Hans im Glück ist Deutschlands bekannteste Burgerkette im Better-Burger-Segment: 2010 in München gegründet, erkennbar an den Birkenstämmen im Gastraum, im April 2026 mit dem 100. Restaurant in Mannheim angekommen. Die Frage „Wem gehört Hans im Glück?“ hat seit 2020 eine klare Antwort: nicht mehr Gründer Thomas Hirschberger, sondern ein kleiner Gesellschafterkreis um den BackWerk-Mitgründer Dirk Schneider und die GAB Beteiligungsgesellschaft der Familie Bühler, aus der auch Geschäftsführer Johannes Bühler stammt. Der zweite BackWerk-Gründer Hans-Christian Limmer schied im Januar 2024 aus. Das Unternehmen ist nicht börsennotiert und gehört zu keinem Konzern.
Key Takeaways
- Hans im Glück gehört seit Januar 2020 einem privaten Gesellschafterkreis: BackWerk-Mitgründer Dirk Schneider und die GAB Grundstücks-, Finanzierungs-, Verwaltungs- und Beteiligungs GmbH der Familie Bühler.
- Gründer Thomas Hirschberger gab 2018 zehn Prozent an die GAB ab und verkaufte im Januar 2020 seine restlichen 90 Prozent.
- Hans-Christian Limmer, 2020 als Mitgesellschafter eingestiegen, verließ das Unternehmen am 10. Januar 2024; seine Anteile gingen an die verbliebenen Gesellschafter.
- Geschäftsführer ist seit 2014 Johannes Bühler, Sohn des GAB-Inhabers Gerd Bühler; die genaue Anteilsverteilung ist nicht öffentlich.
- Im April 2026 eröffnete das 100. Restaurant in Mannheim; die Kette ist in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden aktiv.
- 2024 war wirtschaftlich sehr schwierig; 2025 trennte sich die Zentrale von rund 20 Franchisenehmern und übernahm deren Betriebe.
- Die letzte veröffentlichte Umsatzzahl stammt aus 2019: über 147 Mio. Euro Außenumsatz bei 81 Restaurants.
| Name | Hans im Glück Franchise GmbH (Marke „Hans im Glück – Burgergrill & Bar“) |
|---|---|
| Gegründet / Geboren | 2010 (erstes Restaurant in München) |
| Hauptsitz / Wohnort | München |
| Branche / Beruf | Systemgastronomie, Franchising (Burger-Restaurants) |
| Eigentümer / Unternehmen | Privater Gesellschafterkreis: Dirk Schneider (BackWerk-Mitgründer) und GAB Beteiligungsgesellschaft (Familie Bühler); Aufteilung nicht öffentlich |
| Umsatz (Jahr) | über 147 Mio. Euro Außenumsatz (2019, letzte veröffentlichte Zahl) |
| Mitarbeiter | rund 3.500 (Stand Januar 2020, inklusive Franchisebetriebe) |
| Einnahmequellen / Vermögensbasis | Eigene Restaurants, Franchisegebühren und Lizenzen, Liefergeschäft |
Geschichte und Herkunft
Die Geschichte beginnt 2010 in München. Thomas Hirschberger, der zuvor die Kette Sausalitos aufgebaut hatte, eröffnete den ersten „Burgergrill & Bar“ und setzte sich bewusst von klassischem Fast Food ab: frisch zubereitete Burger, viele vegetarische und vegane Varianten und ein Gastraum mit echten Birkenstämmen.
Das Wachstum lief fast von Anfang an über Franchising. Ende 2014 beschäftigten Zentrale und Franchisenehmer rund 1.200 Menschen bei etwa 43,6 Mio. Euro Nettoumsatz. 2016 verließ der Franchisepartner Paniceus mit zwölf Standorten das System und gründete die Konkurrenzkette Peter Pane. Parallel expandierte die Marke nach Österreich, in die Schweiz und nach Singapur.
Eigentümerstruktur im Detail

Bis 2018 lag Hans im Glück vollständig bei Gründer Thomas Hirschberger, der seine Beteiligung über die Familienholding AML Invest Treuhandgesellschaft hielt. Im Juli 2018 übernahm die GAB Grundstücks-, Finanzierungs-, Verwaltungs- und Beteiligungs GmbH zehn Prozent der Hans im Glück Franchise GmbH. Hinter der GAB steht Gerd Bühler, der Vater des Geschäftsführers Johannes Bühler.
Der entscheidende Schnitt folgte am 17. Januar 2020. Hirschberger übertrug seine verbliebenen 90 Prozent an einen neuen Gesellschafterkreis aus der GAB sowie den BackWerk-Gründern Dirk Schneider und Hans-Christian Limmer. Über Kaufpreis und Anteilsverhältnisse vereinbarten die Beteiligten Stillschweigen. Branchenmedien zufolge schlossen sich die Gesellschafter in einer GbR zusammen, die als Muttergesellschaft über der Hans im Glück Franchise GmbH und der Hans im Glück Gastro GmbH steht. Hirschberger blieb zunächst Franchisenehmer mit fünf Restaurants in München und vier in Singapur.
Die dritte Veränderung kam im Januar 2024. Correctiv berichtete über ein Treffen im Landhaus Adlon in Potsdam am 25. November 2023, bei dem Vertreter der Neuen Rechten über die Ausweisung von Millionen Menschen mit Migrationsgeschichte gesprochen hatten. Limmer hatte die Einladung mitunterzeichnet, war nach eigenen Angaben aber nicht anwesend. Am 10. Januar 2024 bot er den Mitgesellschaftern seine Anteile an; das Angebot wurde sofort angenommen. Seither halten Dirk Schneider und die GAB der Familie Bühler das Unternehmen. Wie sich die Anteile heute genau verteilen, ist nicht öffentlich. Börsengang, Finanzinvestor oder Konzernmutter gibt es nicht.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Pandemie, Inflation und Gästeschwund prägten die Jahre nach dem Eigentümerwechsel. Geschäftsführer Johannes Bühler nannte 2024 ein „wirtschaftlich gesehen sehr schwieriges Jahr“. Im Sommer 2024 meldeten die Betreiber der Standorte Saarlouis, Trier und Kaiserslautern Insolvenz an, im Frühjahr 2025 folgte der Betreiber von Mainz, Wiesbaden und Fulda. Die Zentrale übernahm die Restaurants in Eigenregie und verzichtete 2024 gegenüber ihren damals 46 Franchisepartnern teilweise auf Darlehensrückzahlungen.
Im Juni 2026 sprach Bühler gegenüber dem Handelsblatt von einem Turnaround im Jahr 2025: Man habe sich von rund 20 Franchisenehmern getrennt, deren Betriebe übernommen und wieder profitabel gemacht. Zugleich wächst die Marke in neue Richtungen. 2025 kamen die Niederlande als viertes Land hinzu, zunächst Amsterdam, am 4. September 2025 Den Haag. Anfang April 2026 eröffnete an der Raststätte Rheintal West an der Schweizer A13 der erste Standort an einer Autobahnraststätte, am 15. April 2026 feierte die Kette am Mannheimer Paradeplatz ihr 100. Restaurant. Bühler kündigte mehr Liefergeschäft und weitere autogerechte Standorte an.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
Hans im Glück ist ein Franchisesystem mit erheblichem Anteil eigener Betriebe. Anfang 2020 zählte die Kette 81 Restaurants, davon 26 unternehmenseigene und 55 Franchise-Standorte; Anfang 2024 waren es 96, im April 2026 schließlich 100 in vier Ländern. Durch die Übernahme ausgeschiedener Franchisebetriebe ist der Anteil der Eigenregie seit 2024 deutlich gestiegen; eine aktuelle Aufschlüsselung veröffentlicht das Unternehmen nicht.
Die Umsatzentwicklung lässt sich nur bis 2019 belegen: Der Außenumsatz stieg von 120 Mio. Euro (2018) auf über 147 Mio. Euro (2019), ein Plus von 24 Prozent; die Beschäftigtenzahl lag bei rund 3.500. Für 2020 bis 2025 hat das Unternehmen keine Umsatz- oder Ergebniszahlen veröffentlicht, uamr.de nennt deshalb keine Schätzungen. Die Einnahmen stammen aus eigenen Restaurants, Franchise- und Lizenzgebühren sowie dem Liefergeschäft.
Die Menschen hinter Hans im Glück
Thomas Hirschberger ist Gründer und Gesicht der ersten zehn Jahre. Dirk Schneider und Hans-Christian Limmer kamen als Mitgründer der Bäckereikette BackWerk ins Unternehmen; Schneider ist bis heute Gesellschafter, Limmer trennte sich 2024 zeitgleich auch von seiner Beteiligung an der Salat-Kette Pottsalat. Operativ prägt Johannes Bühler die Kette: Er führt Hans im Glück seit 2014, blieb 2020 gemeinsam mit Jens Hallbauer in der Geschäftsführung und ist heute als CEO der öffentliche Ansprechpartner. Über die GAB seines Vaters Gerd Bühler ist seine Familie zugleich Mitgesellschafterin. Angaben zum Privatvermögen der Beteiligten gibt es nicht, uamr.de nennt dazu keine Beträge.
FAQ
Wem gehört Hans im Glück heute? Einem privaten Gesellschafterkreis aus dem BackWerk-Mitgründer Dirk Schneider und der GAB Beteiligungsgesellschaft der Familie Bühler. Die genaue Aufteilung der Anteile ist nicht öffentlich.
Ist Thomas Hirschberger noch an Hans im Glück beteiligt? Nein. Der Gründer verkaufte 2018 zehn Prozent an die GAB und im Januar 2020 seine verbliebenen 90 Prozent an den neuen Gesellschafterkreis.
Warum ist Hans-Christian Limmer ausgestiegen? Nach der Correctiv-Recherche zum Potsdamer Treffen vom November 2023 bot er am 10. Januar 2024 seine Anteile den Mitgesellschaftern an, die sofort annahmen.
Ist Hans im Glück börsennotiert oder Teil eines Konzerns? Nein. Die Hans im Glück Franchise GmbH ist ein privat gehaltenes Unternehmen mit Sitz in München und gehört weder einem Konzern noch einem Finanzinvestor.
Wie viele Restaurants hat Hans im Glück? Im April 2026 eröffnete in Mannheim das 100. Restaurant. Die Kette ist in Deutschland, Österreich, der Schweiz und seit 2025 in den Niederlanden vertreten.
Fazit
Hans im Glück liegt seit 2020 in den Händen erfahrener Franchise-Unternehmer: Dirk Schneider brachte die BackWerk-Expertise mit, die Familie Bühler stellt über die GAB den Gesellschafter und über Johannes Bühler den Geschäftsführer. Der Abgang von Hans-Christian Limmer 2024 hat die Struktur weiter verschlankt, ohne dass ein externer Investor hinzukam.
Wirtschaftlich war der Weg zum 100. Restaurant steiniger als geplant: Pandemie, Inflation und Franchise-Insolvenzen zwangen die Zentrale, zahlreiche Standorte selbst zu übernehmen. Ob der 2025 verkündete Turnaround trägt, wird sich an den nächsten Schritten zeigen. Belastbare aktuelle Umsatzzahlen bleibt das Unternehmen bislang schuldig.
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