Jeder vierte Mensch in Deutschland war schon von Cyberkriminalität betroffen. Die Dunkelziffer ist deutlich höher. Dabei schätzen die meisten Nutzer, ungefähr 56 Prozent, ihr Risiko als „gering” oder „ausgeschlossen” ein. Doch woher kommt die Überzeugung, dass man selbst nicht in die Falle tappt? Meine Vermutung: Gefährliches Halbwissen.
Doch was genau meine ich damit? Mit Halbwissen meine ich zum Teil veraltetes Wissen. Viele Nutzer sind sich darüber bewusst, dass Sicherheit im Internet wichtig ist und kennen sich mit grundlegenden Praktiken aus, um sich zu schützen. Sie scheinen jedoch zu vergessen, dass sich das Internet stetig weiterentwickelt – und die Zeiten der schlecht geschriebenen Spam-E-Mails mit Malware im Anhang vorbei sind. Diese Mails sind nur die Spitze des Eisbergs.
KI hat schon jetzt viele Bereiche unseres Lebens verändert. Diese grundlegenden Umwälzungen beeinflussen auch den Sektor der Cyberkriminalität. Neue Vorgehensweisen stützen sich zunehmend auf KI, um zum Beispiel Webseiten so realistisch wie möglich zu kopieren. Diese Webseiten werden dann unter anderem mit dem Ziel genutzt, an die Kontodaten von den Nutzern zu gelangen.
Das Perfide dabei? Als Durchschnittsnutzer hat man kaum eine Chance, einen Fake zu erkennen. Das wird umso gefährlicher, wenn es sich um Seiten handelt, auf denen man Geld einzahlt. Deshalb gehe ich in diesem Artikel darauf ein, worauf man bei Zahlungen im Online Casino achten sollte und was die sicherste Zahlungsmethode für Spieler innerhalb der iGaming-Branche ist.
Die neuen Taktiken der Betrüger
Die gute alte Spam-Mail gehört weiterhin im Repertoire der Cyberkriminellen – ein Blick in den Spam-Ordner bestätigt das. Die Qualität dieser E-Mails hat sich aber deutlich verbessert. Teilweise landen sie heute in der eigentlichen Inbox. Die meisten Spam-E-Mails sind immer noch schlecht geschrieben und voller Fehler – das ist gewollt. In Zeiten von ChatGPT und andern Tools wäre es kein Problem, die Nachrichten fehlerfrei zu formulieren. Jedoch bilden die Menschen, denen diese Fehler auffallen, nicht die Zielgruppe dieser Mails. Die schlechte Rechtschreibung ist also eine ausgeklügelte Social-Engineering Methode, welche die Erfolgschance bei besonders vulnerablen Internetnutzern erhöht.
Viel perfider ist allerdings eine neue Art von Spam-Mails, in denen behauptet wird: “Ihr Passwort wurde gehakt, bitte hier einloggen.” Früher konnte man diese E-Mails an offensichtlich falschen Links á la „Suwhei201882.irgendwas” erkennen. Doch mittlerweile lässt sich „Amazon“ nicht von „Amazon“ unterscheiden. Kleiner Tipp: Beim zweiten Amazon wird das kyrillische „a“ genutzt. Diesen Trick kann man theoretisch auf jede URL anwenden, solange man einen der lateinischen Buchstaben austauschen kann. Das führt dazu, dass diese Links oft nicht durch Spam-Filter erkannt werden und selbst technikaffine Nutzer in die Falle tappen – mit schwerwiegenden Folgen.
Warum Sicherheit im Internet so wichtig ist
Die „harmloseste“ Folge davon ist ein Datenmissbrauch und der damit verbundene Verlust des geknackten Accounts. Hier geben sich die Angreifer als der entsprechende Nutzer aus und ändern kritische Daten in seinem Benutzerkonto, damit man keinen Zugang mehr zu diesem hat. Im Normalfall hat man dann Schwierigkeiten, das Konto zurückzubekommen.
Für diesen „harmlosen“ Fall muss eine Sache gegeben sein: Es sind keine kritischen Daten, wie Konto- oder Kreditkartendaten auf dem korrumpierten Konto gespeichert. Sollten diese dort zuvor abgelegt worden sein, wird vermutlich das Bankkonto des Nutzers ins Visier der Angreifer geraten. Im schlimmsten Fall sind dann Ersparnisse weg. Dann sollte man keine Zeit verlieren und sofort seine Bank kontaktieren, damit Überweisungen gestoppt oder zurückgebucht werden können.
Wenn aber noch Dokumente, wie der Ausweis, ins Spiel kommen, ist es möglich, dass man das Opfer eines Identitätsdiebstahls wird. Hier geben sich die Angreifer später entsprechender Nutzer aus und nutzen den geklauten Ausweis, um vertrauenswürdig zu wirken. Sowas sieht man zum Beispiel auf Kleinanzeigen-Portalen, wo dann weitere Nutzer mit der gestohlenen Identität betrogen werden. Am Ende ist dann das eigentliche Opfer die Person, die sich mit den geprellten Nutzern herumschlagen darf.
Wie sollte man im Online Casino bezahlen?
Die Kombination aus Ausweisdaten und Finanzdaten ist bei Betrügern besonders beliebt, da man hiermit das meiste Geld machen kann. Deswegen werden oft beliebte Online Casinos in den Spam-E-Mails genutzt. Auch kommt es vor, dass betrügerische Angebote online mit unglaublichen Boni werben, für die man dann sowohl sein Alter verifizieren, als auch Geld einzahlen soll. Wie sollte man also am besten im Online Casino Geld einzahlen, wenn einem die höchstmögliche Sicherheit wichtig ist?
Das Wichtigste zuerst: Man sollte Webseiten, wenn es um sensitive Daten geht, nie direkt über eine Mail aufrufen – unabhängig davon, ob es sich um ein Online Casino oder einen Online-Marktplatz handelt. Entweder tippt man direkt die Adresse bei Google ein oder gibt sie im Browser ein. Es lohnt sich auch, auf einer Vergleichsseite vorbeizuschauen. Ich schreibe seit Jahren für Vergleichsseiten. Hier werden alle Links und Angebote vor Veröffentlichung getestet, um sicherzugehen, dass keine betrügerischen Angebote enthalten sind.
Es gibt noch weitere Punkte, die man immer überprüfen sollte, bevor man Geld einzahlt, selbst wenn man den Link von einer Vergleichsseite nutzt.
- SSL- bzw. HTTPS-Verschlüsselung: Die Grundlage, auf der eine sichere Webseite aufbaut? Dass jede Kommunikation zwischen dem Nutzer und dem Server verschlüsselt ist. Man sollte deshalb prüfen, ob „https“ vor der URL steht.
- Lizenz: Der nächste Schritt ist, die Lizenz des Anbieters, also des Casinos, zu überprüfen. Sind die Logos und Informationen einfach auf der Webseite zugänglich?
- Verantwortungsvolles Spielen: Abschließend sollte ein guter Anbieter einfach zugängliche Informationen zum verantwortungsvollen Spielen bereitstellen. Fehlt diese Information, ist das ein schlechtes Zeichen.
Meine Kriterien für eine sichere Zahlungsmethode
Was macht also eine sichere Zahlungsmethode aus? Ich habe die wichtigsten Punkte zusammengefasst, von denen abhängt, welche Zahlungsmethode ich verwende.
- Verschlüsselung und Datenschutz: Erneut geht es um Verschlüsselung, die zum Mindeststandard eines Online Casinos zählen sollte. Das ist auch relevant für Ein- und Auszahlungen. Gleichzeitig sollten hohe Datenschutzstandards eingehalten werden, vor allem wenn es um Zahlungen geht.
- Regulierung und Transparenz: Auch der Zahlungsanbieter sollte lizenziert sein und hierbei führt kein Weg um die deutsche Lizenz der BAFIN herum. Gleichzeitig ist es wichtig, als Nutzer zu verstehen, wie ein Anbieter funktioniert und wie er Geld verdient.
- Bearbeitungszeiten und Rückbuchungsrechte: Zeit ist Geld. Deswegen sollte die Zeit, die das Geld braucht, um anzukommen, so kurz wie möglich sein. Zudem sollten Kunden die Möglichkeit haben, Buchungen rückgängig zu machen.
- Reputation des Zahlungsdienstleisters: Abschließend sollte man die Reputation des jeweiligen Anbieters überprüfen. Hat ein Anbieter viele negative Bewertungen erhalten, ist vermutlich etwas im Busch.
Zahlungsmethoden in Online Casinos im Überblick
Kreditkarten
Kreditkarten gehören zu den beliebtesten Zahlungsmethoden im iGaming – aus gutem Grund. Sie sind zuverlässig, weit verbreitet und ermöglichen sowohl Ein- als auch Auszahlungen ohne großen Aufwand. Doch gerade ihre Popularität macht sie zu einem Ziel für Betrüger. Phishing-Angriffe und gefälschte Zahlungsseiten zielen oft auf Kreditkartendaten ab. Viele Nutzer verlassen sich auf den integrierten Käuferschutz und 3D-Secure-Verfahren, doch diese Systeme sind nicht unfehlbar. Wer Kreditkarten nutzt, sollte auf verschlüsselte Verbindungen achten und regelmäßig seine Abrechnungen prüfen, denn Sicherheit beginnt beim eigenen Verhalten.
E-Wallets
E-Wallets wie PayPal, Skrill oder Neteller haben sich im iGaming als sichere und bequeme Zahlungsmethode etabliert. Sie dienen als digitale Zwischenstation zwischen dem eigenen Bankkonto und dem Casino, wodurch sensible Kontodaten nie direkt an den Glücksspielanbieter übermittelt werden. Moderne Sicherheitsfunktionen wie Zwei-Faktor-Authentifizierung, Echtzeit-Transaktionsüberwachung und Betrugsschutz bieten zusätzlichen Schutz. Ein weiterer Vorteil: Auszahlungen erfolgen oft schneller als bei klassischen Banküberweisungen. Dennoch gilt auch hier Vorsicht, denn Phishing-Seiten und gefälschte Login-Masken zielen auch auf E-Wallet-Nutzer ab. Wer auf starke Passwörter, offizielle Apps und geprüfte Anbieter setzt, kann E-Wallets jedoch effektiv im iGaming nutzen.
Prepaid-Karten
Prepaid-Karten wie die Paysafecard bieten ein hohes Maß an Sicherheit, da sie ohne die Eingabe persönlicher Bank- oder Kreditkartendaten funktionieren. Spieler kaufen die Karte im Handel oder online, laden sie mit einem bestimmten Betrag auf und zahlen anschließend anonym im Casino ein. Dadurch bleiben sensible Daten geschützt. Der Nachteil: Auszahlungen sind mit Prepaid-Karten nicht möglich und verlorene PINs können nicht ersetzt werden. Dennoch sind sie ideal für alle, die ihre Ausgaben kontrollieren und maximale Privatsphäre wahren möchten. Prepaid-Karten sind eine sichere, aber einseitige Zahlungsmethode im iGaming-Bereich.
Kryptowährungen
Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether gelten als moderne Alternative zu klassischen Zahlungsmethoden. Sie ermöglichen schnelle Transaktionen ohne Zwischeninstanz mit niedrigen Gebühren. Doch sie bergen auch Risiken: Verlorene Coins lassen sich nicht zurückbuchen. Zudem kann der volatile Kurs Gewinne und Einzahlungen beeinflussen. Darüber hinaus akzeptieren nicht alle Casinos Kryptowährungen. Wer sie nutzt, sollte lizenzierte Plattformen wählen und seine Wallets sorgfältig absichern. Sonst kann aus digitalem Fortschritt schnell digitaler Verlust werden.
Banküberweisung
Die Banküberweisung gilt im iGaming als vertrauenswürdig, da sie direkt über regulierte Finanzinstitute abgewickelt wird. Anbieter wie Trustly oder Sofortüberweisung beschleunigen den Prozess. Der hohe Sicherheitsstandard wird allerdings durch längere Bearbeitungszeiten und fehlende Anonymität erkauft. Dafür überzeugt die Methode durch Transparenz und Verlässlichkeit.
Abschließende Gedanken
Welche die sicherste Zahlungsmethode im iGaming für einen selbst ist, hängt von den individuellen Bedürfnissen ab. Wer Wert auf Anonymität legt, ist mit Prepaid-Karten gut beraten, während E-Wallets Schnelligkeit und Käuferschutz vereinen. Wichtig ist es, nur bei lizenzierten Anbietern zu spielen und grundlegende Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten.
Bio: Ich bin Thomas Kellner und seit mehr als 20 Jahren in der Glücksspielbranche tätig. Ich habe dabei den Aufstieg von Online-Angebote hautnah miterlebt. Derzeit betreue ich die News-Seite von CasinoTopsOnline.com/de. In dieser Zeit habe ich auch mit der zunehmenden Bedrohung durch Cyberangriffe, Phishing-Mails und andere Attacken beschäftigt.
