Manuela Schwesig (SPD) ist seit dem 4. Juli 2017 Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern und die erste Frau an der Spitze des Landes. Die gelernte Diplom-Finanzwirtin war zuvor Sozialministerin in Schwerin und von 2013 bis 2017 Bundesfamilienministerin. Bei der Landtagswahl am 20. September 2026 liegt die AfD in allen Umfragen vor ihrer SPD. Zugleich hat der Untersuchungsausschuss zur umstrittenen Klimastiftung MV im Juni 2026 seinen Abschlussbericht vorgelegt.
Key Takeaways
- Manuela Schwesig wurde am 23. Mai 1974 als Manuela Frenzel in Frankfurt (Oder) geboren und wuchs in Seelow in Brandenburg auf.
- Sie trat 2003 in die SPD ein, wurde 2008 Sozialministerin in Mecklenburg-Vorpommern und war von 2009 bis 2019 stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende.
- Von Dezember 2013 bis Juni 2017 war sie Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dabei jüngstes Mitglied des Kabinetts.
- Seit dem 4. Juli 2017 ist sie Ministerpräsidentin; bei der Landtagswahl 2021 holte ihre SPD 39,6 Prozent und bildete eine rot-rote Koalition.
- Von November 2023 bis Oktober 2024 war sie Präsidentin des Bundesrates, seither ist sie dessen Erste Vizepräsidentin.
- Der Untersuchungsausschuss zur Klimastiftung MV endete im Juni 2026 nach 94 Sitzungen; Schwesig hatte ihr Pipeline-Engagement im Dezember 2025 rückblickend als „Fehler“ bezeichnet.
- Bei der Landtagswahl am 20. September 2026 tritt sie erneut als Spitzenkandidatin an; die AfD führt in den Umfragen von Anfang September 2026 mit drei bis fünf Punkten.
Steckbrief: Manuela Schwesig
| Name | Manuela Schwesig, geborene Frenzel |
| Geboren | 23. Mai 1974 in Frankfurt (Oder), aufgewachsen in Seelow |
| Beruf/Funktion | Diplom-Finanzwirtin (FH); Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern (seit 2017), SPD-Landesvorsitzende, Erste Vizepräsidentin des Bundesrates |
| Unternehmen | Keine; Beamtin der Steuerverwaltung, seit 2008 durchgehend in politischen Ämtern |
| Familie/Wohnort | Seit 2000 verheiratet mit Stefan Schwesig, zwei Kinder (Sohn 2007, Tochter 2016); Schwerin |
| Einnahmequellen | Amtsbezüge als Ministerpräsidentin, Landtagsmandat (Bezüge werden verrechnet), Versorgungsansprüche aus früheren Ministerämtern |
Herkunft und Ausbildung
Manuela Schwesig kam 1974 in Frankfurt (Oder) zur Welt und wuchs in Seelow auf. Ihr Vater arbeitete als Schlosser, ihre Mutter in der Verwaltung. 1992 legte sie am Gymnasium auf den Seelower Höhen das Abitur ab.
Von 1992 bis 1995 studierte sie an der Fachhochschule für Finanzen in Königs Wusterhausen und schloss als Diplom-Finanzwirtin (FH) ab. Danach arbeitete sie im Finanzamt Frankfurt (Oder), zog 2000 nach Schwerin und wechselte 2002 ins Finanzministerium von Mecklenburg-Vorpommern.
Karriere
2003 trat Schwesig in die SPD ein und stieg schnell auf: Von 2004 bis 2008 saß sie in der Schweriner Stadtvertretung, im Oktober 2008 berief Ministerpräsident Erwin Sellering die 34-Jährige zur Ministerin für Soziales und Gesundheit. Nach der Landtagswahl 2011, bei der sie das Direktmandat in Schwerin I gewann, führte sie das Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales. Von 2009 bis 2019 war sie zudem stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende.
Im Dezember 2013 übernahm sie das Bundesfamilienministerium und war mit 39 Jahren jüngstes Kabinettsmitglied. In ihre Amtszeit fielen die Frauenquote für Aufsichtsräte, das Entgelttransparenzgesetz und die Ausweitung des Mutterschutzes. Als Sellering im Mai 2017 aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat, kehrte Schwesig nach Schwerin zurück: Am 2. Juni 2017 wurde sie SPD-Landesvorsitzende, am 4. Juli 2017 Ministerpräsidentin.
Im September 2019 machte sie eine Brustkrebserkrankung öffentlich, legte ihre Bundesämter nieder und blieb Regierungschefin; im Mai 2020 erklärte sie die Therapie für abgeschlossen. Bei der Landtagswahl 2021 erzielte die SPD unter dem Motto „Die Frau für MV“ 39,6 Prozent und 34 der 79 Sitze. Schwesig beendete die Große Koalition und regiert seither mit der Linken. Vom 1. November 2023 bis zum 31. Oktober 2024 war sie Präsidentin des Bundesrates, seither ist sie dessen Erste Vizepräsidentin.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Am 5. Dezember 2025 sagte Schwesig als letzte Zeugin vor dem Untersuchungsausschuss des Landtags zur „Stiftung Klima- und Umweltschutz MV“ aus. Aus heutiger Sicht sei ihr Engagement für Nord Stream 2 „ein Fehler“ gewesen, erklärte sie, wies aber jede Beeinflussung durch Russland als „Verschwörungstheorie“ zurück. Der Ausschuss endete am 19. Juni 2026 nach 94 Sitzungen mit einem rund 1.000 Seiten starken Abschlussbericht, der der Landesregierung regelkonformes Handeln bescheinigt. CDU und Grüne sprechen dagegen weiterhin von eklatanten Fehlern und mangelnder Transparenz.
Bei der Landtagswahl am 20. September 2026 tritt Schwesig erneut als Spitzenkandidatin an. Die AfD mit Spitzenkandidat Leif-Erik Holm führt seit Monaten in allen Umfragen: Anfang September 2026 sah die Forschungsgruppe Wahlen die AfD bei 37 und die SPD bei 34 Prozent, Infratest dimap 38 zu 33 und Insa 36 zu 33 Prozent. Die Linke lag bei 9 bis 11 Prozent, die CDU bei 7 Prozent, Grüne und BSW um die Fünf-Prozent-Hürde. Für eine Fortsetzung von Rot-Rot reicht das nicht; rechnerisch möglich wäre ein Dreierbündnis aus SPD, Linke und Grünen. Ein Wahlergebnis liegt zum Redaktionsstand am 13. September 2026 noch nicht vor.
Manuela Schwesig Vermögen: Einnahmequellen und Vermögensbasis
Über das Privatvermögen von Manuela Schwesig existieren keine offiziellen Angaben, und uamr.de nennt bewusst keine Beträge. Firmenbeteiligungen oder Werbeverträge sind nicht bekannt. Ihre Vermögensbasis ergibt sich aus einer fast vollständig im öffentlichen Dienst verbrachten Laufbahn: zunächst als Beamtin der Steuerverwaltung, seit 2008 ununterbrochen in Ministerämtern.
Ihre wichtigste Einnahmequelle sind die Amtsbezüge als Ministerpräsidentin, die im Landesministergesetz Mecklenburg-Vorpommern geregelt sind und sich an der Beamtenbesoldung orientieren. Seit 2021 ist sie zudem wieder Landtagsabgeordnete; die Entschädigung wird mit den Ministerbezügen verrechnet. Aus früheren Ämtern als Landes- und Bundesministerin hat sie Versorgungsansprüche erworben. Angaben zu Immobilien oder sonstigen privaten Vermögenswerten sind nicht öffentlich.
Kontroversen: Nord Stream 2 und die Klimastiftung
Die größte Belastung ihrer Amtszeit ist die Nähe zur Gaspipeline Nord Stream 2. Schwesig verteidigte das Projekt jahrelang und bezeichnete angedrohte US-Sanktionen 2020 als „Erpressung“. Im Januar 2021 gründete ihre Regierung die Stiftung Klima- und Umweltschutz MV, die mit Mitteln der Nord Stream 2 AG ausgestattet wurde und die Fertigstellung der Pipeline gegen US-Sanktionen absichern sollte. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 geriet das Konstrukt massiv in die Kritik.
Der Untersuchungsausschuss hörte auch die Altkanzler Gerhard Schröder und Olaf Scholz. Umstritten blieb, ob die Initiative zur Stiftungsgründung vom Land oder von der Nord Stream 2 AG ausging; die Landesregierung hatte deren Beteiligung zunächst bestritten und später eingeräumt. Das Thema bleibt auch im Wahlkampf 2026 der zentrale Angriffspunkt der Opposition.
FAQ
Wer ist Manuela Schwesig? Manuela Schwesig ist eine SPD-Politikerin und seit Juli 2017 Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern. Zuvor war sie Sozialministerin des Landes und von 2013 bis 2017 Bundesfamilienministerin.
Wie hoch ist das Vermögen von Manuela Schwesig? Offizielle Angaben zu ihrem Privatvermögen gibt es nicht, und uamr.de nennt keine Schätzungen. Ihre Einkünfte stammen aus den gesetzlich geregelten Amtsbezügen als Ministerpräsidentin sowie aus Versorgungsansprüchen früherer Ministerämter.
Hat die Landtagswahl 2026 in Mecklenburg-Vorpommern schon stattgefunden? Nein, die Wahl findet am 20. September 2026 statt. In den letzten Umfragen vor der Wahl lag die AfD mit drei bis fünf Punkten vor Schwesigs SPD.
Was ist die Klimastiftung MV? Die 2021 gegründete Stiftung sollte mit Geld der Nord Stream 2 AG die Fertigstellung der Pipeline gegen US-Sanktionen absichern. Der Untersuchungsausschuss des Landtags endete im Juni 2026; sein Abschlussbericht bescheinigt der Regierung regelkonformes Handeln, die Opposition widerspricht.
Ist Manuela Schwesig verheiratet? Ja, sie ist seit 2000 mit Stefan Schwesig verheiratet und hat einen 2007 geborenen Sohn und eine 2016 geborene Tochter. Die Familie lebt in Schwerin.
Fazit
Manuela Schwesig hat den Weg von der Finanzbeamtin zur ersten Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns zurückgelegt. Ihre Vermögensbasis ist die einer Berufspolitikerin im öffentlichen Dienst: Amtsbezüge und Versorgungsansprüche, keine unternehmerischen Beteiligungen. Ob sie nach der Landtagswahl am 20. September 2026 weiter regieren kann, entscheidet sich an wenigen Prozentpunkten gegenüber der AfD und an der Frage, ob ein Dreierbündnis zustande kommt. Die Nord-Stream-Vergangenheit bleibt ihr Schatten.