Wem gehört McDonald’s? Aktionäre und Franchise

Wem gehört McDonalds

Kurze Antwort: McDonald’s gehört keiner Familie und keinem Milliardär, sondern über 5,2 Millionen Aktionären. Größte gemeldete Halter sind Vanguard mit 10,03 Prozent, BlackRock mit 7,3 Prozent und State Street mit 5,1 Prozent (Stand 31. Dezember 2025). Und: Rund 95 Prozent der Restaurants gehören Franchisenehmern – der Konzern verdient mehr an Mieten als an Lizenzgebühren.

Die Gesellschaft

  • Firmierung: McDonald’s Corporation, Gründungsstaat Delaware
  • Sitz: 110 North Carpenter Street, Chicago, Illinois 60607
  • Börse: New York Stock Exchange, Ticker MCD
  • Ausstehende Aktien zum 23. März 2026: 710.827.631, gehalten von über 5,2 Millionen Aktionären

Die Aktionäre

Anteilseigner Aktien Anteil
The Vanguard Group 71.635.329 10,03 %
BlackRock, Inc. 51.974.467 7,3 %
State Street Corporation 35.988.736 5,1 %

Das sind alle Halter über fünf Prozent. Zusammen rund 22,4 Prozent – und sie halten die Aktien nach den zitierten Meldungen als Vermögensverwalter im gewöhnlichen Geschäftsbetrieb, nicht zur Einflussnahme. Einen Mehrheitsaktionär gibt es nicht.

Das Franchise-Modell

Zum Jahresende 2025 gab es 45.356 Restaurants weltweit, davon rund 95 Prozent franchisiert. Aufgeschlüsselt: 95 Prozent in den USA, 89 Prozent in den „International Operated Markets“ und 99 Prozent in den lizenzierten Entwicklungsmärkten. 2025 kamen 2.276 Restaurants hinzu, 396 schlossen.

Der Konzern selbst beschäftigt über 150.000 Menschen; in den Franchise-Restaurants arbeiten nach Unternehmensangaben „over two million individuals“. Der Systemumsatz lag 2025 bei nahezu 140 Milliarden US-Dollar, der Konzernumsatz bei 26.885 Millionen US-Dollar.

Der Immobilienkonzern hinter der Burgerkette

Das ist der Teil, der die Eigentümerfrage erst interessant macht. Aus der Bilanz zum 31. Dezember 2025:

  • Sachanlagen zu Anschaffungskosten: 49.290 Millionen US-Dollar – davon Grundstücke 8.169 Millionen, Gebäude auf eigenem Grund 22.202 Millionen, Gebäude auf gepachtetem Grund 15.506 Millionen
  • Unter Franchiseverträgen gebundene Nettosachanlagen: 22,8 Milliarden US-Dollar, davon 7,1 Milliarden Grundstücke
  • Künftige Mindestmietzahlungen aus bestehenden Franchiseverträgen: 31.451 Millionen US-Dollar

Und die entscheidende Aufteilung: Von den 16.548 Millionen US-Dollar Erlösen aus Franchise-Restaurants entfielen 2025 10.442 Millionen auf Mieten und nur 6.018 Millionen auf Lizenzgebühren. Der Geschäftsbericht formuliert die Logik selbst: „The Company believes that control over the real estate enables it to achieve restaurant performance levels that are among the highest in the industry.“

Die Führung

Christopher Kempczinski ist Chairman, President und Chief Executive Officer – CEO seit November 2019, Chairman seit Mai 2024. Finanzvorstand ist Ian Borden.

Deutschland

Aus dem Impressum:

  • Firmierung: McDonald’s Deutschland LLC, Zweigniederlassung München – nicht „LLC & Co. KG“, wie oft zu lesen
  • Anschrift: Drygalski-Allee 51, 81477 München
  • Registergericht: Amtsgericht München, HRB 50 822; Umsatzsteuer-Identifikationsnummer DE 129 525 432
  • Vertretungsberechtigt: Mario Federico, Vorstandsvorsitzender seit dem 1. August 2021
  • Weitere Vorstandsmitglieder: Aglaë Eder (Restaurant Operations, seit Januar 2026), Matthias Kutzer (Personal), Stijn Mentrop-Huliselan (Marketing), Ivica Serdarušić (Finanzen, seit Juli 2026)
  • Rund 1.350 Restaurants und etwa 63.000 Mitarbeitende

Die deutsche Gesellschaft ist eine LLC nach dem Recht von Delaware; die meisten Franchise-Restaurants sind eigenständige deutsche GmbHs.

Historie

  • 15. Mai 1940: Die Brüder Richard und Maurice McDonald eröffnen ihr erstes Restaurant in San Bernardino, Kalifornien.
  • Ab 1948: Das „Speedee Service System“ – die Erfindung, auf der alles aufbaut.
  • 1954/1955: Ray Kroc, Verkäufer von Milchshake-Mixern, tritt an die Brüder heran und eröffnet 1955 sein erstes Restaurant in Des Plaines, Illinois.
  • 1960: Umbenennung von McDonald’s Systems Inc. in McDonald’s Corporation.
  • 1961: Kroc kauft den Brüdern die Rechte ab. Der oft genannte Kaufpreis von 2,7 Millionen US-Dollar ließ sich nicht aus einer Primärquelle belegen – wir führen ihn deshalb nicht als Faktum.
  • 4. Dezember 1971: Das erste deutsche Restaurant eröffnet in der Martin-Luther-Straße in München-Obergiesing. 1999 folgt das tausendste in Berlin.

Häufige Falschannahmen

  • „McDonald’s gehört einer Familie.“ Publikumsgesellschaft mit über 5,2 Millionen Aktionären, ohne Kontrollaktionär.
  • „Die Konzernzentrale betreibt die Restaurants.“ Rund 95 Prozent gehören Franchisenehmern.
  • „McDonald’s verdient hauptsächlich an Burgern.“ Die Franchise-Erlöse stammen 2025 mehrheitlich aus Mieten, nicht aus Lizenzgebühren.
  • „Ray Kroc hat McDonald’s gegründet.“ Gegründet haben es die Brüder McDonald 1940; Kroc war ab 1955 Franchisenehmer und kaufte 1961.
  • „Vanguard und BlackRock kontrollieren den Konzern.“ Zusammen rund 22,4 Prozent, treuhänderisch für Fondsanleger gehalten.

Was sich aus öffentlichen Quellen nicht belegen lässt

  • Die Zahl der Franchisenehmer in Deutschland
  • Deutscher Umsatz und deutsche Franchise-Quote aus einer Primärquelle
  • Der Kaufpreis von 1961
  • Die Gesellschafterstruktur der McDonald’s Deutschland LLC – Delaware-Gesellschaften veröffentlichen keine Gesellschafterlisten
  • Vergütungs- oder Vermögensangaben zu Personen – hier bewusst ausgeklammert

Quellen

Stand: 26. August 2026. Alle Angaben stammen aus den oben verlinkten Quellen.