Last updated: July 30, 2026
Quick Answer: Eine Market-Order kauft oder verkauft eine Aktie sofort zum aktuell verfügbaren Preis, während eine Limit-Order nur dann ausgeführt wird, wenn der Kurs dein festgelegtes Preislimit erreicht oder unterschreitet. Für die meisten Privatanleger ist die Limit-Order die sicherere Wahl, weil sie Preiskontrolle bietet. Market-Orders sind sinnvoll, wenn Geschwindigkeit wichtiger ist als der genaue Ausführungspreis.
Key Takeaways
- Eine Market-Order wird sofort ausgeführt, aber der tatsächliche Kaufpreis kann vom angezeigten Kurs abweichen (Slippage).
- Eine Limit-Order garantiert den Preis, aber nicht die Ausführung: Wird das Limit nie erreicht, bleibt die Order offen oder verfällt.
- Bei illiquiden Aktien oder in volatilen Märkten kann eine Market-Order deutlich teurer werden als erwartet.
- Limit-Orders kosten bei den meisten deutschen Brokern zwischen 0 und 2 Euro Aufpreis gegenüber Market-Orders, abhängig vom Anbieter.
- Für Einsteiger ist die Limit-Order in der Regel die bessere Wahl, weil sie Preissicherheit bietet.
- Day-Trader nutzen häufig Market-Orders für schnelle Einstiege, Langfristanleger profitieren mehr von Limit-Orders.
- Eine bereits abgesendete Market-Order lässt sich in der Regel nicht mehr stornieren.
- Das richtige Limit setzt man typischerweise 1 bis 3 Prozent unter dem aktuellen Kurs, je nach Volatilität der Aktie.

Was ist der Unterschied zwischen Limit-Order und Market-Order?
Eine Market-Order ist der einfachste Ordertyp: Du gibst den Auftrag, eine Aktie sofort zum nächstbesten verfügbaren Marktpreis zu kaufen oder zu verkaufen. Die Ausführung erfolgt nahezu sofort, der Preis ist jedoch nicht garantiert.
Eine Limit-Order legt einen Maximalpreis (beim Kauf) oder Mindestpreis (beim Verkauf) fest. Die Order wird nur ausgeführt, wenn der Marktpreis dieses Limit erreicht oder unterschreitet bzw. überschreitet.
Praktisches Beispiel:
- Aktie X notiert bei 50,00 Euro.
- Market-Order: Du kaufst sofort, aber vielleicht zu 50,20 Euro, weil andere Orders schneller waren.
- Limit-Order bei 49,50 Euro: Du kaufst nur, wenn der Kurs auf 49,50 Euro fällt. Passiert das nicht, wird die Order nicht ausgeführt.
Der zentrale Unterschied ist also: Market-Order = Ausführungssicherheit, Limit-Order = Preissicherheit.
Wann sollte man eine Limit-Order statt einer Market-Order nutzen?
Die Frage „Limit-Order vs. Market-Order: Welche Orderart du beim Aktienkauf wirklich nutzen solltest“ hängt vor allem von drei Faktoren ab: Liquidität der Aktie, Marktvolatilität und der eigenen Preistoleranz.
Limit-Order empfiehlt sich, wenn:
- Die Aktie wenig gehandelt wird (geringes Handelsvolumen).
- Der Markt gerade stark schwankt (z.B. kurz nach Börseneröffnung oder nach Nachrichten).
- Du einen bestimmten Einstiegspreis für deine Renditekalkulation benötigst.
- Du nicht aktiv den Markt beobachtest und die Order vorausplanst.
Market-Order ist sinnvoll, wenn:
- Du in einen hochliquiden Wert investierst (z.B. DAX-Bluechips, S&P-500-Aktien).
- Geschwindigkeit entscheidend ist, etwa bei einer kurzfristigen Handelsstrategie.
- Der Spread (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis) sehr gering ist.
Faustregel: Bei Aktien mit einem täglichen Handelsvolumen unter 500.000 Euro sollte man grundsätzlich eine Limit-Order verwenden.
Kann eine Limit-Order scheitern oder nie ausgeführt werden?
Ja, das ist der größte Nachteil der Limit-Order. Wenn der Kurs dein festgelegtes Limit nie erreicht, wird die Order schlicht nicht ausgeführt.
Was dann passiert:
- Bei einer Tages-Order verfällt sie am Ende des Handelstages automatisch.
- Bei einer GTC-Order („Good Till Cancelled“) bleibt sie offen, bis du sie manuell stornierst oder der Broker sie nach einer festgelegten Frist löscht (oft 30 bis 90 Tage).
- Du verpasst möglicherweise einen Einstieg, wenn der Kurs weiter steigt, ohne dein Limit zu berühren.
Häufiger Fehler: Das Limit zu weit vom aktuellen Kurs entfernt setzen, in der Hoffnung auf einen starken Rücksetzer, der nie kommt. Wer auf einen Kursrückgang von 20 Prozent wartet, wartet bei einem Bullenmarkt möglicherweise jahrelang.
Wie lange dauert die Ausführung einer Market-Order?
Eine Market-Order wird bei liquiden Aktien innerhalb von Sekunden ausgeführt, oft sogar in Millisekunden. An deutschen Börsenplätzen wie Xetra oder der Frankfurter Börse erfolgt die Ausführung in der Regel innerhalb weniger Sekunden während der regulären Handelszeiten.
Wichtig: Außerhalb der Kernhandelszeiten (Pre-Market oder After-Market) kann die Ausführung langsamer sein, und der Spread ist oft größer. Das erhöht das Risiko, einen ungünstigen Preis zu erhalten.
Warum kann man mit einer Market-Order mehr zahlen als erwartet?
Dieses Phänomen heißt Slippage. Es entsteht, weil zwischen dem Moment, in dem du die Order aufgibst, und dem Moment der Ausführung der Marktpreis sich verändert haben kann.
Bei illiquiden Aktien ist Slippage besonders ausgeprägt: Wenn nicht genug Verkäufer zum gewünschten Preis vorhanden sind, füllt das System deine Order zu höheren Preisen auf, bis die gewünschte Stückzahl erreicht ist. Bei großen Ordervolumina kann das mehrere Prozent Unterschied ausmachen.
Beispiel für Slippage:
- Angezeigter Kurs: 10,00 Euro
- Tatsächliche Ausführung: 10,35 Euro
- Slippage: 3,5 Prozent
Das ist kein Fehler des Brokers, sondern eine Marktreaktion auf mangelnde Liquidität.
Sind Limit-Orders besser für Day-Trading oder langfristiges Investieren?
Für langfristige Anleger sind Limit-Orders fast immer die bessere Wahl. Wer in Aktien oder ETFs für 10 bis 20 Jahre investiert, profitiert von einem definierten Einstiegspreis und vermeidet unerwartete Mehrkosten durch Slippage.
Für Day-Trader kommt es auf die Situation an:
- Bei sehr liquiden Werten (z.B. Apple, SAP) werden Market-Orders genutzt, weil der Spread minimal ist und Geschwindigkeit zählt.
- Bei weniger liquiden Titeln setzen auch aktive Trader auf Limit-Orders, um Preiskontrolle zu behalten.
Die Frage „Limit-Order vs. Market-Order: Welche Orderart du beim Aktienkauf wirklich nutzen solltest“ beantwortet sich für Langfristanleger eindeutig: Limit-Order, fast immer.
Kosten: Sind Limit-Orders teurer als Market-Orders?
Bei vielen deutschen Brokern (z.B. Trade Republic, Scalable Capital, ING) gibt es keinen Preisunterschied zwischen Limit- und Market-Orders in Bezug auf die Ordergebühr selbst. Bei klassischen Filialbanken oder bestimmten Direktbrokern kann eine Limit-Order einen geringen Aufpreis von 0,50 bis 2,00 Euro kosten.
Entscheidender als die Ordergebühr ist jedoch der Spread: Eine Market-Order bei einer illiquiden Aktie kann durch Slippage deutlich mehr kosten als die nominale Ordergebühr einer Limit-Order.
Welche Orderart ist sicherer für Einsteiger?
Für Börseneinsteiger ist die Limit-Order die sicherere Wahl. Sie verhindert, dass man zu einem unerwartet hohen Preis kauft, und zwingt dazu, sich vor der Order mit dem fairen Wert der Aktie auseinanderzusetzen.
Konkrete Empfehlung für Einsteiger:
- Aktuellen Kurs der Aktie notieren.
- Limit 1 bis 2 Prozent unter dem aktuellen Kurs setzen.
- Gültigkeitsdauer festlegen (z.B. 5 bis 10 Handelstage).
- Order aufgeben und nicht täglich nachkorrigieren.
Wer mit Market-Orders beginnt, riskiert bei illiquiden Werten oder in volatilen Phasen böse Überraschungen beim Kaufpreis.
Kann man eine Market-Order nach dem Absenden noch stornieren?
In der Praxis nein. Sobald eine Market-Order an die Börse übermittelt wurde und sich im Status „In Ausführung“ befindet, ist eine Stornierung nicht mehr möglich. Bei manchen Brokern gibt es ein kurzes Zeitfenster von wenigen Sekunden, bevor die Order weitergeleitet wird, aber darauf sollte man sich nicht verlassen.
Limit-Orders hingegen können jederzeit storniert werden, solange sie noch nicht ausgeführt wurden. Das ist ein weiterer praktischer Vorteil dieses Ordertyps.
Wie setzt man den richtigen Kurs für eine Limit-Order?
Das richtige Limit hängt von der Volatilität der Aktie und der eigenen Strategie ab. Es gibt keine universelle Formel, aber folgende Orientierungspunkte helfen:
- Stabile Bluechip-Aktien: Limit 0,5 bis 1 Prozent unter dem aktuellen Kurs.
- Wachstums- oder Technologieaktien: Limit 1 bis 3 Prozent unter dem aktuellen Kurs.
- Sehr volatile Small-Caps: Limit 3 bis 5 Prozent unter dem aktuellen Kurs.
Nützliches Werkzeug: Der Blick auf den 52-Wochen-Bereich und die durchschnittliche tägliche Schwankungsbreite (ATR, Average True Range) hilft, ein realistisches Limit zu setzen. Liegt die tägliche ATR bei 2 Prozent, ist ein Limit von 1,5 Prozent unter dem aktuellen Kurs gut erreichbar.
Welche Fehler machen Anleger häufig bei Limit-Orders?
Selbst erfahrene Anleger tappen in typische Fallen:
- Limit zu knapp gesetzt: Eine Limit-Order bei genau 50,00 Euro, wenn der Kurs bei 50,10 Euro steht, wird oft nicht ausgeführt, weil die Aktie das Niveau nur kurz touchiert.
- Vergessene offene Orders: GTC-Orders, die wochenlang offen bleiben, können zu ungewollten Käufen führen, wenn der Kurs plötzlich fällt.
- Falsches Limit beim Verkauf: Beim Verkauf muss das Limit über dem aktuellen Kurs liegen, nicht darunter. Ein Limit darunter würde sofort ausgeführt werden, wie eine Market-Order.
- Order außerhalb der Handelszeiten aufgeben: Kurse können sich bis zur Marktöffnung stark verändern.
FAQ: Limit-Order vs. Market-Order
Kann ich Limit-Orders für alle Aktien nutzen? Ja, grundsätzlich sind Limit-Orders an allen deutschen und internationalen Börsenplätzen für alle handelbaren Aktien verfügbar. Bei sehr illiquiden Penny-Stocks kann die Ausführung aber trotz erreichtem Limit verzögert sein, wenn kein Gegenpart vorhanden ist.
Was passiert, wenn meine Limit-Order nur teilweise ausgeführt wird? Das ist möglich, wenn nicht genug Aktien zum Limitpreis verfügbar sind. Du erhältst dann einen Teil der Order, der Rest bleibt offen oder verfällt je nach Einstellung.
Sollte ich bei ETF-Sparplänen eine Limit-Order nutzen? Nein. Automatische Sparpläne werden in der Regel als Market-Orders ausgeführt. Da ETFs auf liquide Indizes sehr enge Spreads haben, ist das kein Problem.
Kann Slippage auch bei Limit-Orders auftreten? Nein. Das ist der Kernvorteil: Eine Limit-Order wird niemals zu einem schlechteren Preis als dem festgelegten Limit ausgeführt.
Wie lange sollte ich eine Limit-Order gültig lassen? Für kurzfristige Käufe reichen 3 bis 5 Handelstage. Wer auf einen bestimmten Rücksetzer wartet, kann die Gültigkeitsdauer auf 30 Tage ausdehnen, sollte die Order aber regelmäßig überprüfen.
Gibt es weitere Ordertypen neben Limit und Market? Ja. Relevante Varianten sind die Stop-Order (wird zur Market-Order, wenn ein Kursniveau erreicht wird), die Stop-Limit-Order (Kombination aus Stop und Limit) sowie die Trailing-Stop-Order (dynamischer Stop, der dem Kurs folgt).
Welche Orderart nutzen professionelle Anleger häufiger? Institutionelle Anleger nutzen beide Typen, oft auch algorithmisch gesteuerte Varianten. Für große Positionen bevorzugen sie Limit-Orders, um Marktbewegungen durch ihre eigenen Orders zu vermeiden.
Ist eine Market-Order an der Börse Stuttgart anders als an Xetra? Der Ausführungsmechanismus ist ähnlich, aber Liquidität und Spreads können sich unterscheiden. Xetra hat in der Regel höhere Liquidität für deutsche Aktien, was Market-Orders dort günstiger macht.
Fazit: Welche Orderart wirklich die richtige ist
Die Entscheidung zwischen Limit-Order vs. Market-Order: Welche Orderart du beim Aktienkauf wirklich nutzen solltest, lässt sich klar zusammenfassen: Wer Preiskontrolle will, nutzt die Limit-Order. Wer Ausführungssicherheit braucht und in hochliquide Werte investiert, kann die Market-Order einsetzen.
Actionable Next Steps:
- Prüfe bei deinem nächsten Aktienkauf das tägliche Handelsvolumen: Liegt es unter 500.000 Euro, setze immer eine Limit-Order.
- Berechne die ATR der Aktie und setze dein Limit entsprechend realistisch, nicht zu geizig.
- Überprüfe offene GTC-Limit-Orders regelmäßig, mindestens einmal pro Woche.
- Nutze Market-Orders nur bei DAX- oder S&P-500-Bluechips mit engen Spreads.
- Storniere keine Market-Order in der Hoffnung, sie zurückzuziehen: Plane stattdessen mit Limit-Orders voraus.
Wer diese Grundregeln verinnerlicht, spart langfristig Geld und vermeidet die häufigsten Fehler beim Aktienkauf.
Quellen
- Deutsche Börse Group: „Xetra Marktmodell und Handelsregeln“, Frankfurt 2023. https://www.xetra.com
- Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin): „Basisinformationsblatt zu Aktien und Ordertypen“, Bonn 2022. https://www.bafin.de
- Investopedia: „Limit Order vs. Market Order: What’s the Difference?“, 2024. https://www.investopedia.com/articles/trading/09/market-limit-orders.asp