Wem gehört Alfa Romeo? Eigentümer, Aktionäre und Struktur

Wem gehört Alfa Romeo

Alfa Romeo gehört heute dem Automobilkonzern Stellantis N.V. mit Sitz im niederländischen Hoofddorp. Die 1910 in Mailand gegründete Marke wurde 1986 von Fiat übernommen und ist seit der Fusion von FCA und PSA im Januar 2021 eine von 14 Konzernmarken. Größte Einzelaktionärin von Stellantis ist die Holding Exor der Familie Agnelli mit rund 15,5 Prozent der Aktien, gefolgt von der Peugeot-Familie und der französischen Staatsbank Bpifrance. 2025 verkaufte Alfa Romeo weltweit mehr als 73.000 Fahrzeuge, ein Plus von gut 20 Prozent.

Key Takeaways

  • Alfa Romeo ist seit 2021 eine Marke der aus FCA und PSA fusionierten Stellantis N.V.
  • Größte Aktionärin von Stellantis ist Exor, die Holding der Familie Agnelli, mit 15,48 Prozent der Aktien und 23,84 Prozent der Stimmrechte (Stand Februar 2026).
  • Die Peugeot-Familie hält über Établissements Peugeot Frères 7,72 Prozent, die französische Staatsbank Bpifrance 6,64 Prozent der Aktien.
  • Die Marke wurde am 24. Juni 1910 in Mailand als A.L.F.A. gegründet, war ab 1933 im Besitz der Staatsholding IRI und ging 1986 an Fiat.
  • Stellantis erzielte 2025 Nettoerlöse von 153,5 Milliarden Euro, wies aber einen Nettoverlust von 22,3 Milliarden Euro aus.
  • Seit dem 23. Juni 2025 führt Antonio Filosa den Stellantis-Konzern als CEO; Markenchef von Alfa Romeo ist Santo Ficili.
  • Die geplante reine Elektrostrategie wurde 2025 zugunsten eines „Multi-Energy“-Ansatzes aufgegeben.
NameAlfa Romeo (Marke der Stellantis N.V.)
Gegründet24. Juni 1910 in Mailand als A.L.F.A. (Società Anonima Lombarda Fabbrica Automobili)
SitzTurin (Markenzentrale); Konzernsitz Stellantis: Hoofddorp, Niederlande
BrancheAutomobilhersteller, Premiumsegment
EigentümerStellantis N.V. (100 Prozent); größte Stellantis-Aktionäre: Exor 15,48 %, Établissements Peugeot Frères 7,72 %, Bpifrance 6,64 %
FührungSanto Ficili (CEO Alfa Romeo); Antonio Filosa (CEO Stellantis, seit Juni 2025); John Elkann (Chairman Stellantis)
Umsatz / MitarbeiterStellantis 2025: 153,5 Mrd. Euro Nettoerlöse, 5,484 Mio. ausgelieferte Fahrzeuge; 248.243 Mitarbeiter (Ende 2024); Alfa Romeo 2025: über 73.000 verkaufte Fahrzeuge

Geschichte: Von Mailand über den Staat zu Fiat

Am 24. Juni 1910 übernahm eine Gruppe lombardischer Investoren um Ugo Stella das Mailänder Werk des französischen Herstellers Darracq und gründete die „Società Anonima Lombarda Fabbrica Automobili“, kurz A.L.F.A. 1915 stieg der Unternehmer Nicola Romeo ein, dessen Name ab 1920 zum Markennamen Alfa Romeo führte.

1933 geriet das Unternehmen in Schwierigkeiten und wurde in die staatliche Industrieholding IRI eingegliedert; Alfa Romeo blieb mehr als fünf Jahrzehnte in Staatsbesitz. In dieser Zeit entstanden das 1961 eröffnete Werk Arese bei Mailand und ab 1969 das Werk Pomigliano d’Arco bei Neapel. 1950 und 1951 gewann die Marke die ersten beiden Formel-1-Weltmeisterschaften.

1986 übernahm Fiat den defizitären Staatsbetrieb. Seither sitzt die Markenzentrale in Turin; in Arese endete die Produktion 2003. Über Fiat wanderte Alfa Romeo 2014 in den Konzern FCA und im Januar 2021 in die Stellantis N.V., die aus dem Zusammenschluss von FCA mit der Groupe PSA hervorging.

Eigentümerstruktur im Detail: Wer hinter Stellantis steht

Alfa Romeo ist keine eigenständige Aktiengesellschaft, sondern zu 100 Prozent eine Marke der Stellantis N.V. Entscheidend sind daher die Aktionäre von Stellantis. Der Konzern vereint 14 Marken, darunter Fiat, Peugeot, Citroën, Opel, Jeep, Maserati und Lancia.

Größte Einzelaktionärin ist laut Geschäftsbericht 2025 (Stand 25. Februar 2026) die Exor N.V., die Beteiligungsholding der Familie Agnelli, mit rund 449,4 Millionen Aktien. Das entspricht 15,48 Prozent des Kapitals und dank der Treueaktien-Regelung 23,84 Prozent der Stimmrechte. Es folgt die Peugeot-Familie über die Établissements Peugeot Frères mit 7,72 Prozent der Aktien und 11,89 Prozent der Stimmrechte. Die französische Staatsbank Bpifrance hält 6,64 Prozent der Aktien und 10,22 Prozent der Stimmrechte, der Vermögensverwalter BlackRock rund 3,1 Prozent. Der Rest ist Streubesitz.

Chairman des Verwaltungsrats ist seit 2021 John Elkann, der zugleich Exor führt. Die Familie Agnelli hat damit den größten Einfluss auf die Konzernstrategie, ohne eine Mehrheit zu besitzen.

Geschäftsmodell und Zahlen

Alfa Romeo ist innerhalb von Stellantis als Premiummarke positioniert. Das Programm umfasst die Limousine Giulia, das SUV Stelvio, das Kompakt-SUV Tonale, den seit 2024 angebotenen Junior und den in Kleinserie gebauten 33 Stradale. Giulia und Stelvio entstehen im Werk Cassino; auch die Nachfolger sollen in Italien gefertigt werden.

2025 setzte die Marke weltweit mehr als 73.000 Fahrzeuge ab, ein Zuwachs von 20,1 Prozent; in Europa legten die Zulassungen um 31,1 Prozent zu, in Deutschland um 20,5 Prozent. Wachstumsmotor ist der Junior mit mehr als 60.000 Bestellungen aus 41 Märkten, 17 Prozent davon elektrisch. Der Tonale ist das zweitstärkste Modell.

Der Mutterkonzern meldete für 2025 Nettoerlöse von 153,5 Milliarden Euro (minus zwei Prozent) und 5,484 Millionen ausgelieferte Fahrzeuge, unter dem Strich aber einen Nettoverlust von 22,3 Milliarden Euro, verursacht durch Sonderbelastungen von 25,4 Milliarden Euro, vor allem Abschreibungen wegen der zu optimistisch geplanten Elektrowende. Die Dividende für 2026 wurde ausgesetzt. Ende 2024 beschäftigte Stellantis 248.243 Menschen; der Geschäftsbericht 2025 spricht von „mehr als 250.000“ Beschäftigten.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Nach dem vorzeitigen Rücktritt von Carlos Tavares im Dezember 2024 ernannte der Verwaltungsrat im Mai 2025 Antonio Filosa zum CEO; er trat das Amt am 23. Juni 2025 an. Bei Alfa Romeo führt Santo Ficili die Marke. Beide stehen für die Abkehr vom reinen Elektrokurs, den Alfa Romeo ursprünglich ab 2027 fahren wollte.

Im Oktober 2025 gab die Marke ihre angepasste Strategie bekannt: Die neuen Generationen von Giulia und Stelvio entstehen auf der Plattform STLA Large als „Multi-Energy“-Modelle mit Hybrid- und Elektroantrieb. Ein Termin wurde nicht genannt; Branchenmedien rechnen mit der neuen Stelvio frühestens 2026 und der Giulia 2027. Die aktuellen Diesel-Versionen bleiben bis Ende 2027 bestellbar, die Quadrifoglio-Varianten kehren 2026 zurück. Ein geplantes großes Elektro-SUV wurde gestrichen.

Ficili wies zugleich Spekulationen über einen Verkauf zurück: Alfa Romeo stehe nicht zum Verkauf. Für 2026 setzt die Marke auf das erste volle Verkaufsjahr des überarbeiteten Tonale und auf den Junior als Volumenmodell.

Die Eigentümer: Vermögensbasis

Die wirtschaftliche Grundlage der Familie Agnelli ist die börsennotierte Holding Exor, die neben Stellantis unter anderem Anteile an Ferrari und Juventus Turin hält. Die Peugeot-Familie bündelt ihre Beteiligungen in den Établissements Peugeot Frères und der Holding Peugeot Invest. Offizielle Angaben zum Privatvermögen der Familien existieren nicht; uamr.de nennt daher keine Beträge und verweist ausschließlich auf die veröffentlichten Beteiligungsquoten.

FAQ

Wem gehört Alfa Romeo heute? Alfa Romeo gehört zu 100 Prozent dem Konzern Stellantis N.V. mit Sitz in Hoofddorp. Größte Aktionäre von Stellantis sind Exor (Familie Agnelli), die Peugeot-Familie und die Staatsbank Bpifrance.

Seit wann gehört Alfa Romeo zu Fiat beziehungsweise Stellantis? Fiat übernahm Alfa Romeo 1986 vom italienischen Staat. Seit der Fusion von FCA und PSA im Januar 2021 ist die Marke Teil von Stellantis.

Wie viel Prozent hält die Familie Agnelli an Stellantis? Exor hielt im Februar 2026 15,48 Prozent der Aktien und 23,84 Prozent der Stimmrechte, also keine Mehrheit.

Wer führt Alfa Romeo und Stellantis? Markenchef ist Santo Ficili. Den Konzern leitet seit dem 23. Juni 2025 Antonio Filosa, Chairman ist John Elkann.

Wird Alfa Romeo verkauft oder rein elektrisch? Ficili hat einen Verkauf ausgeschlossen. Den Plan, ab 2027 nur Elektroautos anzubieten, hat die Marke 2025 aufgegeben; künftige Giulia und Stelvio kommen als Hybrid- und Elektroversionen.

Fazit

Alfa Romeo gehört seit 1986 zum Fiat-Reich und heute vollständig zu Stellantis, an dem die Familie Agnelli über Exor, die Peugeot-Familie und der französische Staat die größten Anteile halten. Die Marke wächst wieder: 2025 stiegen die Verkäufe um gut 20 Prozent auf mehr als 73.000 Fahrzeuge. Ob der Aufschwung trägt, entscheidet sich mit den neuen Stelvio- und Giulia-Generationen und der Sanierung des Mutterkonzerns.