Ab 2027 wird es ernst für die Immobilienverwaltung: Dann gilt die Funkzählerpflicht. Betroffen sind alle Immobilien mit zwei Wohneinheiten oder mehr, sofern sie über eine Zentralheizung verfügen. Künftig müssen sämtliche Messgeräte, die für die Heiz- und Warmwasserabrechnung relevant sind – also Wärmemengenzähler und Warmwasserzähler – funkauslesbar sein.
Was ist ein Funkzähler?
Was genau verbirgt sich hinter dem Begriff Funkzähler? Grundsätzlich unterscheiden sich digitale Wasserzähler und Funk-Wärmezähler technisch kaum von ihren analogen Vorgängern. Der entscheidende Unterschied liegt im integrierten Funkmodul, das die Ablesedaten regelmäßig und automatisch überträgt. Die manuelle Ablesung vor Ort entfällt – ein klarer Vorteil für Verwalter und Bewohner gleichermaßen.
Als Funkstandard hat sich in den vergangenen Jahren vor allem Wireless M-Bus (wM-Bus) etabliert. Daneben existieren weitere herstellerspezifische Übertragungsformate, die jedoch das gleiche Ziel verfolgen: eine sichere und zuverlässige Datenübermittlung.
Für den Betrieb der Funkzähler ist zusätzlich ein sogenanntes Gateway erforderlich. Dieser Datensammler empfängt die Funksignale der Zähler, bündelt die Messwerte und überträgt sie an den Nutzer oder direkt an die Immobilienverwaltungs- bzw. Abrechnungssoftware.
Was ist ein Gateway?
Ein Gateway bei Funkzählern (Smart Meters) ist im Grunde der Dolmetscher und Postbote zwischen Ihren Verbrauchszählern und der Außenwelt. Es ist das entscheidende Bindeglied, das „dumme“ Messwerte in nutzbare digitale Daten verwandelt.
Hier ist eine übersichtliche Erklärung der Funktion und warum es wichtig ist:
1. Die Grundfunktion: „Der Vermittler“
Stellen Sie sich vor, Sie haben digitale Zähler für Strom, Wasser oder Gas im Keller. Diese Geräte sprechen eine „technische Sprache“ und haben oft nur eine kurze Funkreichweite. Das Gateway löst zwei Probleme:
- Sammeln: Es empfängt die Signale der verschiedenen Zähler (über kurze Distanz).
- Weiterleiten: Es übersetzt diese Daten und sendet sie über eine weitreichende Verbindung (z. B. Mobilfunk oder Internet) sicher an den Energieversorger oder Vermieter.
Ohne Gateway müssten die Zähler entweder manuell abgelesen werden oder jeder einzelne Zähler bräuchte einen eigenen Internetanschluss.
2. Das Smart Meter Gateway (SMGW) in Deutschland
In Deutschland ist der Begriff besonders wichtig, da er gesetzlich definiert ist. Wenn Sie heute einen „intelligenten Stromzähler“ (Intelligentes Messsystem) bekommen, besteht dieser immer aus zwei Teilen:
- Der Zähler selbst (misst nur den Stromfluss).
- Das Gateway (die Kommunikationseinheit).
Dieses spezielle Gateway ist ein Hochsicherheitsmodul (zertifiziert vom BSI – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik). Seine Aufgaben sind streng geregelt:
| Aufgabe | Erklärung |
| Sicherheit | Es verschlüsselt die Daten extrem stark, damit Hacker nicht sehen können, wann Sie zu Hause sind (anhand des Stromverbrauchs). |
| Datenschutz | Es sendet nur genau die Daten, die gesetzlich erlaubt sind (z. B. einmal am Tag oder alle 15 Minuten) an berechtigte Empfänger (Netzbetreiber, Stromlieferant). |
| Steuerung | In der Zukunft können Gateways auch Befehle empfangen, um z. B. eine Wallbox (E-Auto-Ladestation) zu drosseln, wenn das Stromnetz überlastet ist. |
3. Wo ist der Unterschied zum normalen WLAN-Router?
Ein Gateway für Zähler ist kein normaler Router.
- Es hat oft eigene Sim-Karten (unabhängig von Ihrem Haus-WLAN).
- Es arbeitet oft auf speziellen Frequenzen (z. B. 169 MHz oder 868 MHz), die besser durch dicke Kellerwände und Betondecken dringen als normales WLAN.
- Es ist gegen physische Manipulation geschützt.
Zusammenfassung
Das Gateway ist die intelligente Box, die neben oder auf dem Zähler sitzt. Es sorgt dafür, dass Ihre Verbrauchsdaten automatisch, verschlüsselt und ohne Ablesetermin zum Versorger gelangen.
Fazit
Die gute Nachricht: Was lange Zeit fast ausschließlich das Geschäft spezialisierter Messdienste war, steht heute auch privaten Vermietern und Hausverwaltungen offen. Digitale Wasserzähler, Wärmemengenzähler und Gateways sind technisch ausgereift, praxiserprobt und in Kombination mit moderner Software einfach zu handhaben. Die Umstellung ist damit nicht nur eine gesetzliche Pflicht, sondern auch eine Chance für effizientere Prozesse und mehr Transparenz in der Immobilienverwaltung.