Kurze Antwort: Der Spiegel gehört mehrheitlich seinen eigenen Mitarbeitenden. Die Mitarbeiter-KG hält 50,5 Prozent, Bertelsmann 25,5 Prozent über die RM Hamburg Holding und die Erben Rudolf Augsteins 24,0 Prozent. Diese Konstruktion ist im deutschen Journalismus einmalig.
Die Gesellschafterstruktur
| Gesellschafter | Anteil |
|---|---|
| Mitarbeiter KG | 50,5 % |
| Bertelsmann, über RM Hamburg Holding | 25,5 % |
| Erben Rudolf Augstein | 24,0 % |
Stand: Bilanzpressekonferenz Mai 2026.
Die Mitarbeiter-KG
Sie firmiert als Kommanditgesellschaft Beteiligungsgesellschaft für SPIEGEL-Mitarbeiter mbH & Co. Ihre Geschichte in drei Schritten:
- 1974: Rudolf Augstein schenkt den Mitarbeitenden die Hälfte des Unternehmens.
- Nach Augsteins Tod kommen testamentarisch 0,5 Prozent hinzu.
- 2002: Die KG übt ein vertragliches Vorkaufsrecht aus und kommt damit auf 50,5 Prozent.
Teilnehmen kann, wer mindestens drei Jahre im Unternehmen ist; Beschäftigte von Spiegel TV sind ausgenommen. Alle drei Jahre werden Vertreter und fünf Geschäftsführer gewählt, mit festen Sitzen für Redaktion und Archiv.
Der Bertelsmann-Anteil
Die 25,5 Prozent hält die RM Hamburg Holding GmbH, Carl-Bertelsmann-Str. 270, 33335 Gütersloh, Amtsgericht Hamburg HRB 151939. Gesellschafterin ist die Bertelsmann SE & Co. KGaA. Die Gesellschaft ist das Auffangvehikel für die früheren Gruner+Jahr-Beteiligungen nach deren Zerschlagung ab 2023. Das genaue Vollzugsdatum des Übergangs ist aus offenen Quellen nicht feststellbar.
Verlag und Zahlen
- Registerfirma: SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG, Ericusspitze 1, 20457 Hamburg, Amtsgericht Hamburg HRA 61755, Ersteintragung 7. Mai 2002. Komplementärin ist die Rudolf Augstein GmbH.
- Geschäftsjahr 2025: Umsatz 258,8 Millionen Euro, Jahresüberschuss 25,9 Millionen Euro, Digitalerlöse 77,7 Millionen Euro und damit 54 Prozent des Umsatzes. Geschäftsführer ist Thomas Hass.
Eine verbreitete Falschangabe
In einer viel zitierten Übersicht steht, Gruner + Jahr halte „die übrigen 49,5 Prozent“ am Spiegel. Das ist mit den 25,5 Prozent, die dieselbe Quelle an anderer Stelle nennt, unvereinbar und widerspricht auch der Angabe aus der Bilanzpressekonferenz. Die Zahl ist offenkundig fehlerhaft und sollte nicht übernommen werden.
Was sich nicht belegen ließ
Die Registerdaten der Mitarbeiter-KG waren nicht abrufbar. Auch das oft genannte Gründungsjahr 1947 ließ sich für diesen Artikel nicht aus einer Primärquelle bestätigen – wir führen es deshalb nicht als Fakt.
Quellen
- epd medien vom 21. Mai 2026 zur Bilanzpressekonferenz – medien.epd.de
- Media Ownership Monitor Deutschland, Spiegel-Gruppe – mom-gmr.org
- North Data, SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG, HRA 61755 – northdata.com
- North Data, RM Hamburg Holding GmbH – northdata.com
Stand: 26. August 2026. Alle Angaben stammen aus den oben verlinkten Quellen.