigen 25,35 Prozent und bleibt Partner von JD.com. Nach Ablauf der weiteren Annahmefrist am 27. November 2025 meldete Ceconomy 290,2 Millionen angediente Aktien, also 59,8 Prozent des Grundkapitals.

Damit ergibt sich, Stand 2026, folgendes Bild: JD.com 59,8 Prozent (angedient, Übergang erst mit Vollzug), Convergenta 25,35 Prozent, Meridian Stiftung 11,1 Prozent und ein Streubesitz von nur noch rund vier Prozent. Die Meridian Stiftung hat das Angebot nicht angenommen und hält laut Börse Express vom Januar 2026 weiterhin 11,1 Prozent; weil JD.com die Squeeze-out-Schwellen nicht erreicht, bleibt sie ein relevanter Minderheitsaktionär. JD.com hat zugesagt, drei Jahre lang keinen Beherrschungsvertrag abzuschließen und keine Standorte betriebsbedingt zu schließen.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Das Bundeskartellamt gab die Übernahme im September 2025 frei, weitere Freigaben folgten unter anderem in Frankreich und Italien. Ins Stocken geriet der Zeitplan im März 2026 in Österreich: Die dortige Investitionskontrollbehörde äußerte laut Ceconomy Bedenken gegen die Genehmigungsfähigkeit; JD.com kündigte an, den Antrag neu zu stellen. Der für das erste Halbjahr 2026 geplante Vollzug verschob sich.

Am 28. Mai 2026 leitete die EU-Kommission eine eingehende Untersuchung nach der Verordnung über drittstaatliche Subventionen ein: Sie prüft, ob JD.com dank vergünstigter Finanzierungen, Steuervorteile oder Zuschüsse aus China einen überhöhten Kaufpreis bieten konnte. Im August reichte JD.com Zusagen ein – laut Reuters vom 11. September 2026 unter anderem Zugang zu seiner europäischen Logistik- und Technologieinfrastruktur auch für Wettbewerber. Konkurrenten kritisierten das Paket als unzureichend; die Entscheidungsfrist wurde auf den 23. Oktober 2026 verlängert. Zudem hatte das chinesische Justizministerium am 19. August 2026 inländischen Unternehmen die Kooperation mit der EU-Prüfung untersagt.

Operativ läuft es rund: Nach neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 meldete Ceconomy Ende Juli 2026 einen Umsatz von 18,4 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBIT von 342 Millionen Euro; die Prognose von rund 500 Millionen Euro bereinigtem EBIT wurde bestätigt. An der Spitze gab es einen Wechsel: Kai-Ulrich Deissner, seit Mai 2025 kommissarisch und ab September 2025 dauerhaft Vorstandsvorsitzender, kündigte im März 2026 seinen Rückzug aus persönlichen Gründen an; seit dem 1. Juli 2026 führt der bisherige Finanzvorstand Remko Rijnders das Unternehmen.

Geschäftszahlen und Marken

Laut Geschäftsbericht 2024/25 (Stichtag 30. September 2025) stieg der Umsatz um 5,7 Prozent auf 23,1 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT auf 378 Millionen Euro. Der Online-Umsatz wuchs um 13,3 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro und macht 26 Prozent des Geschäfts aus. Der Konzern beschäftigt rund 50.000 Menschen und betreibt mehr als 1.000 Märkte in elf Ländern; die DACH-Region steht für gut die Hälfte des Umsatzes.

Unter dem Dach der MediaMarktSaturn Retail Group firmieren MediaMarkt, Saturn und MediaWorld in Italien. Wachstumstreiber sind der Marktplatz für Drittanbieter und Retail Media – genau die Plattformlogik, die JD.com mit seiner Logistik- und Technologiekompetenz ausbauen will.

Die Eigentümer: Vermögensbasis

JD.com, an den Börsen New York und Hongkong notiert, ist einer der größten Online-Händler Chinas mit eigenem Logistiknetz; Ceconomy ist für den Konzern der Brückenkopf nach Europa. Die Familie Kellerhals hält ihre Beteiligung über die Convergenta Invest GmbH, geführt von Jürgen Kellerhals, dem Sohn des 2017 verstorbenen MediaMarkt-Mitgründers Erich Kellerhals; ihre Vermögensbasis ist im Wesentlichen das Ceconomy-Paket aus den früheren Media-Saturn-Anteilen.

Die Meridian Stiftung gehört zur Metro-Gründerfamilie Schmidt-Ruthenbeck, die auch an der heutigen Metro AG beteiligt ist. Haniel und die auf Metro-Gründer Otto Beisheim zurückgehende Beisheim-Gruppe haben ihre Pakete an JD.com verkauft. Über das private Vermögen der beteiligten Familien nennt uamr.de keine Beträge; öffentlich belegt sind nur die Beteiligungsquoten.

FAQ

Wem gehört Ceconomy aktuell? Stand September 2026 hat JD.com 59,8 Prozent der Aktien angedient bekommen, Convergenta (Familie Kellerhals) hält 25,35 Prozent und die Meridian Stiftung 11,1 Prozent. Der Eigentumsübergang an JD.com erfolgt erst mit dem Vollzug.

Hat JD.com die Übernahme abgeschlossen? Nein. Die EU-Kommission prüft den Einstieg seit Mai 2026 wegen möglicher chinesischer Staatssubventionen, die Frist läuft bis zum 23. Oktober 2026.

Was hat JD.com für Ceconomy geboten? 4,60 Euro je Aktie in bar. Das Eigenkapital wurde damit mit rund 2,2 Milliarden Euro bewertet, inklusive Schulden lag der Unternehmenswert bei rund 4 Milliarden Euro.

Wird die Ceconomy-Aktie von der Börse genommen? JD.com hat ein Delisting nach Vollzug der Übernahme angekündigt. Bis dahin bleibt die Aktie im SDAX notiert.

Welche Rolle spielt die Familie Kellerhals? Die Familie des MediaMarkt-Mitgründers ist über Convergenta mit 25,35 Prozent zweitgrößter Aktionär und Partner von JD.com; 2022 hatte sie ihre Media-Saturn-Anteile in Ceconomy-Aktien getauscht.

Fazit

Ceconomy steht 2026 kurz vor dem Übergang von einem Unternehmen deutscher Handelsdynastien zur europäischen Tochter des chinesischen Online-Riesen JD.com. Wirtschaftlich ist die Übernahme mit 85,2 Prozent für JD.com und Convergenta entschieden, rechtlich hängt sie an der EU-Subventionsprüfung mit Frist bis zum 23. Oktober 2026 und an der Freigabe in Österreich. Die Meridian Stiftung mit 11,1 Prozent bleibt die spannendste Restposition: Sie verhindert einen Squeeze-out und sichert der Familie Schmidt-Ruthenbeck weiterhin Einfluss – bis zum Vollzug und dem danach geplanten Delisting.