Bayer hat für das Geschäftsjahr 2025 erneut nur die gesetzliche Mindestdividende von 0,11 Euro je Aktie gezahlt. Die Hauptversammlung am 24. April 2026 stimmte dem Vorschlag zu, die Auszahlung begann laut Dividendenbekanntmachung am 29. April 2026. Es ist das dritte Jahr in Folge mit dieser Minimalausschüttung, die Bayer 2024 für die Geschäftsjahre 2023 bis 2025 angekündigt hatte, um Schulden abzubauen. Ob es ab 2027 wieder mehr gibt, hat der Konzern bislang nicht gesagt. Stand der Angaben: 16. September 2026.
Key Takeaways
- Dividende für das Geschäftsjahr 2025: 0,11 Euro je Aktie, insgesamt rund 108,1 Mio. Euro auf 982,4 Mio. Aktien.
- Hauptversammlung am 24. April 2026 (virtuell), Ex-Tag 27. April 2026, Zahltag 29. April 2026.
- 0,11 Euro entsprechen der gesetzlichen Mindestdividende nach § 254 AktG (4 Prozent des Grundkapitals); Bayer zahlt sie seit dem Geschäftsjahr 2023.
- Für 2022 gab es noch 2,40 Euro, für 2020 und 2021 jeweils 2,00 Euro.
- Konzernergebnis 2025: Verlust von 3,62 Mrd. Euro; Nettofinanzverschuldung Ende 2025 bei 29,8 Mrd. Euro.
- Für die Dividende auf 2026 (Zahlung 2027) hat Bayer keine Prognose veröffentlicht; die auf drei Jahre angelegte Mindestdividenden-Politik endet mit der Zahlung 2026.
Dividende im Überblick
| Unternehmen | Bayer AG, Leverkusen |
| ISIN | DE000BAY0017 |
| Dividende GJ 2025 (Zahlung 2026) | 0,11 Euro je Aktie (rund 108,1 Mio. Euro gesamt) |
| Vorjahr (GJ 2024) | 0,11 Euro je Aktie |
| Hauptversammlung 2026 | 24. April 2026 (virtuell) |
| Zahltag | 29. April 2026 (Ex-Tag: 27. April 2026) |
| Ausschüttungspolitik | Gesetzliche Mindestdividende für die Geschäftsjahre 2023–2025, Priorität auf Schuldenabbau |
| Quelle | Bayer Dividendenbekanntmachung April 2026, Bilanzpressekonferenz 4. März 2026, Bayer IR-Seite |
Dividendenhistorie Bayer (2020–2026)
Bayer war über Jahrzehnte ein verlässlicher Dividendenzahler des DAX. Mit der Übernahme von Monsanto 2018 kamen die Glyphosat-Klagen in den USA und ein Schuldenberg, der die Ausschüttung Schritt für Schritt aufzehrte. Die folgenden Werte stammen aus der Dividendenhistorie auf der IR-Seite von Bayer und dem Hauptversammlungsarchiv.
| Geschäftsjahr | Dividende je Aktie | Veränderung |
| 2020 (Zahlung 2021) | 2,00 Euro | −28,6 % |
| 2021 (Zahlung 2022) | 2,00 Euro | ±0 % |
| 2022 (Zahlung 2023) | 2,40 Euro | +20,0 % |
| 2023 (Zahlung 2024) | 0,11 Euro | −95,4 % |
| 2024 (Zahlung 2025) | 0,11 Euro | ±0 % |
| 2025 (Zahlung 2026) | 0,11 Euro | ±0 % |
Der Einschnitt kam im März 2024: Bayer kündigte an, für drei Jahre nur noch die gesetzliche Mindestdividende zu zahlen. Nach § 254 Aktiengesetz können Minderheitsaktionäre eine Ausschüttung von 4 Prozent des Grundkapitals verlangen; bei einem anteiligen Grundkapital von 2,56 Euro je Bayer-Aktie sind das gerundet 0,11 Euro. Zuvor hatte Bayer für 2019 noch 2,80 Euro je Aktie gezahlt.
Termine 2026: Hauptversammlung, Ex-Tag, Zahltag
Die ordentliche Hauptversammlung 2026 fand am 24. April 2026 als virtuelle Versammlung statt. Laut der anschließend veröffentlichten Dividendenbekanntmachung wurde die Dividende von 0,11 Euro je dividendenberechtigter Stückaktie ab dem 29. April 2026 über die Deutsche Bank als Zahlstelle ausgezahlt. Die Aktie wurde am 27. April 2026 „ex Dividende“ gehandelt; dividendenberechtigt war, wer die Aktie am Abend des 24. April 2026 im Depot hatte. Die Gesamtausschüttung belief sich laut Bekanntmachung auf 108.066.649,02 Euro auf 982.424.082 Aktien.
Den Termin der Hauptversammlung 2027 hat Bayer noch nicht veröffentlicht. Traditionell lädt der Konzern für Ende April ein; die Bilanzpressekonferenz mit dem Dividendenvorschlag findet üblicherweise Anfang März statt.
Dividendenrendite und Ausschüttungsquote
Bei einem Kurs von 49,36 Euro (Lang & Schwarz, 14. September 2026) ergibt die Dividende von 0,11 Euro eine Dividendenrendite von rund 0,2 Prozent. Zum Vergleich: Laut aktien.guide lag die durchschnittliche Rendite der vergangenen fünf Jahre bei rund 2,3 Prozent, in den Jahren vor der Monsanto-Übernahme meist zwischen 2 und 3 Prozent. Für Anleger, die auf laufende Erträge setzen, ist Bayer derzeit faktisch keine Dividendenaktie.
Eine klassische Ausschüttungsquote lässt sich nicht sinnvoll berechnen, weil Bayer 2025 laut Bilanzpressekonferenz vom 4. März 2026 einen Konzernverlust von 3,62 Milliarden Euro auswies (2024: Verlust von 2,55 Mrd. Euro). Das bereinigte Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft lag bei 4,91 Euro; gemessen daran beträgt die Quote rund 2 Prozent. Der Free Cashflow sank um rund 33 Prozent auf 2,08 Milliarden Euro, die Nettofinanzverschuldung wurde um 8,5 Prozent auf 29,84 Milliarden Euro reduziert. Vorstandschef Bill Anderson stellte laut Börse Express den Schuldenabbau ausdrücklich vor die Ausschüttung an Aktionäre.
Ausblick 2027
Bayer hat keine Prognose für die Dividende auf das Geschäftsjahr 2026 (Zahlung 2027) veröffentlicht. Die im März 2024 angekündigte Beschränkung auf die Mindestdividende galt für drei Jahre und ist mit der Zahlung im April 2026 ausgeschöpft. Eine Verlängerung oder ein Ende dieser Regel hat der Konzern bislang nicht kommuniziert. Die Finanzplanung spricht eher gegen einen schnellen Sprung: Für 2026 erwartet Bayer laut Ausblick vom März 2026 ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 4,30 bis 4,80 Euro, einen negativen Free Cashflow von minus 2,5 bis minus 1,5 Milliarden Euro wegen rund 5 Milliarden Euro an Zahlungen für Glyphosat-Vergleiche und eine Nettofinanzverschuldung von 32 bis 33 Milliarden Euro zum Jahresende.
Solange Bayer Milliarden für Rechtsstreitigkeiten aufwendet und die Verschuldung wieder steigt, dürfte die Ausschüttung nach Einschätzung vieler Beobachter niedrig bleiben. Die Analysten von JPMorgan stuften die Aktie laut Börse Express im April 2026 mit „Overweight“ und einem fairen Wert von 50 Euro ein; das ist eine Kurs-, keine Dividendenprognose. Mehr Klarheit wird die Bilanzpressekonferenz im März 2027 bringen.
Steuern auf die Bayer-Dividende
Laut Dividendenbekanntmachung wird die Dividende unter Abzug von 25 Prozent Kapitalertragsteuer und 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag darauf ausgezahlt, zusammen 26,375 Prozent, gegebenenfalls zuzüglich Kirchensteuer. Von 0,11 Euro brutto bleiben so rund 0,08 Euro netto je Aktie. Der Abzug entfällt, wenn der Depotbank ein ausreichender Freistellungsauftrag (Sparer-Pauschbetrag 1.000 Euro, bei Zusammenveranlagung 2.000 Euro) oder eine Nichtveranlagungsbescheinigung vorliegt. Ausländische Aktionäre können nach dem jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen eine Teilerstattung beim Bundeszentralamt für Steuern beantragen.
FAQ
Wie hoch ist die Bayer-Dividende 2026? Für das Geschäftsjahr 2025 wurden 0,11 Euro je Aktie gezahlt, ausgezahlt ab dem 29. April 2026.
Warum zahlt Bayer nur 0,11 Euro? Das ist die gesetzliche Mindestdividende nach § 254 AktG. Bayer hat 2024 beschlossen, für die Geschäftsjahre 2023 bis 2025 nur dieses Minimum auszuschütten, um Schulden abzubauen und finanziellen Spielraum für die Glyphosat-Verfahren zu behalten.
Warum zahlt Bayer nicht einfach gar keine Dividende? Nach § 254 Aktiengesetz können Aktionäre mit mindestens 5 Prozent des Grundkapitals oder 500.000 Euro Nennbetrag den Gewinnverwendungsbeschluss anfechten, wenn weniger als 4 Prozent des Grundkapitals ausgeschüttet werden, obwohl ein Bilanzgewinn vorhanden ist. Die Mindestdividende vermeidet dieses Risiko.
Wann steigt die Bayer-Dividende wieder? Dazu gibt es keine Aussage des Unternehmens. Die Dreijahresregel endet mit der Zahlung 2026; über die Dividende für 2026 entscheidet der Vorstand voraussichtlich im März 2027.
Wie hoch war die Dividende vor der Kürzung? Für das Geschäftsjahr 2022 zahlte Bayer 2,40 Euro je Aktie, für 2019 sogar 2,80 Euro.
Fazit
Die Bayer-Dividende 2026 ist mit 0,11 Euro je Aktie ein rein formaler Betrag: rund 108 Millionen Euro Gesamtausschüttung bei einer Rendite von 0,2 Prozent. Der Konzern nutzt seinen Cashflow für den Schuldenabbau und die Beilegung der Glyphosat-Klagen, für die 2026 rund 5 Milliarden Euro eingeplant sind. Die angekündigte Dreijahresphase der Mindestdividende ist damit abgeschlossen; wie es ab 2027 weitergeht, ist offen und hängt von Verschuldung, Rechtsrisiken und operativer Entwicklung ab. Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar.
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