Wem gehört Android: Eigentümer des Betriebssystems

Wem gehört Android

Android ist mit rund 70 Prozent weltweitem Marktanteil das meistgenutzte mobile Betriebssystem. Doch wem gehört Android eigentlich? Die kurze Antwort: Google, seit 2015 eine Tochtergesellschaft des Börsenkonzerns Alphabet Inc. Die längere Antwort ist etwas komplexer, weil Android als Open-Source-Projekt organisiert ist.

Die Entstehung von Android

Android wurde 2003 von Andy Rubin gemeinsam mit Chris White, Nick Sears und Rich Miner als eigenständiges Unternehmen namens Android Inc. gegründet. Ursprünglich zielte das Projekt nicht auf Smartphones, sondern auf ein flexibles Betriebssystem für Digitalkameras ab. 2004 erkannte das Team das größere Marktpotenzial bei Mobiltelefonen und richtete die Entwicklung entsprechend neu aus.

Googles Übernahme 2005

Im Sommer 2005 übernahm Google das Unternehmen Android Inc. – Schätzungen zufolge für rund 50 Millionen US-Dollar. Diese Übernahme legte den Grundstein für Googles heutige Vormachtstellung im mobilen Betriebssystemmarkt. Seit 2015 ist Google selbst eine Tochtergesellschaft der neu gegründeten Holding Alphabet Inc.

Die Open Handset Alliance

Am 5. November 2007 gründete Google gemeinsam mit 33 weiteren Unternehmen – darunter Samsung, HTC und T-Mobile – die Open Handset Alliance. Ziel des Zusammenschlusses war und ist die gemeinsame Weiterentwicklung eines offenen mobilen Betriebssystems. Die Allianz arbeitet am Android-Code mit, besitzt jedoch keine Eigentumsanteile an der Marke oder am Unternehmen dahinter – die Entscheidungshoheit liegt bei Google.

Open-Source-Lizenz und Kontrolle

Der Kern von Android wird als Android Open Source Project (AOSP) unter der Apache-2.0-Lizenz veröffentlicht, der zugrunde liegende Linux-Kernel unter der GPLv2. Das erlaubt Herstellern wie Samsung, Xiaomi oder Sony, den Code kostenlos zu nutzen, zu modifizieren und eigene Oberflächen wie One UI oder MIUI darauf aufzubauen. Google verlangt für den Basis-Code keine Lizenzgebühren, behält aber die Kontrolle über die Weiterentwicklung neuer Versionen sowie über zentrale Dienste wie den Play Store.

Geräte, die vorinstallierte Google-Dienste (Google Mobile Services, GMS) wie Play Store, Chrome, Maps oder YouTube enthalten sollen, müssen dagegen Lizenzverträge mit Google abschließen. Diese Praxis war Gegenstand eines EU-Kartellverfahrens: 2018 verhängte die EU-Kommission gegen Google eine Geldstrafe von 4,34 Milliarden Euro wegen wettbewerbswidriger Bindung von Android-Herstellern an Google-Dienste.

Alphabet als Konzernmutter

Rechtlich gehört Android also zu Google LLC, die wiederum eine hundertprozentige Tochter von Alphabet Inc. ist. Alphabet ist an der Börse notiert (Nasdaq: GOOGL) und umfasst neben Google weitere Sparten wie Waymo, Verily oder DeepMind. Google finanziert die kostenlose Bereitstellung von Android über Werbeeinnahmen, den Play Store und die Vermarktung von Nutzerdaten.

Alternative Android-Systeme

Weil Android quelloffen ist, existieren mehrere alternative Betriebssysteme auf Android-Basis, die ohne Google-Dienste auskommen – etwa LineageOS, GrapheneOS, /e/OS oder CalyxOS. Auch Amazons Fire OS für Tablets und Streaming-Geräte basiert auf dem Android-Quellcode, darf aus Markenrechtsgründen aber nicht als „Android“ beworben werden. Diese Projekte zeigen, dass der Android-Quellcode zwar frei nutzbar ist, die Marke „Android“ und die zentralen Google-Dienste aber fest in Googles Hand bleiben.

Marktanteile und Verbreitung

Android dominiert den globalen Smartphone-Markt seit Jahren mit einem Anteil von rund 70 Prozent, in einzelnen Regionen wie Teilen Asiens und Afrikas liegt der Anteil noch deutlich höher. Das Betriebssystem läuft heute nicht nur auf Smartphones, sondern auch auf Tablets, Smartwatches (Wear OS), Fernsehern (Android TV/Google TV) und in Fahrzeugen (Android Auto).

Fazit: Wem gehört Android?

Android gehört formal Google LLC und damit dem Alphabet-Konzern. Die Open Handset Alliance und die weltweite Entwicklergemeinschaft tragen zur Weiterentwicklung des offenen Grundgerüsts bei, haben aber keinen Eigentumsanspruch. Entscheidend für Googles Kontrolle sind vor allem die Markenrechte an „Android“, die Steuerung neuer Betriebssystemversionen und die Lizenzierung der Google Mobile Services, ohne die kaum ein kommerzielles Android-Gerät auskommt.

FAQ

Wem gehört das Android-Betriebssystem?

Android gehört Google LLC, einer Tochtergesellschaft von Alphabet Inc. Google übernahm das ursprüngliche Unternehmen Android Inc. 2005 und kontrolliert seitdem Markenrechte, Weiterentwicklung und zentrale Dienste wie den Play Store.

Wie entstand Android?

Android wurde 2003 von Andy Rubin und seinem Team als Android Inc. gegründet, ursprünglich mit Fokus auf Digitalkameras. 2004 erfolgte die Umstellung auf Smartphones, 2005 übernahm Google das Unternehmen für schätzungsweise 50 Millionen US-Dollar.

Welche Rolle spielt die Open Handset Alliance?

Die 2007 gegründete Open Handset Alliance ist ein Zusammenschluss von Technologieunternehmen, der gemeinsam am Android-Code arbeitet. Sie hat jedoch keine Eigentumsanteile an Android – die Kontrolle liegt bei Google.

Ist Android wirklich Open Source?

Der Kern von Android (AOSP) steht unter der Apache-2.0-Lizenz und kann frei genutzt werden. Geräte mit vorinstallierten Google-Diensten benötigen jedoch separate Lizenzverträge mit Google – diese Praxis führte 2018 zu einer EU-Kartellstrafe von 4,34 Milliarden Euro gegen Google.

Wie hoch ist der Marktanteil von Android?

Android hält weltweit einen Marktanteil von rund 70 Prozent unter mobilen Betriebssystemen und ist damit das meistgenutzte Smartphone-Betriebssystem der Welt.

Gibt es Android-Versionen ohne Google?

Ja. Alternative Systeme wie LineageOS, GrapheneOS, /e/OS oder Amazons Fire OS basieren auf dem quelloffenen Android-Code, verzichten aber ganz oder teilweise auf Google-Dienste.