Wem gehört Decathlon? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört Decathlon?

Decathlon gehört der nordfranzösischen Unternehmerfamilie Mulliez, die über die Association Familiale Mulliez (AFM) die Kapitalmehrheit kontrolliert; daneben sind die Familie des Gründers Michel Leclercq und die Beschäftigten beteiligt. Der Sportartikelhändler mit Sitz in Villeneuve-d’Ascq bei Lille ist nicht börsennotiert. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die Gruppe 16,8 Mrd. Euro Umsatz und 910 Mio. Euro Nettogewinn mit 1.902 Filialen in 82 Ländern und Territorien und rund 103.000 Beschäftigten. Seit März 2025 führt Javier López das Unternehmen, Verwaltungsratspräsident ist Julien Leclercq, ein Sohn des Gründers.

Key Takeaways

  • Decathlon ist ein Familienunternehmen: Die Familie Mulliez hält über die AFM die Kapitalmehrheit, die Gründerfamilie Leclercq ist der zweite große Anteilseigner.
  • Das Unternehmen ist nicht börsennotiert; Anteile halten nur die Familien und Mitarbeiter.
  • Ende 2025 waren 52.491 Beschäftigte zugleich Aktionäre, das entsprach 51 Prozent der Belegschaft.
  • Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz auf 16,8 Mrd. Euro, der Nettogewinn wuchs um 16 Prozent auf 910 Mio. Euro.
  • Seit dem 28. März 2025 ist Javier López Generaldirektor; er folgte auf Barbara Martin Coppola, die Decathlon von 2022 bis 2025 leitete.
  • In Deutschland betrieb Decathlon Ende 2025 105 Filialen und plant bis Ende 2027 150 Standorte.
Unternehmen / NameDecathlon S.A. (Decathlon Groupe)
Gegründet / Geboren1976 in Englos bei Lille durch Michel Leclercq
Sitz / WohnortVilleneuve-d’Ascq, Frankreich; deutsche Zentrale in Plochingen
Branche / BerufSportartikel-Einzelhandel, Eigenmarken-Entwicklung und -Produktion
Eigentümer / VermögensbasisFamilie Mulliez über die Association Familiale Mulliez (Mehrheit), Familie Leclercq, Mitarbeiter-Aktionäre; nicht börsennotiert
Umsatz / Mitarbeiter16,8 Mrd. Euro Umsatz, 910 Mio. Euro Nettogewinn, 102.913 Mitarbeiter, 1.902 Filialen (Geschäftsjahr 2025)

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört Decathlon? Eigentümerstruktur mit Familie Mulliez, Familie Leclercq und Mitarbeiter-Aktionären 2026
Wem gehört Decathlon? Eigentümer und Struktur 2026 2

Decathlon ist eine nicht börsennotierte Aktiengesellschaft, deren Kapital auf drei Aktionärsgruppen verteilt ist: die Association Familiale Mulliez, die Familie des Gründers Michel Leclercq und die Beschäftigten. Die AFM ist die 1955 von Gérard Mulliez gegründete Familienholding, in der die Mulliez-Nachfahren nach dem Prinzip „Tous dans tout“ – alle sind an allem beteiligt – ihre Anteile an Handelsunternehmen wie Auchan, Leroy Merlin, Kiabi oder Boulanger bündeln. Der Verbund umfasst laut SAZsport mehr als 700 Gesellschafter.

Über die genaue Aufteilung gibt es unterschiedliche Angaben. Die englische und die französische Wikipedia nennen 51 Prozent für die AFM und 49 Prozent für die Familie Leclercq; die deutsche Wikipedia und SAZsport sprechen von rund 40 Prozent für die Leclercq-Linie bei einer Mehrheit der Familie Mulliez. Französische Medien berichteten Ende 2024 übereinstimmend, dass die AFM mehr als die Hälfte des Kapitals kontrolliert. Da Michel Leclercq selbst zum Mulliez-Clan gehört, zählt die AFM Decathlon ohnehin zu ihren Familienunternehmen. Der exakte Kapitalanteil der Mitarbeiter wird nicht veröffentlicht.

Die Mitarbeiterbeteiligung prägt die Eigentümerstruktur seit 1986, als ein Fonds für Beschäftigte aufgelegt wurde. Zum Jahresende 2025 waren 52.491 Beschäftigte Aktionäre, also 51 Prozent der Belegschaft; bis Juni 2026 stieg die Zahl auf rund 56.000. Dividenden fließen daher auch an diese Mitarbeiter-Aktionäre. Ende 2024 löste eine hohe Dividendenausschüttung – der größte Teil ging an die Mehrheitseignerin Familie Mulliez – scharfe Kritik der Gewerkschaften CFDT und CFTC aus, die stattdessen höhere Löhne forderten.

Verwaltungsratspräsident ist seit März 2025 Julien Leclercq, ein Sohn des Gründers. Das operative Geschäft verantwortet Generaldirektor Javier López, seit über 26 Jahren im Unternehmen und zuvor Chef von Decathlon Spanien. Er folgte am 28. März 2025 auf die frühere Ikea-Managerin Barbara Martin Coppola, die Decathlon seit März 2022 geführt hatte.

Geschichte und Herkunft

Michel Leclercq eröffnete 1976 das erste Decathlon-Geschäft in Englos bei Lille – auf dem Parkplatz eines Auchan-Supermarkts seines Cousins Gérard Mulliez. Der Name spielt auf den Zehnkampf an: Ausrüstung für zehn Sportarten unter einem Dach, zu Preisen, die Sport für alle zugänglich machen.

1986 begann Decathlon mit eigener Produktion und eröffnete in Dortmund die erste Auslandsfiliale. 1996 folgten mit Tribord und Quechua die ersten Eigenmarken, 2003 die erste Filiale in Shanghai. Von 2008 bis 2014 firmierte die Gruppe als „Oxylane“ – ein Namenswechsel, der bei Kunden schlecht ankam und rückgängig gemacht wurde.

Die Führung lag lange bei der Gründerfamilie: Olivier Leclercq übernahm 2008 die Leitung, 2012 folgte Matthieu Leclercq als Verwaltungsratspräsident. 2018 trat dieser aus Protest gegen die von der Mulliez-Seite forcierte Eigenmarken-Strategie zurück; Nachfolger wurde Fabien Derville aus dem Mulliez-Lager. Mit Julien Leclercq ist die Gründerlinie seit 2025 wieder an der Spitze des Verwaltungsrats vertreten.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Das Geschäftsjahr 2025 verlief robust: Der Umsatz stieg um 4,0 Prozent auf 16,8 Mrd. Euro, das Bruttowarenvolumen inklusive Marktplatz erreichte 20,7 Mrd. Euro. Das EBITDA legte um 21 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro zu, der Nettogewinn um 16 Prozent auf 910 Mio. Euro – nach einem Rückgang 2024 auf 787 Mio. Euro bei 16,2 Mrd. Euro Umsatz. Der Online-Anteil lag bei 20,2 Prozent, die Zahl der Filialen wuchs von 1.817 auf 1.902.

Strategisch setzt Decathlon die im März 2024 unter Barbara Martin Coppola gestartete Neupositionierung fort: neues Logo mit dem Symbol „Orbit“, der Claim „Ready to play?“ und ein gestrafftes Portfolio aus der Dachmarke Decathlon, neun Spezialistenmarken wie Quechua, Rockrider oder Kipsta und vier Expertenmarken wie Van Rysel und Simond – statt zuvor mehr als 65 Eigenmarken. Im Juni 2026 stieg Decathlon zudem mit einer Minderheitsbeteiligung beim britischen Falträder-Hersteller Brompton ein.

Im Jubiläumsjahr 2026 – Decathlon wird 50 – rückte die Verteilungsfrage in den Vordergrund. Am 6. Juni 2026 kam es in Frankreich zum ersten Streik der Unternehmensgeschichte mit mehr als 1.000 Beteiligten, die Lohnerhöhungen forderten. Am 17. Juni 2026 kündigte die Führung das Programm „Decathlon Seed“ an: Alle berechtigten Mitarbeiter weltweit erhalten Gratisaktien mit dreijähriger Haltefrist. Die Zahl der Mitarbeiter-Aktionäre könnte so von rund 56.000 auf etwa 90.000 steigen; die CFDT kritisierte das Programm als Ankündigungspolitik.

Decathlon in Deutschland

Deutschland ist seit 1986 der älteste Auslandsmarkt. Die Decathlon Deutschland SE & Co. KG in Plochingen erzielte 2025 ein Bruttowarenvolumen von 1,27 Mrd. Euro (plus 8,8 Prozent); 18 Neueröffnungen brachten das Netz auf 105 Filialen mit rund 6.000 Beschäftigten. Bis Ende 2027 sollen es 150 Standorte sein. Die Übernahme des Outdoor-Onlinehändlers Bergfreunde im November 2023 stärkte die Position im deutschsprachigen Raum zusätzlich.

FAQ

Wem gehört Decathlon? Der Familie Mulliez, die über die Association Familiale Mulliez die Kapitalmehrheit hält, sowie der Gründerfamilie Leclercq und den Mitarbeiter-Aktionären. Das Unternehmen ist nicht börsennotiert.

Wer hat Decathlon gegründet? Michel Leclercq eröffnete das erste Geschäft 1976 in Englos bei Lille. Er ist ein Cousin des Auchan-Gründers Gérard Mulliez.

Ist Decathlon an der Börse? Nein. Anteile halten ausschließlich die Familien und Beschäftigte; einen Börsengang hat das Unternehmen nie angestrebt.

Wer leitet Decathlon? Seit dem 28. März 2025 ist Javier López Generaldirektor, Verwaltungsratspräsident ist Julien Leclercq. Zuvor führte Barbara Martin Coppola das Unternehmen von März 2022 bis März 2025.

Wie viel Umsatz macht Decathlon? Im Geschäftsjahr 2025 lag der Umsatz bei 16,8 Mrd. Euro, das Bruttowarenvolumen bei 20,7 Mrd. Euro und der Nettogewinn bei 910 Mio. Euro.

Sind Mitarbeiter an Decathlon beteiligt? Ja. Ende 2025 hielten 52.491 Beschäftigte Anteile, 51 Prozent der Belegschaft. Mit dem Programm „Decathlon Seed“ sollen ab 2026 nahezu alle Mitarbeiter weltweit Gratisaktien erhalten.

Fazit

Decathlon bleibt auch 2026 fest in Familienhand: Die Mulliez-Holding AFM kontrolliert die Mehrheit, die Gründerfamilie Leclercq ist mit Julien Leclercq an der Spitze des Verwaltungsrats zurück, und mehr als die Hälfte der Beschäftigten besitzt eigene Anteile. Wirtschaftlich steht die Gruppe mit 16,8 Mrd. Euro Umsatz stark da und wächst in Deutschland besonders schnell. Die Debatte um Dividenden, Löhne und Mitarbeiterbeteiligung zeigt jedoch, dass die Frage, wem Decathlon gehört, auch intern neu verhandelt wird.