Welche Firmen gehören zu BMW? Marken der BMW Group

Welche Firmen gehören zu BMW

Kurze Antwort: Zur BMW Group gehören seit dem 1. Januar 2026 fünf Marken: BMW, MINI, Rolls-Royce Motor Cars, BMW Motorrad und neu BMW ALPINA. Dazu kommen 208 vollkonsolidierte Gesellschaften, darunter die BMW M GmbH, die BMW Bank GmbH, Alphabet und die zu 75 Prozent gehaltene BMW Brilliance Automotive in China.

Die Gesellschaft

Firmierung: Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft, Petuelring 130, 80809 München, Amtsgericht München HRB 42243, USt-IdNr. DE 129273398.

An der Spitze steht seit dem 14. Mai 2026 Dr.-Ing. Milan Nedeljković als Vorstandsvorsitzender; er übernahm nach der 106. Hauptversammlung von Oliver Zipse. Aufsichtsratsvorsitzender ist seit dem 14. Mai 2025 Dr. Nicolas Peter, Nachfolger von Norbert Reithofer. Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender ist Stefan Quandt.

Eine wichtige Neuerung: keine Vorzugsaktien mehr

Wer über BMW-Stamm- und Vorzugsaktien liest, liest Veraltetes. Die Hauptversammlung beschloss am 13. Mai 2026 die Umwandlung der Vorzugs- in Stammaktien im Verhältnis 1:1; die Eintragung ins Handelsregister erfolgte am 30. Juni 2026. Seither gilt „one share, one vote“. Das Grundkapital von 615.810.431 Euro besteht aus ebenso vielen Stammaktien.

Wem BMW gehört

Zum 30. Juni 2026 verteilt sich das stimmberechtigte Grundkapital so:

  • Stefan Quandt, direkt und indirekt über AQTON SE und AQTON GmbH & Co. KG für Automobilwerte – 25,3 Prozent
  • Susanne Klatten, direkt und indirekt über die Susanne Klatten Beteiligungs GmbH – 20,5 Prozent
  • Eigene Aktien – 2,8 Prozent
  • Streubesitz – 51,4 Prozent

Die Geschwister halten zusammen 45,8 Prozent. Beide melden getrennt und über eigene Vehikel – eine gemeinsame Familienholding gibt es nicht.

Die Tochtergesellschaften

Aus der Anteilsbesitzliste zum 31. Dezember 2025, jeweils Kapitalanteil:

  • BMW M GmbH Gesellschaft für individuelle Automobile, München – 100 Prozent
  • Rolls-Royce Motor Cars GmbH, München, und Rolls-Royce Motor Cars Ltd., Farnborough (Werk Goodwood) – je 100 Prozent
  • Alphabet Fuhrparkmanagement GmbH und Alphabet International GmbH mit rund zehn Landesgesellschaften – je 100 Prozent
  • BMW Bank GmbH, BMW Motoren GmbH (Steyr), BMW of North America LLC, BMW South Africa – je 100 Prozent
  • BMW Brilliance Automotive Ltd., Shenyang – 75 Prozent

Zwei Begriffe werden oft falsch verwendet: BMW Financial Services ist ein Segment, keine einzelne Gesellschaft. Und eine „BMW Motorrad GmbH“ existiert nicht – BMW Motorrad ist ein Geschäftsbereich der BMW AG.

Gemeinschaftsunternehmen und Beteiligungen

Das eigentliche Gemeinschaftsunternehmen in China ist nicht BMW Brilliance, sondern Spotlight Automotive Ltd. in Zhangjiagang, an dem BMW seit 2019 die Hälfte hält und mit Great Wall Motor elektrische MINI-Modelle baut. BMW Brilliance wird dagegen seit dem 11. Februar 2022 als Tochterunternehmen voll konsolidiert.

Weitere Beteiligungen zum 31. Dezember 2025: YOUR NOW Holding 50 Prozent, Beijing Ionchi New Energy Technology 50 Prozent (seit 4. März 2024, gemeinsam mit der Mercedes-Benz Group), Critical TechWorks 50 Prozent, Encory 50 Prozent, BMW AVTOTOR Holding 50 Prozent, There Holding 31 Prozent, ChargeScape 25 Prozent, SGL Carbon SE 18 Prozent, Hubject 16 Prozent, IONITY 15 Prozent, IONNA 14 Prozent, Solid Power 5 Prozent.

Was nicht zu BMW gehört

Rolls-Royce Holdings plc, der britische Triebwerkshersteller, ist ein rechtlich vollständig getrenntes Unternehmen. BMW hat das 2017 ausdrücklich klargestellt. Gemeinsam ist beiden nur der Markenname.

Land Rover ging am 30. Juni 2000 an Ford. Rover Cars und MG gingen am 9. Mai 2000 für symbolische zehn Pfund an das Phoenix Consortium – MINI und das Werk Oxford blieben bei BMW. Husqvarna Motorcycles wurde am 31. Januar 2013 an die Pierer Industrie AG verkauft.

Der Konzernname Alphabet für das BMW-Fuhrparkmanagement hat nichts mit der Google-Mutter zu tun.

Häufige Falschannahmen

„BMW gehört Rolls-Royce, dem Triebwerksbauer.“ Umgekehrt und trotzdem falsch: BMW besitzt die Automarke, nicht das Triebwerksunternehmen.

„BMW Brilliance ist ein Joint Venture.“ Seit 2022 eine 75-Prozent-Tochter.

„Die Familie Quandt hält 46 Prozent über eine Holding.“ Es sind zwei getrennt meldende Einzelaktionäre mit eigenen Vehikeln.

„Es gibt BMW-Vorzugsaktien.“ Seit dem 30. Juni 2026 nicht mehr.

Was sich aus öffentlichen Quellen nicht belegen lässt

Der Geschäftsbericht lässt Angaben zu Gesellschaften von untergeordneter Bedeutung nach den Paragrafen 286 und 313 HGB weg; eine vollständige Liste aller 208 Gesellschaften ist deshalb nicht veröffentlicht. Nicht ermittelbar sind außerdem eine aktualisierte Aktionärsstruktur nach dem 30. Juni 2026, die Kaufpreise für den Husqvarna-Verkauf 2013 und für die ALPINA-Markenrechte sowie Eigenkapital und Ergebnis vieler hundertprozentiger Töchter, die nach Paragraf 264 Absatz 3 HGB von der Offenlegung befreit sind.

Quellen

Stand: 27. August 2026. Alle Angaben stammen aus den oben verlinkten Quellen.