Wem gehört der BVB? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört BVB?

Borussia Dortmund ist der einzige börsennotierte Fußballklub Deutschlands – und gehört im entscheidenden Punkt trotzdem seinen Mitgliedern. Die Profiabteilung steckt in der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA, deren Aktien seit Oktober 2000 in Frankfurt gehandelt werden. Das Sagen hat der Ballspielverein Borussia 09 e.V. Dortmund, dem die Komplementärin zu 100 Prozent gehört. Stand 2026 halten sechs Ankeraktionäre zusammen rund 39 Prozent der Aktien, rund 61 Prozent liegen im Streubesitz.

Key Takeaways

  • Die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA ist seit dem 31. Oktober 2000 börsennotiert – als einziger deutscher Fußballklub.
  • Die Kontrolle liegt beim BVB e.V., dem die Komplementärin vollständig gehört – so bleibt die 50+1-Regel gewahrt.
  • Aktionäre (Investor-Relations-Seite, Stand 2026): Geske 8,65 %, Evonik 8,20 %, Signal Iduna 5,98 %, BVB e.V. 5,90 %, Puma 5,32 %, Dommermuth 5,03 %, Streubesitz 60,92 %.
  • Geschäftsjahr 2024/25: Rekordumsatz von 526,0 Mio. Euro; 2025/26 sank der Umsatz auf 460,5 Mio. Euro bei einem Verlust von 21,7 Mio. Euro (Bilanzpressekonferenz August 2026).
  • Hans-Joachim Watzke wechselte 2025 nach fast 21 Jahren als Geschäftsführer ins Präsidentenamt des e.V. (gewählt am 23. November 2025 mit 59 %).
  • Die Geschäftsführung besteht seit Ende 2025 aus Carsten Cramer (Sprecher), Thomas Treß (Finanzen), Lars Ricken (Sport) und Svenja Schlenker (Personal).
NameBorussia Dortmund GmbH & Co. KGaA
GegründetVerein: 19. Dezember 1909; Ausgliederung 1999, Börsengang 31. Oktober 2000
HauptsitzDortmund, Nordrhein-Westfalen
BrancheProfifußball, TV-Vermarktung, Sponsoring, Merchandising, Stadionbetrieb
EigentümerKontrolle: BVB e.V. über die 100-prozentige Komplementärin; Aktien: Geske 8,65 %, Evonik 8,20 %, Signal Iduna 5,98 %, BVB e.V. 5,90 %, Puma 5,32 %, Dommermuth 5,03 %, Streubesitz 60,92 % (Stand 2026)
Rechtsform / BörseGmbH & Co. KGaA; Frankfurter Wertpapierbörse, seit Juli 2023 wieder im SDAX; Grundkapital 110.396.220 Euro
Umsatz526,0 Mio. Euro (2024/25, Geschäftsbericht); 460,5 Mio. Euro (2025/26, Bilanzpressekonferenz August 2026)
Mitarbeiter1.057 im Jahresdurchschnitt (Geschäftsbericht 2024/25)

Geschichte und Herkunft

Der Ballspielverein Borussia 09 e.V. Dortmund wurde am 19. Dezember 1909 gegründet. Am 28. November 1999 beschlossen die Mitglieder, die Lizenzspielerabteilung in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien auszugliedern; am 31. Oktober 2000 folgte der Börsengang zu 11 Euro je Aktie mit einem Emissionserlös von laut Wikipedia rund 130 Millionen Euro.

2005 stand der Klub nach teuren Fehlentscheidungen kurz vor der Insolvenz, der Aktienkurs hatte mehr als 80 Prozent verloren. Der im Februar 2005 berufene Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sanierte das Unternehmen, unter anderem mit dem Verkauf der Stadion-Namensrechte an Signal Iduna.

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört der BVB? Eigentümerstruktur mit e.V., Komplementärin, KGaA und Aktionären 2026
Wem gehört der BVB? Eigentümer und Struktur 2026 2

Die Frage „Wem gehört der BVB?“ hat zwei Antworten. Die erste betrifft die Kontrolle: Eine KGaA hat keinen Vorstand, sondern eine persönlich haftende Gesellschafterin (Komplementärin), die das Unternehmen führt. Beim BVB ist das die Borussia Dortmund Geschäftsführungs-GmbH, die zu 100 Prozent dem e.V. gehört. Der Verein bestimmt damit die Geschäftsführung, egal wie viele Aktien er besitzt. Genau das erfüllt die 50+1-Regel der DFL: Bei einer KGaA reicht die Kontrolle über die Komplementärin, eine Aktienmehrheit des Muttervereins ist nicht nötig.

Die zweite Antwort betrifft das Kapital. Laut Investor-Relations-Seite des Klubs (Stand 2026) hält der Unternehmer Bernd Geske 8,65 Prozent, die Evonik Industries AG 8,20 Prozent, die Signal Iduna Gruppe 5,98 Prozent, der BVB e.V. 5,90 Prozent, die Puma SE 5,32 Prozent und die Ralph Dommermuth Beteiligungen GmbH 5,03 Prozent; 60,92 Prozent liegen im Streubesitz. Zum 30. Juni 2025 lagen Geske (8,30 Prozent) und der Verein (5,45 Prozent) laut Geschäftsbericht noch darunter – beide haben zugekauft.

Die Ankeraktionäre sind zugleich Geschäftspartner. Evonik, Puma und Signal Iduna stiegen bei der Kapitalerhöhung vom August 2014 ein, die laut BVB brutto rund 140,7 Millionen Euro brachte. Evonik hielt danach 14,78 Prozent, reduzierte 2020 aber auf 9,83 Prozent. Signal Iduna ist Namensgeber des Stadions, Puma Ausrüster; Ralph Dommermuth (1&1) überschritt im März 2020 die Fünf-Prozent-Schwelle. Bernd Geske ist größter Einzelaktionär; zu seinem Vermögen nennt uamr.de keine Beträge.

Die letzte große Kapitalmaßnahme war die Bezugsrechtskapitalerhöhung im Herbst 2021: 18.396.220 neue Aktien zu 4,70 Euro brachten brutto rund 86,5 Millionen Euro zum Ausgleich der Pandemieverluste. Seither beträgt das Grundkapital 110.396.220 Euro.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Das Geschäftsjahr 2024/25 brachte mit 526,0 Millionen Euro den höchsten Konzernumsatz der Geschichte, ein Plus von 3,3 Prozent. Treiber waren das Champions-League-Viertelfinale und die FIFA-Klub-WM 2025 in den USA, bei der der BVB im Viertelfinale an Real Madrid scheiterte und laut Bilanzpressekonferenz vom 15. August 2025 Erlöse von 33,9 Millionen Euro verbuchte. Weil die Transfererlöse von 97,9 auf 37,8 Millionen Euro sanken, blieb nur ein Konzerngewinn von 6,5 Millionen Euro; das Eigenkapital lag bei 326,3 Millionen Euro.

Personell markierte 2025 eine Zeitenwende. Hans-Joachim Watzke, seit 2005 Geschäftsführer, legte sein Amt in der KGaA nieder und wurde am 23. November 2025 mit 59 Prozent der Stimmen zum 19. Präsidenten des e.V. gewählt – als Nachfolger von Reinhold Lunow. Die Geschäftsführung wurde neu geordnet: Carsten Cramer ist Sprecher und verantwortet Strategie, Marketing, Vertrieb und Internationalisierung; Thomas Treß führt weiter Finanzen und Investor Relations; Lars Ricken bleibt Geschäftsführer Sport; neu ist Svenja Schlenker als Geschäftsführerin Personal.

Das Geschäftsjahr 2025/26 fiel schwächer aus. Laut Bilanzpressekonferenz vom 21. August 2026 sank der Umsatz auf 460,5 Millionen Euro, vor allem wegen des frühen Champions-League-Ausscheidens gegen Atalanta Bergamo; es blieb ein Konzernverlust von 21,7 Millionen Euro. Positiv entwickelten sich Sponsoring und Hospitality mit 170,3 Millionen Euro sowie die Transfererlöse von 59,3 Millionen Euro, unter anderem durch den Verkauf von Jamie Gittens an den FC Chelsea. Das Eigenkapital blieb mit rund 300 Millionen Euro solide; Finanzchef Treß nannte den Klub „kerngesund“.

Geschäftszahlen und Einnahmequellen

Im Rekordjahr 2024/25 kamen laut Geschäftsbericht 227,2 Millionen Euro aus der TV-Vermarktung und 153,6 Millionen Euro aus Werbung; hinzu kommen Spielbetrieb, Merchandising und Transfers. Der Konzern beschäftigte im Schnitt 1.057 Mitarbeiter.

Basis des Geschäfts ist der Signal Iduna Park mit 81.365 Plätzen. Im November 2025 meldete der BVB 238.109 Mitglieder – nach Bayern München der zweitgrößte Sportverein Deutschlands. Der Streubesitz von rund 61 Prozent verteilt sich auf viele Kleinaktionäre, darunter zahlreiche Fans, die wegen der KGaA-Struktur aber kaum Einfluss auf die Führung haben.

FAQ

Wem gehört der BVB? Die Kontrolle liegt beim BVB e.V., dem die Komplementärin der börsennotierten KGaA zu 100 Prozent gehört. Das Aktienkapital verteilt sich auf Geske, Evonik, Signal Iduna, den Verein, Puma, Dommermuth und rund 61 Prozent Streubesitz.

Wer ist der größte Aktionär von Borussia Dortmund? Laut Investor-Relations-Seite (Stand 2026) ist Bernd Geske mit 8,65 Prozent der größte Einzelaktionär, knapp vor der Evonik Industries AG mit 8,20 Prozent.

Wie funktioniert die 50+1-Regel beim BVB? Bei einer KGaA genügt die Kontrolle über die persönlich haftende Gesellschafterin – beim BVB die Geschäftsführungs-GmbH im Besitz des e.V. Eine Aktienmehrheit des Vereins ist nicht erforderlich.

Ist der BVB der einzige börsennotierte Bundesligist? Ja. Seit dem Börsengang am 31. Oktober 2000 ist Borussia Dortmund der einzige deutsche Fußballklub an der Börse.

Welche Rolle hat Hans-Joachim Watzke heute? Watzke war von 2005 bis 2025 Geschäftsführer der KGaA. Am 23. November 2025 wählten ihn die Mitglieder mit 59 Prozent zum Präsidenten des e.V., also des Vereins, der die KGaA kontrolliert.

Fazit

Der BVB gehört seinen Aktionären – und trotzdem seinen Mitgliedern. Die KGaA-Konstruktion trennt Kapital und Kontrolle: Ankeraktionäre und Streubesitz stellen das Geld, der e.V. stellt über die Komplementärin die Führung. Dortmund ist damit das einzige deutsche Modell, das Börsenkapital mit der 50+1-Regel verbindet.

Stand 2026 muss der Klub nach dem Verlustjahr 2025/26 unabhängiger von Champions-League-Erlösen und Transfers werden. Mit Watzke als Präsident und Cramer als Sprecher der Geschäftsführung bleibt die Eigentümerstruktur dabei so stabil wie kaum eine andere im deutschen Profifußball.