MacKenzie Scott ist US-amerikanische Schriftstellerin und Philanthropin und war von 1993 bis 2019 mit Amazon-Gründer Jeff Bezos verheiratet. Bei der Scheidung erhielt sie 25 Prozent der gemeinsam gehaltenen Amazon-Aktien und zählt seitdem laut Forbes und Bloomberg zu den reichsten Frauen der Welt. Über Yield Giving hat sie seit 2020 mehr als 2.000 gemeinnützige Organisationen unterstützt, meist ohne Auflagen. Im August 2026 veröffentlichte sie ihren dritten Roman – kostenlos auf Substack statt über Amazon.
Key Takeaways
- Geboren am 7. April 1970 in San Francisco, Englisch-Studium in Princeton bei Toni Morrison.
- 1994 am Aufbau von Amazon beteiligt: Geschäftsplan, Buchhaltung, Versand und erster Frachtvertrag.
- Scheidung von Jeff Bezos 2019: 25 Prozent der gemeinsamen Amazon-Aktien, Stimmrechte blieben bei Bezos.
- Giving Pledge 2019, Yield Giving seit 2022: Spenden an über 2.000 Organisationen, 2025 deutlich ausgeweitet.
- August 2026: Roman „Last Days in Two Nations“ erscheint in Fortsetzungen auf Substack.
| Name | MacKenzie Scott (geb. MacKenzie Scott Tuttle, 1993–2019 MacKenzie Bezos) |
|---|---|
| Geboren | 7. April 1970 in San Francisco, Kalifornien |
| Beruf/Funktion | Schriftstellerin, Philanthropin, Gründerin von Yield Giving und Bystander Revolution |
| Unternehmen/Verein | Yield Giving, Bystander Revolution; Minderheitsaktionärin bei Amazon |
| Familie/Wohnort | Vier Kinder aus der Ehe mit Jeff Bezos; 2021–2023 verheiratet mit Dan Jewett; Seattle, Washington |
| Einnahmequellen | Amazon-Aktienpaket aus der Scheidung, Kapitalerträge, Buchtantiemen; keine offiziellen Zahlen |
Herkunft und frühe Jahre
MacKenzie Scott Tuttle kam am 7. April 1970 in San Francisco zur Welt. Ihr Vater arbeitete als Finanzplaner, ihre Mutter war Hausfrau; sie wuchs mit zwei Brüdern auf. Schon als Sechsjährige schrieb sie ein 142 Seiten langes Buch. 1988 schloss sie die Hotchkiss School in Connecticut ab und wechselte an die Princeton University.
In Princeton studierte sie Englisch und belegte Kurse für kreatives Schreiben bei Toni Morrison. Die spätere Literaturnobelpreisträgerin zählte sie zu den besten Studentinnen, die sie je unterrichtet habe. Nach dem Abschluss 1992 arbeitete Scott als Rechercheassistentin für Morrisons Roman „Jazz“.
Karriere: Von D. E. Shaw über Amazon zur Philanthropin

1992 nahm Scott eine Stelle beim New Yorker Hedgefonds D. E. Shaw an, wo sie Jeff Bezos kennenlernte. 1993 heirateten die beiden, 1994 zogen sie nach Seattle, wo Bezos seinen Online-Buchhandel gründete. Scott wirkte an Namensfindung und Geschäftsplan mit, führte die Buchhaltung, half beim Verpacken und handelte den ersten Frachtvertrag aus. Nach 1996 zog sie sich zurück, um sich der Familie und der Literatur zu widmen. Das Paar bekam drei Söhne und adoptierte eine Tochter aus China.
An ihrem Debütroman „The Testing of Luther Albright“ arbeitete sie rund zehn Jahre; das Buch erschien 2005 unter dem Namen MacKenzie Bezos und erhielt 2006 den American Book Award. 2013 folgte „Traps“, dessen Verkaufszahlen bescheiden blieben. 2014 gründete sie die Anti-Mobbing-Organisation Bystander Revolution, deren Geschäftsführerin sie bis heute ist.
Am 9. Januar 2019 gab das Ehepaar Bezos die Trennung bekannt; die Scheidung wurde am 4. April 2019 abgeschlossen. Scott erhielt 25 Prozent der gemeinsam gehaltenen Amazon-Aktien, damals rund vier Prozent des Konzerns. Die Stimmrechte überließ sie Bezos, ebenso ihre Ansprüche an Blue Origin und der „Washington Post“. Sie legte den Namen Bezos ab und nennt sich seither Scott – nach dem Nachnamen ihres Großvaters mütterlicherseits.
Im Mai 2019 unterzeichnete sie den Giving Pledge und versprach, mindestens die Hälfte ihres Vermögens zu spenden. Ab Juli 2020 machte sie ihre Spendenrunden in Essays auf Medium öffentlich: zunächst 116 Organisationen, im Dezember 2020 weitere 384, im Juni 2021 noch einmal 286. Im Dezember 2022 ging mit Yield Giving eine eigene Website samt Datenbank online, die bereits rund 1.600 Empfänger verzeichnete. Die Mittel fließen ohne Zweckbindung und ohne Berichtspflichten – in der Stiftungswelt eine Ausnahme. Beim „Open Call“ 2023 gingen über 6.000 Bewerbungen ein; im März 2024 wurden 361 Organisationen bedacht. Privat heiratete Scott 2021 den Lehrer Dan Jewett; die Ehe wurde im Januar 2023 geschieden.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Seit Dezember 2024 investieren Scotts Berater auch in gewinnorientierte Unternehmen und Fonds mit sozialem Zweck. Eine Studie des Center for Effective Philanthropy zählte im Februar 2025 mehr als 2.000 unterstützte Organisationen. Am 9. Dezember 2025 legte Scott in ihrem Essay „We Are the Ones We’ve Been Waiting For“ die Bilanz für 2025 vor – laut CBS und CNN ein deutlicher Anstieg gegenüber 2023 und 2024. Schwerpunkt waren mehr als ein Dutzend historisch schwarze Hochschulen wie Norfolk State, Prairie View A&M und Lincoln University, das Stipendienwerk UNCF sowie der Native Forward Scholars Fund für indigene Studierende. Im Januar 2026 folgte eine große Zuwendung an das LGBTQ-Hilfswerk The Trevor Project.
Ihre Zurückhaltung gegenüber Medien bringt ihr auch Kritik ein: Der „Chronicle of Philanthropy“ nahm sie im März 2026 nicht in seine Liste der 50 größten US-Spender auf, weil sie keine prüfbaren Angaben lieferte. Für Aufsehen sorgte der Sommer 2026: Vom 8. bis 31. August veröffentlichte Scott ihren dritten Roman „Last Days in Two Nations (A History in Eighteen Minds)“ kapitelweise und kostenlos auf Substack – ohne Verlag und bewusst nicht über Amazon. Der Thriller spielt in einem gespaltenen Amerika der nahen Zukunft und wird aus 18 Perspektiven erzählt; die Kritiken fielen gemischt aus.
MacKenzie Scott Vermögen: Einnahmequellen und Vermögensbasis
Die Vermögensbasis von MacKenzie Scott ruht nahezu vollständig auf dem Amazon-Aktienpaket aus der Scheidung 2019. Da sie seither laufend Aktien verkauft oder verschenkt, ist ihr Anteil am Konzern deutlich gesunken – laut Bloomberg liegt er inzwischen bei gut einem Prozent. Trotz der Rekordspenden führen Forbes und Bloomberg sie weiterhin unter den reichsten Frauen der Welt, weil der Amazon-Kurs seit 2019 kräftig zugelegt hat.
Hinzu kommen Kapitalerträge aus dem Portfolio ihrer Berater sowie Tantiemen aus den beiden Verlagsromanen; der Substack-Roman von 2026 ist kostenlos. Die Time-100-Liste 2020 und die Forbes-Liste der mächtigsten Frauen der Welt (2021 auf Platz eins, erneut 2023 und 2025) unterstreichen ihren Einfluss. Offizielle Zahlen zu ihrem Vermögen existieren nicht, alle kursierenden Summen sind Schätzungen von Medien. uamr.de nennt deshalb keine Beträge.
FAQ
Wer ist MacKenzie Scott? Eine US-amerikanische Schriftstellerin und Philanthropin, geboren 1970 in San Francisco, von 1993 bis 2019 mit Jeff Bezos verheiratet und 1994 am Aufbau von Amazon beteiligt.
Wie viele Amazon-Aktien erhielt sie bei der Scheidung? Scott bekam 2019 ein Viertel der gemeinsam gehaltenen Amazon-Aktien, damals rund vier Prozent des Unternehmens. Die Stimmrechte überließ sie Jeff Bezos.
Was ist Yield Giving? Yield Giving ist die im Dezember 2022 gestartete Spendenorganisation und Datenbank von MacKenzie Scott. Dort listet sie alle Empfänger – inzwischen mehr als 2.000 Organisationen.
Hat MacKenzie Scott den Giving Pledge unterzeichnet? Ja, im Mai 2019. Damit versprach sie, mindestens die Hälfte ihres Vermögens zu Lebzeiten oder per Testament zu spenden.
Welche Bücher hat sie geschrieben? „The Testing of Luther Albright“ (2005, American Book Award 2006), „Traps“ (2013) und den 2026 kostenlos auf Substack veröffentlichten Roman „Last Days in Two Nations (A History in Eighteen Minds)“.
Wie hoch ist das Vermögen von MacKenzie Scott? Offizielle Angaben gibt es nicht. Forbes und Bloomberg führen sie unter den reichsten Frauen der Welt; uamr.de nennt keine Schätzwerte, da diese nicht belastbar sind.
Fazit
MacKenzie Scott hat aus einem Scheidungsvergleich eines der größten Spendenprogramme der Gegenwart gemacht – ohne Stiftungsapparat und ohne Berichtspflichten für die Empfänger. Ihre Vermögensbasis bleibt das Amazon-Aktienpaket von 2019, dessen Kursentwicklung sie trotz Rekordspenden in den Reichenlisten hält. Mit dem Substack-Roman von 2026 kehrt sie zu ihrer Berufung als Autorin zurück. Was ihr Vermögen genau wert ist, bleibt Spekulation; belegt ist nur, dass sie es schneller abgibt als fast jede andere Milliardärin.
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