Apollo-Optik ist mit rund 900 Filialen die filialstärkste Augenoptikkette Deutschlands – doch das Unternehmen aus Schwabach ist längst kein deutsches Familienunternehmen mehr. Stand September 2026 gehört Apollo über die niederländische GrandVision-Gruppe vollständig zum französisch-italienischen Brillenkonzern EssilorLuxottica, der 2025 laut Geschäftsbericht 28,49 Milliarden Euro umsetzte. Größter Aktionär des Konzerns ist die Holding Delfin der Familie Del Vecchio mit rund 32 Prozent; seit 2025 ist auch der US-Technologiekonzern Meta mit mindestens 3 Prozent beteiligt.
Key Takeaways
- Apollo-Optik wurde 1972 als Tochter der Quelle-Gruppe gegründet und 1998 an die niederländische Pearle Europe verkauft.
- Seit dem 1. Juli 2021 gehört die Muttergesellschaft GrandVision zu EssilorLuxottica, das zum Kauf 28,42 Euro je Aktie zahlte.
- Laut ZVA-Ranking erzielte Apollo 2024 mit 901 Filialen einen Nettoumsatz von 818,8 Millionen Euro und liegt damit hinter Fielmann auf Platz zwei.
- EssilorLuxottica steigerte den Umsatz 2025 um 7,5 Prozent auf 28,49 Milliarden Euro und beschäftigt weltweit mehr als 200.000 Menschen.
- Größter Aktionär von EssilorLuxottica ist Delfin S.à r.l. mit rund 32 Prozent; Meta hält seit 2025 mindestens 3 Prozent.
- Seit dem 1. April 2025 führt Alex Versteeg Apollo als Managing Director, Nachfolger von Nihat Aydin.
- Rund 100 Apollo-Filialen bieten neben Brillen auch Hörakustik an, etwa 220 Standorte werden von Franchisenehmern betrieben.
| Name | Apollo-Optik Holding GmbH & Co. KG |
| Gegründet | 1972 (Marke Apollo bereits 1969 bei Foto-Quelle registriert) |
| Hauptsitz | Schwabach, Bayern |
| Branche | Augenoptik, Hörakustik (Filialeinzelhandel) |
| Eigentümer | GrandVision B.V., zu 100 Prozent Teil von EssilorLuxottica SA (Paris) |
| Führung | Alex Versteeg, Managing Director (seit 1. April 2025) |
| Umsatz | 818,8 Millionen Euro netto (2024, laut ZVA) |
| Mitarbeiter | rund 5.000 in Filialen und Zentrale (laut Wikipedia) |
Geschichte: Von der Quelle-Tochter zur größten Optikerkette
Die Wurzeln von Apollo liegen im Versandhandel. Laut Wikipedia ließ der Fürther Konzern Foto-Quelle die Marke Apollo bereits 1969 registrieren; 1972 entstand daraus ein eigenständiges Augenoptikunternehmen innerhalb der Schickedanz-Gruppe, zu der auch das Versandhaus Quelle gehörte. In den folgenden Jahrzehnten baute Apollo ein dichtes Filialnetz in ganz Deutschland auf.
Am 1. Februar 1998 verkaufte die Schickedanz-Gruppe Apollo an die niederländische Pearle Europe B.V., die seit 1996 zur Investmentgesellschaft HAL Holding gehörte. Damit begann die internationale Phase des Unternehmens. 2011 fusionierte Pearle Europe mit der französischen GrandVision S.A. zur GrandVision B.V. mit Sitz am Amsterdamer Flughafen Schiphol. Am 6. Februar 2015 brachte HAL laut Wikipedia 20 Prozent der GrandVision-Aktien zu 20 Euro je Stück an die Euronext Amsterdam; die Gruppe setzte damals 3,2 Milliarden Euro um und betrieb 6.110 Filialen in 44 Ländern.
Wem gehört Apollo-Optik heute?
Apollo-Optik ist eine hundertprozentige Tochter von GrandVision, und GrandVision gehört seit 2021 vollständig EssilorLuxottica. Der Brillenkonzern hatte sich 2019 mit HAL auf den Kauf des 76,72-Prozent-Pakets zu 28 Euro je Aktie geeinigt, was GrandVision insgesamt mit rund 7,2 Milliarden Euro bewertete. Gezahlt wurden laut finanzen.net schließlich 28,42 Euro je Aktie; am 1. Juli 2021 war die Übernahme vollzogen. Bis zum 20. Dezember 2021 stockte EssilorLuxottica den Anteil auf 99,84 Prozent auf, im Januar 2022 verschwand die GrandVision-Aktie von der Börse.
Die EU-Kommission genehmigte den Zusammenschluss nur unter Auflagen: Rund 350 Filialen in Belgien, Italien und den Niederlanden mussten abgegeben werden. Wer fragt, wem Apollo gehört, landet am Ende bei den Aktionären von EssilorLuxottica. Größter Anteilseigner ist laut Wikipedia die Holding Delfin S.à r.l. der Familie des Luxottica-Gründers Leonardo Del Vecchio mit rund 32 Prozent; der Rest liegt überwiegend im Streubesitz.
Der Mutterkonzern EssilorLuxottica
EssilorLuxottica entstand am 1. Oktober 2018 aus der Fusion des französischen Glasherstellers Essilor mit dem italienischen Fassungs- und Sonnenbrillenkonzern Luxottica. Der Konzern mit Sitz in Paris und Mailand vereint Marken wie Ray-Ban, Oakley, Persol und Oliver Peoples mit Lizenzen für Prada, Armani oder Chanel und betreibt laut Wikipedia weltweit rund 17.750 eigene Geschäfte, darunter Sunglass Hut, LensCrafters, Pearle, Vision Express und eben Apollo. Chairman und CEO ist Francesco Milleri, stellvertretender CEO Paul du Saillant.
Im Geschäftsjahr 2025 wuchs der Umsatz laut Geschäftsbericht um 7,5 Prozent auf 28,49 Milliarden Euro, wie FashionUnited im Februar 2026 berichtete; der Nettogewinn ging auf 2,32 Milliarden Euro zurück. Weltweit beschäftigt der Konzern 203.791 Menschen. Wachstumstreiber sind die gemeinsam mit Meta entwickelten Ray-Ban-Meta-Smartglasses. Meta selbst stieg im Juli 2025 nach Bloomberg-Informationen mit knapp 3 Prozent bei EssilorLuxottica ein; im Dezember 2025 bestätigte Verwaltungsratsmitglied José Gonzalo gegenüber Reuters, der Anteil liege „bei mindestens 3 Prozent“ und könne auf bis zu 5 Prozent steigen.
Geschäftsmodell und Zahlen
Apollo betreibt ein hybrides Modell aus eigenen Filialen und Franchise. Laut Wikipedia führten 2023 rund 220 Franchisenehmer Apollo-Standorte in eigener Regie. Die Brillengläser werden in der eigenen Fertigung in Schwabach geschliffen; dort bezog Apollo im Juli 2023 eine neue Dienstleistungszentrale mit über 400 Beschäftigten und Platz für 60 Auszubildende, wie das Fachportal Euro Focus berichtete.
Im Ranking des Zentralverbands der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) für 2024 steht Apollo mit 901 Filialen und 818,8 Millionen Euro Nettoumsatz auf Platz zwei hinter Fielmann, das mit 626 Filialen 1,43 Milliarden Euro erlöste. Gegenüber 2023 ging der Apollo-Umsatz leicht von 835 Millionen Euro zurück. Die zehn größten Anbieter kamen laut ZVA zusammen auf 3,15 Milliarden Euro und damit 53,8 Prozent des Branchenumsatzes. Zweites Standbein ist die Hörakustik: Rund 100 Filialen verkaufen laut dem Fachportal pro.meinhoergeraet.de auch Hörgeräte.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Zum 1. April 2025 wechselte die Führung in Schwabach: Alex Versteeg übernahm als Managing Director von Nihat Aydin, der Apollo seit Februar 2023 geleitet hatte und das Unternehmen verließ. Versteeg ist laut eyebizz seit 1998 im Essilor-Konzern tätig und war von 2017 bis 2020 CEO von Essilor Deutschland. „Apollo hat ein immenses Potenzial, und Deutschland ist ein sehr wichtiger Markt für unsere Gruppe“, begründete Massimiliano Mutinelli, President EMEA Optical Retail, die Personalie.
Statista führt Apollo auch für 2025 als Anbieter mit dem größten Filialnetz in Deutschland. Zugleich zeigt der leichte Umsatzrückgang 2024, dass der Wettbewerb mit Fielmann, Ketten wie eyes + more und Onlineanbietern wie Mister Spex härter wird.
FAQ
Wem gehört Apollo-Optik?
Apollo gehört zu 100 Prozent der GrandVision B.V., die seit 2021 eine Tochter des Brillenkonzerns EssilorLuxottica ist. Dessen größter Aktionär ist die Familienholding Delfin mit rund 32 Prozent.
Ist Apollo ein deutsches Unternehmen?
Zentrale und Fertigung liegen in Schwabach, die Eigentümer sitzen jedoch in Paris und Mailand.
Wie viele Filialen hat Apollo-Optik?
Laut ZVA waren es 2024 insgesamt 901 Filialen in Deutschland, davon rund 220 im Franchise-Betrieb.
Wie viel Umsatz macht Apollo?
2024 lag der Nettoumsatz laut ZVA bei 818,8 Millionen Euro, nach 835 Millionen Euro im Jahr 2023.
Gehören Apollo und Fielmann zusammen?
Nein. Fielmann ist ein eigenständiges börsennotiertes Unternehmen aus Hamburg und der größte Konkurrent von Apollo.
Wer leitet Apollo-Optik?
Seit dem 1. April 2025 ist Alex Versteeg Managing Director; er folgte auf Nihat Aydin.
Fazit
Apollo-Optik ist ein Paradebeispiel für die Konsolidierung im europäischen Optikhandel. Aus der Quelle-Tochter wurde über Pearle und GrandVision ein Baustein eines Brillenkonzerns, der vom Glas über die Fassung bis zur Filiale die gesamte Wertschöpfungskette kontrolliert.
Ob Apollo unter Alex Versteeg wieder wächst, hängt davon ab, wie gut die Kette den Konzernvorteil ausspielt – etwa mit Smartglasses und Hörakustik. Der Abstand zu Fielmann beim Umsatz bleibt trotz mehr Filialen groß, und der Preisdruck durch Discounter und Onlinehändler nimmt zu.
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