Arla Foods amba gehört keinem Konzern, keiner Familie und keinem Investor, sondern seinen Milchbauern: Rund 11.200 Landwirte aus sieben europäischen Ländern sind die Eigentümer der Genossenschaft mit Sitz im dänischen Viby bei Aarhus. Seit dem 1. Juni 2026 zählen dazu auch die früheren Mitglieder des Deutschen Milchkontors (DMK), das nach Genehmigung der EU-Kommission in Arla aufgegangen ist. Die Genossenschaft entstand 2000 aus der Fusion der dänischen MD Foods mit der schwedischen Arla und erzielte 2025 einen Rekordumsatz von 15,1 Milliarden Euro; pro forma liegt das fusionierte Unternehmen bei über 20 Milliarden Euro.
Key Takeaways
- Arla Foods ist eine Genossenschaft (dänisch: andelsselskab med begrænset ansvar, kurz amba). Eigentümer sind ausschließlich die Milchbauern, die ihre Milch an Arla liefern.
- Nach der Fusion mit der DMK Group zum 1. Juni 2026 gehören rund 11.200 Landwirte aus Dänemark, Schweden, Deutschland, Großbritannien, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden zur Genossenschaft.
- Die EU-Kommission genehmigte den Zusammenschluss Ende Mai 2026 ohne Auflagen. Das fusionierte Unternehmen firmiert weiter als Arla mit Hauptsitz in Viby J.
- 2025 erzielte Arla allein 15,1 Milliarden Euro Umsatz und 415 Millionen Euro Nettogewinn; 2024 waren es 13,8 Milliarden Euro und 401 Millionen Euro.
- CEO ist der Däne Peder Tuborgh, Aufsichtsratsvorsitzender der Landwirt Jan Toft Nørgaard.
- Zu den Marken zählen Arla, Lurpak, Castello, Puck und in Deutschland Kærgården, seit der Fusion auch Milram, Oldenburger und Humana.
- Im Rabobank-Ranking der größten Molkereien der Welt lag Arla 2025 auf Platz 6; mit DMK könnte die Genossenschaft laut Rabobank in Richtung Platz 4 aufrücken.
| Name | Arla Foods amba |
| Gegründet | 17. April 2000 (Fusion MD Foods und Arla); Wurzeln bis 1881/1882 |
| Sitz | Viby J bei Aarhus, Dänemark; Deutschland-Zentrale in Düsseldorf |
| Branche | Molkereiprodukte, Molkenproteine (Arla Foods Ingredients) |
| Eigentümer | Genossenschaft, rund 11.200 Milchbauern aus sieben europäischen Ländern (Stand Juni 2026) |
| Führung | CEO Peder Tuborgh; Aufsichtsratsvorsitzender Jan Toft Nørgaard; Integrationschef Ingo Müller (Ex-DMK) |
| Umsatz / Mitarbeiter | 15,1 Mrd. Euro (2025, ohne DMK); rund 28.800 Mitarbeiter nach der Fusion (2026) |
Herkunft und Geschichte
1881 gründeten Bauern auf dem Gut Stora Arla Gård in der schwedischen Region Västmanland die erste schwedische Molkereigenossenschaft, ein Jahr später entstand im dänischen Hjedding die erste dänische Genossenschaftsmolkerei. Über viele Fusionen wuchsen daraus die dänische MD Foods und die schwedische Arla, die sich am 17. April 2000 zur heutigen Arla Foods amba zusammenschlossen.
In Deutschland wuchs Arla vor allem durch Zusammenschlüsse mit heimischen Genossenschaften: 2011 kam die Hansa-Milch eG aus Norddeutschland hinzu, 2012 die Milch-Union Hocheifel eG (MUH) aus Rheinland-Pfalz mit Mitgliedern in Belgien und Luxemburg, 2014 die belgische EGM Walhorn. 2019 wurden die nationalen Unter-Genossenschaften unter dem Projektnamen „ONE Arla“ aufgelöst, sodass alle Landwirte seither direkte Mitglieder der dänischen Muttergenossenschaft sind.
Eigentümerstruktur im Detail
Arla Foods ist keine Aktiengesellschaft: keine Börsennotierung, keine Familie, keine Stiftung im Hintergrund. Die Rechtsform amba entspricht einer Genossenschaft mit beschränkter Haftung nach dänischem Recht. Eigentümer sind ausschließlich die aktiven Milcherzeuger. Vor der Fusion mit DMK waren das rund 7.600 Betriebe, danach sind es rund 11.200 in sieben Ländern.
Die Mitbestimmung ist gestaffelt organisiert: Die Landwirte wählen in regionalen Bezirken Vertreter in die Repräsentantenversammlung, das oberste Organ der Genossenschaft. Sie entscheidet über die Gewinnverwendung und wählt den Aufsichtsrat, in dem gewählte Landwirte die Mehrheit stellen, ergänzt um Arbeitnehmervertreter und zwei externe Mitglieder. Der Aufsichtsrat bestellt den Vorstand um CEO Peder Tuborgh.
Wirtschaftlich profitieren die Eigentümer über den laufenden Milchpreis und eine Nachzahlung am Jahresende. Für 2025 schlug der Aufsichtsrat 2,2 Cent je Kilogramm Milch vor; zusammen mit dem Milchpreis ergab sich ein Leistungspreis von 56,4 Cent je Kilogramm. Der übrige Gewinn bleibt als Eigenkapital im Unternehmen. Mit der DMK-Fusion kam eine Besonderheit hinzu: Die deutschen Genossenschaften DMK eG und DOC Kaas U.A. werden in einer zweijährigen Übergangsphase in eine europäische Genossenschaft überführt, die dann mit Arla Foods amba verschmilzt. Die operative DMK GmbH ist seit dem 1. Juni 2026 eine Tochtergesellschaft von Arla.
Geschäftszahlen und Marktposition
2024 schloss Arla mit 13,8 Milliarden Euro Umsatz und 401 Millionen Euro Nettogewinn ab; verarbeitet wurden 13,7 Milliarden Kilogramm Milch. 2025 folgte ein Rekordjahr: 15,1 Milliarden Euro Umsatz, 415 Millionen Euro Nettogewinn, 14,3 Milliarden Kilogramm Milch. Besonders stark wuchs die Zutatensparte Arla Foods Ingredients, die nach der Übernahme des britischen Molkenspezialisten Volac um 43,1 Prozent zulegte. Investiert wurden 2025 rund 731 Millionen Euro.
Im Rabobank-Ranking „Global Dairy Top 20“ lag Arla 2025 auf Platz 6, hinter Lactalis, Nestlé, Dairy Farmers of America, Danone und Yili. Nach eigener Darstellung ist Arla der weltweit größte Hersteller von Bio-Molkereiprodukten und führend bei hochwertigen Molkenproteinen.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026: Fusion mit DMK
Am 8. April 2025 kündigten Arla und die DMK Group aus Zeven ihre Fusionsabsicht an. DMK war mit 4.600 Mitgliedern, 5,1 Milliarden Euro Umsatz, 5,3 Milliarden Kilogramm Milch und 6.800 Beschäftigten Deutschlands größte Molkereigenossenschaft. Die Repräsentantenversammlungen beider Seiten stimmten im Juni 2025 zu. Die kartellrechtliche Prüfung dauerte länger als geplant: Statt Ende 2025 erteilte die EU-Kommission erst Ende Mai 2026 grünes Licht, und zwar ohne Auflagen. Am 1. Juni 2026 wurde die Fusion vollzogen.
Das vereinte Unternehmen verarbeitet rund 19,4 Milliarden Kilogramm Milch pro Jahr, beschäftigt rund 28.800 Menschen und kommt pro forma auf mehr als 20 Milliarden Euro Umsatz. Der frühere DMK-Chef Ingo Müller wechselte als Chief Integration Officer in die Arla-Geschäftsleitung. Die DMK-Marken Milram, Oldenburger, Humana, Alete und Uniekaas gehören seither zum Arla-Portfolio.
Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz auf 7,6 Milliarden Euro, der Nettogewinn auf 213 Millionen Euro (Vorjahr 158 Millionen). Für das Gesamtjahr 2026 hob Arla die Prognose auf 16,8 bis 17,6 Milliarden Euro an, inklusive sieben Monaten DMK. Zudem kündigte die Genossenschaft mit rund 300 Millionen Euro für eine neue Käserei im schwedischen Götene die größte Einzelinvestition ihrer Geschichte an.
Marken und Arla in Deutschland
Die wichtigsten globalen Marken sind Arla, die Butter Lurpak, der Käse Castello und die im Nahen Osten starke Marke Puck, dazu die Lizenzmarke Starbucks für gekühlte Kaffeegetränke. In Deutschland sind Kærgården, Arla Buko und Arla Skyr bekannt. Die Arla Foods Deutschland GmbH sitzt in Düsseldorf; produziert wird in Pronsfeld in der Eifel (ehemals Milch-Union Hocheifel) und in Upahl in Mecklenburg-Vorpommern (ehemals Hansa-Milch). Mit der DMK-Integration kommen weitere deutsche Werke hinzu.
FAQ
Wem gehört Arla Foods? Arla Foods amba gehört seinen rund 11.200 Milchbauern aus Dänemark, Schweden, Deutschland, Großbritannien, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden. Es gibt keine externen Aktionäre und keine Börsennotierung.
Ist Arla dänisch oder schwedisch? Beides: Die Genossenschaft entstand 2000 aus der Fusion der dänischen MD Foods mit der schwedischen Arla. Der Hauptsitz liegt in Viby J bei Aarhus in Dänemark.
Ist die Fusion mit DMK abgeschlossen? Ja. Die EU-Kommission genehmigte den Zusammenschluss Ende Mai 2026 ohne Auflagen, am 1. Juni 2026 wurde die Fusion vollzogen. Die vollständige Verschmelzung der Genossenschaften folgt in einer zweijährigen Übergangsphase.
Wer führt Arla? CEO ist Peder Tuborgh, Aufsichtsratsvorsitzender der dänische Landwirt Jan Toft Nørgaard, seine Stellvertreterin Inger-Lise Sjöström. Der frühere DMK-Chef Ingo Müller leitet die Integration.
Wie viel Umsatz macht Arla? 2025 waren es 15,1 Milliarden Euro bei 415 Millionen Euro Nettogewinn. Für 2026 erwartet Arla inklusive DMK 16,8 bis 17,6 Milliarden Euro; pro forma liegt das fusionierte Unternehmen bei über 20 Milliarden Euro.
Fazit
Arla Foods ist ein Sonderfall unter Europas Lebensmittelriesen: ein Unternehmen mit mehr als 20 Milliarden Euro Pro-forma-Umsatz, das vollständig seinen rund 11.200 Milchbauern gehört. Mit der 2026 vollzogenen Fusion mit dem Deutschen Milchkontor ist die dänisch-schwedische Genossenschaft auch zur prägenden Kraft der deutschen Milchwirtschaft geworden.