Eduardo Saverin: Der stille Milliardär

Eduardo Saverin: Der stille Milliardär

Reichtum kann oft den Eindruck erwecken, nur in der Öffentlichkeit zu bestehen. Millionäre und Milliardäre scheinen ständig auf roten Teppichen und wilden Partys mit anderen Superreichen unterwegs zu sein. Dabei wurden ganze Imperien hinter geschlossenen Vorhängen gegründet, und nicht jeder Mensch, der im Geld schwimmt, möchte diese Tatsache auch öffentlich teilen. Eduardo Saverin ist dafür vielleicht das beste Beispiel.

Der milliardenschwere Unternehmer stammt ursprünglich aus Brasilien und ist vor allem für seine Mitbegründung des sozialen Netzwerks Facebook bekannt. Viel wissen wir über ihn nicht, und gerade sein Privatleben ist genau das: privat. Trotzdem lassen sich aus dem, was er preisgibt, einige wichtige Lektionen für die eigene Handhabung mit Finanzen und der Geschäftswelt ablesen.

Eduardo Saverin Steckbrief

Vollständiger NameEduardo Luiz Saverin
Geburtsdatum19. März 1982 (São Paulo, Brasilien)
Bekannt alsMitbegründer von Facebook, Risikokapitalgeber
WohnsitzSingapur
Aktuelles UnternehmenB Capital (Co-Gründer und Co-CEO)
Geschätztes Vermögen (2026)rund 33 Milliarden US-Dollar (Schätzung von Forbes, Echtzeit-Index, Stand September 2026)

Das frühe Leben Saverins

Als Sohn wohlhabender Eltern wuchs Eduardo Saverin in Brasilien auf. Geboren wurde er am 19. März 1982 in São Paulo. Sein Vater Roberto war unter anderem in der Bekleidungs-, Schifffahrts-, Energie- und Immobilienbranche tätig, seine Mutter Sandra arbeitete als Psychologin.

Aus Sicherheitsgründen und da aufgrund des Wohlstands der Familie ein gewisses Entführungsrisiko bestand, siedelte die Familie 1993 in die USA um. Saverin wuchs in Miami auf, wo er das Elite-Internat Ransom Everglades School besuchte. Bildung war der Familie ein hohes Gut, und Saverin selbst hatte schon früh große Ambitionen.

Der Besuch der Harvard University

Dank seiner schulischen Laufbahn wurde Saverin an der Harvard University in Cambridge, Massachusetts, angenommen. Hier studierte er Wirtschaftswissenschaften und war Präsident der Harvard Investment Association.

Das Thema Investments begleitete ihn schon während des Studiums intensiv: Berichten zufolge verdiente er bereits als Student rund 300.000 US-Dollar mit Investitionen in Öl-Futures – ein frühes Zeichen seines späteren Erfolgs. Im Jahr 2006 schloss Saverin sein Studium magna cum laude mit einem Bachelor der Wirtschaftswissenschaften ab.

Die Mitbegründung Facebooks

An der Harvard University lernte Saverin Mark Zuckerberg kennen. Zusammen mit Dustin Moskovitz und Chris Hughes gründeten die beiden im Jahr 2004 das soziale Netzwerk Facebook, das zunächst nur Studierende der Universität miteinander verbinden sollte.

Saverin war maßgeblich dafür verantwortlich, Facebook in seiner ersten Entwicklungsphase zu finanzieren, und wurde zum ersten CFO (Chief Financial Officer) und Business Manager des sozialen Netzwerks.

Streitigkeiten mit Zuckerberg

Schon früh kam es zu Spannungen zwischen Saverin und Zuckerberg, die letztlich in einem Rechtsstreit um seine Unternehmensanteile resultierten. Im Jahr 2009 einigten sich beide Seiten außergerichtlich. Die genauen Details dieser Einigung sind, wie so vieles im Leben Saverins, vertraulich, doch er behielt einen erheblichen Aktienanteil und blieb offiziell als Mitbegründer von Facebook anerkannt. Nach dem Börsengang von Facebook im Jahr 2012 war dieser Anteil bereits mehrere Milliarden Dollar wert.

Der Umzug nach Singapur und die Aufgabe der US-Staatsbürgerschaft

Saverin verlegte seinen Wohnsitz 2009 nach Singapur – ein wirtschaftlich stabiles Land ohne Kapitalertragsteuer. Im September 2011, wenige Monate vor dem Facebook-Börsengang, gab er zudem offiziell seine US-Staatsbürgerschaft auf. Bekannt wurde dieser Schritt erst im Frühjahr 2012, kurz vor dem Börsengang, was für erhebliche mediale und politische Aufmerksamkeit sorgte.

Offiziell begründete Saverin den Umzug mit seinem Interesse an internationalen Geschäften auf dem asiatischen Markt. Kritiker vermuteten hingegen vor allem steuerliche Motive: Medienberichten zufolge soll ihm der Schritt Steuerersparnisse in Höhe von mehreren hundert Millionen US-Dollar eingebracht haben. Als Reaktion darauf schlugen mehrere US-Senatoren den sogenannten „Ex-PATRIOT Act“ vor, der die Steuerflucht wohlhabender Auswanderer erschweren sollte. Saverin verteidigte seinen Umzug öffentlich mit dem Verweis auf seine unternehmerischen Ambitionen in Asien.

Die Gründung von B Capital

Im Jahr 2015 gründete Saverin zusammen mit seinem Geschäftspartner Raj Ganguly, ehemals Partner bei Bain Capital, die Investmentgesellschaft B Capital. Gemeinsam investieren sie vor allem in Healthtech, Fintech, Enterprise Software und Logistik, mit einem strategischen Schwerpunkt auf Asien, insbesondere Indien, Indonesien und China.

B Capital zählt heute zu den bekannteren Wachstumsinvestoren mit Fokus auf Asien und die USA und hat unter anderem in Unternehmen wie den Logistikanbieter Ninja Van, das Robotik-Unternehmen Eureka Robotics und die Marketing-Software MoEngage investiert. Im März 2024 schloss die Gesellschaft eine neue Finanzierungsrunde über rund 750 Millionen US-Dollar für Investitionen in Wachstumsunternehmen ab. Saverins Investment-Philosophie setzt dabei auf langfristiges Wachstum und disruptive Geschäftsmodelle statt auf kurzfristige Renditen.

Saverins Vermögen im Wandel

Als Sohn eines erfolgreichen Geschäftsmannes hatte Saverin schon früh Zugang zu Geld. In seinen Jahren als Student verdiente er dann Berichten zufolge seine ersten eigenen 300.000 US-Dollar, und nach dem Facebook-Börsengang 2012 belief sich sein Vermögen Schätzungen zufolge auf rund 2 Milliarden US-Dollar. Heute wird sein Nettovermögen von Forbes auf rund 33 Milliarden US-Dollar geschätzt (Echtzeit-Schätzung, Stand September 2026) – er zählt damit zu den reichsten Menschen Brasiliens und zu den vermögendsten Personen Singapurs. Wie bei allen Milliardärsvermögen handelt es sich dabei um eine Schätzung auf Basis öffentlich bekannter Beteiligungen, nicht um eine offiziell bestätigte Zahl.

Facebook macht schon lange nicht mehr den größten Anteil seines Vermögens aus. Stattdessen ist Saverin über B Capital breit in Technologie-, Finanz- und Wachstumsmärkte diversifiziert.

Das Privatleben Saverins

Der stille Milliardär hat sein Leben schon immer gerne hinter verschlossenen Türen gelebt. Über seine Familie ist wenig bekannt, und das ist für Saverin eine bewusste Entscheidung. Bekannt ist, dass er seit Juni 2015 mit Elaine Andriejanssen verheiratet ist, die indonesisch-chinesischer Herkunft ist und in der Finanzbranche tätig war. Gemeinsam leben sie in Singapur. 2023 registrierte das Paar die „Eduardo and Elaine Saverin Foundation“ in Singapur, die sich unter anderem für Bildung, Tierschutz, Gesundheitsversorgung und psychische Gesundheit einsetzt und zu den größeren privaten Förderern des Landes zählt.

Saverin und die Finanzwelt

Viele Investoren sehen Saverin als Sinnbild für die Mobilität von Vermögen und die Globalisierung, die die Wirtschaft grundlegend verändert hat. Er gilt als Beispiel für Diversifikation, langfristige Investmentperspektiven und die Pflege strategischer Partnerschaften in der Tech- und Finanzwelt. Der Mitbegründer Facebooks stand weder dauerhaft im Schatten Zuckerbergs, noch geriet er aus Desinteresse der Öffentlichkeit in Vergessenheit. Seine zurückgezogene Lebensweise ist zu jedem Zeitpunkt eine bewusste Entscheidung geblieben.

Titelbild: Gravesv38, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

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