Develey gehört der Unternehmerfamilie Durach aus Unterhaching bei München. Die Brüder Michael und Stefan Durach führen den größten deutschen Senfhersteller in vierter Generation als geschäftsführende Gesellschafter; ihr Vater Herbert Durach hatte das 1845 von Johann Conrad Develey gegründete Traditionshaus 1971 übernommen. Das nicht börsennotierte Unternehmen vereint Marken wie Develey, Löwensenf, Bautz’ner und Born, beschäftigt Stand 2026 mehr als 2.200 Menschen in zehn Ländern und beliefert seit 1971 McDonald’s.
Key Takeaways
- Develey ist ein Familienunternehmen im Besitz der Familie Durach; Michael und Stefan Durach führen es seit 1999 in vierter Generation.
- Gegründet wurde die Senfmanufaktur 1845 in München von Johann Conrad Develey, der 1854 den süßen Senf erfand.
- 1971 kaufte Herbert Durach das damals angeschlagene Unternehmen, das unter Kontrolle eines Schweizer Konzerns geraten war.
- Zur Gruppe gehören unter anderem Bautz’ner (seit 1992), Löwensenf (2001) sowie Mautner Markhof und Born (2002).
- Develey veröffentlicht keine Umsatzzahlen; Branchenquellen nennen für 2025 rund 600 bis 850 Mio. Euro, McDonald’s ist seit 1971 Großkunde.
- Zum Jahresende 2025 endete die Löwensenf-Produktion in Düsseldorf; sie wurde nach Thüringen verlagert, wo Develey bis 2026 einen dreistelligen Millionenbetrag investiert.
| Name | Develey Senf & Feinkost GmbH |
|---|---|
| Gegründet | 1845 in München (Johann Conrad Develey) |
| Sitz | Unterhaching bei München |
| Branche | Lebensmittel: Senf, Ketchup, Saucen, Dressings, Sauerkonserven |
| Eigentümer | Familie Durach (Michael und Stefan Durach, 4. Generation) |
| Muttergesellschaft | Develey Management GmbH, Unterhaching (Dachgesellschaft, legt Konzernabschlüsse vor) |
| Umsatz / Mitarbeiter | Umsatz nicht veröffentlicht, Branchenschätzungen 2025: ca. 600 bis 850 Mio. Euro; mehr als 2.200 Mitarbeiter weltweit (Unternehmensangabe 2025) |
| Vermögensbasis | Familie Durach über ihre Gesellschaftsanteile; Erträge aus Markengeschäft, Handelsmarken und Foodservice |
Geschichte und Herkunft
1845 eröffnet Johann Conrad Develey in der Münchner Kaufingerstraße eine Senfmanufaktur. 1854 erfindet er den süßen Senf aus karamellisiertem Zucker und Gewürzen, 1874 wird das Haus „Königlich Bayerischer Hoflieferant“. Im 20. Jahrhundert gerät der Betrieb in Schwierigkeiten und unter die Kontrolle eines Schweizer Konzerns.
Die Wende kommt 1971: Herbert Durach, dessen Familie mit der Sauerkrautfabrik Carl Durach in Todtenweis bereits im Lebensmittelgeschäft war, übernimmt das angeschlagene Traditionsunternehmen. Die Sauerkonservenmarke Specht aus Pfarrkirchen gehört seit 1968 zur Gruppe, 1971 beginnt zudem die Partnerschaft mit McDonald’s. Herbert Durach zieht sich 1995 zurück; 1999 übernehmen seine Söhne Michael und Stefan.
Durch Zukäufe wächst Develey zum Marktführer: 1992 kommt Bautz’ner hinzu, 1995 Reine de Dijon, 1998 ein Werk in Warschau. 2001 folgt Löwensenf, 2002 das Kerngeschäft des Wiener Feinkostherstellers Mautner Markhof samt der Thüringer Marke Born. 2017 startet ein Werk in Dyersburg (Tennessee), 2021 kommt der Meerrettichhersteller KOCH’S dazu. 2025 feiert Develey 180-jähriges Bestehen.
Eigentümerstruktur im Detail

Develey ist zu 100 Prozent ein Familienunternehmen und nicht börsennotiert. An der Spitze stehen die Brüder Michael und Stefan Durach als geschäftsführende Gesellschafter: Michael Durach verantwortet seit 1999 als Vorsitzender Entwicklung, Vertrieb und Marketing, Stefan Durach Finanzen und Produktion. Wie die Anteile innerhalb der Familie verteilt sind, ist nicht öffentlich bekannt; uamr.de nennt dazu keine Zahlen und keine Vermögensbeträge zu Personen.
Das operative Geschäft läuft über die Develey Senf & Feinkost GmbH in Unterhaching. Darüber steht die Develey Management GmbH, die laut Handelsregister Beteiligungen hält und verwaltet und die Konzernabschlüsse vorlegt, zuletzt für 2024. Zu den Tochtergesellschaften gehören unter anderem die Löwensenf GmbH, die Born Senf & Feinkost GmbH in Erfurt, Bautz’ner in Bautzen, Reine de Dijon in Frankreich und Mautner Markhof in Österreich.
Ein Kernprinzip ist die Unabhängigkeit: Ein Familienvertrag regelt laut dem Magazin „wir“, dass das Unternehmen eigenständig bleibt, auch gegenüber der Eigentümerfamilie. Externe Investoren gibt es nicht.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Im Februar 2025 kündigte Develey an, die Löwensenf-Produktion am gemieteten Standort am Düsseldorfer Flughafen aufzugeben, weil er keine Entwicklungsperspektive biete. Rund 6.000 Tonnen Senf pro Jahr wurden dort hergestellt, 48 Beschäftigte waren betroffen; mit Betriebsrat und Gewerkschaft NGG wurde ein Sozialplan vereinbart. Zum 31. Dezember 2025 lief die Produktion aus und wanderte nach Thüringen, vor allem zu Born in Erfurt. Der Löwensenf-Laden in der Düsseldorfer Altstadt sowie Rezeptur und Marke bleiben erhalten.
Parallel investiert die Gruppe von 2024 bis 2026 einen dreistelligen Millionenbetrag, vor allem in Deutschland: ein neues Werk in Thüringen, Erweiterungen in Bautzen und Dingolfing sowie eine neue Senfproduktion in Unterhaching. Seit Ende 2025 laufen alle deutschen Standorte mit Ökostrom. 2025 erhielt Develey zum siebten Mal die Auszeichnung „Best Managed Company“, 2020 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis. Im Februar 2026 warb Develey auf der Messe Gulfood in Dubai um Exportkunden.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
Develey ruht auf drei Säulen: Markenartikel, Handelsmarken und Foodservice. Letzterer macht mehr als die Hälfte des Umsatzes aus, wichtigster Kunde ist seit 1971 McDonald’s, den Develey in über 40 Ländern beliefert. Das Sortiment umfasst rund 350 Artikel; exportiert wird in mehr als 65 Länder.
Offizielle Konzernzahlen veröffentlicht die Familie nicht, deshalb schwanken die Angaben. Die Lebensmittel Praxis nannte im Mai 2025 rund 600 Mio. Euro Umsatz bei 2.800 Beschäftigten, food-service.de schätzte im Dezember 2025 770 bis 850 Mio. Euro. „Die Deutsche Wirtschaft“ führt für 2022 einen Umsatz von 761 Mio. Euro und 2.712 Mitarbeiter, das Unternehmen selbst nennt mehr als 2.200 Mitarbeiter weltweit. Produziert wird in sechs deutschen Werken (unter anderem Unterhaching, Dingolfing, Pfarrkirchen, Bautzen, Erfurt) sowie in Frankreich, Italien, Polen, Österreich und den USA; Dingolfing ist mit über 100.000 Tonnen Jahresausstoß das größte Werk.
Marken und Beteiligungen
Die Markenstrategie folgt regionalen Geschmäckern: Develey steht für Bayern und süßen Senf, Löwensenf für scharfen Senf im Westen, Bautz’ner ist der meistgekaufte Senf Ostdeutschlands, Born die Nummer eins in Thüringen. Dazu kommen Reine de Dijon, Mautner Markhof, Specht, KOCH’S sowie die Saucenmarken BBQUE und Curtice Brothers; Tabasco und Kikkoman vertreibt Develey als Partner. Kühne gehört nicht zur Gruppe, sondern ist ein eigenständiges Hamburger Familienunternehmen.
Born Senf & Feinkost in Erfurt, 1820 gegründet, kam 2002 mit Mautner Markhof zu Develey und wird als eigene GmbH mit rund 50 Beschäftigten geführt; seit der Löwensenf-Verlagerung gewinnt der Standort an Gewicht.
Develey Vermögen: Wer profitiert?
Wirtschaftlich profitiert von Develey allein die Familie Durach als Gesellschafterin. Ihre Vermögensbasis sind die Anteile an der Gruppe und die Erträge des Marken-, Handelsmarken- und Foodservice-Geschäfts. Da Develey weder börsennotiert ist noch Gewinne veröffentlicht, gibt es keine offiziellen Angaben zum Vermögen der Familie; uamr.de nennt keine Beträge.
FAQ
Wem gehört Develey? Develey gehört vollständig der Familie Durach aus Unterhaching; die Brüder Michael und Stefan Durach führen es seit 1999 in vierter Generation.
Seit wann gehört Develey der Familie Durach? Herbert Durach, der Vater der heutigen Chefs, übernahm das angeschlagene Unternehmen 1971. Die Gründerfamilie Develey ist nicht mehr beteiligt.
Welche Marken gehören zu Develey? Develey, Löwensenf, Bautz’ner, Born, Specht, Reine de Dijon, Mautner Markhof, KOCH’S, BBQUE und Curtice Brothers. Kühne gehört nicht dazu.
Wie viel Umsatz macht Develey? Offizielle Zahlen gibt es nicht. Branchenmedien nannten 2025 zwischen rund 600 und 850 Mio. Euro; „Die Deutsche Wirtschaft“ führt 761 Mio. Euro für 2022.
Ist Develey der Senf-Lieferant von McDonald’s? Ja, seit 1971 beliefert Develey McDonald’s mit Senf, Ketchup und Saucen in über 40 Ländern.
Was passiert mit Löwensenf in Düsseldorf? Die Produktion endete zum 31. Dezember 2025 und wurde nach Thüringen verlagert, vor allem zu Born in Erfurt. Marke, Rezeptur und der Laden in der Düsseldorfer Altstadt bleiben.
Fazit
Die Familie Durach hat aus der 1971 übernommenen Münchner Senfmanufaktur durch gezielte Zukäufe eine internationale Gruppe mit regionalen Traditionsmarken und starkem Foodservice-Geschäft geformt. Die Eigentümerfrage ist eindeutig, die Kennzahlen bleiben unscharf, weil die Familie keine Konzernzahlen offenlegt.
Mit der Verlagerung von Löwensenf nach Thüringen, neuen Werken und Ökostrom hat Develey 2025 und 2026 den Kurs für die nächste Generation abgesteckt. Ein Verkauf steht nicht zur Debatte; Unabhängigkeit ist der Kern der Strategie.