Als deutscher Expat stehst du vor der Herausforderung, dein Vermögen international anzulegen und dabei steuerliche sowie rechtliche Aspekte zu berücksichtigen. Rund 4 Millionen Deutsche leben im Ausland, und die Zahl wächst kontinuierlich.
Der Aktienhandel im Ausland bietet dir zahlreiche Chancen, erfordert jedoch spezifisches Wissen über internationale Steuerregelungen und Anlagestrategien. In diesem umfassenden Leitfaden erfährst du, wie du erfolgreich in Aktien investieren kannst.
Wir beleuchten die steuerrechtlichen Grundlagen, zeigen dir geeignete Broker und Banken und geben praktische Tipps zur Portfoliogestaltung.
Wichtige Erkenntnisse
- Steuerliche Aspekte beim Aktienhandel im Ausland
- Geeignete Broker und Banken für Expats
- Praktische Tipps zur internationalen Portfoliogestaltung
- Rechtliche Grundlagen für deutsche Expats
- Strategien für erfolgreiches Investieren im Ausland
Die Herausforderungen des Aktienhandels als Expat
Wenn du als Expat in Aktien investierst, musst du einige besondere Herausforderungen meistern. Eine Studie der Banque Generale du Luxembourg und des Online-Brokers Internaxx zeigt, dass im Ausland lebende Privatinvestoren ihr Geld internationaler anlegen und höhere Erträge erzielen als „normale“ Anleger. Allerdings sind sie auch unzufrieden mit den Dienstleistungen ihrer Banken und Broker.
Einige der Herausforderungen, mit denen du konfrontiert bist, umfassen komplexe steuerliche Regelungen in mehreren Ländern, die Frage nach deiner Steuerpflicht und die Auswirkungen von Doppelbesteuerungsabkommen. Zudem kann der Zugang zu geeigneten Banken und Brokern im Ausland schwierig sein.
- Komplexe steuerliche Regelungen in mehreren Ländern
- Unsicherheit über die Steuerpflicht und Doppelbesteuerungsabkommen
- Eingeschränkter Zugang zu Banken und Brokern im Ausland
Diese Herausforderungen müssen berücksichtigt werden, wenn du erfolgreich in
Deine Steuerpflicht als deutscher Expat verstehen
Als Expat musst du wissen, ob du in Deutschland unbeschränkt oder beschränkt steuerpflichtig bist, um deine Steuerstrategie entsprechend anzupassen. Dies ist entscheidend, um deine Steuerlast zu minimieren und mögliche steuerliche Fallstricke zu vermeiden.
Unbeschränkte vs. beschränkte Steuerpflicht
Die unbeschränkte Steuerpflicht gilt, wenn du weiterhin einen Wohnsitz in Deutschland hast oder deinen gewöhnlichen Aufenthalt dort verbringst. In diesem Fall musst du dein gesamtes Welteinkommen in Deutschland versteuern. Die beschränkte Steuerpflicht tritt ein, wenn du keinen Wohnsitz mehr in Deutschland hast; dann musst du nur noch Einkünfte versteuern, die einen direkten Bezug zu Deutschland haben.
Wann du in Deutschland steuerpflichtig bleibst
Auch bei temporären Auslandsaufenthalten bleibst du oft unbeschränkt steuerpflichtig, besonders wenn du deinen deutschen Wohnsitz beibehältst. Zum Beispiel bleiben Studenten mit F1-Visa in den USA für die ersten fünf Kalenderjahre in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig, während sie in den USA als „exempt individuals“ gelten. Gleiches gilt für Wissenschaftler mit einem J1-Visa für die ersten zwei Kalenderjahre.
Rechtliche Grundlagen für aktien-expats-investieren
Als Expat ist es wichtig, dass du dich mit den rechtlichen Grundlagen des internationalen Aktienhandels vertraut machst, um Doppelbesteuerung zu vermeiden und legal zu investieren. In vielen Ländern gibt es spezifische Regeln und Abkommen, die den Steuerabzug auf Aktiengewinne regeln.
Doppelbesteuerungsabkommen (DBA)
Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) sind bilaterale Verträge zwischen Ländern, die verhindern, dass du auf dasselbe Einkommen zweimal Steuern zahlst. Deutschland hat mit über 90 Ländern DBAs abgeschlossen, die regeln, welches Land in welchem Umfang Steuern erheben darf. Besonders relevant sind diese Regelungen für Dividenden und Veräußerungsgewinne.
| Land | DBA-Status | Quellensteuer |
|---|---|---|
| Deutschland | Aktiv | 15% |
| USA | Aktiv | 15% |
| Frankreich | Aktiv | 15% |
Internationale Wertpapiergesetze
Internationale Wertpapiergesetze unterscheiden sich erheblich von Land zu Land. Während einige Märkte stark reguliert sind, bieten andere mehr Freiheiten, aber auch weniger Anlegerschutz. Du solltest dich mit den Meldepflichten für ausländische Konten und Depots vertraut machen, wie etwa FATCA für US-Investments oder ähnliche Regelungen in anderen Ländern.
In vielen Ländern mit Quellensteuer von mehr als 15% besteht die Möglichkeit, durch Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) oder via Erstattung auf Antrag die Quellensteuer auf 15% zu reduzieren. Besonders leicht geht es bei amerikanischen Unternehmen, wo man durch Ausfüllen der Form W-8BEN die Quellensteuer direkt auf 15% reduzieren kann.
Die Abgeltungssteuer für Auslandsdepots
Wenn du als deutscher Expat in Aktien investierst, musst du dich mit der Abgeltungssteuer auf deine Auslandsdepots auseinandersetzen. Seit 2009 unterliegen Wertpapiergeschäfte der Abgeltungssteuer, was bedeutet, dass Veräußerungsgewinne mit 25% plus Solidarzuschlag besteuert werden.
Automatischer Steuerabzug vs. Steuererklärung
Ein wichtiger Unterschied zwischen deutschen Banken und ausländischen Brokern ist der Steuerabzug. Während deutsche Banken die Abgeltungssteuer automatisch einbehalten, musst du als Kunde eines ausländischen Brokers deine Kapitalerträge selbst in deiner Steuererklärung angeben.
- Als deutscher Steuerpflichtiger mit Auslandsdepot musst du die Besonderheiten der Abgeltungssteuer verstehen.
- Die Abgeltungssteuer beträgt 25% plus Solidaritätszuschlag auf deine Kapitalerträge.
- Im Gegensatz zu deutschen Banken führen ausländische Broker keine automatische Abgeltungssteuer ab.
Der Sparer-Pauschbetrag im Ausland
Jedem Steuerpflichtigen steht ein Sparer-Pauschbetrag von 801 EUR (Stand 2023) zu, auch bei Auslandsdepots. Diesen Freibetrag kannst du strategisch nutzen, indem du ihn für Erträge reservierst, bei denen keine Quellensteuer anfällt.
- Der Sparer-Pauschbetrag von 801 EUR steht dir auch bei Auslandsdepots zu.
- Bei mehreren Depots in verschiedenen Ländern solltest du den Freibetrag strategisch nutzen.
- Wenn dein persönlicher Einkommensteuersatz unter 25% liegt, kannst du eine niedrigere Besteuerung erreichen.
Quellensteuer im internationalen Kontext
Wenn du als Expat in Aktien investierst, musst du dich mit der Quellensteuer auseinandersetzen. Diese Steuer wird direkt an der Quelle, also vom ausschüttenden Unternehmen, einbehalten.
Die Quellensteuer variiert je nach Land und wird unabhängig von deinem Wohnsitzland auf Dividenden erhoben. In den USA beispielsweise beträgt sie standardmäßig 30%. Deutschland erlaubt dir, ausländische Quellensteuern bis maximal 15% auf deine deutsche Steuerlast anzurechnen.
Anrechnung ausländischer Quellensteuern
Wenn die Quellensteuer unter 15% liegt, kannst du diese auf deine deutsche Abgeltungssteuer anrechnen lassen. Liegt sie darüber, kannst du trotzdem nur maximal 15% anrechnen.
| Land | Quellensteuer | Anrechenbar in Deutschland |
|---|---|---|
| USA | 30% | 15% |
| Frankreich | 12,8% | 12,8% |
Das Formular W-8BEN für US-Aktien
Für US-Aktien kannst du durch das Ausfüllen des Formulars W-8BEN die Quellensteuer direkt auf 15% reduzieren. Dieses Formular bestätigt deinen nicht-amerikanischen Steuerstatus.
Es ist wichtig, dass du dich über die Quellensteuer und ihre Anrechnung informierst, um deine Steuerlast zu optimieren.
Die richtige Bank für Expat-Investoren wählen
Als Expat ist es wichtig, eine Bank zu wählen, die deine internationalen Bedürfnisse unterstützt und dir den Aktienhandel über Ländergrenzen hinweg ermöglicht.
Digitale Banken mit internationaler Ausrichtung
Digitale Banken wie bunq bieten eine intuitive App und bis zu 25 Unterkonten, was die Verwaltung deiner Finanzen erleichtert. Mit automatisierten Budgetierungsfunktionen und mehreren IBANs kannst du deine internationalen Transaktionen effizient abwickeln.
bunq sticht hervor als eine der besten Online-Banken dank seiner Innovation, Transparenz und dem Fokus auf Einfachheit und Nachhaltigkeit.
Wichtige Kriterien bei der Bankwahl
Bei der Auswahl deiner Bank solltest du auf internationale Verfügbarkeit, Mehrwährungskonten und günstige Wechselkurse achten. Zudem ist es wichtig, dass die Bank einen 24/7-Support in deiner Sprache anbietet.
Achte darauf, dass deine Bank von Millionen von Nutzern vertraut wird und durch Einlagensicherungssysteme geschützt ist. Bei europäischen Banken sind Einlagen bis zu 100.000 EUR abgesichert.
Internationale Broker für den Aktienhandel
Als Expat-Investor ist es entscheidend, einen internationalen Broker zu wählen, der deine Bedürfnisse erfüllt. Du benötigst einen Broker, der dir Zugang zu globalen Märkten bietet und mit deiner Steuersituation umgehen kann.
Vergleich der beliebtesten Expat-Broker
Beliebte Broker für Expats sind Interactive Brokers, Captrader, Degiro und Saxo Bank. Sie unterscheiden sich in Gebührenstrukturen, verfügbaren Märkten und Serviceleistungen.
Gebührenstrukturen verstehen
Bei der Wahl deines Brokers solltest du auf die Gebührenstruktur achten. Handelsgebühren, Depotgebühren, Währungsumrechnungsgebühren und Inaktivitätsgebühren können deine Rendite erheblich beeinflussen.
Einige Broker arbeiten mit lokalen Partnerbanken zusammen, was den Geldtransfer und den Kauf von Wertpapieren in verschiedenen Währungen erleichtern kann. Der Onboarding-Prozess variiert zwischen den Brokern – achte darauf, dass du alle notwendigen Dokumente für die Identitätsverifizierung als Expat bereitstellen kannst.
Studien zeigen, dass viele Expat-Investoren mit der Effizienz der Abwicklung ihrer Aktienkäufe unzufrieden sind – prüfe daher vorab die Handelsplattform und die Ausführungsgeschwindigkeit.
ETFs als optimale Anlagestrategie für Expats

ETFs sind für Expats eine interessante Anlageform, da sie eine breite Diversifikation mit geringem Aufwand ermöglichen. Sie bieten eine flexible und kostengünstige Möglichkeit, in verschiedene Märkte zu investieren.
Vorteile von ETFs für internationale Anleger
ETFs bieten dir als Expat besondere Vorteile: Sie ermöglichen eine breite Diversifikation mit geringem Aufwand und niedrigen Kosten. Im Gegensatz zu Einzelaktien musst du bei ETFs weniger Recherche betreiben und kannst trotzdem global diversifiziert investieren.
Die Teilfreistellung bei ETFs nutzen
Als deutscher Steuerpflichtiger profitierst du von der Teilfreistellung bei ETFs. Bei Aktienfonds mit einem Aktienanteil von mindestens 51% sind 30% der Erträge steuerfrei. Diese Teilfreistellung kompensiert die Tatsache, dass du bei ETFs keine ausländische Quellensteuer anrechnen kannst.
Achte bei der ETF-Auswahl auf die Fondsdomizil – irische ETFs sind für deutsche Anleger oft steuerlich vorteilhafter als luxemburgische oder deutsche ETFs.
Einzelaktien im internationalen Portfolio
Als Expat kannst du deine Kenntnisse über internationale Märkte nutzen, um in Einzelaktien zu investieren. Viele Expat-Investoren investieren in Aktien, wobei 45 Prozent sogar hochschwankungsfreudige Aktien in ihre Portfolios aufnehmen. Laut Robert Glaesener, General Manager von Internaxx, sind ihre Geldanlagen riskanter, als sie selbst zugeben.
Bei der Auswahl von Einzelaktien solltest du auf Unternehmen mit globaler Präsenz und stabilen Geschäftsmodellen achten. Dies kann dir helfen, ein solides Portfolio aufzubauen.
Globale Diversifikation deines Portfolios
Die globale Diversifikation deines Portfolios hilft dir, länderspezifische Risiken zu reduzieren. Du solltest deine Investments auf verschiedene Regionen, Branchen und Währungsräume verteilen. Dies kann durch Investitionen in Einzelaktien verschiedener Unternehmen aus unterschiedlichen Ländern erreicht werden.
Währungsrisiken managen
Währungsrisiken sind ein wichtiger Faktor bei internationalen Einzelaktien. Du kannst sie durch Währungsabsicherung oder durch Investitionen in Unternehmen mit globalen Einnahmequellen reduzieren. Achte auch auf die Quellensteuerregeln für Dividendenaktien in verschiedenen Ländern, da diese die Nettorendite deiner Dividende beeinflussen können.
| Strategie | Beschreibung | Vorteil |
|---|---|---|
| Globale Diversifikation | Investitionen auf verschiedene Regionen und Branchen verteilen | Reduziert länderspezifische Risiken |
| Währungsabsicherung | Währungsrisiken durch Absicherungsstrategien minimieren | Schützt vor Währungsschwankungen |
| Unternehmen mit globaler Präsenz | In Unternehmen investieren, die weltweit tätig sind | Reduziert Abhängigkeit von lokalen Märkten |
„Die richtige Diversifikation und das Management von Währungsrisiken sind entscheidend für den Erfolg von Expat-Investoren in internationalen Märkten.“
Schwellenländer als Anlagechance für Expats
Schwellenländer stellen für Expat-Investoren eine interessante Anlagechance dar, insbesondere wenn sie vor Ort leben. Durch ihre Nähe zu lokalen Märkten und Unternehmen können Expats wertvolle Einblicke gewinnen und fundierte Investitionsentscheidungen treffen.
Asiatische Märkte richtig einschätzen
Asiatische Märkte wie China, Indien oder Vietnam zeigen ein starkes Wachstum und bieten attraktive Investitionsmöglichkeiten. Um erfolgreich in diesen Märkten zu investieren, ist ein tiefes Verständnis der lokalen Wirtschaft und Unternehmenskultur erforderlich.
Risiken und Chancen abwägen
Investitionen in Schwellenländern bieten oft höhere Wachstumschancen, sind aber auch mit spezifischen Risiken wie politischer Instabilität und Währungsschwankungen verbunden. Es ist wichtig, diese Risiken sorgfältig abzuwägen und eine diversifizierte Anlagestrategie zu verfolgen.
| Land | Wachstumschancen | Risiken |
|---|---|---|
| China | Hohes Wirtschaftswachstum | Politische Unsicherheiten |
| Indien | Dynamische Wirtschaft | Währungsschwankungen |
| Vietnam | Schnelles Wirtschaftswachstum | Regulatorische Risiken |
Als Expat kannst du deine Kenntnisse über lokale Märkte und Unternehmen nutzen, um erfolgreich in Schwellenländern zu investieren. Denke daran, auch die steuerlichen Implikationen zu berücksichtigen, da nicht mit allen Ländern Doppelbesteuerungsabkommen bestehen.
Praktische Schritte zum Depoteröffnen im Ausland
Wenn du als Expat ein Depot im Ausland eröffnen möchtest, bist du wahrscheinlich auf der Suche nach einer einfachen und schnellen Lösung. Die gute Nachricht ist, dass die Eröffnung eines Depots im Ausland dank digitaler Prozesse heute einfacher denn je ist.
Notwendige Dokumente und Nachweise
Für die Depoteröffnung benötigst du typischerweise bestimmte Dokumente. Dazu gehören ein gültiger Reisepass oder Personalausweis, ein Nachweis deiner Steuer-ID, ein Wohnsitznachweis und manchmal Einkommensnachweise. Als Expat solltest du besonders auf die Anforderungen an den Wohnsitznachweis achten.
| Dokument | Beschreibung |
|---|---|
| Reisepass/Personalausweis | Gültiger Reisepass oder Personalausweis zur Identitätsverifizierung |
| Steuer-ID-Nachweis | Nachweis deiner Steuer-ID für steuerliche Zwecke |
| Wohnsitznachweis | Stromrechnungen, Mietverträge oder Bankkontoauszüge als Nachweis deines Wohnsitzes |
Der digitale Onboarding-Prozess
Der digitale Onboarding-Prozess läuft bei vielen modernen Brokern und Banken vollständig über eine App ab und kann in wenigen Minuten abgeschlossen werden. Die Identitätsverifizierung erfolgt meist per Video-Ident-Verfahren oder durch das Hochladen von Dokumenten und einem Selfie mit deinem Ausweis. Nach erfolgreicher Verifizierung kannst du dein Konto sofort nutzen.
Mit einem bunq-Konto kannst du beispielsweise in weniger als 5 Minuten ein Konto eröffnen, indem du deine Steuer-ID, ein Smartphone mit der bunq-App und eine Wohnadresse in Europa benötigst. Der Prozess ist komplett digital und dauert nur wenige Minuten.
Steueroptimierung für Expat-Investoren
Als Expat-Investor kannst du durch Steueroptimierung deine Rendite maximieren. Es gibt verschiedene Strategien, die du anwenden kannst, um deine Steuerlast zu minimieren und deine Gewinne zu maximieren.
Verlustverrechnung über Ländergrenzen hinweg
Die Verlustverrechnung über Ländergrenzen hinweg ist komplex, aber wichtig. Verluste aus einem ausländischen Depot können mit Gewinnen aus deutschen Depots verrechnet werden, wenn du sie in deiner Steuererklärung angibst. Dies kann deine Steuerlast erheblich reduzieren.
- Verluste aus ausländischen Depots in der Steuererklärung angeben
- Gewinne aus deutschen Depots mit Verlusten verrechnen
Das First-In-First-Out-Prinzip nutzen
Das First-In-First-Out-Prinzip (FIFO) ist entscheidend für die Berechnung deiner Gewinne und Verluste. Es wird angenommen, dass du Wertpapiere in der Reihenfolge verkaufst, in der du sie gekauft hast. Ein Beispiel verdeutlicht dies: Kaufst du 5 Aktien für je 100 EUR und später 10 weitere für je 50 EUR, und verkaufst dann 10 Aktien für je 150 EUR, beträgt dein Gewinn 750 EUR (5 × 50 EUR + 5 × 100 EUR).
Du kannst das FIFO-Prinzip strategisch nutzen, indem du Wertpapiere mit hohen Anschaffungskosten in separaten Depots führst, um bei Verkäufen die Steuerbelastung zu optimieren.
Die Steuererklärung als Expat-Investor
Die Steuererklärung als Expat-Investor kann komplex sein, insbesondere wenn es um Auslandsdepots geht. Als Expat mit Auslandsdepot bist du verpflichtet, eine Steuererklärung in Deutschland einzureichen, wenn du dort unbeschränkt steuerpflichtig bist.
Wichtige Formulare und Nachweise
Für die Angabe deiner Kapitalerträge benötigst du die Anlage KAP und bei ausländischen Einkünften zusätzlich die Anlage AUS. Es ist wichtig, alle Transaktionen sorgfältig zu dokumentieren.
- Jahressteuerbescheinigungen
- Transaktionsübersichten
- Belege über gezahlte ausländische Quellensteuern
Je detaillierter deine Nachweise sind, desto besser kannst du deine Steuererklärung erstellen.
| Formular | Zweck | Erforderliche Informationen |
|---|---|---|
| Anlage KAP | Angabe von Kapitalerträgen | Betrag der Kapitalerträge, Abgeltungssteuer |
| Anlage AUS | Angabe von ausländischen Einkünften | Art und Betrag der Einkünfte, gezahlte Quellensteuer |
Umgang mit Vorsteuer und Stundungsmöglichkeiten
Wenn in einem Steuerjahr hohe Beträge an Abgeltungssteuer für ein Auslandsdepot anfielen, kann das Finanzamt eine Vorsteuer für die zu erwartenden Gewinne des nächsten Jahres verlangen. Dies kann zu einer doppelten Belastung führen.
In diesem Fall solltest du eine Stundung beantragen und dem Finanzamt deine Situation erklären. Wenn du komplexe internationale Steuerszenarien hast, kann es hilfreich sein, einen auf internationale Steuern spezialisierten Steuerberater hinzuzuziehen.
Häufige Fehler beim Aktienhandel im Ausland vermeiden
Der Aktienhandel im Ausland bietet viele Möglichkeiten, aber auch Risiken, die man kennen sollte. Als Expat- Investor ist es wichtig, sich der häufigen Fehler bewusst zu sein, die beim internationalen Aktienhandel auftreten können.
Steuerliche Fallstricke erkennen
Ein klassischer Fehler ist die falsche Verrechnung von Verlusten. Es ist wichtig zu wissen, dass Aktienverluste nur mit Aktiengewinnen verrechnet werden können, während sonstige Verluste mit allen Kapitalerträgen verrechenbar sind. Zum Beispiel können Verluste aus dem Verkauf von Einzelaktien nur mit Gewinnen aus ähnlichen Transaktionen ausgeglichen werden. Wenn du nicht aufpasst, kannst du in steuerliche Fallstricke tappen und am Ende des Jahres unerwartete Steuerbelastungen haben.
Probleme mit Banken und Brokern lösen
Bei der Wahl deiner Bank oder deines Brokers solltest du sicherstellen, dass sie Kunden mit Wohnsitz im Ausland akzeptieren und die nötigen Steuerunterlagen für deine deutsche Steuererklärung bereitstellen. Wenn Probleme auftreten, dokumentiere alle Kommunikation und wende dich schriftlich an den Kundenservice. Bei Bedarf kannst du auch die Finanzaufsicht einschalten, um deine Interessen zu schützen und deine Investitionen sicher zu managen.
Digitale Tools für Expat-Investoren
Mit den richtigen digitalen Tools kannst du als Expat deine Investitionen über Ländergrenzen hinweg überwachen. Als moderner Expat-Investor kannst du von zahlreichen digitalen Tools profitieren, die dir helfen, dein Portfolio effizient zu verwalten.
Portfolio-Tracking über Ländergrenzen hinweg
Portfolio-Tracking-Apps wie Portfolio Performance, Sharesight oder Delta ermöglichen dir, Investments aus verschiedenen Depots und in unterschiedlichen Währungen an einem Ort zu überwachen. Diese Tools bieten dir rund um die Uhr Zugriff auf deine Anlagedaten und berechnen wichtige Kennzahlen wie Gesamtrendite, Sektorverteilung und Währungsexposition.
Steuer-Software für internationale Anleger
Für die Steuererklärung gibt es spezialisierte Software wie Wiso Steuer, Taxfix oder Elster, die zunehmend auch internationale Szenarien abdecken und dir helfen, deine Kapitalerträge korrekt anzugeben. Digitale Banken mit mehreren Währungskonten erleichtern dir das Geldmanagement über Ländergrenzen hinweg und bieten oft günstigere Wechselkurse als traditionelle Banken.
Als digitaler Nomade profitierst du besonders von cloudbasierten Lösungen, die dir von überall auf der Welt Zugriff auf deine Finanzdaten ermöglichen. Bunq ist eine solche Digitalbank, die es dir erleichtert, Geld zu verwalten, mit Funktionen wie mühelosem Sparen und Budgetieren sowie reiseorientierten Funktionen.
Dein Weg zum erfolgreichen internationalen Investor
Dein Weg zum erfolgreichen internationalen Investor beginnt mit fundiertem Wissen und den richtigen Finanzpartnern. Als Expat kannst du von digitalen Banken und Brokern profitieren, die dir rund um die Uhr Zugang zu globalen Märkten bieten. Nutze diese Vorteile und diversifiziere dein Portfolio international, indem du dein Wissen über lokale Märkte und Unternehmen einbringst.
Bleibe steuerlich auf dem Laufenden und plane strategisch, um deine Gewinne zu maximieren und Steuern zu optimieren. Mit wenigen Minuten Zeitaufwand pro Monat kannst du durch Sparpläne und Portfolio-Tracking-Tools erfolgreich investieren. Wie eine Studie zeigt, entwickeln 61% der Expat-Investoren ihre Anlageentscheidungen selbst – mit dem richtigen Wissen und den passenden Tools kannst auch du dein eigenes internationales Portfolio erfolgreich aufbauen.