Wem gehört Electronic Arts (EA)? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört EA?

Electronic Arts (EA) gehört seit dem 4. August 2026 nicht mehr seinen Börsenaktionären, sondern einem Investorenkonsortium: Der saudi-arabische Staatsfonds Public Investment Fund (PIF) hält 93,4 Prozent, Silver Lake 5,5 Prozent und Affinity Partners von Jared Kushner 1,1 Prozent. Der im September 2025 angekündigte Deal bewertete den Spielekonzern aus Redwood City mit rund 55 Mrd. US-Dollar und gilt als größter fremdfinanzierter Unternehmenskauf der Geschichte. Nach 36 Jahren an der Nasdaq ist die EA-Aktie vom Kurszettel verschwunden; CEO bleibt Andrew Wilson.

Key Takeaways

  • Electronic Arts wurde im Mai 1982 von dem früheren Apple-Manager Trip Hawkins in San Mateo, Kalifornien, gegründet.
  • Am 29. September 2025 gab EA die Übernahme durch PIF, Silver Lake und Affinity Partners zu 210 US-Dollar je Aktie bekannt – Unternehmenswert rund 55 Mrd. US-Dollar.
  • Die Aktionäre stimmten am 23. Dezember 2025 zu, die EU-Kommission genehmigte den Deal am 23. Juli 2026, der Vollzug folgte am 4. August 2026.
  • Seither gehört EA zu 93,4 Prozent dem PIF, zu 5,5 Prozent Silver Lake und zu 1,1 Prozent Affinity Partners.
  • Gut 20 Mrd. US-Dollar des Kaufpreises wurden über Schulden finanziert, die nun auf dem Unternehmen lasten.
  • Im Geschäftsjahr 2026 erzielte EA einen Umsatz von 7,53 Mrd. US-Dollar und einen Nettogewinn von 887 Mio. US-Dollar; wichtigste Marken sind „EA Sports FC“, „Madden NFL“, „Battlefield“, „Die Sims“ und „Apex Legends“.
NameElectronic Arts Inc. (EA)
GegründetMai 1982 in San Mateo, Kalifornien, durch Trip Hawkins
SitzRedwood City, Kalifornien (USA)
EigentümerPublic Investment Fund (93,4 %), Silver Lake (5,5 %), Affinity Partners (1,1 %) – seit 4. August 2026
Umsatz7,53 Mrd. US-Dollar (Geschäftsjahr 2026); Nettogewinn 887 Mio. US-Dollar
Mitarbeiterrund 14.500 (Geschäftsjahr 2025)

Geschichte und Herkunft

Die Geschichte von Electronic Arts beginnt im Mai 1982 in San Mateo im Silicon Valley. Gründer Trip Hawkins hatte zuvor bei Apple gearbeitet und wollte Spieleentwickler wie Künstler behandeln – daher der Name „Electronic Arts“. Das Unternehmen wuchs vom Heimcomputer-Verlag zum weltweit tätigen Konsolen-Publisher.

Am 26. März 1990 ging EA an die Nasdaq, zunächst unter dem Kürzel „ERTS“, das im Dezember 2011 in „EA“ geändert wurde. In den folgenden Jahrzehnten kaufte der Konzern zahlreiche Studios zu: 1997 Maxis („Die Sims“), 2006 DICE („Battlefield“), 2007 BioWare („Mass Effect“) und 2017 Respawn Entertainment („Apex Legends“). 2021 folgten Codemasters für 1,2 Mrd. US-Dollar und Glu Mobile für 2,4 Mrd. US-Dollar.

Seit September 2013 führt Andrew Wilson den Konzern als CEO. Unter seiner Führung verlagerte sich das Geschäft hin zu „Live Services“, also laufenden Einnahmen aus Zusatzinhalten, Abonnements und Spielmodi wie „Ultimate Team“.

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört Electronic Arts? Eigentümerstruktur mit PIF, Silver Lake und Affinity Partners 2026
Wem gehört Electronic Arts (EA)? Eigentümer und Struktur 2026 2

Über 36 Jahre lang war Electronic Arts ein klassischer Publikumskonzern mit breit gestreutem Streubesitz. Bereits vor dem Deal war der saudi-arabische Staatsfonds PIF mit 9,9 Prozent der größte Einzelaktionär. Diesen Anteil verkaufte er nicht, sondern brachte ihn in die Übernahme ein.

Am 29. September 2025 wurde der Deal öffentlich: Ein Konsortium aus PIF, Silver Lake und Affinity Partners bot 210 US-Dollar je Aktie in bar, ein Aufschlag von 25 Prozent auf den Schlusskurs von 168,32 US-Dollar vom 25. September 2025. Der Unternehmenswert lag bei rund 55 Mrd. US-Dollar. Rund 36 Mrd. US-Dollar stellte das Konsortium als Eigenkapital, der Großteil davon vom PIF. Weitere gut 20 Mrd. US-Dollar kamen als Fremdkapital, arrangiert von JPMorgan Chase. Damit ist die Transaktion der größte Leveraged Buyout der Wirtschaftsgeschichte.

Die Aktionäre billigten die Übernahme am 23. Dezember 2025 mit mehr als 201 Millionen Ja-Stimmen gegenüber 1,9 Millionen Nein-Stimmen. Die EU-Kommission gab am 23. Juli 2026 grünes Licht, die letzten Freigaben lagen am 30. Juli 2026 vor. Am 4. August 2026 wurde der Kauf vollzogen, die Aktie an der Nasdaq und im S&P 500 gestrichen. Seither ist EA eine hundertprozentige Tochter der Erwerbergesellschaft, an der der PIF 93,4 Prozent, Silver Lake 5,5 Prozent und Affinity Partners 1,1 Prozent halten.

Hinter dem PIF steht der saudische Staat; der Fonds ist bereits an Nintendo, Capcom, Nexon, Take-Two und Embracer beteiligt. Silver Lake ist ein auf Technologiefirmen spezialisierter Finanzinvestor, Affinity Partners wurde von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, gegründet. Diese Konstellation sorgte für Kritik: Die US-Senatoren Elizabeth Warren und Richard Blumenthal äußerten im Oktober 2025 Bedenken wegen ausländischen Einflusses und des Umgangs mit Nutzerdaten.

Geschäftsmodell und Kennzahlen

EA entwickelt und vertreibt Spiele für Konsolen, PC und Mobilgeräte. Das Herzstück ist die Sportsparte EA Sports mit „EA Sports FC“ (dem Nachfolger der „FIFA“-Reihe), „Madden NFL“ und „EA Sports College Football“. Dazu kommen „Battlefield“, „Die Sims“, „Apex Legends“, „Need for Speed“ sowie die „F1“-Rennspiele von Codemasters. Der Großteil der Erlöse stammt aus Live Services – im Geschäftsjahr 2026 machten sie 5,38 Mrd. US-Dollar der Nettobuchungen aus.

Im Geschäftsjahr 2026, das am 31. März 2026 endete, stieg der Nettoumsatz um ein Prozent auf 7,53 Mrd. US-Dollar (Vorjahr: 7,46 Mrd. US-Dollar). Die Nettobuchungen wuchsen um neun Prozent auf den Rekordwert von 8,03 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn lag bei 887 Mio. US-Dollar, der operative Cashflow bei 2,55 Mrd. US-Dollar. Größter Wachstumstreiber war „Battlefield 6“, das im Oktober 2025 erschien und in den ersten drei Tagen mehr als sieben Millionen Mal verkauft wurde – der beste Start der Serie.

Im Geschäftsjahr 2025 beschäftigte EA rund 14.500 Menschen, die Mehrheit davon außerhalb der USA. In Deutschland ist EA mit einer Niederlassung in Köln vertreten.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Mit dem Vollzug der Übernahme hat sich die Bilanz von EA grundlegend verändert. Die Verschuldung stieg von rund 2,2 Mrd. US-Dollar auf gut 20 Mrd. US-Dollar. Um die Zinslast zu tragen, will das Konsortium laut Medienberichten die Kosten um rund 700 Mio. US-Dollar pro Jahr senken. Bereits im März 2026 hatte EA Stellen bei DICE, Criterion, Ripple Effect und Motive gestrichen.

Parallel zum Abschluss am 4. August 2026 ordnete EA die Führung neu: Cam Weber, bislang Präsident von EA Sports, wurde President und Chief Studios Officer und verantwortet das gesamte Studio-Portfolio. David Tinson stieg zum President und Chief Operating Officer auf. Andrew Wilson bleibt Chairman und CEO. Das Konsortium kündigte an, verstärkt in neue Spiele und Künstliche Intelligenz zu investieren. Als Privatunternehmen muss EA künftig keine Quartalszahlen mehr veröffentlichen.

FAQ

Wem gehört Electronic Arts heute? Seit dem 4. August 2026 gehört EA einem Konsortium aus dem saudi-arabischen Staatsfonds PIF (93,4 Prozent), Silver Lake (5,5 Prozent) und Affinity Partners (1,1 Prozent).

Ist EA noch an der Börse? Nein. Am 4. August 2026 wurde die Aktie von der Nasdaq genommen; die Aktionäre erhielten 210 US-Dollar je Aktie in bar.

Wie viel hat die Übernahme gekostet? Der Deal bewertete EA mit rund 55 Mrd. US-Dollar – etwa 36 Mrd. US-Dollar Eigenkapital des Konsortiums und gut 20 Mrd. US-Dollar Kredite.

Wer hat EA gegründet? Trip Hawkins, ein früherer Apple-Manager, gründete Electronic Arts im Mai 1982 in San Mateo, Kalifornien.

Wer führt EA? Andrew Wilson ist seit September 2013 CEO und bleibt es auch nach der Übernahme.

Welche Spiele gehören zu EA? Zu den wichtigsten Marken zählen „EA Sports FC“, „Madden NFL“, „Battlefield“, „Die Sims“, „Apex Legends“, „Need for Speed“ und die „F1“-Spiele von Codemasters.

Fazit

Die Frage „Wem gehört EA?“ hat seit August 2026 eine klare Antwort: dem saudischen Staatsfonds PIF, mit Silver Lake und Affinity Partners als Juniorpartnern. Der 55-Mrd.-Dollar-Deal beendet 36 Jahre Börsengeschichte. Operativ steht EA mit Rekord-Nettobuchungen, starken Marken und einem erfolgreichen „Battlefield 6“ gut da – doch die neue Schuldenlast von gut 20 Mrd. US-Dollar und der angekündigte Sparkurs werden die kommenden Jahre prägen.