Die Bayer AG mit Sitz in Leverkusen ist die Muttergesellschaft eines Konzerns mit 271 vollkonsolidierten Tochtergesellschaften, wie die Anteilsbesitzliste zum Geschäftsbericht 2025 ausweist. Operativ gliedert sich Bayer in die drei Divisionen Crop Science, Pharmaceuticals und Consumer Health; die bekannteste Tochter ist der 2018 übernommene US-Agrarkonzern Monsanto. Eigentümer der Bayer AG sind ausschließlich Aktionäre im Streubesitz – rund 82 Prozent institutionelle Investoren und 18 Prozent Privatanleger, laut Geschäftsbericht 2025. Stand: September 2026.
Key Takeaways
- Bayer wurde am 1. August 1863 von Friedrich Bayer und Johann Friedrich Weskott in Barmen (heute Wuppertal) gegründet; Konzernsitz ist seit den 1890er-Jahren Leverkusen.
- Der Konzern besteht aus drei Divisionen: Crop Science (Umsatz 2025: 21,6 Mrd. Euro), Pharmaceuticals (17,8 Mrd. Euro) und Consumer Health (5,8 Mrd. Euro), laut Bilanzpressekonferenz vom März 2026.
- Zu den wichtigsten Töchtern zählen die Monsanto Company (St. Louis), die Bayer Pharma AG (Berlin), die Bayer CropScience AG (Monheim), die Bayer Vital GmbH (Leverkusen) sowie die Biotech-Firmen AskBio, BlueRock und Vividion in den USA.
- Die Aktie befindet sich zu 100 Prozent im Streubesitz; Nordamerika stellt mit 32 Prozent die größte Anlegergruppe, Deutschland folgt mit rund 23 Prozent.
- Bayer hat sich seit 2015 von großen Bereichen getrennt: Covestro (Kunststoffe, 2015), Currenta (Chemieparks, 2019), Animal Health (an Elanco, 2020) und Environmental Science (an Cinven, 2022).
- 2025 erzielte der Konzern 45,6 Mrd. Euro Umsatz und beschäftigte 88.078 Vollzeitkräfte; wegen Rückstellungen für Rechtsfälle stand unter dem Strich ein Verlust von 3,6 Mrd. Euro.
- Im Glyphosat-Streit vereinbarte Bayer im Februar 2026 einen Vergleich über bis zu 7,25 Mrd. US-Dollar; im Juni 2026 entschied der US Supreme Court im Fall Durnell zugunsten des Konzerns.
| Name | Bayer Aktiengesellschaft |
| Gegründet | 1. August 1863 in Barmen (Wuppertal) |
| Sitz | Leverkusen, Nordrhein-Westfalen |
| Branche | Pharma, Agrarwirtschaft, rezeptfreie Gesundheitsprodukte (Life Sciences) |
| Eigentümer | 100 % Streubesitz; rund 82 % institutionelle Anleger, 18 % Privataktionäre; rund 566.000 Aktionäre (Geschäftsbericht 2025) |
| Führung | Bill Anderson (Vorstandsvorsitzender, Vertrag bis März 2029); Judith Hartmann (Finanzvorständin seit Juni 2026); Stefan Oelrich (Pharmaceuticals); Norbert Winkeljohann (Aufsichtsratsvorsitzender) |
| Umsatz / Mitarbeiter | 2025: 45,575 Mrd. Euro Umsatz, EBITDA vor Sondereinflüssen 9,669 Mrd. Euro, 88.078 Vollzeitkräfte (31.12.2025) |
Geschichte: Vom Farbenhersteller zum Life-Science-Konzern
Bayer begann 1863 als Fabrik für synthetische Farbstoffe. Um die Jahrhundertwende verlagerte das Unternehmen seinen Schwerpunkt auf Arzneimittel – 1899 kam Aspirin auf den Markt, bis heute das bekannteste Bayer-Produkt. Nach dem Ersten Weltkrieg ging Bayer 1925 in der I.G. Farben auf; nach deren Zerschlagung wurde die Farbenfabriken Bayer AG 1951 neu gegründet. In den folgenden Jahrzehnten wuchs der Konzern zu einem breit aufgestellten Chemie- und Pharmaunternehmen mit Sparten von Kunststoffen über Pflanzenschutz bis zu Diagnostik.
Die heutige Struktur ist das Ergebnis einer konsequenten Fokussierung auf Gesundheit und Ernährung. 2006 übernahm Bayer den Berliner Pharmakonzern Schering, dessen Nachfolgegesellschaft heute als Bayer Pharma AG firmiert. 2014 folgten laut Bayer-Unternehmenschronik der Kauf des Consumer-Care-Geschäfts von Merck & Co., des norwegischen Krebsspezialisten Algeta und der chinesischen Dihon Pharmaceutical Group. Im September 2015 wurde die Kunststoffsparte Bayer MaterialScience als Covestro abgespalten und an die Börse gebracht. Den größten Schritt bildete die Übernahme von Monsanto: Im September 2016 vereinbart, im Juni 2018 zu 128 US-Dollar je Aktie abgeschlossen, machte der Kauf Bayer zum weltweit größten Anbieter von Saatgut und Pflanzenschutz – und brachte tausende Klagen wegen des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup mit.
Zur Finanzierung trennte sich Bayer anschließend von weiteren Bereichen: 2019 verkaufte der Konzern seinen 60-Prozent-Anteil am Chemieparkbetreiber Currenta an Macquarie (Unternehmenswert 3,5 Mrd. Euro) sowie die Tiergesundheitssparte Animal Health an Elanco (7,6 Mrd. US-Dollar, Vollzug 2020). 2022 ging das Geschäft Environmental Science Professional für 2,6 Mrd. US-Dollar an Cinven, das es heute als Envu führt. Parallel baute Bayer das Pharma-Portfolio durch Zukäufe aus: AskBio (Gentherapie, 2020), Vividion Therapeutics (1,5 Mrd. US-Dollar, 2021) und die vollständige Übernahme von BlueRock Therapeutics (Zelltherapie).
Konzernstruktur im Detail: Welche Firmen gehören zu Bayer?
Die drei Divisionen
Die Bayer AG ist eine strategische Management-Holding, unter der die drei Divisionen operativ arbeiten. Crop Science (Sitz Monheim am Rhein) bündelt Saatgut, Pflanzenschutz und digitale Landwirtschaft; hier ist Monsanto mit den Marken Dekalb, Asgrow, Roundup und der Plattform Climate FieldView integriert. Pharmaceuticals (Sitz Berlin) umfasst verschreibungspflichtige Medikamente wie Xarelto, Eylea, Nubeqa und Kerendia. Consumer Health (Sitz Basel) vertreibt rezeptfreie Produkte wie Aspirin, Bepanthen, Claritin und Iberogast. Laut Bilanzpressekonferenz erzielte Crop Science 2025 einen Umsatz von 21,622 Mrd. Euro, Pharmaceuticals 17,829 Mrd. Euro und Consumer Health 5,802 Mrd. Euro; bei Pharmaceuticals wuchsen die Umsätze von Nubeqa um 62 und von Kerendia um 88 Prozent.
Wichtige Tochtergesellschaften
Die Anteilsbesitzliste 2025 führt 271 vollkonsolidierte Gesellschaften auf – 130 in Europa, Nahost und Afrika, 65 in Nordamerika, 42 in Asien-Pazifik und 34 in Lateinamerika –, dazu 47 nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen und Beteiligungen. Alle wesentlichen Töchter sind hundertprozentige Beteiligungen. In Deutschland sind das insbesondere:
- Bayer Pharma AG, Berlin – die frühere Schering AG, Kern der Pharmasparte
- Bayer CropScience AG und Bayer CropScience Deutschland GmbH, Monheim am Rhein – Agrargeschäft
- Bayer Vital GmbH, Leverkusen – Vertriebsgesellschaft für Pharma- und Consumer-Health-Produkte in Deutschland
- Bayer Intellectual Property GmbH, Monheim – Verwaltung von Patenten und Marken
- Steigerwald Arzneimittelwerk GmbH, Darmstadt – pflanzliche Arzneimittel wie Iberogast
- BGI Deutschland GmbH, Leverkusen
International sind vor allem die US-Gesellschaften relevant: die Monsanto Company und Monsanto Technology LLC in St. Louis, die Bayer Corporation und Bayer HealthCare LLC in Whippany (New Jersey) sowie die Biotech-Töchter AskBio (Wilmington), BlueRock Therapeutics (San Francisco) und Vividion Therapeutics (San Diego). Weitere Landesgesellschaften sind unter anderem Bayer Yakuhin in Osaka, Bayer HealthCare SAS und Bayer Seeds SAS in Frankreich, Bayer (China) Limited in Shanghai, Bayer S.A. und Monsanto do Brasil in São Paulo sowie die Bayer Consumer Care AG in Basel als Sitzgesellschaft der Consumer-Health-Division. Die Chemieparks in Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen gehören dagegen nicht mehr zu Bayer, sondern zur Currenta, an der Bayer 2019 seinen Anteil verkauft hat.
Wem gehört die Bayer AG?
Über dem Konzern steht kein Großaktionär. Laut dem Kapitel „Investor Information“ des Geschäftsberichts 2025 befindet sich die Aktie nach Definition der Deutschen Börse zu 100 Prozent im Streubesitz. Rund 82 Prozent der 982,4 Millionen Aktien halten institutionelle Investoren, rund 18 Prozent Privatanleger; insgesamt zählte Bayer Ende 2025 etwa 566.000 Aktionäre. Regional entfielen 32,0 Prozent auf Nordamerika, 22,9 Prozent auf Deutschland, 14,1 Prozent auf Großbritannien und 31,0 Prozent auf übrige Länder. Große Fondsgesellschaften wie BlackRock und Vanguard sowie der singapurische Staatsfonds Temasek, der 2018 im Zuge der Monsanto-Finanzierung eingestiegen war, gehören zu den bekannten Anteilseignern; Stimmrechtsmitteilungen einzelner Investoren lagen zum Stand September 2026 im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die Marktkapitalisierung betrug Ende 2025 rund 36,4 Mrd. Euro, nachdem die Aktie im Jahresverlauf um 92,5 Prozent auf 37,01 Euro gestiegen war.
Geschäftsmodell und Zahlen
Bayer erzielte 2025 laut Bilanzpressekonferenz vom 4. März 2026 einen Konzernumsatz von 45,575 Mrd. Euro, währungs- und portfoliobereinigt ein Plus von 1,1 Prozent; negative Wechselkurseffekte drückten den ausgewiesenen Umsatz um 1,7 Mrd. Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen sank um 4,5 Prozent auf 9,669 Mrd. Euro, das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 4,91 Euro. Wegen hoher Sonderaufwendungen für Rechtsfälle – die Rückstellungen wurden laut beck-aktuell von 7,8 auf 11,8 Mrd. Euro erhöht – ergab sich ein Konzernverlust von 3,620 Mrd. Euro. Die Nettofinanzverschuldung ging auf 29,843 Mrd. Euro zurück, der Free Cashflow betrug 2,084 Mrd. Euro. Als Dividende schlug der Vorstand erneut das gesetzliche Minimum von 0,11 Euro je Aktie vor. Für Forschung und Entwicklung gab Bayer 5,769 Mrd. Euro aus.
Die Zahl der Beschäftigten sank laut Geschäftsbericht von 92.815 auf 88.078 Vollzeitkräfte. Hintergrund ist das seit 2024 laufende Organisationsmodell „Dynamic Shared Ownership“, mit dem Vorstandschef Bill Anderson Managementebenen abbaut; betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland sind laut Vereinbarung mit dem Gesamtbetriebsrat bis Ende 2026 ausgeschlossen.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Das beherrschende Thema bleibt die Monsanto-Erbschaft. Am 18. Februar 2026 gab Bayer laut beck-aktuell und Deutschem Ärzteblatt einen Sammelvergleich für laufende und künftige Glyphosat-Klagen in den USA bekannt: bis zu 7,25 Mrd. US-Dollar, zahlbar über maximal 21 Jahre, vorbehaltlich der Genehmigung durch das Gericht in St. Louis. Am 25. Juni 2026 entschied zudem der US Supreme Court im Fall Durnell zugunsten von Bayer: Nach dem Urteil, das Legal Tribune Online zusammenfasst, können Kläger den Konzern nicht wegen fehlender Krebswarnhinweise auf Roundup-Packungen haftbar machen, weil die bundesweit einheitliche Kennzeichnung durch die US-Umweltbehörde Vorrang hat. Die Aktie legte danach um rund 15 Prozent zu.
Personell stellt sich der Vorstand neu auf: Judith Hartmann rückte am 1. März 2026 in den Vorstand ein und übernahm zum 1. Juni 2026 das Finanzressort von Wolfgang Nickl. Die Verträge von Bill Anderson (bis März 2029) und Pharmachef Stefan Oelrich (bis Oktober 2029) wurden laut Bericht des Aufsichtsrats verlängert. Für 2026 erwartet Bayer einen Umsatz zwischen 45 und 47 Mrd. Euro und ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 9,6 bis 10,1 Mrd. Euro; der Free Cashflow soll wegen der Vergleichszahlungen mit minus 1,5 bis minus 2,5 Mrd. Euro negativ ausfallen. Eine Aufspaltung des Konzerns, die Investoren wiederholt gefordert hatten, steht laut Management derzeit nicht auf der Agenda.
FAQ
Gehört Monsanto noch zu Bayer? Ja. Die Monsanto Company in St. Louis ist eine hundertprozentige Tochter und bildet den Kern der Division Crop Science. Der Markenname Monsanto wird seit 2018 nicht mehr verwendet.
Gehört Covestro zu Bayer? Nein. Die frühere Kunststoffsparte Bayer MaterialScience wurde 2015 als Covestro abgespalten; Bayer hat seine Anteile in den Folgejahren vollständig verkauft.
Wer ist der größte Aktionär von Bayer? Es gibt keinen beherrschenden Aktionär. Die Aktie liegt zu 100 Prozent im Streubesitz; institutionelle Investoren halten rund 82 Prozent, Privatanleger rund 18 Prozent.
Welche Marken gehören zu Bayer? Unter anderem Aspirin, Bepanthen, Iberogast, Claritin (Consumer Health), Xarelto, Eylea, Nubeqa, Kerendia (Pharmaceuticals) sowie Dekalb, Asgrow, Roundup und Climate FieldView (Crop Science).
Wie viele Tochtergesellschaften hat Bayer? Laut Anteilsbesitzliste 2025 sind es 271 vollkonsolidierte Gesellschaften und 47 nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen; weitere Gesellschaften von untergeordneter Bedeutung werden gesondert ausgewiesen.
Fazit
Zu Bayer gehören heute drei Divisionen mit 271 Tochtergesellschaften rund um Pharma, rezeptfreie Gesundheitsprodukte und Landwirtschaft – von der Bayer Pharma AG in Berlin über die Bayer Vital GmbH in Leverkusen bis zur Monsanto Company in St. Louis. Kunststoffe, Chemieparks, Tiergesundheit und Schädlingsbekämpfung hat der Konzern seit 2015 abgegeben. Eigentümer sind ausschließlich Aktionäre im Streubesitz, mehrheitlich institutionelle Investoren aus Nordamerika, Deutschland und Großbritannien. Der Glyphosat-Vergleich vom Februar 2026 und das Supreme-Court-Urteil vom Juni 2026 könnten den Konzern von seiner größten Altlast befreien. Stand: September 2026.