Friedrich Merz ist seit dem 6. Mai 2025 Bundeskanzler und führt eine Koalition aus CDU, CSU und SPD. Der 1955 in Brilon geborene Jurist arbeitete nach seinem Abschied aus dem Bundestag 2009 als Wirtschaftsanwalt und Aufsichtsrat, kehrte 2021 zurück und übernahm 2022 den CDU-Vorsitz. Im September 2026 steckt er nach schweren Wahlniederlagen seiner Partei und historisch niedrigen Zustimmungswerten in der tiefsten Krise seiner Amtszeit.
Key Takeaways
- Friedrich Merz wurde am 11. November 1955 in Brilon geboren, trat 1972 in die CDU ein und studierte Rechtswissenschaft in Bonn und Marburg.
- Von 1994 bis 2009 saß er im Bundestag und führte 2000 bis 2004 die Unionsfraktion; danach war er Partner bei Mayer Brown und Aufsichtsrat, unter anderem bei BlackRock Deutschland.
- Seit Januar 2022 ist er CDU-Vorsitzender; die Union gewann die Bundestagswahl am 23. Februar 2025 mit rund 28,5 Prozent.
- Am 6. Mai 2025 wurde er erst im zweiten Wahlgang mit 325 Stimmen zum Kanzler gewählt, ein Novum in der Bundesrepublik.
- Seine Regierung lockerte die Schuldenbremse, schuf ein 500-Milliarden-Sondervermögen und verschärfte die Migrationspolitik.
- Nach dem Absturz der CDU in Sachsen-Anhalt auf 17,2 Prozent am 6. September 2026 wird in der Partei offen über seine Ablösung diskutiert.
- Über sein Privatvermögen gibt es keine offiziellen Angaben; uamr.de nennt daher keine Beträge.
| Name | Joachim-Friedrich Martin Josef Merz |
|---|---|
| Geboren | 11. November 1955 in Brilon (Nordrhein-Westfalen) |
| Beruf/Funktion | Jurist, Bundeskanzler seit 6. Mai 2025, CDU-Vorsitzender seit Januar 2022, Bundestagsabgeordneter (Hochsauerlandkreis) |
| Unternehmen | Früher Partner und Senior Counsel bei Mayer Brown; ehemalige Aufsichtsratsmandate bei BlackRock Asset Management Deutschland, HSBC Trinkaus & Burkhardt, Deutsche Börse, Stadler Rail, WEPA, Borussia Dortmund |
| Familie/Wohnort | Verheiratet mit der Richterin Charlotte Merz (seit 1981), drei Kinder, wohnhaft in Arnsberg |
| Einnahmequellen | Amtsbezüge als Bundeskanzler (gesetzlich geregelt), früher Anwaltstätigkeit, Aufsichtsratsvergütungen und Abgeordnetendiäten; Buchautor |
Herkunft und frühe Jahre im Sauerland
Friedrich Merz wuchs in Brilon als Sohn des Richters Joachim Merz auf; sein Großvater Josef Paul Sauvigny war dort von 1917 bis 1937 Bürgermeister. Nach dem Abitur 1975 und dem Wehrdienst studierte er ab 1976 als Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung Jura in Bonn und Marburg. Schon 1972 war er als Schüler in die CDU eingetreten. Beruflich begann er 1985 als Richter auf Probe in Saarbrücken, von 1986 bis 1989 war er Syndikus beim Verband der Chemischen Industrie.
Seit 1981 ist Merz mit der Richterin Charlotte Merz verheiratet. Das Paar hat drei Kinder und lebt in Arnsberg. Merz ist Privatpilot und fliegt ein eigenes Flugzeug.
Politische Karriere: vom Europaparlament zum CDU-Vorsitz
1989 zog Merz ins Europäische Parlament ein, 1994 gewann er erstmals das Direktmandat im Hochsauerlandkreis. Im Februar 2000 folgte er Wolfgang Schäuble als Vorsitzender der Unionsfraktion. Bekannt wurde sein „Bierdeckel-Steuerkonzept“ von 2003. Der Machtkampf mit Angela Merkel endete Ende 2004 mit seinem Rückzug vom Fraktionsvorsitz, 2009 verließ er den Bundestag.
Ab 2005 arbeitete Merz als Partner der Wirtschaftskanzlei Mayer Brown, ab 2014 als Senior Counsel. Parallel sammelte er Mandate bei WEPA (2009 bis 2021), Borussia Dortmund (bis 2014), der Deutsche Börse (bis 2015) und Stadler Rail (bis 2020). Besonders beachtet wurden sein Aufsichtsratsvorsitz bei BlackRock Asset Management Deutschland (2016 bis 2020) und sein Mandat für HSBC Trinkaus & Burkhardt 2010/2011 beim WestLB-Verkauf. Von 2009 bis 2019 führte er zudem die Atlantik-Brücke.
Nach zwei gescheiterten Anläufen 2018 und 2021 wurde er am 22. Januar 2022 mit 94,6 Prozent der Delegiertenstimmen CDU-Vorsitzender; im September 2024 kürte ihn die Union zum Kanzlerkandidaten.
Bundeskanzler seit 2025: Schuldenpaket, Migration, Reformen
Bei der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 wurde die Union mit rund 28,5 Prozent stärkste Kraft vor der AfD (20,8 Prozent) und der SPD (16,4 Prozent). Noch vor der Regierungsbildung ließ Merz am 18. März 2025 mit Union, SPD und Grünen das Grundgesetz ändern: Verteidigungsausgaben wurden weitgehend von der Schuldenbremse ausgenommen, zusätzlich entstand ein Sondervermögen von 500 Milliarden Euro für Infrastruktur und Klimaschutz. Für diesen im Wahlkampf ausgeschlossenen Kurswechsel hört er bis heute den Vorwurf des Wortbruchs.
Die Kanzlerwahl am 6. Mai 2025 geriet zum Debakel: Im ersten Wahlgang erhielt Merz nur 310 Stimmen, sechs weniger als die Kanzlermehrheit von 316. Erst im zweiten Wahlgang am selben Tag wurde er mit 325 Stimmen gewählt. Seinem Kabinett gehören unter anderem Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD), Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Außenminister Johann Wadephul (CDU) an.
Im ersten Jahr setzte die Koalition auf verstärkte Grenzkontrollen und die Aussetzung des Familiennachzugs für subsidiär Schutzberechtigte. Das Bürgergeld wurde zur Grundsicherung mit schärferen Sanktionen umgebaut, das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent festgeschrieben und die Stromsteuer gesenkt. Anfang Juli 2026 vereinbarte die Koalition ein Reformpaket mit einer Einkommensteuerentlastung ab 2027 und einem langsam über 67 Jahre hinaus steigenden Rentenalter. In seiner Regierungserklärung am 9. Juli 2026 zog Merz eine positive Zwischenbilanz.
Aktuelle Entwicklung: Kanzlerkrise im September 2026
Die Zustimmung zum Kanzler ist seit dem Sommer 2025 stetig gesunken: Im Januar 2026 bewerteten laut ZDF-Politbarometer noch 43 Prozent seine Arbeit positiv, im September 2026 liegt die Zufriedenheit je nach Institut nur noch zwischen 13 und 20 Prozent, im ARD-Deutschlandtrend der niedrigste Wert für einen Kanzler seit Beginn der Erhebung. In der Sonntagsfrage liegt die AfD mit 27 bis 30 Prozent vor der Union mit 18 bis 22,5 Prozent.
Zum Beben wurde die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026: Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze stürzte von 37,1 auf 17,2 Prozent ab, die AfD gewann mit 43,8 Prozent. Seither wird in der Union offen über Merz‘ Zukunft diskutiert; die Ministerpräsidenten Hendrik Wüst und Boris Rhein sowie CSU-Chef Markus Söder werden als mögliche Nachfolger gehandelt. Als nächste Bewährungsprobe gelten die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin am 20. September 2026, bei denen die CDU in Mecklenburg-Vorpommern laut Umfragen sogar am Einzug in den Landtag scheitern könnte.
Friedrich Merz Vermögen: Einnahmequellen und Vermögensbasis
Über das Privatvermögen von Friedrich Merz existieren keine offiziellen Zahlen; Schätzungen in Medien beruhen auf Vermutungen. uamr.de nennt deshalb bewusst keine Beträge. Belegt ist, woraus sich seine wirtschaftliche Basis speist: Als Bundeskanzler erhält Merz Amtsbezüge, deren Höhe gesetzlich geregelt ist. Zuvor verdiente er über viele Jahre als Partner und Senior Counsel der Großkanzlei Mayer Brown sowie durch zahlreiche Aufsichts- und Verwaltungsratsmandate. Hinzu kommen Einnahmen als Buchautor, etwa mit „Mehr Kapitalismus wagen“ (2008).
Seine Nebeneinkünfte waren wiederholt Gegenstand von Debatten: 2007 klagte Merz vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die Pflicht zur Offenlegung von Nebeneinkünften und scheiterte bei Stimmengleichheit; die BlackRock-Tätigkeit während seiner Kandidatur 2018 löste Diskussionen über Interessenkonflikte aus. Merz selbst rechnete sich 2018 zur „gehobenen Mittelschicht“.
FAQ
Wann wurde Friedrich Merz Bundeskanzler? Am 6. Mai 2025. Im ersten Wahlgang verfehlte er mit 310 Stimmen die Kanzlermehrheit, im zweiten Wahlgang am selben Tag wurde er mit 325 Stimmen gewählt.
Welche Koalition führt Merz? Eine Koalition aus CDU, CSU und SPD. Vizekanzler und Finanzminister ist SPD-Chef Lars Klingbeil.
Wie hoch ist das Vermögen von Friedrich Merz? Offizielle Angaben gibt es nicht. Seine Vermögensbasis stammt aus Jahren als Wirtschaftsanwalt und Aufsichtsrat; uamr.de nennt keine Beträge.
Was verdient Merz als Bundeskanzler? Die Amtsbezüge des Bundeskanzlers sind gesetzlich geregelt und orientieren sich an der Besoldung der Bundesminister mit einem Zuschlag.
Warum steht Merz im September 2026 unter Druck? Nach dem Absturz der CDU auf 17,2 Prozent in Sachsen-Anhalt und Zustimmungswerten von teils nur 13 Prozent diskutiert die Partei über eine Ablösung; Wüst, Rhein und Söder gelten als mögliche Nachfolger.
Fazit
Friedrich Merz hat einen ungewöhnlichen Weg hinter sich: vom Oppositionsführer über Jahre in der Wirtschaft bis ins Kanzleramt. Seine Amtszeit begann mit einem beispiellosen Schuldenpaket, doch der Aufschwung blieb aus und die Zustimmung sank auf historische Tiefstwerte. Ob er die Kanzlerkrise vom September 2026 übersteht, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Sein Vermögen stammt aus Anwaltstätigkeit und Aufsichtsratsmandaten; konkrete Beträge sind nicht belegt.