OMO gehört dem britischen Konsumgüterkonzern Unilever PLC mit Sitz in London. Die Waschmittelmarke ist seit ihrer Einführung im Jahr 1908 ununterbrochen im Besitz von Lever Brothers beziehungsweise des 1929/1930 daraus hervorgegangenen Unilever-Konzerns. In Deutschland vertreibt die Unilever Deutschland GmbH (Hamburg) die Marke im Einzelhandel, während die Profi-Variante „Omo Professional“ unter einer Kooperation mit dem Reinigungsspezialisten Diversey vermarktet wird. Hinweise auf einen Verkauf der OMO-Markenrechte in einzelnen Märkten haben sich bei der Recherche nicht bestätigt. Stand: September 2026.
Key Takeaways
- OMO ist eine Marke der Unilever PLC (London); der Konzern ist seit 2020 eine einheitliche britische Gesellschaft, die an den Börsen London, Amsterdam und New York notiert ist.
- Die Marke wurde 1908 vom britischen Seifenhersteller R. S. Hudson eingeführt, der im selben Jahr an Lever Brothers ging, laut Markenlexikon brandslex.de.
- In Deutschland kam OMO Mitte der 1950er-Jahre als eines der ersten vollsynthetischen Waschmittel auf den Markt und wird heute von der Unilever Deutschland GmbH in Hamburg vertrieben.
- Weltweit läuft dieselbe Produktfamilie unter verschiedenen Namen: Persil (Großbritannien, Frankreich), Skip, Surf Excel, Rinso, Breeze oder Ala, laut Unilever-Markenseite.
- Die Gewerbe-Linie „Omo Professional“ wird in Deutschland über Diversey Deutschland (Mannheim) im Rahmen des Programms „Pro Formula“ vermarktet.
- Unilever erzielte 2025 laut Jahresergebnis einen Umsatz von rund 50,5 Milliarden Euro; die Sparte Home Care, zu der OMO zählt, steht für etwa 23 Prozent davon.
- Einen Verkauf der Marke OMO an Dritte gab es in Deutschland nicht; Unilever trennte sich hierzulande 2009/2010 aber von den Schwestermarken Kuschelweich und Sunil.
| Name | OMO (Waschmittelmarke) |
| Gegründet | 1908 als Seifenmarke von R. S. Hudson, Großbritannien; ab 1952 vollsynthetisches Waschmittel |
| Sitz | Unilever PLC, London; Unilever Deutschland GmbH, Neue Burg 1, Hamburg |
| Branche | Wasch- und Reinigungsmittel (Segment Home Care) |
| Eigentümer | Unilever PLC (börsennotiert, Streubesitz); in Deutschland über die Unilever Deutschland GmbH |
| Führung | Fernando Fernandez (CEO Unilever seit 2025); Stefan Pfeifer (Geschäftsführer Unilever Deutschland GmbH laut Impressum) |
| Umsatz / Mitarbeiter | Unilever-Konzern 2025: rund 50,5 Mrd. Euro Umsatz aus fortgeführten Geschäften; für die Marke OMO selbst keine offiziellen Angaben |
Geschichte der Marke OMO
Die Ursprünge von OMO liegen in England. Laut dem Markenlexikon brandslex.de brachte der Chemiker und Seifenfabrikant Robert Spear Hudson die Marke 1908 als Seifenprodukt auf den Markt. Der Name soll auf die Kinderreimfigur „Old Mother Owl“ zurückgehen. Im selben Jahr übernahm der Seifenkonzern Lever Brothers das Unternehmen Hudson – und mit ihm die Marke OMO. Als sich Lever Brothers 1929/1930 mit dem niederländischen Margarinehersteller Margarine Unie zu Unilever zusammenschloss, wurde OMO Teil des neuen Konzerns.
Bis in die frühen 1950er-Jahre blieb OMO eine klassische Seife. Erst 1952 stellte Unilever das Produkt auf ein vollsynthetisches Waschmittel um – deutlich später als Konkurrenten wie Persil von Henkel, die bereits in den 1930er-Jahren synthetische Rezepturen entwickelt hatten. Mitte der 1950er-Jahre führte die damalige deutsche Unilever-Tochter Sunlicht Gesellschaft OMO parallel zur Schwestermarke Sunil in Westdeutschland ein. Der Werbeslogan „Sie brauchen nur noch Omo“ und die Waschmittel-Trommeln mit zehn Kilogramm Inhalt für Gewerbekunden prägten laut der Fachzeitschrift neue verpackung die frühen Jahre. In den 1960er-Jahren wurde der „Omo-Reporter“, der Hausfrauen vor der Kamera befragte, zu einer der bekanntesten Werbefiguren des deutschen Fernsehens; um 1970 folgte der „Knotentest“, bei dem verknotete, verschmutzte Wäsche die Waschkraft demonstrieren sollte.
Seit den 2000er-Jahren positioniert Unilever die gesamte Produktfamilie international unter dem Leitmotiv „Dirt is Good“ (deutsch etwa: Schmutz ist gut). Die Kampagne stellt nicht mehr das Weiß der Wäsche in den Mittelpunkt, sondern die Botschaft, dass Kinder sich beim Spielen schmutzig machen dürfen. Laut Unilever-Markenseite wurde die Marke in den 1980er-Jahren stärker auf wissenschaftliche Wirkversprechen ausgerichtet, bevor Anfang der 2000er-Jahre der Schwenk zur Lifestyle-Kommunikation folgte.
Eigentümerstruktur im Detail: Wem gehört OMO?
Markeninhaber ist die Unilever PLC. Bis 2020 bestand der Konzern aus zwei rechtlich getrennten Gesellschaften, der britischen Unilever PLC und der niederländischen Unilever N.V. Im November 2020 vereinheitlichte Unilever die Struktur und führte beide Einheiten in einer einzigen britischen Gesellschaft mit Sitz in London zusammen, wie brandslex.de und Unilever selbst dokumentieren. Die Aktie ist in London, Amsterdam und New York notiert; einen beherrschenden Großaktionär gibt es nicht, das Kapital befindet sich im Streubesitz institutioneller und privater Anleger.
Für den deutschen Markt ist die Unilever Deutschland GmbH mit Sitz in der Hamburger HafenCity zuständig. Laut Impressum der Unternehmenswebsite ist die Gesellschaft beim Amtsgericht Hamburg unter HRB 13829 eingetragen; als Geschäftsführer wird Stefan Pfeifer genannt. Unilever betreibt in Deutschland vier Produktionsstandorte – Auerbach und Heilbronn (Lebensmittel) sowie Buxtehude und Mannheim (Körperpflege). Die Produktdatenbank von Unilever Deutschland listet für OMO aktuell Flüssig- und Pulverwaschmittel der Linie „Intensive Leuchtkraft“.
Ein Sonderfall ist das Gewerbegeschäft. „Omo Professional“ – Vollwaschmittel, Colorwaschmittel und Desinfektionswaschmittel für Hotels, Gastronomie und Wäschereien – wird in Deutschland nicht von Unilever selbst, sondern von der Diversey Deutschland GmbH & Co. OHG in Mannheim vertrieben. Grundlage ist das Programm „Pro Formula“, eine laut Diversey-Mutter Solenis bestehende Zusammenarbeit zwischen Unilever und Diversey, bei der professionell formulierte Reinigungsprodukte unter Unilever-Marken wie Omo, Cif und Sun vermarktet werden. Die Markenrechte bleiben dabei bei Unilever; Diversey tritt als Lizenz- und Vertriebspartner auf.
Verwechslungsgefahr besteht bei der Marke Persil: Unilever verkauft OMO in Großbritannien, Irland, Frankreich, Malaysia, Singapur und Neuseeland unter dem Namen Persil, während die Persil-Rechte in Deutschland und den meisten anderen Ländern bei Henkel liegen. Beide Persil-Produkte haben lediglich den Namen gemeinsam. Für die These, Unilever habe OMO-Markenrechte in einzelnen Märkten an Dritte verkauft, fanden sich in Unternehmensangaben und Fachpresse keine Belege. Richtig ist, dass Unilever in Deutschland andere Waschmittelmarken abgegeben hat: Laut brandslex.de gingen Kuschelweich (2009) und Sunil (2010) an die Fit GmbH im sächsischen Hirschfelde. OMO blieb im Konzern.
Geschäftsmodell und Zahlen
Unilever weist keine Umsatzzahlen für einzelne Marken aus. Einordnen lässt sich OMO über die Konzernsparte Home Care, die Wasch-, Spül- und Reinigungsmittel bündelt. Laut den von Unilever Deutschland veröffentlichten Jahresergebnissen 2025 stand Home Care für rund 23 Prozent des Konzernumsatzes und wuchs organisch um 2,6 Prozent, getragen von einem Mengenplus von 2,2 Prozent. Der Konzernumsatz aus fortgeführten Geschäften lag 2025 bei rund 50,5 Milliarden Euro, das organische Wachstum bei 3,5 Prozent, die bereinigte operative Marge bei 20 Prozent. Der Nettogewinn stieg laut Retail-News auf 6,2 Milliarden Euro.
Innerhalb der Waschmittelsparte ist OMO mit seinen Länderschwestern Persil, Skip, Surf Excel, Rinso, Breeze, Via und Ala eine der größten Marken Unilevers weltweit. Das Geschäftsmodell ist klassisches Markenartikelgeschäft: Unilever entwickelt Rezepturen zentral, produziert in eigenen oder beauftragten Werken und verkauft über den Lebensmitteleinzelhandel und Drogerien. In Deutschland ist OMO allerdings nur ein Nischenprodukt; laut neue verpackung ist die Marke in deutschen Supermarktregalen selten anzutreffen, meist in Großpackungen. Hauptmarke im deutschen Unilever-Waschmittelgeschäft ist Coral.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Unilever befindet sich in einem Umbau. Nach dem Abgang von CEO Hein Schumacher übernahm im März 2025 der bisherige Finanzchef Fernando Fernandez die Konzernführung. Im Dezember 2025 spaltete Unilever sein Eisgeschäft als eigenständiges Unternehmen Magnum Ice Cream Company ab; seither weist der Konzern nur noch die verbleibenden Sparten – darunter Home Care mit OMO – als fortgeführtes Geschäft aus. Für 2026 stellt Unilever laut Jahresergebnis 2025 ein leicht höheres Wachstum in Aussicht, verweist aber auf ein weiterhin schwieriges Marktumfeld. Der Konzern konzentriert sich zunehmend auf sogenannte Power Brands, die 2025 rund 78 Prozent des Umsatzes erzielten; OMO gehört zu dieser Gruppe.
In Deutschland war OMO zuletzt 2021 Gegenstand einer Verbraucherschutz-Auseinandersetzung: Die Verbraucherzentrale Hamburg mahnte Unilever ab, weil der Karton „OMO Intensive Leuchtkraft XXXL – 100 Wäschen“ nur etwa zur Hälfte gefüllt war. Unilever verpflichtete sich laut Pressemitteilung der Verbraucherzentrale vom Februar 2021, die Verpackung um vier Zentimeter zu verkleinern und den Vertrieb des alten Formats ab April 2021 einzustellen.
FAQ
Ist OMO eine deutsche Marke? Nein. OMO stammt aus Großbritannien und gehört seit 1908 zu Lever Brothers beziehungsweise Unilever. In Deutschland wurde die Marke Mitte der 1950er-Jahre eingeführt.
Wer stellt OMO in Deutschland her und vertreibt es? Für den Einzelhandel ist die Unilever Deutschland GmbH in Hamburg verantwortlich. Die Profi-Linie Omo Professional wird von Diversey Deutschland in Mannheim vertrieben, das mit Unilever im Programm Pro Formula kooperiert.
Hat Unilever die Marke OMO verkauft? Dafür gibt es keine Belege. Unilever hat in Deutschland 2009 Kuschelweich und 2010 Sunil an die Fit GmbH abgegeben, OMO jedoch behalten.
Warum heißt OMO in anderen Ländern Persil oder Skip? Unilever vermarktet dieselbe Produktfamilie regional unter historisch gewachsenen Namen – Persil in Großbritannien und Frankreich, Skip in Spanien und Portugal, Surf Excel in Indien, Rinso in Indonesien, Breeze auf den Philippinen. Persil in Deutschland gehört dagegen Henkel.
Wie groß ist das Waschmittelgeschäft von Unilever? Die Sparte Home Care machte 2025 rund 23 Prozent des Konzernumsatzes von etwa 50,5 Milliarden Euro aus. Umsätze einzelner Marken veröffentlicht Unilever nicht.
Fazit
OMO ist seit mehr als einem Jahrhundert ein Unilever-Produkt und gehört heute der Unilever PLC in London, die sich im Streubesitz befindet. In Deutschland läuft der Vertrieb über die Unilever Deutschland GmbH in Hamburg, im Gewerbebereich über den Partner Diversey. Die Marke spielt hierzulande eine Nebenrolle neben Coral, ist international aber eine der wichtigsten Waschmittelmarken des Konzerns. Einen Verkauf der Markenrechte hat es nach den verfügbaren Quellen nicht gegeben. Stand: September 2026.