Alice Schwarzer: Biographie, Karriere und Vermögen der EMMA-Gründerin

Alice Schwarzer Biographie und Vermögen

Alice Schwarzer ist die bekannteste Feministin Deutschlands: Journalistin, Publizistin, Gründerin und Herausgeberin der Zeitschrift „EMMA“ sowie Autorin von mehr als 40 Büchern. Seit 1971 prägt sie die Debatte über Frauenrechte, Prostitution, politischen Islam und zuletzt Transidentität. Im Februar 2026 erschien ihr Buch „Feminismus pur. 99 Worte“, dessen Lesereise von Protesten begleitet wurde. Ihre wirtschaftliche Basis bilden der EMMA-Verlag, Buchhonorare und Auftritte – Zahlen zu ihrem Vermögen sind nicht öffentlich, und uamr.de nennt keine Beträge.

Key Takeaways

  • Alice Schwarzer wurde am 3. Dezember 1942 in Wuppertal-Elberfeld geboren und wuchs bei ihren Großeltern auf.
  • 1971 initiierte sie im „Stern“ die Aktion „Wir haben abgetrieben!“, die als Startpunkt der neuen Frauenbewegung gilt.
  • 1977 gründete sie „EMMA“, die sie bis heute als Herausgeberin und Chefredakteurin führt.
  • Ihr Bestseller „Der kleine Unterschied und seine großen Folgen“ (1975) wurde in elf Sprachen übersetzt.
  • Wegen eines verschwiegenen Schweizer Kontos erhielt sie 2016 einen Strafbefehl wegen Steuerhinterziehung.
  • Seit 2018 ist sie mit der Fotografin Bettina Flitner verheiratet; im selben Jahr gründete sie die Alice-Schwarzer-Stiftung.
  • Im Februar 2026 erschien „Feminismus pur. 99 Worte“; ihre Lesung in Hamburg am 8. März 2026 wurde von Protesten gestört.

Steckbrief: Alice Schwarzer

NameAlice Sophie Schwarzer
Geboren3. Dezember 1942 in Wuppertal-Elberfeld
Beruf/FunktionJournalistin, Publizistin, Frauenrechtlerin; Herausgeberin und Chefredakteurin von „EMMA“
UnternehmenEMMA Frauenverlags GmbH (Köln); Stiftung FrauenMediaTurm; Alice-Schwarzer-Stiftung (Berlin)
Familie/WohnortVerheiratet mit der Fotografin Bettina Flitner (seit Juni 2018); lebt in Köln
EinnahmequellenVerlagstätigkeit, Buchhonorare, Lesungen und Vorträge, Medienauftritte

Herkunft und Ausbildung

Alice Schwarzer kam 1942 als Tochter einer unverheirateten Mutter zur Welt und wuchs bei ihren Großeltern auf, die sie später als ihre „sozialen Eltern“ bezeichnete. Der Großvater betrieb einen Tabakwarenladen.

1957 besuchte Schwarzer die Handelsschule in Elberfeld, 1959 begann sie eine kaufmännische Lehre in einem Wuppertaler Autohaus und arbeitete danach als Sekretärin in Düsseldorf und München. Von 1963 bis 1966 lernte sie in Paris Französisch; von 1970 bis 1974 studierte sie an der Universität Vincennes Psychologie und Soziologie.

Karriere: Vom Volontariat zur EMMA-Gründerin

1966 begann Schwarzer ein Volontariat bei den „Düsseldorfer Nachrichten“, wechselte 1968 zum Satiremagazin „Pardon“ und arbeitete anschließend als freie Korrespondentin in Paris. Dort schloss sie sich der Frauenbewegung an und beteiligte sich 1971 an der Abtreibungsaktion um Simone de Beauvoir. Im Juni 1971 organisierte sie das deutsche Pendant: Im „Stern“ bekannten 374 Frauen, darunter Romy Schneider, „Wir haben abgetrieben!“. Die Aktion gegen den Paragrafen 218 gilt als Initialzündung der neuen Frauenbewegung in der Bundesrepublik.

1975 erschien „Der kleine Unterschied und seine großen Folgen“, das in elf Sprachen übersetzt wurde und Schwarzer international bekannt machte. 1976 gründete sie einen eigenen Verlag, am 26. Januar 1977 erschien die erste Ausgabe von „EMMA“, deren Start sie selbst finanzierte. Das Blatt erscheint heute alle zwei Monate; 2023 lag die verbreitete Auflage bei rund 34.300 Exemplaren. Redaktionssitz ist der Kölner Bayenturm, Sitz auch der von Schwarzer begründeten Archivstiftung FrauenMediaTurm.

Mit EMMA führte Schwarzer zahlreiche Kampagnen, etwa 1987 „PorNo“ gegen Pornografie und 2013 den „Appell gegen Prostitution“ für das Nordische Modell, bei dem Sexkauf bestraft wird. Als Autorin veröffentlichte sie unter anderem Biografien über Romy Schneider, Marion Dönhoff sowie Petra Kelly und Gert Bastian; 2011 folgte die Autobiografie „Lebenslauf“. Zu ihren Auszeichnungen zählen das Bundesverdienstkreuz am Bande (1996) und Erster Klasse (2005), der Bambi (2004), die französische Ehrenlegion (2004) und der Ludwig-Börne-Preis (2008).

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Ihre 2018 gegründete Alice-Schwarzer-Stiftung vergibt seit 2023 den „HeldinnenAward“. Am 4. November 2025 ging der Preis in Berlin an die Streetworkerinnen Sabine Constabel und Cathrin Schauer-Kelpin, die Laudatio hielt Bundestagspräsidentin Julia Klöckner. Für den 28. September 2026 ist die Verleihung an Kirsten Bruchhäuser und Maria Mesrian angekündigt, die sich gegen sexuellen Missbrauch einsetzen.

Am 11. Februar 2026 erschien im Heyne-Verlag „Feminismus pur. 99 Worte“, in dem Schwarzer feministische Grundbegriffe von Arbeit über MeToo bis Rassismus in Kurzbeiträgen erklärt. Die Lesereise sorgte für Schlagzeilen: Vor der Präsentation am Weltfrauentag, dem 8. März 2026, im Deutschen Schauspielhaus Hamburg forderten rund 340 Theaterschaffende in einem offenen Brief die Absage und warfen Schwarzer transfeindliche und rassistische Positionen vor. Das Theater hielt an der Veranstaltung fest; vor dem Haus wurde demonstriert, während der Lesung stürmten Aktivisten mehrfach die Bühne. Schwarzer, die mit der Schauspielerin Nina Gummich auftrat, blieb ruhig und erklärte, man müsse nicht einer Meinung sein, um miteinander zu reden. Gummich hatte sie 2022 im ARD-Zweiteiler „Alice“ verkörpert.

Alice Schwarzer Vermögen: Einnahmequellen und Vermögensbasis

Offizielle Angaben zum Vermögen von Alice Schwarzer existieren nicht: Sie ist Privatperson, ihr Verlag ist nicht börsennotiert, seriöse Schätzungen liegen nicht vor. uamr.de nennt daher keine Beträge, beschreibt aber die wirtschaftliche Basis.

Zentraler Baustein ist die EMMA Frauenverlags GmbH in Köln, deren Herausgeberin und Geschäftsführerin Schwarzer ist; die Zeitschrift finanziert sich über Abonnements, Einzelverkauf und den EMMA-Shop. Zweite Säule sind Buchhonorare: Mit mehr als 40 eigenen Titeln, darunter der Dauerbestseller „Der kleine Unterschied“ und „Lebenslauf“, zählt sie zu den erfolgreichsten Sachbuchautorinnen des Landes. Hinzu kommen Honorare für Vorträge, Lesungen und Fernsehauftritte. Ihre beiden Stiftungen sind gemeinnützig und zählen nicht zu ihrem Privatvermögen. Angaben zu Immobilien oder sonstigen Anlagen sind nicht öffentlich bekannt.

Kontroversen: Steueraffäre, Islam, Trans-Debatte

Im Februar 2014 machte der „Spiegel“ öffentlich, dass Schwarzer seit den 1980er-Jahren ein Konto bei einer Zürcher Bank unterhalten hatte, auf das sie Einnahmen aus Büchern und Vorträgen am Fiskus vorbei transferierte. Ende 2013 hatte sie Selbstanzeige erstattet und die Steuern nachgezahlt; sie räumte den Vorgang ein, sprach aber von einer Kampagne gegen sie. Da die Selbstanzeige unvollständig und damit unwirksam war, erließ das Amtsgericht Köln im Juli 2016 einen Strafbefehl wegen Steuerhinterziehung. Kritiker warfen ihr Doppelmoral vor.

Inhaltlich polarisiert Schwarzer seit Langem. Ihre Kritik am politischen Islam und ihr Eintreten für ein Kopftuchverbot an Schulen brachten ihr Rassismusvorwürfe ein. Mit dem 2022 erschienenen Sammelband „Transsexualität. Was ist eine Frau? Was ist ein Mann?“ und ihrer Ablehnung des Selbstbestimmungsgesetzes geriet sie in Konflikt mit queerfeministischen Strömungen. Im April 2022 veröffentlichte EMMA einen offenen Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz gegen Waffenlieferungen an die Ukraine, im Februar 2023 folgte mit Sahra Wagenknecht das „Manifest für Frieden“ – beides wurde breit kritisiert.

FAQ

Wie alt ist Alice Schwarzer? Sie wurde am 3. Dezember 1942 geboren und ist im September 2026 83 Jahre alt.

Ist Alice Schwarzer noch Chefredakteurin von EMMA? Ja, sie führt die 1977 gegründete Zeitschrift weiterhin als Herausgeberin und Chefredakteurin.

Wie hoch ist das Vermögen von Alice Schwarzer? Dazu gibt es keine offiziellen Angaben. Ihre Vermögensbasis besteht aus dem EMMA-Verlag, Buchhonoraren sowie Einnahmen aus Vorträgen und Medienauftritten; uamr.de nennt keine Beträge.

Was war die Steueraffäre um Alice Schwarzer? Sie hatte Einnahmen auf einem Schweizer Konto vor dem Finanzamt verborgen; weil ihre Selbstanzeige unvollständig war, erließ das Amtsgericht Köln 2016 einen Strafbefehl.

Ist Alice Schwarzer verheiratet? Ja, seit Juni 2018 ist sie mit der Fotografin Bettina Flitner verheiratet; das Paar lebt in Köln.

Welches Buch hat Alice Schwarzer zuletzt veröffentlicht? Im Februar 2026 erschien „Feminismus pur. 99 Worte“ im Heyne-Verlag.

Fazit

Alice Schwarzer hat den Feminismus in Deutschland über fünf Jahrzehnte geprägt wie keine andere – als Journalistin, Verlegerin und Streitfigur. Die Abtreibungsaktion von 1971, „Der kleine Unterschied“ und EMMA sind Meilensteine der Frauenbewegung; Steueraffäre und ihre Positionen zu Islam, Transidentität und Ukraine polarisieren. Die Proteste gegen ihre Lesereise 2026 zeigen, dass sie mit 83 Jahren weiter im Zentrum der Debatten steht. Ihre wirtschaftliche Grundlage bleibt der eigene Verlag samt Buch- und Vortragshonoraren – belastbare Zahlen zu ihrem Vermögen gibt es nicht.