Wem gehört Schenker? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört Schenker

Schenker gehört seit dem 30. April 2025 vollständig dem dänischen Logistikkonzern DSV A/S aus Hedehusene bei Kopenhagen. Die Deutsche Bahn hat ihre frühere Logistiktochter zu einem Unternehmenswert von rund 14,3 Mrd. Euro verkauft und hält keine Anteile mehr. DSV ist an der Nasdaq Copenhagen notiert und befindet sich zu 100 Prozent im Streubesitz. Die Marke „DB Schenker“ wird nicht fortgeführt: In Deutschland tritt das Geschäft seit Anfang 2026 unter DSV auf.

Key Takeaways

  • Schenker gehört seit dem 30. April 2025 zu 100 Prozent der börsennotierten DSV A/S aus Dänemark.
  • Der Kaufvertrag wurde am 13. September 2024 unterzeichnet; DSV nannte einen Unternehmenswert von 14,3 Mrd. Euro und einen Eigenkapitalwert von 11,3 Mrd. Euro.
  • DSV hat keinen Mehrheitsaktionär; größter gemeldeter Aktionär ist die kuwaitische Agility-Gruppe mit 8,03 Prozent (Stand Juli 2025).
  • Im Geschäftsjahr 2025 erzielte DSV einschließlich Schenker einen Umsatz von 247,3 Mrd. Dänischen Kronen (rund 33 Mrd. Euro) und beschäftigte 151.751 Vollzeitkräfte in mehr als 90 Ländern.
  • Die Marke „DB Schenker“ verschwindet: In Deutschland firmiert das Geschäft seit dem 1. Januar beziehungsweise 1. Februar 2026 unter DSV.
  • Gegründet wurde Schenker im Juli 1872 in Wien von Gottfried Schenker; 1931 kam es zur Deutschen Reichsbahn, 1991 zu Stinnes und 2002 zur Deutschen Bahn.
Unternehmen / NameSchenker Aktiengesellschaft (Marke bis 2026: DB Schenker), heute Teil der DSV A/S
Gegründet / GeborenJuli 1872 in Wien durch Gottfried Schenker (Schenker & Co.)
Sitz / WohnortEhemals Essen, heute Bremen; Konzernmutter in Hedehusene, Dänemark
Branche / BerufLogistik: Luft- und Seefracht, europäischer Landverkehr, Kontraktlogistik
Eigentümer / Vermögensbasis100 Prozent DSV A/S (Nasdaq Copenhagen, ISIN DK0060079531); DSV ohne Mehrheitsaktionär, vollständig im Streubesitz
Umsatz / MitarbeiterDSV-Konzern 2025: 247,3 Mrd. DKK Umsatz, 151.751 Vollzeitkräfte; Schenker 2024: rund 19,2 Mrd. Euro, rund 71.000 Beschäftigte

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört Schenker? Eigentümerstruktur mit DSV, Streubesitz und Agility 2026
Wem gehört Schenker? Eigentümer und Struktur 2026 2

Die Eigentümerkette ist seit dem Vollzug einfach: Die Schenker Aktiengesellschaft und ihre Landesgesellschaften gehören zu 100 Prozent der DSV A/S. Eine „DB Schenker AG“ hat es nie gegeben; „DB Schenker“ war lediglich die Marke eines Geschäftsfelds der Deutschen Bahn. Die Konzernobergesellschaft war zuletzt beim Amtsgericht Essen eingetragen; nach Registerdaten ist sie seit Januar 2026 in Bremen eingetragen, wo auch die deutschen DSV-Gesellschaften wie die Schenker Deutschland AG ihren Sitz haben.

Die Muttergesellschaft DSV A/S ist an der Nasdaq Copenhagen notiert und zählt dort zu den 25 meistgehandelten Aktien. Das Kapital besteht aus 240.444.523 Aktien einer einzigen Gattung; DSV hat keinen Mehrheitsaktionär und weist einen Streubesitz von 100 Prozent aus. Als Großaktionäre mit mehr als 5 Prozent führt der Konzern drei Adressen: die kuwaitische Agility-Gruppe, die Ernst Göhner Stiftung aus Zug in der Schweiz und die Capital Group aus Los Angeles.

Datiert belegt ist der Anteil von Agility: Laut Großaktionärsmeldung vom 4. Juli 2025 hält die Gruppe 19.304.348 Aktien, das entspricht 8,03 Prozent. Agility war 2021 durch den Verkauf ihrer Logistiksparte an DSV zum Aktionär geworden. BlackRock meldete im Oktober 2025 das Unterschreiten der Fünf-Prozent-Schwelle. Die genauen Anteile der Ernst Göhner Stiftung und der Capital Group veröffentlicht DSV nicht laufend. Group CEO ist seit Februar 2024 Jens H. Lund.

Geschichte und Herkunft

Schenker ist keine deutsche, sondern eine österreichische Gründung. Im Juli 1872 gründete der Schweizer Gottfried Schenker gemeinsam mit den Partnern Moritz Karpeles und Moritz Hirsch in Wien die Spedition „Schenker & Co.“. Die Geschäftsidee war der internationale Sammelverkehr: 1873 organisierte Schenker den ersten Sammelladungsdienst auf der Schiene von Paris nach Wien. Bis zu seinem Tod 1901 entstanden 32 weitere Niederlassungen in 13 europäischen Ländern.

Ende Januar 1931 übernahm die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft das Unternehmen, nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Deutsche Bundesbahn alleinige Gesellschafterin. 1989 stieg die Stinnes AG mit 22,5 Prozent ein und erhöhte ihren Anteil 1991 auf 80 Prozent. Als die Deutsche Bahn AG 2002 die Stinnes AG mehrheitlich übernahm, kehrte Schenker in den Bahnkonzern zurück. 2006 kam der US-Logistiker BAX Global hinzu, 2007 wurden die Aktivitäten unter der Marke DB Schenker mit Sitz in Essen gebündelt.

Der Verkauf durch die Deutsche Bahn

Im Dezember 2023 leitete die Deutsche Bahn den Verkaufsprozess ein; Anfang 2024 lagen Angebote von mindestens sieben Interessenten vor, darunter eine Investorengruppe um CVC. Am 13. September 2024 unterzeichneten DB und DSV den Kaufvertrag. DSV nannte einen Unternehmenswert von 14,3 Mrd. Euro und einen Eigenkapitalwert von 11,3 Mrd. Euro; die Deutsche Bahn sprach von „bis zu 14,8 Milliarden Euro“ einschließlich Zinserträgen bis zum Vollzug. Am 2. Oktober 2024 stimmte der DB-Aufsichtsrat zu.

Die Europäische Kommission gab die Übernahme am 9. April 2025 ohne Auflagen frei, am 30. April 2025 wurde der Verkauf vollzogen. Der Erlös verbleibt im DB-Konzern und dient dem Schuldenabbau. DB Schenker hatte zu diesem Zeitpunkt rund 71.100 Beschäftigte an über 1.850 Standorten in mehr als 130 Ländern. DSV sagte zu, innerhalb von drei bis fünf Jahren rund eine Milliarde Euro in Deutschland zu investieren, und gab soziale Zusagen für zwei Jahre nach dem Vollzug.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Im Geschäftsjahr 2025 stieg der DSV-Umsatz um rund die Hälfte auf 247,3 Mrd. Dänische Kronen (etwa 33 Mrd. Euro), das EBIT vor Sondereffekten auf 19,6 Mrd. Kronen. Der Nettogewinn ging wegen Integrationskosten von rund 4,5 Mrd. Kronen zurück. Rund 30 Prozent der Integration waren Ende 2025 abgeschlossen; DSV strebt jährliche Synergien von 9 Mrd. Kronen ab 2027 an und plant den Abbau von 6 bis 8 Prozent der Stellen, vor allem in der Verwaltung.

In Deutschland treten Landverkehr und Kontraktlogistik seit dem 1. Januar 2026 unter DSV auf, Luft- und Seefracht, Messelogistik und Zollabwicklung folgten zum 1. Februar 2026. Die Deutschlandzentrale liegt in Bremen, die Belegschaft von DSV in Deutschland hat sich durch die Integration verdreifacht. Die Adresse dbschenker.com leitet auf dsv.com weiter; Tarifverträge sollen zunächst bestehen bleiben.

Im ersten Halbjahr 2026 setzte DSV 147,1 Mrd. Kronen um; mehr als 60 Länder, darunter alle großen Märkte, waren bis Juli 2026 integriert oder in der Integration. Die Prognose für das EBIT 2026 lautet 23,5 bis 25,5 Mrd. Kronen. Die vollständige Integration soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein.

FAQ

Wem gehört Schenker heute? Schenker gehört seit dem 30. April 2025 zu 100 Prozent der dänischen DSV A/S. Die Deutsche Bahn hält keine Anteile mehr.

Wem gehört DSV? DSV ist an der Nasdaq Copenhagen notiert und befindet sich vollständig im Streubesitz. Größter gemeldeter Aktionär ist die kuwaitische Agility-Gruppe mit 8,03 Prozent (Stand Juli 2025); die Ernst Göhner Stiftung und die Capital Group halten jeweils mehr als 5 Prozent.

Was hat DSV für Schenker bezahlt? DSV nannte einen Unternehmenswert von 14,3 Mrd. Euro und einen Eigenkapitalwert von 11,3 Mrd. Euro. Die Deutsche Bahn sprach von bis zu 14,8 Mrd. Euro einschließlich Zinserträgen bis zum Vollzug.

Gibt es die Marke DB Schenker noch? Nein. In Deutschland tritt das Geschäft seit Anfang 2026 unter dem Namen DSV auf; weltweit soll die Integration bis Ende 2026 abgeschlossen sein.

Wie groß ist DSV nach der Übernahme? Im Geschäftsjahr 2025 erzielte DSV einen Umsatz von 247,3 Mrd. Dänischen Kronen und beschäftigte zum Jahresende 151.751 Vollzeitkräfte in mehr als 90 Ländern.

Fazit

Die Frage „Wem gehört Schenker?“ hat seit dem 30. April 2025 eine eindeutige Antwort: der börsennotierten DSV A/S aus Dänemark, die selbst keinen Mehrheitsaktionär hat. Für die Deutsche Bahn endete damit eine über 90-jährige Verbindung zur Traditionsspedition aus Wien, für DSV begann die größte Integration der Firmengeschichte. Bis Ende 2026 soll der Name Schenker weitgehend verschwunden sein; was bleibt, ist ein Logistikkonzern mit über 150.000 Beschäftigten.