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Die dringendsten gesellschaftlichen Herausforderungen erfordern einen Austausch zwischen Politik und Wissenschaft. Das „MERCUR Science Policy Network“ (MSPN) des Mercator Research Centers Ruhr (MERCUR) will Professoren der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) sowie Führungskräfte aus den Landesministerien miteinander ins Gespräch bringen. Im ersten Jahrgang 2018 fördert die Initiative den Aufbau eines Netzwerkes, das sich mit Fragen zur Digitalisierung befasst. Dazu bietet das Programm verschiedene Informations- und Diskussionsformate an: von bedarfsorientierten Vier-Augen-Gesprächen über Workshops bis hin zu Konferenzen mit externen Partnern. Die Ausschreibung von 15 jeweils einjährigen Fellowships für verantwortliche Persönlichkeiten aus der Landesverwaltung läuft bis zum 1. Dezember 2017.

Komplexe Probleme wie der Klimawandel, die Ressourcenknappheit oder die Digitalisierung erfordern das Zusammenwirken von Wissenschaft und Politik. Beide Bereiche sind bereits vielfältig miteinander verwoben, dennoch besteht zwischen ministeriellen Referats- und Abteilungsleitern einerseits und Wissenschaftlern andererseits kaum Gelegenheit zum Austausch. Das MERCUR Science Policy Network will dies ändern und ein dauerhaftes Netzwerk zwischen diesen beiden Akteuren aufbauen.

Wissenschaftliche Kompetenz direkt vor der eigenen Haustür
„Durch das MERCUR Science Policy Network erhalten die teilnehmenden Fellows aus der Landesverwaltung einen unmittelbaren Zugang zu der exzellenten Forschungsexpertise der drei großen, in der UA Ruhr vernetzen Universitäten“, so Prof. Dr. Winfried Schulze, Direktor von MERCUR.

Viele Ressorts der Landesministerien beschäftigen sich mit dem Thema der Digitalisierung, das mit seinen vielfältigen Potenzialen und Risiken gesellschaftlich, politisch und wirtschaftlich hochrelevant ist. Gleichzeitig forschen in der UA Ruhr Spitzenwissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen dazu. Damit lag es nahe, für den ersten Jahrgang des Programms Digitalisierung als Schwerpunktthema zu setzen.
 
Zugewinn für beide Seiten
„Das MERCUR Science Policy Network will eine Brücke zwischen Politik und Wissenschaft bauen. Denn erst der Dialog zwischen den beiden Bereichen macht vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich. Gemeinsam kann so nach innovativen Antworten auf die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen gesucht werden.“, erklärt Dr. Gunter Friedrich, Geschäftsführer von MERCUR.

Der persönliche Austausch mit den Forschern ermöglicht den Fellows, ihr Wissen zielgerichtet zu erweitern und zu vertiefen. Darüber hinaus können neben dem konkreten Nutzen für die eigene Arbeit neue Perspektiven für bestimmte Fragestellungen gewonnen werden.

Gleichzeitig profitieren aber auch die Universitäten und ihre Professoren von dem Netzwerk. Die Anbindung an die neu aufgestellte Landesregierung bietet der UA Ruhr die Chance, sich als Universitätsverbund mit hervorragender Forschung und Lehre zu positionieren und gleichzeitig durch persönliche Einblicke ein besseres Verständnis für die Herausforderungen im politischen Sektor zu erhalten.

Einen gemeinsamen Nenner finden
Auf einer Auftaktveranstaltung Anfang Februar werden sich die Teilnehmer des Programms persönlich kennenlernen und erste Fachgespräche führen. Im Jahresverlauf stehen dann verschiedene Austauschformate zur Verfügung, die je nach Bedarf und Interessen der Teilnehmer von MERCUR organisiert und koordiniert werden. So können die Fellows sowohl im Rahmen von Vier-Augen-Gesprächen als auch in Diskussionsrunden und Workshops gemeinsam mit den UA Ruhr-Professoren diskutieren und Ideen entwickeln. Zudem besteht die Möglichkeit, Praxispartner aus Wirtschaft und Medien im Ruhrgebiet hinzuzuziehen.

„Wir möchten den Fellows aus den Ministerien und der Staatskanzlei ein auf ihre Themen zugeschnittenes Programm bieten, das ihnen Freiräume verschafft, um jenseits des beruflichen Alltags Fragen an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik zu
reflektieren“, sagt Dr. Kiyomi von Frankenberg, die zuständige Projektmanagerin bei MERCUR. Ihre Aufgabe ist es, die Fellows mit den Wissenschaftlern zu vernetzen und ein auf die jeweiligen Bedürfnisse angepasstes individuelles Gesprächsprogramm zusammenzustellen.

Cambridge als Best Practice
Vorbild für das MERCUR Science Policy Network ist das an der University of Cambridge angesiedelte Centre for Science and Policy, das sich für den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Politik einsetzt. Dort wurden sehr gute Erfahrungen mit dem Science-Policy Fellowship-Programm gemacht, welches seit 2011 mehr als 1100 Forscher und politische Akteure erreicht hat, deren positives Feedback den Erfolg des Austausches dokumentiert.

Das MERCUR Science Policy Network ist zunächst auf eine Laufzeit von zwei Jahren angelegt. MERCUR fördert das Programm bis 2019 mit 240.000 Euro. Für den zweiten Jahrgang wird ein neues, aktuelles Thema gesetzt.


Weitere Informationen zu MSPN: www.mercur-research.de

 

Mercator Research Center Ruhr:
Das 2010 gegründete Mercator Research Center Ruhr (MERCUR) fördert die Kooperation zwischen der Ruhr-Universität Bochum, der Technischen Universität Dortmund und der Universität Duisburg-Essen, die seit 2007 in der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) verbunden sind. Mit seinen Programmlinien unterstützt MERCUR Wissenschaftler/innen, Institute, Fakultäten und die Verwaltungen der drei Hochschulen dabei, sich universitätsübergreifend insbesondere in der Forschung, aber auch in der Lehre und im Hochschulmanagement zu vernetzen. Darüber hinaus initiiert MERCUR in der Region Projekte, mit denen es die Rahmenbedingungen für die Wissenschaft im Ruhrgebiet verbessern und deren Austausch mit Wirtschaft und Politik vorantreiben will.

Für weitere Presseanfragen wenden Sie sich bitte an:
Isabell Hilpert
Kommunikationsmanagerin
Mercator Research Center Ruhr
Tel.: +49 (0) 201 616 965 11

Das Ruhrgebiet mit seinen drei Universitätsstandorten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen ist das perfekte Reallabor für die Stadtforschung.

Die Herbstausgabe 2017 des von der Ruhr-Universität Bochum herausgegebenen Wissenschaftsmagazins steht ganz im Zeichen der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr). Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der drei Ruhrgebietsuniversitäten geben Einblicke in ihre vielfältigen Kooperationen, vor allem auf dem Gebiet der Metropolenforschung. Inhaltlich geht es aber nicht nur um die Metropole Ruhr, sondern um Städte weltweit und die Herausforderungen, die sie mit sich bringen.

Die Forscher beschäftigen sich etwa damit, wie sicher die Infrastrukturen unserer Städte gegen Hackerangriffe sind oder wie sich die urbane Stromversorgung mittels erneuerbarer Energien sichern lassen kann, konkret wie überschüssige Energie gespeichert werden kann. Sie erforschen auch, welchen Einfluss die Bevölkerungszusammensetzung und Migrationsgeschichte auf die sichtbare Mehrsprachigkeit in Metropolen haben und wie sich US-amerikanische Städte wandeln.



Teleskope und Krebsdiagnose

Neben dem Schwerpunkt Metropolenforschung berichten UA-Ruhr-Wissenschaftler auch aus anderen Bereichen über ihre Kooperationen, etwa in der Astrophysik, wo Vorarbeiten zum Bau eines neuen Teleskoparrays laufen, oder in der Proteinforschung, wo neue Methoden für die Krebsdiagnose entwickelt werden. Gemeinsame Forschungsprojekte, gemeinsame Förderprogramme, gemeinsame Professuren und Institutionen schweißen die drei Standorte zusammen. Die Expertise in der Stadtforschung wird seit 2017 im Kompetenzfeld Metropolenforschung gebündelt.

Das aktuelle Wissenschaftsmagazin finden Sie hier als pdf-Dokument.

Frankfurter Literaturwissenschaftlerin tritt Nachfolge von Claus Leggewie an

Die Anglistin und Literaturwissenschaftlerin Julika Griem von der Goethe-Universität Frankfurt übernimmt zum 1. April 2018 die Leitung des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI). „Die Berufung ehrt mich, denn das KWI ist eine bedeutende Institution, deren Ausstrahlung weit über die Region hinausreicht. Ich nehme die damit verbundene Herausforderung und Chance sehr gerne an,“ so Griem zu ihrer Berufung.


Julika Griem, geboren 1963, ist Professorin für Anglistische Literaturwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt/Main. Sie studierte Anglistik und Germanistik an den Universitäten in Freiburg im Breisgau und in Amherst, Massachusetts. Nach ihrer Promotion an der Universität Freiburg habilitierte sie sich an der Universität Stuttgart. Von 2005 bis 2012 war sie Professorin für Anglistische Literaturwissenschaft an der Technischen Universität Darmstadt. Seit 2016 ist sie Vizepräsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Julika Griems interdisziplinär und komparatistisch ausgerichtete Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen von Literatur- und Gattungstheorie, Literatursoziologie und Gegenwartsliteraturforschung. Seit März 2016 leitet sie das von der Volkswagen-Stiftung geförderte Promotionskolleg „Schreibszene Frankfurt“. Mögliche neue Schwerpunkte am KWI sieht sie in den Bereichen einer kulturwissenschaftlichen Wissenschaftsforschung, der Kultur- und Literatursoziologie, der Wissenschaftskommunikation und der Entwicklung von neuen Lehrformaten ausgehend von geisteswissenschaftlichen Praxiserfahrungen.


Stellvertretend für die UA Ruhr-Trägeruniversitäten des KWI, die Ruhr-Universität Bochum, die Technische Universität Dortmund und die Universität Duisburg-Essen (UDE), würdigt UDE-Rektor Prof. Dr. Ulrich Radtke die Berufung von Frau Prof. Griem folgendermaßen: „Ich bin sehr froh, dass wir eine so überzeugende Lösung für die Leitung des KWI gefunden haben. Mit der hochgeschätzten Geisteswissenschaftlerin ist das Institut als intellektueller Leuchtturm auch künftig bestens aufgestellt.“

Von 2000 bis 2017 stand das KWI unter der Leitung des Politikwissenschaftlers Claus Leggewie. Unter seiner Führung wurden die Schwerpunkte KlimaKultur, ErinnerungsKultur und InterKultur am KWI eingerichtet. Nach dem Ende seiner Amtszeit im Juli 2017 übernahm die UDE-Historikerin Ute Schneider die kommissarische KWI-Leitung. Als langjähriges Mitglied des KWI-Vorstands ist sie mit dessen Forschungswelt eng vertraut und begrüßt die Besetzung: „Ich schätze Julika Griem bereits seit vielen Jahren als Kollegin und freue mich, ihr die KWI-Leitung zum Sommersemester 2018 zu übergeben.“


Weitere Informationen:
Miriam Wienhold
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI)
Goethestraße 31
45128 Essen
Tel. +49 (0)201 - 7204-152
Fax +49 (0)201 - 7204-159
miriam.wienhold@kwi-nrw.de
www.kulturwissenschaften.de

Über das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI):
Das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) ist das Forschungskolleg der Universitätsallianz Ruhr (UAR), zu der sich die Ruhr-Universität Bochum, die TU Dortmund und die Universität Duisburg-Essen zusammengeschlossen haben. Seine Aufgabe ist die Förderung hervorragender interdisziplinärer Forschung in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften mit regionalen, nationalen und internationalen Partnern. Das KWI erforscht die Grundlagen der modernen Kultur praxisnah und mit Blick auf aktuelle relevante gesellschaftliche Fragen. Derzeit stehen die Themenfelder Kulturen des Europäischen, kulturelle Vielfalt der Weltgesellschaft, Bürgerbeteiligung, kommunikative Praktiken und kulturelle Aspekte des Klimawandels im Mittelpunkt. Mit seinen Veranstaltungen sucht das KWI den Dialog mit einer breiteren Öffentlichkeit, es unterhält enge Partnerschaften mit Kultureinrichtungen und Medien.