Lars Windhorst – Biographie und Karriere

Lars Windhorst Biographie und Vermögen

Lars Windhorst war lange einer der schillerndsten Investoren Deutschlands. Das Schweizer Wirtschaftsmagazin „Bilanz“ schätzte sein Vermögen 2021 auf rund 375 Millionen Schweizer Franken. Seither häuften sich jedoch Insolvenzen mehrerer seiner Beteiligungen, weshalb diese ältere Schätzung seine aktuelle finanzielle Lage nur eingeschränkt widerspiegeln dürfte.

Frühe Karriere als Jungunternehmer

Lars Windhorst wurde am 22. November 1976 in Rahden in Ostwestfalen geboren. Bereits mit 15 Jahren schrieb er Software und baute Computer, mit 16 gründete er 1993 gemeinsam mit einem chinesischen Geschäftspartner die Windhorst Electronics GmbH. Das Unternehmen handelte mit Elektronik- und Computerteilen aus Asien und beschäftigte im ersten Jahr rund 80 Mitarbeiter bei etwa 80 Millionen D-Mark Umsatz – Windhorst galt fortan als einer der bekanntesten Jungunternehmer Deutschlands.

Asienkrise und Dot-Com-Pleite

1995 expandierte Windhorst mit der Windhorst Asia Pacific Holdings Ltd. nach Südostasien. Die Asienkrise 1997/1998 traf seine Unternehmensgruppe jedoch hart. Mit der 2000 gegründeten Windhorst New Technologies AG setzte er auf Internetgeschäfte – als die Dot-Com-Blase kurz darauf platzte, kollabierte auch dieses Geschäftsmodell. 2003 meldete Windhorst sowohl für sein Unternehmen als auch privat Insolvenz an; die Privatinsolvenz war 2007 abgeschlossen.

Sapinda-Gruppe und Tennor Holding

2004 gründete Windhorst die Investmentgruppe Sapinda, die Kapital für mittelständische Unternehmen bereitstellte. Über die Tochtergesellschaft Vatas Holding hielt Sapinda unter anderem Anteile an Air Berlin und Freenet. Zwischen 2009 und 2012 organisierte Sapinda nach eigenen Angaben Investments im Wert von rund 3,5 Milliarden Euro. Die Finanzkrise 2008 führte allerdings zu erheblichen Verlusten: Die Nord/LB verklagte Vatas auf über 150 Millionen Euro Schadensersatz, im Januar 2009 meldete Vatas Insolvenz an. 2019 wurde Sapinda in Tennor Holding B.V. umbenannt.

Investments: Hertha BSC, La Perla und mehr

Ende 2019 stieg Windhorst über Tennor bei Hertha BSC ein, zunächst mit 37,5 Prozent, später erhöht auf 66,6 Prozent bei Gesamtinvestitionen von über 240 Millionen Euro. 2023 musste er die Anteile mit hohem Verlust wieder verkaufen. Weitere Beteiligungen umfassten die Luxusmodemarke La Perla (übernommen 2018, im Frühjahr 2024 insolvent), die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG, übernommen 2019) sowie den Agrarinvestor Amatheon Agri.

Rechtliche Auseinandersetzungen

Windhorsts Karriere ist von zahlreichen rechtlichen Verfahren begleitet. 2010 verurteilte ihn das Landgericht Berlin wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit seiner früheren Insolvenz zu einer Geldstrafe von 108.000 Euro und einer Bewährungsstrafe; zudem verpflichtete er sich zu einer Zahlung von 3,5 Millionen Euro. Die BaFin ermittelte zeitweise gegen ihn. Im November 2021 erklärte ein Gericht in Amsterdam die Tennor Holding für insolvent, die Entscheidung wurde jedoch im selben Jahr wieder aufgehoben. Im Mai 2024 ordnete das Insolvenzgericht Hannover einen Haftbefehl gegen Windhorst an, weil er nicht zu einer Vorladung erschien; der Haftbefehl wurde später außer Vollzug gesetzt. Im Dezember 2024 stellten Sozialversicherungsträger Insolvenzantrag gegen die FSG-Nobiskrug-Gruppe, bei der Windhorst bis zuletzt als Geschäftsführer eingetragen war.

Einordnung des Vermögens

Die zuletzt bekannte unabhängige Schätzung stammt aus dem Jahr 2021 (Bilanz-Reichenliste: rund 375 Millionen Schweizer Franken). Angesichts der seither erfolgten Insolvenzen mehrerer Beteiligungen – darunter La Perla und FSG-Nobiskrug – sowie laufender Gerichtsverfahren ist unklar, wie hoch Windhorsts tatsächliches Vermögen aktuell ist. Eine neuere, verlässliche Zahl liegt öffentlich nicht vor.

FAQ

Wie hoch ist das Vermögen von Lars Windhorst?

Das Schweizer Magazin Bilanz schätzte sein Vermögen 2021 auf rund 375 Millionen Schweizer Franken. Wegen mehrerer späterer Insolvenzen seiner Beteiligungen gilt diese Zahl als veraltet, eine aktuellere verlässliche Schätzung gibt es nicht.

Wie begann Windhorsts unternehmerische Laufbahn?

Mit 16 Jahren gründete er 1993 die Windhorst Electronics GmbH, die mit Elektronik- und Computerteilen aus Asien handelte.

Was ist die Tennor Holding?

Tennor Holding B.V. ist die 2019 umbenannte Nachfolgegesellschaft von Windhorsts Investmentgruppe Sapinda.

Welche Rolle spielte Windhorst bei Hertha BSC?

Windhorst stieg Ende 2019 bei Hertha BSC ein und hielt zeitweise 66,6 Prozent der Anteile. 2023 musste er sich mit hohem Verlust wieder von der Beteiligung trennen.

Welche rechtlichen Probleme hatte Lars Windhorst?

Windhorst wurde 2010 wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit einer früheren Insolvenz verurteilt, stand unter BaFin-Beobachtung und war mit mehreren Insolvenzverfahren seiner Unternehmen konfrontiert, zuletzt 2024 bei FSG-Nobiskrug.