Wem gehört Mercedes-Benz (Daimler)? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört Mercedes Benz

Mercedes-Benz gehört keinem Mehrheitseigentümer: Die Mercedes-Benz Group AG – bis Februar 2022 Daimler AG – ist breit gestreut, ihre größten Einzelaktionäre sind die chinesische BAIC Group mit 9,98 Prozent, die dem Geely-Gründer Li Shufu zugeordnete Tenaciou3 Prospect Investment mit 9,69 Prozent und die Kuwait Investment Authority mit 5,33 Prozent (Stand 31. März 2026). Rund drei Viertel der Aktien liegen bei institutionellen und privaten Anlegern. Wer nach „Daimler“ fragt, meint heute meist diesen Konzern; das Lkw-Geschäft firmiert seit Dezember 2021 eigenständig als Daimler Truck Holding AG.

Key Takeaways

  • Die Mercedes-Benz Group AG hat keinen Mehrheitsaktionär; BAIC, Li Shufu und Kuwait kommen zusammen auf rund 25 Prozent.
  • BAIC (9,98 Prozent) und Li Shufu (9,69 Prozent) haben sich vertraglich verpflichtet, jeweils unter zehn Prozent der Stimmrechte zu bleiben.
  • Institutionelle Investoren halten 42,24 Prozent, private Anleger 32,76 Prozent der Aktien.
  • Die Daimler AG wurde zum 1. Februar 2022 in Mercedes-Benz Group AG umbenannt, nachdem Daimler Truck im Dezember 2021 abgespalten worden war.
  • 2025 sank der Umsatz um 9 Prozent auf 132,2 Mrd. Euro, das Konzernergebnis halbierte sich auf 5,3 Mrd. Euro.
  • Ein US-Gesetzentwurf von Juni 2026 zielt auf Autobauer mit chinesischer Beteiligung ab 15 Prozent und trifft damit potenziell auch Mercedes-Benz.
Unternehmen / NameMercedes-Benz Group AG (bis 31. Januar 2022: Daimler AG)
Gegründet / Geboren1926 als Daimler-Benz AG (Fusion von Daimler-Motoren-Gesellschaft und Benz & Cie.)
Sitz / WohnortStuttgart (Amtsgericht Stuttgart, HRB 19360)
Branche / BerufAutomobilhersteller (Pkw, Vans, Finanzdienstleistungen); DAX-40-Konzern, ISIN DE0007100000
Eigentümer / VermögensbasisStreubesitz; größte Aktionäre BAIC Group 9,98 %, Tenaciou3 Prospect Investment (Li Shufu) 9,69 %, Kuwait Investment Authority 5,33 % (Stand 31. März 2026)
Umsatz / Mitarbeiter132,2 Mrd. Euro Umsatz, 5,3 Mrd. Euro Konzernergebnis, 164.120 Mitarbeitende (Geschäftsjahr 2025)

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört Mercedes-Benz? Eigentümerstruktur mit BAIC, Li Shufu und Kuwait Investment Authority 2026
Wem gehört Mercedes-Benz (Daimler)? Eigentümer und Struktur 2026 2

Das Grundkapital der Mercedes-Benz Group AG war zum 31. Dezember 2025 in 962.903.703 Namensaktien eingeteilt; 0,58 Prozent davon hielt der Konzern selbst. Die Aktionärsstruktur zum 31. März 2026 weist aus: BAIC Group 9,98 Prozent, Tenaciou3 Prospect Investment Ltd. 9,69 Prozent, Kuwait Investment Authority 5,33 Prozent, institutionelle Investoren 42,24 Prozent und private Anleger 32,76 Prozent.

Die Beijing Automotive Group (BAIC), Joint-Venture-Partner in China, gab im Juli 2019 den Erwerb von 5 Prozent an der damaligen Daimler AG bekannt und stockte später auf knapp unter zehn Prozent auf. Der Geely-Gründer Li Shufu war bereits im Februar 2018 mit 9,69 Prozent über die Tenaciou3 Prospect Investment Limited eingestiegen. Dritter Ankeraktionär ist der Staatsfonds Kuwait Investment Authority.

Warum beide exakt unter der Zehn-Prozent-Marke bleiben, erklärt der Geschäftsbericht 2025: Mercedes-Benz hat mit BAIC und Geely vereinbart, dass sie ihre Beteiligung unter zehn Prozent aller Stimmrechtsaktien halten und beim laufenden Aktienrückkauf anteilig mitverkaufen. Zusammen kommen BAIC und Li Shufu auf 19,67 Prozent – weit entfernt von einer Sperrminorität von 25 Prozent.

Vorstandsvorsitzender ist seit Mai 2019 Ola Källenius, bestellt bis Mai 2029; den Aufsichtsrat leitet seit Mai 2024 Martin Brudermüller. Die Mercedes-Benz AG ist dagegen nur die 2019 ausgegliederte operative Tochter für Pkw und Vans.

Geschichte und Herkunft: Von Daimler-Benz zur Mercedes-Benz Group

Aus der 1883 in Mannheim gegründeten Benz & Cie. und der Daimler-Motoren-Gesellschaft entstand am 28. Juni 1926 durch Fusion die Daimler-Benz AG mit der Marke Mercedes-Benz. Jahrzehntelang war „Daimler“ das Synonym für den Stuttgarter Konzern. 1998 folgte der Zusammenschluss mit Chrysler zur DaimlerChrysler AG, nach dem Verkauf von Chrysler firmierte das Unternehmen ab 2007 als Daimler AG.

Den größten Umbau beschloss die außerordentliche Hauptversammlung am 1. Oktober 2021: Mit 99,90 Prozent billigte sie die Abspaltung des Lkw- und Busgeschäfts, das am 10. Dezember 2021 als Daimler Truck Holding AG an die Börse ging, mit 99,89 Prozent die Umfirmierung. Zum 1. Februar 2022 wurde aus der Daimler AG die Mercedes-Benz Group AG; der Name „Daimler“ lebt vor allem bei Daimler Truck weiter.

An der Lkw-Holding hielt der Konzern Ende 2025 noch 32,25 Prozent, weitere rund 5 Prozent liegen bei einem Pensionstreuhänder. 2025 beschloss der Vorstand den Teilverkauf, um Dividende und Aktienrückkauf zu finanzieren. Im zweiten Quartal 2026 flossen daraus 417 Mio. Euro, im Juli 2026 weitere rund 600 Mio. Euro – die ersten Verkäufe seit der Abspaltung.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

2025 war ein Jahr des Rückgangs: Der Umsatz sank um 9 Prozent auf 132,2 Mrd. Euro, das EBIT brach um 57 Prozent auf 5,8 Mrd. Euro ein, das Konzernergebnis halbierte sich von 10,4 auf 5,3 Mrd. Euro. Der Pkw-Absatz fiel um 9 Prozent auf 1.801.291 Fahrzeuge, die Umsatzrendite der Pkw-Sparte von 8,1 auf 5,0 Prozent. Belastend wirkten US-Zölle, die rund 1 Mrd. Euro Gewinn kosteten, negative Wechselkurse und der Preiskampf in China, wo der Absatz um 19 Prozent zurückging.

Gegensteuern soll das Sparprogramm „Next Level Performance“: Bis 2027 sollen die Kosten um 5 Mrd. Euro sinken, 2025 wurden bei Mercedes-Benz Cars bereits mehr als 3,5 Mrd. Euro eingespart. Bis März 2026 nahmen 5.500 Beschäftigte ein freiwilliges Abfindungsprogramm an; im Gegenzug gilt eine Beschäftigungssicherung bis 2034. Die Hauptversammlung am 16. April 2026 beschloss eine auf 3,50 Euro je Aktie gekürzte Dividende (Vorjahr 4,30 Euro). Seit dem 3. November 2025 läuft ein Aktienrückkauf über bis zu 2 Mrd. Euro. Für 2026 erwartet der Konzern einen Umsatz auf Vorjahresniveau und eine Pkw-Rendite von 3 bis 5 Prozent.

China bleibt die offene Wunde: Im ersten Quartal 2026 sank der dortige Pkw-Absatz um 27 Prozent, im zweiten um 30 Prozent, und der Konzern verbuchte eine Wertminderung von 704 Mio. Euro auf sein China-Geschäft. Neu ist ein politisches Risiko in den USA: Im Juni 2026 wurde im Repräsentantenhaus der Entwurf eines „Motor Vehicle Modernization Act of 2026“ vorgelegt, der Herstellern mit einer Beteiligung von 15 Prozent oder mehr aus als „ausländische Gegner“ eingestuften Staaten den Verkauf in den USA untersagen könnte. Mit 19,67 Prozent für BAIC und Li Shufu läge Mercedes-Benz darüber; der Konzern verweist auf über 10.000 Beschäftigte in den USA.

FAQ

Wem gehört Daimler heute? Die frühere Daimler AG heißt seit 2022 Mercedes-Benz Group AG und ist breit gestreut; größte Aktionäre sind BAIC (9,98 Prozent), Li Shufu (9,69 Prozent) und die Kuwait Investment Authority (5,33 Prozent).

Gehört Mercedes-Benz den Chinesen? Nein. BAIC und Li Shufu halten zusammen 19,67 Prozent und bleiben vertraglich jeweils unter zehn Prozent der Stimmrechte. Rund 75 Prozent der Aktien liegen bei institutionellen und privaten Anlegern.

Hält Geely direkt Anteile an Mercedes-Benz? Die Beteiligung läuft über die Tenaciou3 Prospect Investment Limited; Mercedes-Benz nennt als Investor den Geely-Gründer Li Shufu, der im Februar 2018 mit 9,69 Prozent eingestiegen ist.

Gehört Daimler Truck noch zu Mercedes-Benz? Nein, seit dem Börsengang am 10. Dezember 2021 ist Daimler Truck eigenständig. Mercedes-Benz hielt Ende 2025 noch 32,25 Prozent und verkauft diese Beteiligung seit 2026 in Teilen.

Wie viel Umsatz und Gewinn machte Mercedes-Benz 2025? Der Umsatz lag bei 132,2 Mrd. Euro, das EBIT bei 5,8 Mrd. Euro und das Konzernergebnis bei 5,3 Mrd. Euro; der Konzern zählte 164.120 Beschäftigte.

Was unterscheidet Mercedes-Benz Group AG und Mercedes-Benz AG? Die Group AG ist die börsennotierte Konzernmutter, die Mercedes-Benz AG die 2019 ausgegliederte operative Tochter für Pkw und Vans.

Fazit

Mercedes-Benz – das frühere Daimler – ist ein Streubesitzkonzern mit drei Ankeraktionären aus China und Kuwait, von denen keiner die Zehn-Prozent-Marke überschreitet. Die Eigentümerfrage ist damit klar beantwortet, die wirtschaftliche Lage weniger: Nach dem Gewinneinbruch 2025 kämpft der Konzern mit China-Schwäche, US-Zöllen und einem harten Sparkurs. Ob die chinesischen Beteiligungen in den USA zum politischen Problem werden, ist 2026 eine der größten offenen Fragen.