Last updated: July 19, 2026
Quick Answer: Für deutsche Immobilienmakler sind onOffice, Propstack und FLOWFACT die führenden CRM-Lösungen in 2026. Die Wahl hängt von Bürogröße, Portalanbindungen und DSGVO-Anforderungen ab. Eine strukturierte Einführung dauert in der Regel drei bis sechs Wochen und beginnt mit der Datenmigration.
Key Takeaways
- onOffice ist mit über 30.000 Nutzern und mehr als 100 Portalanbindungen der Marktführer im deutschsprachigen Makler-CRM-Segment.
- Propstack gewinnt bei Wohnmaklern Marktanteile durch KI-Lead-Scoring und eine schnelle, moderne Oberfläche.
- FLOWFACT eignet sich besonders für Gewerbeimmobilien mit starker Automatisierung, zeigt aber seit 2024 weniger Updateaktivität.
- FIO Webmakler dominiert den Banken- und Sparkassenbereich: rund 90 Prozent der Sparkassen nutzen diese Lösung.
- Kostenlose CRM-Generallösungen wie HubSpot CRM sind für Makler nur bedingt geeignet, da immobilienspezifische Funktionen fehlen.
- DSGVO-Konformität ist für jeden deutschen Makler Pflicht. Anbieter mit Servern in Deutschland oder der EU sind klar zu bevorzugen.
- Die häufigsten Fehler bei der CRM-Einführung: keine Datenmigrationsstrategie, fehlende Schulung und zu viele Felder von Anfang an.
- Eine schrittweise Implementierung mit klaren Meilensteinen reduziert Ausfallzeiten und erhöht die Akzeptanz im Team.

Was ist CRM-Software und warum brauchen Immobilienmakler das?
CRM steht für Customer Relationship Management. Für Immobilienmakler bedeutet das konkret: ein zentrales System, das Kontakte, Objekte, Besichtigungstermine, E-Mails und Aufgaben an einem Ort verwaltet. Wer noch mit Excel-Listen und Outlook-Ordnern arbeitet, verliert täglich Zeit und Leads.
Immobilienmakler haben einen besonders komplexen Verkaufsprozess. Ein einziger Abschluss kann Monate dauern und Dutzende von Kontaktpunkten umfassen. Ohne strukturierte Nachverfolgung fallen Interessenten durchs Raster. Ein gutes CRM erinnert automatisch an Follow-ups, verknüpft Interessenten mit passenden Objekten und dokumentiert jede Kommunikation rechtssicher.
Wählen Sie ein immobilienspezifisches CRM, wenn: Ihr Büro mehr als fünf aktive Objekte gleichzeitig verwaltet oder Sie mit mehreren Portalen wie ImmobilienScout24 oder Immowelt arbeiten.
Welche CRM-Systeme sind speziell für Immobilienmakler geeignet?
Generische CRM-Tools wie Salesforce oder HubSpot wurden nicht für den Immobilienmarkt entwickelt. Immobilienspezifische Systeme bieten direkte Portalanbindungen, Exposé-Erstellung und Objektverwaltung als Kernfunktionen.
Die vier wichtigsten Anbieter für den deutschen Markt in 2026:
| Anbieter | Nutzer (ca.) | Portalanbindungen | Besondere Stärke |
|---|---|---|---|
| onOffice | 30.000+ | 100+ | Marktführer, breite Abdeckung |
| Propstack | 5.000+ | 75+ | Moderne UI, KI-Lead-Scoring |
| FLOWFACT | 3.000+ | 150+ | Gewerbeimmobilien, Automatisierung |
| FIO Webmakler | k.A. | k.A. | Banken- und Sparkassenintegration |
Wichtig: FIO Webmakler ist kein freier Marktanbieter. Es richtet sich fast ausschließlich an Sparkassen-verbundene Makler und bildet ein geschlossenes Ökosystem.
HubSpot vs. Pipedrive vs. Zoho für Immobilienmakler: Vergleich
Allgemeine CRM-Lösungen können für Solo-Makler als Einstieg funktionieren, stoßen aber schnell an Grenzen. HubSpot CRM bietet eine kostenlose Grundversion mit Kontaktverwaltung und E-Mail-Tracking. Pipedrive punktet mit einer visuellen Pipeline, die für Makler mit wenigen Objekten übersichtlich ist. Zoho CRM ist flexibel anpassbar, erfordert aber erheblichen Konfigurationsaufwand.
Das Problem: Keine dieser drei Lösungen bietet native Portalanbindungen zu deutschen Immobilienportalen, DSGVO-konforme Datenspeicherung in Deutschland als Standard oder immobilienspezifische Exposé-Vorlagen.
Wählen Sie HubSpot oder Pipedrive nur dann, wenn Sie gerade starten, ein sehr begrenztes Budget haben und primär Kontakte verwalten wollen. Sobald Portalanbindungen und automatisierte Objektzuordnung wichtig werden, wechseln Sie zu einem Immobilien-CRM.
Wie viel kostet gute CRM-Software für Makler monatlich?
Die Kosten variieren stark je nach Anbieter, Nutzerzahl und Funktionsumfang. Als grobe Orientierung für 2026:
- Einstieg (Einzelmakler): 30 bis 80 Euro pro Monat
- Mittelklasse (kleines Büro, 2-5 Nutzer): 80 bis 250 Euro pro Monat
- Professionell (Team, volle Portalintegration): 250 bis 600+ Euro pro Monat
onOffice und Propstack arbeiten mit nutzerbasierten Preismodellen. FLOWFACT bietet Pakete, die nach Funktionsumfang gestaffelt sind. Einmalige Einrichtungsgebühren und Schulungskosten kommen häufig hinzu und sollten im Budget eingeplant werden.
Kostenloser Einstieg: Propstack und onOffice bieten Testphasen an. HubSpot CRM bleibt dauerhaft kostenlos, ist aber für Immobilienmakler mit Portalanbindungsbedarf keine nachhaltige Lösung.
Beste CRM für kleine Immobilienmakler und Einzelunternehmen
Für Einzelmakler oder Büros mit bis zu drei Personen steht Benutzerfreundlichkeit vor Funktionstiefe. Propstack ist hier die erste Wahl: schnelle Oberfläche, geringer Einrichtungsaufwand und KI-gestütztes Lead-Scoring, das auch ohne IT-Kenntnisse funktioniert.
onOffice ist für kleine Büros ebenfalls geeignet, wirkt aber bei der Ersteinrichtung komplexer. Wer primär Wohnimmobilien vermittelt und Wert auf eine moderne Oberfläche legt, fährt mit Propstack schneller.
Faustregel: Weniger als 50 aktive Kontakte und zwei Portale? Starten Sie mit einer kostenlosen Testversion von Propstack oder onOffice, bevor Sie ein Jahresabo abschließen.
CRM-Software für Immobilien mit deutschem Datenschutz und DSGVO
Jeder Makler, der personenbezogene Daten von Interessenten speichert, ist an die DSGVO gebunden. Das betrifft Kontaktdaten, Suchanfragen, Besichtigungsprotokolle und E-Mail-Kommunikation.
Achten Sie bei der Auswahl auf:
- Serverstandort Deutschland oder EU
- Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit dem Anbieter
- Löschfristen und Exportfunktionen für Betroffenenanfragen
- Protokollierung von Datenänderungen
onOffice, Propstack und FLOWFACT betreiben ihre Server in Deutschland und stellen AVV-Vorlagen bereit. US-amerikanische Anbieter wie HubSpot oder Salesforce erfordern zusätzliche Prüfung der Datentransfergrundlagen nach Art. 46 DSGVO.
Welche Funktionen muss ein Immobilien-CRM haben?
Ein CRM für Makler muss über die reine Kontaktverwaltung hinausgehen. Die wichtigsten Pflichtfunktionen:
- Objektverwaltung: Fotos, Grundrisse, Exposé-Erstellung direkt im System
- Portalanbindung: Automatischer Datenexport zu ImmobilienScout24, Immowelt, ImmoWelt und weiteren
- Interessentenzuordnung: Automatisches Matching von Suchprofilen und Objekten
- Aufgaben und Wiedervorlagen: Terminerinnerungen für Besichtigungen und Follow-ups
- E-Mail-Integration: Direkte Kommunikation aus dem CRM heraus mit Protokollierung
- Dokumentenmanagement: Verträge, Grundbuchauszüge, Energieausweise zentral ablegen
- Berichte und Auswertungen: Pipeline-Übersicht, Abschlussquoten, Aktivitätsberichte
Zusatzfunktionen wie KI-Lead-Scoring (Propstack), automatisierte E-Mail-Sequenzen und Kalenderintegration sind sinnvoll, aber erst in der zweiten Prioritätsstufe.
CRM für Immobilienmakler mit Automatisierung und Lead Management
Automatisierung spart Maklern durchschnittlich mehrere Stunden pro Woche. Konkret bedeutet das: Ein neuer Lead aus ImmobilienScout24 landet automatisch im CRM, bekommt eine Begrüßungsmail und wird dem zuständigen Makler zugewiesen.
Propstack bietet KI-gestütztes Lead-Scoring, das Interessenten nach Abschlusswahrscheinlichkeit priorisiert. onOffice erlaubt komplexe Automatisierungsregeln für Follow-up-Sequenzen. FLOWFACT punktet mit starker Workflow-Automatisierung, besonders bei gewerblichen Objekten mit mehreren Beteiligten.
Praxisbeispiel: Ein Makler richtet eine Regel ein: Jeder Interessent, der ein Exposé öffnet, aber innerhalb von 48 Stunden nicht antwortet, bekommt automatisch eine Nachfass-E-Mail. Das erhöht die Rücklaufquote ohne manuellen Aufwand.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: CRM-System für Immobilienmakler einführen

Die Implementierung eines CRM-Systems dauert bei Immobilienmaklern in der Regel drei bis sechs Wochen. onOffice gibt ein Onboarding von drei bis sechs Wochen als Richtwert an. Mit der folgenden Struktur gelingt der Wechsel ohne Betriebsunterbrechung.
Phase 1: Vorbereitung (Woche 1)
- Alle bestehenden Kontakte, Objekte und Dokumente aus alten Systemen exportieren (Excel, Outlook, altes CRM)
- Daten bereinigen: Dubletten entfernen, fehlende Felder ergänzen
- Pflichtfelder und Kategorien für das neue System festlegen
Phase 2: Einrichtung und Migration (Woche 2)
- CRM-Konto anlegen, Portalanbindungen konfigurieren
- Daten importieren und auf Vollständigkeit prüfen
- E-Mail-Integration und Kalender verbinden
Phase 3: Schulung (Woche 3)
- Alle Teammitglieder in einer zweistündigen Session einführen
- Standardprozesse dokumentieren: Wie wird ein neuer Lead angelegt? Wie wird ein Objekt veröffentlicht?
- Testlauf mit echten Objekten und Kontakten
Phase 4: Live-Betrieb und Optimierung (ab Woche 4)
- Altes System parallel noch zwei Wochen offen halten
- Erste Automatisierungen aktivieren
- Wöchentliche Kurz-Reviews in den ersten vier Wochen
Häufige Fehler bei der CRM-Einführung für Immobilienmakler
Die meisten CRM-Projekte scheitern nicht an der Software, sondern an der Einführung. Die häufigsten Fehler:
- Keine Datenmigrationsstrategie: Kontakte werden manuell übertragen, Fehler häufen sich, das Team verliert das Vertrauen ins System.
- Zu viele Felder von Anfang an: Wer 50 Pflichtfelder einrichtet, sorgt für Frust. Starten Sie mit zehn Kernfeldern.
- Fehlende Schulung: Ein CRM, das niemand versteht, wird nicht genutzt. Planen Sie mindestens zwei Schulungsstunden ein.
- Kein klarer Verantwortlicher: Jemand im Büro muss das System „besitzen“ und Fragen beantworten können.
- Parallelbetrieb zu lange: Wer sechs Monate lang beide Systeme pflegt, verliert doppelt Zeit.
Probleme bei der CRM-Migration vom alten System zum neuen
Datenmigration ist der technisch anspruchsvollste Teil. Typische Probleme:
- Inkompatible Exportformate: Viele ältere Systeme exportieren nur eingeschränkte CSV-Dateien ohne Objektbilder oder Dokumentenanhänge.
- Verlorene Kommunikationshistorie: E-Mails aus Outlook lassen sich oft nicht vollständig migrieren. Dokumentieren Sie wichtige Vorgänge vor dem Wechsel manuell.
- Doppelte Kontakte: Bereinigen Sie Dubletten vor dem Import, nicht danach.
- Fehlende Portalzuordnungen: Objekte, die in alten Systemen mit Portalen verknüpft waren, müssen im neuen CRM neu verbunden werden.
Wenden Sie sich bei komplexen Migrationen an den Support des neuen Anbieters. onOffice und Propstack bieten Migrationsunterstützung an, teils gegen Aufpreis.
FAQ
Welches CRM ist das beste für Immobilienmakler in Deutschland 2026? onOffice ist der Marktführer mit der größten Nutzerbasis und breitesten Portalabdeckung. Propstack ist die modernere Alternative für Wohnmakler. Die „beste“ Lösung hängt von Bürogröße und Schwerpunkt ab.
Kann ich CRM-Software kostenlos für Immobilienmakler nutzen? HubSpot CRM ist dauerhaft kostenlos, bietet aber keine deutschen Portalanbindungen. Propstack und onOffice bieten kostenlose Testphasen, sind danach aber kostenpflichtig. Für professionelle Maklertätigkeit ist eine kostenpflichtige Lösung mit Portalanbindung notwendig.
Wie lange dauert die Einführung eines CRM-Systems? Drei bis sechs Wochen sind realistisch für kleine bis mittlere Maklerbüros. Größere Teams mit komplexer Datenmigration sollten acht Wochen einplanen.
Ist onOffice DSGVO-konform? Ja. onOffice betreibt seine Server in Deutschland und stellt einen Auftragsverarbeitungsvertrag bereit.
Was kostet Propstack monatlich? Propstack arbeitet mit nutzerbasierten Preismodellen. Genaue aktuelle Preise erfragen Sie direkt beim Anbieter, da diese regelmäßig angepasst werden.
Brauche ich als Einzelmakler überhaupt ein CRM? Ja, sobald Sie mehr als 20 aktive Kontakte gleichzeitig betreuen oder mit mehr als einem Portal arbeiten. Ein CRM spart Zeit und verhindert, dass Leads verloren gehen.
Kann ich mein bestehendes Outlook-Postfach ins CRM integrieren? Die meisten Immobilien-CRM-Systeme bieten eine E-Mail-Integration. Die vollständige Migration der Kommunikationshistorie ist jedoch oft eingeschränkt. Planen Sie das frühzeitig ein.
Was ist der Unterschied zwischen onOffice und FLOWFACT? onOffice ist breiter aufgestellt und eignet sich für Wohn- und Gewerbeimmobilien. FLOWFACT hat traditionell einen Schwerpunkt auf Gewerbeimmobilien und starke Automatisierungsfunktionen, zeigt aber seit 2024 weniger Entwicklungsaktivität.
Welche Portalanbindungen sind für deutsche Makler am wichtigsten? ImmobilienScout24 und Immowelt sind Pflicht. Je nach Region kommen ImmoNet, Ebay Kleinanzeigen und regionale Portale hinzu. Prüfen Sie vor dem Kauf, welche Portale Ihr gewähltes CRM unterstützt.
Kann ich ein CRM auch ohne IT-Kenntnisse einrichten? Propstack ist für technisch weniger erfahrene Nutzer am zugänglichsten. onOffice bietet umfangreiche Schulungsressourcen. Für komplexe Konfigurationen empfiehlt sich in jedem Fall das Onboarding-Paket des Anbieters.
Fazit
Die beste CRM-Software für Immobilienmakler 2026 ist keine Frage des Budgets allein, sondern der richtigen Passung. onOffice bleibt die sicherste Wahl für Büros, die maximale Portalabdeckung und eine bewährte Infrastruktur brauchen. Propstack ist die erste Wahl für Wohnmakler, die Wert auf eine moderne Oberfläche und KI-gestütztes Lead-Management legen. FLOWFACT bleibt relevant im Gewerbebereich.
Konkrete nächste Schritte:
- Bestimmen Sie Ihren Schwerpunkt (Wohn- oder Gewerbeimmobilien) und die Anzahl der Nutzer.
- Testen Sie onOffice und Propstack parallel in der kostenlosen Testphase.
- Prüfen Sie, welche Portale das System nativ anbindet.
- Klären Sie DSGVO-Anforderungen mit dem Anbieter und unterzeichnen Sie den AVV.
- Starten Sie die Datenmigration strukturiert nach dem Vier-Phasen-Plan oben.
- Schulen Sie das Team vor dem Go-live, nicht danach.
Wer diese Schritte konsequent umsetzt, hat sein CRM innerhalb von sechs Wochen produktiv im Einsatz und gewinnt täglich Zeit zurück, die bisher in manuelle Verwaltung geflossen ist.