Die Broilers zählen zu den etablierten Bands der deutschen Punkrock-Szene. Seit den frühen 1990er Jahren in Düsseldorf aktiv, hat die Gruppe über mehrere Jahrzehnte eine eigenständige Position zwischen Punk, Oi! und Rockmusik eingenommen. Im Folgenden werden Werdegang, wichtige Karrierestationen und das aktuelle Wirken der Band auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen dargestellt.
Werdegang
Die Ursprünge der Band reichen bis 1992 zurück, als Sammy Amara und Andreas Brügge in Düsseldorf eine erste gemeinsame Formation gründeten. Unter dem Namen Broilers tritt die Band seit 1994 auf. Als Inspiration wird unter anderem die Coverversionen-Platte „Learning English“ von Die Toten Hosen genannt. Musikalisch integrierte die junge Band Einflüsse aus dem Psychobilly sowie aus der traditionellen, antirassistischen Skinhead- und Rudeboy-Szene und galt zunächst als Oi!-Punkband.
In den Anfangsjahren tourte die Gruppe mit Wochenendtickets der Deutschen Bahn durch Ostdeutschland und trat dabei unter anderem in Jugendhäusern auf. Zur Besetzung gehören neben Frontmann Sammy Amara (Gesang) Andreas Brügge als Gründungsmitglied, Bassistin Ines Maybaum sowie die später hinzugekommenen Musiker Ronald Hübner (Gitarre, seit 2001) und Christian Kubczak (Keyboard/Orgel, seit 2005). Ines Maybaum wuchs im Düsseldorfer Stadtteil Garath auf, der als sozialer Brennpunkt gilt; 2008 erlitt sie einen Fahrradunfall, der sie für längere Zeit am Bassspielen hinderte. 2011 gaben die Bandmitglieder ihre bürgerlichen Berufe auf, um sich hauptberuflich der Musik zu widmen – ein Schritt, der in der Wikipedia-Biografie der Band eigens vermerkt wird.
Karriere-Stationen
Nach einer ersten EP mit dem Titel „Schenk mir eine Blume“ im Jahr 1996 erschien 1997 mit „Fackeln im Sturm…arme Lichter im Wind“ das Debütalbum der Band bei New Breed Records. Bis 2004 war die Band bei New Breed Records beziehungsweise dem Nachfolgelabel DSS Records unter Vertrag; in diese Phase fallen die Alben „Verlierer sehen anders aus“ sowie „LoFi“ (2004). Ab Oktober 2006 wechselte die Band zu People Like You Records, wo 2007 das Album „Vanitas“ erschien. Ab dieser Veröffentlichung wird der Band ein deutlicherer Schritt in Richtung Rockabilly attestiert.
Einen wichtigen Einschnitt markierte das am 10. Juni 2011 veröffentlichte Album „Santa Muerte“, das auf Platz 3 der deutschen Albumcharts sowie auf Platz 1 der österreichischen Charts debütierte und der Band eine Nominierung für die 1LIVE Krone in der Kategorie „Bester Liveact“ einbrachte. Die begleitende, rund 18 Monate dauernde Tournee endete im Dezember 2012 mit zwei Konzerten in der Mitsubishi-Electric-Halle Düsseldorf vor insgesamt rund 15.000 Besuchern. Am 28. September 2012 erschien mit „Santa Muerte Live Tapes“ das erste Livealbum der Band; im Dezember 2013 folgte mit „Ist da jemand“ eine Vorabsingle für das nächste Studioalbum.
Am 7. Februar 2014 folgte mit „Noir“ das kommerziell bis dahin erfolgreichste Album: Es stieg auf Platz 1 der deutschen Albumcharts ein. Seit „Noir“ wird die Band stärker als Rockband denn als reine Punkband wahrgenommen. Im Dezember desselben Jahres feierte die Gruppe ihr 20-jähriges Bestehen mit zwei ausverkauften Konzerten im ISS Dome Düsseldorf, bei denen unter anderem Thees Uhlmann, Campino, 4 Promille und die Misfits als Gäste auftraten. Die Zusammenarbeit mit Campino und Die Toten Hosen führte laut Wikipedia wiederholt zu gemeinsamen Auftritten und trug zur Bekanntheit der Broilers bei.
Am 3. Februar 2017 erschien das siebte Studioalbum „(sic!)“, erstmals veröffentlicht über das im selben Jahr gegründete bandeigene Label Skull & Palms Recordings in Zusammenarbeit mit der Warner Music Group; das Management der Band hatte bereits 2011 die Agentur JKP übernommen. Für „(sic!)“ erhielt die Band einen Echo in der Kategorie „Rock national“. Das Album erreichte Platz 3 der österreichischen und Platz 5 der Schweizer Charts. Am 23. April 2021 folgte das Album „Puro Amor“ (Platz 4 sowohl in Österreich als auch in der Schweiz); im Sommer desselben Jahres erschien mit „Puro Amor Live Tapes“ das zweite Livealbum der Band, das bei verschiedenen Konzerten mitgeschnitten wurde.
Aktuelles Wirken
2024 feierten die Broilers mit der Jubiläumstour „Jolly Good Fellas“ ihr 30-jähriges Bandbestehen. Im Zusammenhang mit dem Abschluss dieser Tournee kündigte die Gruppe eine Pause auf unbestimmte Zeit an. Öffentlich bestätigte Angaben zu weiteren Plänen der Band lagen zum Zeitpunkt der Recherche nicht vor. 2022 griff die Popband Blond die Besetzung der Broilers in ihrem Song „Männer“ textlich auf und verwies darin auf die Bassistin der Band.
Persönliches, soweit öffentlich bekannt
Über das Privatleben der einzelnen Bandmitglieder ist öffentlich vergleichsweise wenig dokumentiert. Sammy Amara ist neben seiner Rolle als Sänger und Songwriter auch als Grafikdesigner in Erscheinung getreten. Zur Herkunft ist bekannt, dass die gesamte Band aus Düsseldorf stammt und Bassistin Ines Maybaum im Stadtteil Garath aufgewachsen ist. Die Entscheidung, ab 2011 die bürgerlichen Berufe zugunsten der Musik aufzugeben, betraf laut Quellenlage die gesamte Band und nicht nur einzelne Mitglieder. Weitergehende, belastbar belegte Details zum Privatleben von Ronald Hübner und Christian Kubczak liegen öffentlich nicht vor.
Quellen-Fazit
Die dargestellten Fakten zu Gründung, Besetzung, Diskografie, Chartplatzierungen und Auszeichnungen der Broilers stützen sich auf die deutschsprachige Wikipedia sowie ergänzend auf die Diskografie-Datenbank musik-sammler.de. Angaben, die sich zwischen den Quellen nicht in Einklang bringen ließen oder nicht unabhängig bestätigt werden konnten, wurden nicht übernommen.