Die Audi AG mit Sitz in Ingolstadt gehört seit dem Squeeze-out vom 16. November 2020 zu 100 Prozent der Volkswagen AG. Die Frage „Wem gehört Audi?“ führt damit nach Wolfsburg: Dort hält die Porsche Automobil Holding SE der Familien Porsche und Piëch 53,3 Prozent der Stimmrechte, gefolgt vom Land Niedersachsen (20,0 Prozent) und Qatar Holding (17,0 Prozent). 2025 erzielte der Audi Konzern einen Umsatz von 65,5 Milliarden Euro und lieferte 1.644.429 Fahrzeuge aus. Vorstandsvorsitzender ist seit dem 1. September 2023 Gernot Döllner.
Key Takeaways
- Die Audi AG ist seit dem Squeeze-out im November 2020 eine hundertprozentige Tochter der Volkswagen AG und nicht mehr börsennotiert.
- Bei Volkswagen hält die Porsche SE der Familien Porsche und Piëch 53,3 Prozent der Stimmrechte, Niedersachsen 20,0 Prozent, Qatar Holding 17,0 Prozent (Ende 2025).
- Audi führt im VW-Konzern die Markengruppe mit Lamborghini (seit 1998), Ducati (seit 2012) und Bentley (seit 2022).
- 2025 setzte der Audi Konzern 65,5 Milliarden Euro um; das operative Ergebnis sank auf 3,4 Milliarden Euro (Rendite 5,1 Prozent).
- Die vier Ringe stehen für die 1932 gegründete Auto Union aus Audi, DKW, Horch und Wanderer. Volkswagen übernahm die Auto Union 1964 bis 1966 von Daimler-Benz.
- Bis 2029 fallen 7.500 Stellen in Deutschland weg, im Gegenzug gilt eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2033. Das Werk Brüssel wurde am 28. Februar 2025 geschlossen.
- Seit 2026 fährt Audi mit dem Audi Revolut F1 Team in der Formel 1; über ein US-Werk soll 2026 entschieden werden.
| Name | Audi AG |
| Gegründet | 1909/1910 in Zwickau durch August Horch; Auto Union 1932; Audi AG unter heutigem Namen seit 1985 |
| Sitz | Ingolstadt, Bayern |
| Branche | Automobilhersteller (Premiumsegment), Motorräder über Ducati |
| Eigentümer | Volkswagen AG (100 Prozent seit 2020); VW-Stimmrechte: Porsche SE 53,3 %, Land Niedersachsen 20,0 %, Qatar Holding 17,0 %, Streubesitz 9,7 % |
| Führung | Gernot Döllner, Vorstandsvorsitzender seit 1. September 2023; Finanzvorstand Jürgen Rittersberger |
| Umsatz / Mitarbeiter | 65,5 Mrd. Euro Umsatz (Audi Konzern, 2025); rund 55.000 Beschäftigte in Deutschland (Stand März 2026), weltweite Gesamtzahl 2025 nicht veröffentlicht |
Herkunft und Geschichte: Von August Horch zu den vier Ringen
August Horch gründete 1909/1910 in Zwickau die Audi Automobilwerke – der Name ist die lateinische Übersetzung seines Nachnamens. 1932 schlossen sich Audi, DKW, Horch und Wanderer zur Auto Union AG zusammen; die vier Ringe im Logo erinnern an diese Gründungsmarken.
Nach 1945 wurde die Auto Union in Ingolstadt neu aufgebaut. 1958 übernahm Daimler-Benz 88 Prozent der westdeutschen Auto Union GmbH, gab sie aber zwischen 1964 und 1966 komplett an den Volkswagen-Konzern ab. 1969 folgte die Fusion mit den NSU Motorenwerken aus Neckarsulm zur Audi NSU Auto Union AG. Seit 1985 firmiert das Unternehmen als Audi AG mit Sitz in Ingolstadt.
Eigentümerstruktur im Detail: Volkswagen, Porsche SE und Niedersachsen
Lange war Audi zwar mehrheitlich in Volkswagen-Hand, aber weiterhin börsennotiert. Am 16. November 2020 wurden die verbliebenen Minderheitsaktionäre per Squeeze-out gegen eine Barabfindung abgefunden. Seither ist Audi eine hundertprozentige Tochter der Volkswagen AG, die Aktie wird nicht mehr gehandelt.
Wer Audi gehört, entscheidet sich damit in Wolfsburg. Laut Geschäftsbericht 2025 der Volkswagen AG verteilen sich die Stimmrechte an den Stammaktien zum 31. Dezember 2025 so: Porsche Automobil Holding SE 53,3 Prozent, Land Niedersachsen 20,0 Prozent, Qatar Holding LLC 17,0 Prozent, Streubesitz 9,7 Prozent. Hinter der Porsche SE stehen die Familien Porsche und Piëch, Nachfahren des Konstrukteurs Ferdinand Porsche und eine der einflussreichsten Unternehmerdynastien Deutschlands.
Eine Besonderheit ist das Land Niedersachsen: Das VW-Gesetz sichert ihm mit 20 Prozent eine Sperrminorität, sodass der Staat auch bei Audi indirekt mitredet. Der katarische Staatsfonds ist über Qatar Holding drittgrößter Stimmrechtsaktionär.
Marken unter dem Audi-Dach: Lamborghini, Ducati und Bentley
Audi ist nicht nur Tochter, sondern selbst Mutter mehrerer Marken: Lamborghini gehört seit 1998 dazu, der Motorradhersteller Ducati seit 2012, und im Januar 2022 wurde die britische Luxusmarke Bentley in die Verantwortung von Audi überführt. Diese Markengruppe verantwortet Gernot Döllner zugleich als Mitglied des Volkswagen-Konzernvorstands. 2025 lieferte Lamborghini 10.747 Fahrzeuge aus, Bentley 10.131 und Ducati 50.895 Motorräder; die Kernmarke Audi kam auf 1.623.551 Automobile.
Geschäftszahlen und Marktposition
Der Audi Konzern schloss 2025 mit einem Umsatz von 65,5 Milliarden Euro ab, ein Plus von 1,5 Prozent gegenüber 64,5 Milliarden Euro im Jahr 2024. Das operative Ergebnis ging jedoch von 3,9 auf 3,4 Milliarden Euro zurück, die operative Umsatzrendite sank von 6,0 auf 5,1 Prozent. Belastend wirkten US-Zölle mit rund 1,2 Milliarden Euro, CO₂-Regulierung und Restrukturierungskosten. Das Ergebnis nach Steuern stieg dennoch auf 4,6 Milliarden Euro.
Die Auslieferungen gingen 2025 um 2,8 Prozent auf 1.644.429 Fahrzeuge zurück, während die Marke Audi mit 223.032 vollelektrischen Fahrzeugen ein Plus von 36 Prozent verbuchte. Für 2026 erwartet Audi einen Umsatz zwischen 63 und 68 Milliarden Euro und eine operative Rendite von 6 bis 8 Prozent.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026: Sparkurs, Werksschließung und Formel 1
Im März 2025 einigten sich Vorstand und Betriebsrat auf eine „Zukunftsvereinbarung“: Bis Ende 2029 sollen in Deutschland 7.500 Stellen wegfallen, davon 6.000 bis 2027, überwiegend in der Verwaltung und über freiwillige Modelle wie Altersteilzeit. Im Gegenzug gilt eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2033, zudem investiert Audi 8 Milliarden Euro in die deutschen Standorte. Im März 2026 waren rund 65 Prozent des Abbaus umgesetzt oder vereinbart; weitere Kürzungen schloss Audi aus.
Am 28. Februar 2025 lief im Werk Brüssel der letzte Audi Q8 e-tron vom Band; der Standort mit rund 3.000 Beschäftigten wurde wegen der eingebrochenen Nachfrage nach Premium-Elektroautos und hoher Produktionskosten geschlossen. Offen ist ein eigenes Werk in den USA: Döllner kündigte im März 2026 eine Entscheidung noch im laufenden Jahr an, VW-Konzernchef Oliver Blume knüpft sie an eine Zollentlastung durch die US-Regierung. Der Betriebsrat lehnt ein US-Werk ab, solange die deutschen Werke nicht ausgelastet sind.
Sportlich hat Audi 2026 ein neues Kapitel aufgeschlagen: Nach der schrittweisen Übernahme des Schweizer Rennstalls Sauber tritt das Unternehmen seit dem Saisonstart am 8. März 2026 als Audi Revolut F1 Team in der Formel 1 an – mit den Fahrern Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto und einer in Neuburg an der Donau entwickelten Antriebseinheit. Die Qatar Investment Authority hält seit November 2024 eine Minderheitsbeteiligung am Team.
FAQ
Wem gehört Audi? Seit November 2020 zu 100 Prozent der Volkswagen AG, deren größter Stimmrechtsaktionär die Porsche SE der Familien Porsche und Piëch ist.
Ist Audi noch an der Börse? Nein, nach dem Squeeze-out im November 2020 wurde die Börsennotierung eingestellt.
Seit wann gehört Audi zu Volkswagen? Volkswagen übernahm die Auto Union zwischen 1964 und 1966 von Daimler-Benz; seit 1985 heißt das Unternehmen Audi AG.
Welche Marken gehören zu Audi? Zur Markengruppe unter Audi-Führung gehören Lamborghini, Ducati und Bentley. In China hat Audi 2025 zudem die nur dort angebotene Elektromarke AUDI gestartet.
Wie viel Umsatz macht Audi? 2025 erzielte der Audi Konzern 65,5 Milliarden Euro Umsatz und 3,4 Milliarden Euro operatives Ergebnis.
Wer ist der Chef von Audi? Vorstandsvorsitzender ist seit dem 1. September 2023 Gernot Döllner, zuvor Strategiechef des Volkswagen-Konzerns.
Fazit
Audi ist hundertprozentige Tochter von Volkswagen und zugleich Mutter von Lamborghini, Ducati und Bentley. Die eigentlichen Eigentümer sitzen eine Ebene höher: die Familien Porsche und Piëch über die Porsche SE, das Land Niedersachsen und der katarische Staatsfonds. Mit 65,5 Milliarden Euro Umsatz bleibt Audi ein Schwergewicht im Premiumsegment, muss aber sinkende Rendite, US-Zölle und einen harten Sparkurs gleichzeitig bewältigen. Die für 2026 angekündigte Entscheidung über ein US-Werk wird zeigen, wohin die Eigentümer die Marke mit den vier Ringen steuern.