Bentley Motors Ltd. mit Sitz im englischen Crewe gehört seit 1998 zum Volkswagen-Konzern und wird seit 2022 organisatorisch von der Audi AG geführt, die ihrerseits zu 100 Prozent der Volkswagen AG gehört. Größter Stimmrechtsaktionär von Volkswagen ist die Porsche Automobil Holding SE der Familien Porsche und Piëch mit 53,3 Prozent (Stand Ende 2025). Bentley lieferte 2025 rund fünf Prozent weniger Fahrzeuge aus als im Vorjahr und erzielte laut Unternehmensangaben 2,6 Milliarden Euro Umsatz sowie 216 Millionen Euro operatives Ergebnis. Geführt wird die Marke seit Mitte 2024 von Frank-Steffen Walliser.
Key Takeaways
- Bentley wurde 1919 von Walter Owen Bentley in London gegründet und gehörte von 1931 bis 1998 zu Rolls-Royce beziehungsweise ab 1980 zum britischen Konzern Vickers.
- 1998 kaufte Volkswagen die Marke für 430 Millionen Pfund und überbot BMW. Die Namensrechte an Rolls-Royce gingen an BMW, weshalb VW seit 2003 nur noch Bentley in Crewe baut.
- Seit Januar 2022 ist Bentley bei der Audi AG konsolidiert und bildet mit Audi, Lamborghini und Ducati die Markengruppe Progressive.
- Die Volkswagen AG wird von der Porsche SE (53,3 Prozent der Stimmrechte), dem Land Niedersachsen (20,0 Prozent) und Qatar Holding (17,0 Prozent) kontrolliert.
- Das Rekordjahr 2022 brachte 3,38 Milliarden Euro Umsatz und 708 Millionen Euro operatives Ergebnis; 2025 waren es 2,6 Milliarden beziehungsweise 216 Millionen Euro.
- Das erste vollelektrische Modell soll Anfang 2027 ausgeliefert werden. Weitere E-Modelle wurden gestrichen, Verbrenner und Plug-in-Hybride bleiben mindestens bis 2035 im Programm.
| Unternehmen | Bentley Motors Limited |
|---|---|
| Gegründet | 18. Januar 1919 in Cricklewood (London) durch W. O. Bentley und H. M. Bentley |
| Sitz | Pyms Lane, Crewe, Cheshire, England |
| Eigentümer | 100 Prozent Audi AG, diese zu 100 Prozent Volkswagen AG; größter VW-Stimmrechtsaktionär ist die Porsche SE der Familien Porsche und Piëch |
| Rechtsform | Private Limited Company nach englischem Recht |
| Führung | Frank-Steffen Walliser (Vorstandsvorsitzender, seit 2024); Axel Dewitz (Finanzen und IT) |
| Umsatz | 2,6 Milliarden Euro (2025); 2,648 Milliarden Euro (2024) |
| Mitarbeiter | rund 4.600 (2026, Branchenpresse) |
| Vermögensbasis der Eigentümer | Konzernstruktur: Bentley ist vollständig im Volkswagen-Konzern konsolidiert; die Familien Porsche und Piëch halten ihren Einfluss über die börsennotierte Porsche SE. Beträge zu Privatpersonen nennt uamr.de nicht. |
Geschichte und Herkunft
Walter Owen Bentley gründete das Unternehmen am 18. Januar 1919 gemeinsam mit seinem Bruder im Londoner Stadtteil Cricklewood. Trotz fünf Le-Mans-Siegen zwischen 1924 und 1930 stand die Firma wirtschaftlich auf schwachen Füßen; 1931 übernahm Rolls-Royce den Konkurrenten für 125.000 Pfund. Über Jahrzehnte war Bentley im Wesentlichen ein Rolls-Royce mit anderem Kühlergrill, gefertigt nach dem Zweiten Weltkrieg im Werk Crewe.
Nach der Insolvenz des Rolls-Royce-Konzerns übernahm 1980 der britische Industriekonzern Vickers die Autosparte, der sie 1998 zum Verkauf stellte. Volkswagen bot 430 Millionen Pfund und setzte sich gegen BMW durch, das 340 Millionen Pfund geboten hatte. Der Haken: Die Namens- und Logorechte an Rolls-Royce lagen beim Triebwerkshersteller Rolls-Royce plc, der sie für 40 Millionen Pfund an BMW vergab. Nach einer Übergangsphase blieb Volkswagen ab 1. Januar 2003 allein die Marke Bentley samt Werk Crewe, während BMW Rolls-Royce in Goodwood neu aufbaute.
Eigentümerstruktur im Detail
Bentley Motors Limited ist eine hundertprozentige Konzerntochter. 2020 wurde bekannt, dass Volkswagen die Marke aus der Markengruppe Sport um Porsche herauslösen und Audi zuordnen wollte; seit Januar 2022 ist Bentley laut Wikipedia bei der Audi AG konsolidiert, die seit November 2020 vollständig der Volkswagen AG gehört. Der Audi-Verbund firmiert als Markengruppe Progressive mit den Marken Audi, Bentley, Lamborghini und Ducati.
Die eigentliche Kontrolle liegt eine Ebene höher. Nach dem Geschäftsbericht 2025 der Volkswagen AG hielt die Porsche Automobil Holding SE zum 31. Dezember 2025 53,3 Prozent der Stimmrechte, das Land Niedersachsen 20,0 Prozent und Qatar Holding 17,0 Prozent; 9,7 Prozent der Stammaktien lagen im Streubesitz. Die Porsche SE wird von den Familien Porsche und Piëch beherrscht, den Nachfahren des Konstrukteurs Ferdinand Porsche.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
Bentley baut alle Fahrzeuge in Crewe. Die Palette besteht aus dem SUV Bentayga, dem Grand Tourer Continental GT und der Limousine Flying Spur; die aktuellen Continental GT und Flying Spur fahren mit V8-Plug-in-Hybridantrieb. Ein wesentlicher Ertragshebel ist die Individualisierungssparte Mulliner; meistverkauftes Modell blieb 2025 der Bentayga.
Die Zahlen zeigen einen steilen Aufstieg und einen ebenso deutlichen Rückgang. 2022 meldete Bentley das beste Ergebnis der Firmengeschichte: 15.174 Auslieferungen, 3,38 Milliarden Euro Umsatz und 708 Millionen Euro operatives Ergebnis bei 20,9 Prozent Rendite. 2024 folgten nur noch 10.643 Auslieferungen, 2,648 Milliarden Euro Umsatz und 373 Millionen Euro Ergebnis (Rendite 14,1 Prozent, laut Audi-Geschäftsbericht). 2025 gingen die Auslieferungen um weitere fünf Prozent zurück, der Umsatz hielt sich mit 2,6 Milliarden Euro fast auf Vorjahresniveau, der operative Gewinn schrumpfte auf 216 Millionen Euro und die Rendite auf 8,3 Prozent. Ältere Angaben von 3,9 Milliarden Euro Umsatz für 2022 lassen sich nicht belegen.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
2025 stand im Zeichen eines schrumpfenden chinesischen Marktes, den Bentley als Hauptgrund für den Absatzrückgang nennt. Parallel investiert das Unternehmen in Crewe: Im Juli 2025 wurde ein Designzentrum eröffnet, die Halle A1 wird zur Montagelinie für Elektrofahrzeuge umgebaut, eine neue Lackiererei soll 2026 starten. Im März 2026 kündigte Bentley zudem ein Konsultationsverfahren für rund 275 Stellen außerhalb der Produktion an.
Die Elektrifizierungsstrategie wurde mehrfach angepasst. 2020 hatte Bentley unter dem Titel „Beyond100″ angekündigt, ab 2030 nur noch Elektroautos zu bauen. Die Nachfolgestrategie „Beyond100+“ verschob dieses Ziel auf 2035 und setzt auf Plug-in-Hybride als Brücke. Im März 2026 bestätigte Vorstandschef Walliser, dass das erste vollelektrische Modell, ein kompakter Luxus-SUV, Anfang 2027 an Kunden gehen soll. Bis zu vier weitere Elektromodelle auf der Konzernplattform SSP-61 wurden gestrichen, nachdem Volkswagen die Plattform eingestellt hatte; die damit verbundenen Wertberichtigungen und Verpflichtungen bezifferte Bentley laut WardsAuto auf rund zwei Milliarden Euro. Verbrenner- und Hybridmodelle bleiben deshalb mindestens bis 2035 im Angebot.
Vermögensbasis der Eigentümerfamilien
Hinter Bentley stehen keine Einzelpersonen als direkte Eigentümer, sondern eine mehrstufige Konzernstruktur. Die Familien Porsche und Piëch üben ihren Einfluss über die Porsche Automobil Holding SE aus, deren stimmberechtigte Stammaktien in Familienhand liegen. Beide Familienzweige zählen laut Rankings von Wirtschaftsmedien seit Jahren zu den vermögendsten Unternehmerfamilien Deutschlands und Österreichs; ihre Vermögensbasis besteht im Kern aus den Beteiligungen an Volkswagen und Porsche. Offizielle Angaben zum Privatvermögen existieren nicht, uamr.de nennt daher keine Beträge.
FAQ
Wem gehört Bentley heute?
Bentley Motors Ltd. gehört zu 100 Prozent zum Volkswagen-Konzern und ist seit 2022 der Audi AG zugeordnet. Größter Stimmrechtsaktionär von Volkswagen ist die Porsche SE der Familien Porsche und Piëch.
Seit wann gehört Bentley zu Volkswagen?
Volkswagen kaufte Bentley 1998 vom britischen Konzern Vickers für 430 Millionen Pfund. Seit 1. Januar 2003 gehört die Marke vollständig und ausschließlich zu VW.
Warum gehört Rolls-Royce nicht zu Volkswagen?
Beim Verkauf 1998 erwarb VW das Werk in Crewe und die Marke Bentley, nicht aber die Namensrechte an Rolls-Royce. Diese lagen bei Rolls-Royce plc, das sie an BMW vergab.
Wie viel Umsatz macht Bentley?
2025 erzielte Bentley 2,6 Milliarden Euro Umsatz und 216 Millionen Euro operatives Ergebnis. Im Rekordjahr 2022 waren es 3,38 Milliarden Euro Umsatz und 708 Millionen Euro Gewinn.
Wann kommt der erste elektrische Bentley?
Das erste vollelektrische Modell, ein kompakter Luxus-SUV, soll Anfang 2027 ausgeliefert werden. Weitere E-Modelle sind vor 2030 nicht geplant.
Fazit
Bentley ist seit über einem Vierteljahrhundert Teil des Volkswagen-Konzerns und seit 2022 Teil des Audi-Verbunds. Die Eigentümerfrage führt damit zur Porsche SE der Familien Porsche und Piëch, zum Land Niedersachsen und zum Staatsfonds von Katar. Absatz und Gewinn sind seit dem Rekordjahr 2022 deutlich gesunken, die Elektrifizierung wurde gestreckt und teilweise gestrichen. Dass Bentley 2025 dennoch das siebte profitable Jahr in Folge meldete, spricht für die Preisdurchsetzung im Luxussegment. Ob der 2027 startende erste Elektro-Bentley die Wende bringt, entscheidet sich vor allem in China und den USA.
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