Die Allianz SE gehört niemandem allein: Der Münchner Versicherungs- und Vermögensverwaltungskonzern befindet sich laut eigenen Angaben zu 100 Prozent im Streubesitz. Zum 31. Dezember 2025 zählte das Unternehmen 978.408 eingetragene Aktionärinnen und Aktionäre, die zusammen 380.418.897 Aktien halten. Größter gemeldeter Einzelaktionär ist der US-Vermögensverwalter BlackRock mit 8,36 Prozent der Stimmrechte (Stand Januar 2026). Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die Allianz ein Rekordgeschäftsvolumen von 186,9 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von 17,4 Milliarden Euro.
Key Takeaways
- Die Allianz SE ist eine Publikumsgesellschaft ohne Kern- oder Ankeraktionär; laut Investor Relations liegen 100 Prozent der Aktien im Streubesitz.
- BlackRock meldete im Januar 2026 einen Stimmrechtsanteil von 8,36 Prozent; Amundi fiel im Juni 2026 mit 2,99 Prozent unter die Meldeschwelle.
- Das Geschäftsvolumen stieg 2025 auf 186,9 Milliarden Euro, das operative Ergebnis auf 17,374 Milliarden Euro und der auf Anteilseigner entfallende Jahresüberschuss auf 10,775 Milliarden Euro.
- Vorstandsvorsitzender ist seit Mai 2015 Oliver Bäte, dessen Vertrag bis zur Hauptversammlung 2028 läuft; die Nachfolge ist offen.
- Seit der Hauptversammlung am 7. Mai 2026 führt Jörg Schneider, früher Finanzvorstand der Munich Re, den Aufsichtsrat und löste Michael Diekmann ab.
- Die Dividende für 2025 stieg auf 17,10 Euro je Aktie, dazu läuft ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 2,5 Milliarden Euro.
| Name | Allianz SE |
| Gegründet | 1890 in Berlin |
| Sitz | München |
| Branche | Versicherungen (Schaden/Unfall, Leben/Kranken) und Asset Management |
| Eigentümer | 100 % Streubesitz; rund 74 % institutionelle und 26 % private Anleger; größter gemeldeter Aktionär BlackRock mit 8,36 % (Stand 31.12.2025 bzw. Januar 2026) |
| Führung | Oliver Bäte (Vorstandsvorsitzender seit 2015), Jörg Schneider (Aufsichtsratsvorsitzender seit Mai 2026) |
| Umsatz / Mitarbeiter | 186,9 Mrd. Euro Geschäftsvolumen, 17,4 Mrd. Euro operatives Ergebnis, 155.785 Mitarbeitende (2025) |
Von Berlin nach München: Die Geschichte der Allianz
Die Allianz nahm 1890 in Berlin ihre Geschäftstätigkeit auf; zu den Gründern zählten Carl von Thieme, Aufsichtsräte der Münchener Rückversicherung und die Deutsche Bank. 1895 folgte die Börsennotierung in Berlin. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlagerte sich der Schwerpunkt nach München, wo 1954 die neue Konzernzentrale eröffnet wurde.
Ab den 1970er-Jahren expandierte der Konzern international, etwa mit der Übernahme der französischen AGF 1997 und der italienischen RAS. Der Kauf der Dresdner Bank 2001 bescherte der Allianz das erste negative Jahresergebnis ihrer Geschichte; 2009 ging die Bank an die Commerzbank. Mit der Verschmelzung mit der RAS wandelte sich die Allianz AG 2006 in eine Europäische Aktiengesellschaft (SE) um.
Eigentümerstruktur im Detail: Streubesitz ohne Ankeraktionär
Laut Investor Relations befinden sich die Allianz-Aktien „zu 100 % in Streubesitz“; einen Aktionär mit Mehrheit oder Sperrminorität gibt es nicht. Zum 31. Dezember 2025 waren 978.408 Aktionäre im Aktienregister eingetragen, die Zahl der Aktien lag bei 380.418.897. Das Allianz-Factsheet weist für denselben Stichtag 74 Prozent institutionelle und 26 Prozent private Anleger aus. Nach den bei Wikipedia dokumentierten Regionaldaten (Stand Ende 2022) hielten ausländische Investoren rund 63 Prozent der Anteile. Die im DAX notierte Aktie brachte den Konzern Ende 2025 auf einen Börsenwert von 148,6 Milliarden Euro.
Wer mehr als 3 Prozent der Stimmrechte hält, muss dies melden. BlackRock stockte im Januar 2026 von 7,76 auf 8,36 Prozent auf, was laut Versicherungsmonitor rund 31,5 Millionen Aktien entspricht. Die Goldman Sachs Group meldete im Dezember 2023 einen Anteil von 3,73 Prozent. Amundi sank im Juni 2026 mit 2,99 Prozent knapp unter die Schwelle, die DWS bereits 2023 mit 2,98 Prozent. Weitere Meldungen über 3 Prozent listet die Allianz derzeit nicht.
Geschäftsmodell und Zahlen: Drei Segmente, zwei Vermögensverwalter
Die Allianz SE ist die Holding eines Konzerns, der in fast 70 Ländern rund 97 Millionen Kundinnen und Kunden betreut. Die Schaden- und Unfallversicherung erwirtschaftete 2025 ein Geschäftsvolumen von 86,7 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von knapp 9 Milliarden Euro bei einer Schaden-Kosten-Quote von 92,2 Prozent. Die Lebens- und Krankenversicherung steuerte 5,6 Milliarden Euro operatives Ergebnis bei, das Asset Management 3,3 Milliarden Euro.
Das Asset Management tragen der kalifornische Anleihespezialist PIMCO und die Frankfurter Allianz Global Investors (AllianzGI). Ende 2025 verwaltete der Konzern 2.512 Milliarden Euro, davon 1.990 Milliarden Euro für Dritte – ein Rekordwert. Auf PIMCO entfielen 79 Prozent des Drittkundenvermögens, auf AllianzGI 21 Prozent. Weitere Konzerngesellschaften sind die Allianz Deutschland AG, der Kreditversicherer Allianz Trade und Allianz Partners.
Unter dem Strich blieb 2025 ein Jahresüberschuss von 11,43 Milliarden Euro, davon 10,775 Milliarden Euro für die Anteilseigner (2024: 9,931 Milliarden Euro). Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 28,61 Euro, die Solvency-II-Quote stieg auf 218 Prozent. Zum Jahresende beschäftigte der Konzern 155.785 Mitarbeitende.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026: Rekorde, Indien-Umbau, neuer Aufsichtsratschef
Mit den Rekordzahlen für 2025 kündigte die Allianz im Februar 2026 ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 2,5 Milliarden Euro an, das bis Ende 2026 läuft. Die Hauptversammlung am 7. Mai 2026 beschloss eine Dividende von 17,10 Euro je Aktie – 11 Prozent mehr als im Vorjahr. Für 2026 peilt der Vorstand ein operatives Ergebnis von 17,4 Milliarden Euro (plus/minus 1 Milliarde Euro) an; das erste Halbjahr lieferte bereits 9,4 Milliarden Euro (plus 8,6 Prozent) bei einer Solvenzquote von 225 Prozent.
Strategisch ordnet die Allianz ihr Indien-Geschäft neu: Im Januar 2026 schloss sie den Verkauf von 23 Prozent an den Gemeinschaftsunternehmen Bajaj General und Bajaj Life Insurance für rund 2,1 Milliarden Euro ab, die restlichen 3 Prozent sollten bis Mitte 2026 folgen. Parallel vereinbarte sie mit Jio Financial Services paritätische Joint Ventures für Rück-, Schaden- und Lebensversicherung. Im August 2025 stieg die Allianz zudem als eines von fünf gleichberechtigten Konsortiumsmitgliedern beim Lebensversicherungs-Bestandsspezialisten Viridium ein.
Personell markiert 2026 eine Zäsur: Michael Diekmann, seit 2017 Aufsichtsratsvorsitzender und zuvor selbst Vorstandschef, schied auf der Hauptversammlung aus. Nachfolger Jörg Schneider, früher Finanzvorstand der Munich Re, ist der erste Aufsichtsratschef seit langem, der nicht aus dem Allianz-Vorstand stammt. Seine wichtigste Aufgabe ist die Nachfolge von Oliver Bäte, dessen Vertrag 2023 bis zur Hauptversammlung 2028 verlängert wurde. Laut Handelsblatt ist sie noch nicht entschieden; Bäte selbst soll nicht in den Aufsichtsrat wechseln.
FAQ
Wem gehört die Allianz heute? Die Allianz SE befindet sich zu 100 Prozent im Streubesitz und hat keinen Ankeraktionär. Rund 74 Prozent des Grundkapitals halten institutionelle Investoren, 26 Prozent Privatanleger.
Wer ist der größte Aktionär der Allianz? Der größte gemeldete Aktionär ist BlackRock mit 8,36 Prozent der Stimmrechte laut Mitteilung vom Januar 2026.
Wer führt die Allianz? Vorstandsvorsitzender ist seit Mai 2015 Oliver Bäte, sein Vertrag läuft bis zur Hauptversammlung 2028. Den Aufsichtsrat leitet seit dem 7. Mai 2026 Jörg Schneider, der Michael Diekmann ablöste.
Wie viel Umsatz und Gewinn macht die Allianz? 2025 erreichte das gesamte Geschäftsvolumen 186,9 Milliarden Euro, das operative Ergebnis 17,4 Milliarden Euro. Der auf die Anteilseigner entfallende Jahresüberschuss betrug 10,8 Milliarden Euro.
Gehören PIMCO und Allianz Global Investors zur Allianz? Ja, beide Vermögensverwalter sind Konzerntöchter und bilden das Segment Asset Management. Ende 2025 verwalteten sie 1.990 Milliarden Euro für Dritte, davon 79 Prozent bei PIMCO.
Wie hoch ist die Allianz-Dividende 2026? Für das Geschäftsjahr 2025 zahlte die Allianz am 12. Mai 2026 eine Dividende von 17,10 Euro je Aktie, nach 15,40 Euro im Vorjahr.
Fazit
Die Allianz gehört ihren knapp eine Million Aktionären – und keinem davon in einem Maß, das Kontrolle bedeuten würde. Selbst BlackRock als größter gemeldeter Anteilseigner kommt nur auf gut 8 Prozent. Breite Eigentümerbasis, Rekordergebnisse und steigende Dividenden machen den Konzern zu einem klassischen Publikumswert im DAX. Spannend bleibt, wie der neue Aufsichtsratschef Jörg Schneider die Nachfolge von Oliver Bäte bis 2028 regelt.