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Sollte freie öffentliche Bildung ein universelles Recht sein? Wie sieht die Zukunft der nachhaltigen Stadtentwicklung aus? Diese aktuellen gesellschaftlichen Fragen werden in zwei vom Verbindungsbüro New York der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) organisierten Podiumsveranstaltungen von hochrangigen Experten diskutiert.

Die Veranstaltung zum Thema „Public education at the crossroads“ am 12. April führt Forschende aus den USA, Kanada und Deutschland zusammen, um über freie öffentliche Bildung zu diskutieren: Können und sollten Staaten Bildung für Alle garantieren? Wie sollten sie das zur Verfügung stellen?  Die Herausforderungen für öffentliche Bildung im 21. Jahrhundert sind vielfältig und reichen von der Effizienz der öffentlichen Finanzierung bis hin zur Fähigkeit der öffentlichen Systeme, sich an die Anforderungen einer zunehmend globalisierten Wirtschaft anzupassen. Prof. Dr. Hermann Josef Abs (Universität Duisburg-Essen), Prof. Dr. Ingrid Gogolin (Universität Hamburg), Prof. Dr. Gustavo Fischman (Arizona State University) und Prof. Dr. Joel Westheimer (University of Ottawa) werden diese Aspekte unter der Moderation von Prof. Dr. Rose Ylimaki (University of South Carolina) diskutieren und sowohl ergänzende als auch konkurrierende Faktoren untersuchen, welche die öffentliche Bildung in demokratischen Systemen beeinflussen. Weiterhin werden sie evaluieren, welche Voraussetzungen und Gegebenheiten erforderlich sind, um Schulen auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, wie z.B. Migration und Mehrsprachigkeit, vorzubereiten.
Diese Podiumsveranstaltung wird vom Deutschen Wissenschafts- und Innovationshaus in New York und vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung mitorganisiert.

An der Podiumsdiskussion zum Thema „Regional Visioning: Transforming city regions and public participation“ am 19. April werden ein internationales Expertengremium und hochrangige Vetreter der Städte, darunter Ullrich Sierau als Oberbürgermeister von Dortmund, über die Zukunft der nachhaltigen Stadtentwicklung diskutieren. Bis 2050 werden voraussichtlich mehr als zwei Drittel der Weltbevölkerung in Stadtregionen leben. Städte sind zwar häufig mit einem höheren Niveau an Bildung, einem besseren Zugang zu Gesundheitsversorgung und Sozialdiensten sowie besseren Möglichkeiten für kulturelle und politische Teilhabe verbunden, doch die wachsende städtische Umgebung birgt erhebliche Risiken für die wirtschaftliche, soziale und ökologische Nachhaltigkeit. Genau wie das Ruhrgebiet sind auch Teile New Jerseys stark industriell geprägte Regionen. Beide stehen vor der Herausforderung, sich als neue Technologie- und Forschungszentren eine neue Zukunft zu sichern. Angesicht der zunehmenden Komplexität des städtischen Wachstums und der Transformation der Stadtregionen sind integrierte Planungsansätze erforderlich, um die politischen Prioritäten gerechter und inklusiver zu gestalten. Das Expertengremium rund um Ullrich Sierau besteht aus Prof. Dr. Wolfram Hoefer (Rutgers University), Jamie Bemis (Bright Power, Inc.) und James G. Koth (County of Bergen). Sie werden unter der Moderation von Bettina Oberhauser vom Hessischen Rundfunk diskutieren, welche Parallelen es zwischen New Jersey und dem Ruhrgebiet gibt und welche Maßnahmen in New Jersey funktionieren und welche in Dortmund bzw. dem Ruhrgebiet. Diese Veranstaltung wird ebenfalls vom Deutschen Wissenschafts- und Innovationshaus in New York und von der NGO American Council of Germany mitorganisiert.


Weitere Informationen unter: http://www.uaruhr.org/events

Die Ausschreibung für den Dissertationspreis Kulturwissenschaften 2018 ist gestartet. Dieser Preis wird vom Verein zur Förderung des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) und der Stiftung für Kulturwissenschaften für hervorragende Dissertationen in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften vergeben.

Mit der Preisvergabe werden exzellente Arbeiten von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr), zu der sich die Ruhr-Universität Bochum, die TU Dortmund und die Universität Duisburg-Essen zusammengeschlossen haben, ausgezeichnet. Antragsberechtigt sind Personen, die ihr Promotionsverfahren an einer der drei UA Ruhr-Universitäten in den Jahren 2016, 2017 oder bis Ende April 2018 abgeschlossen haben. Der erste Preis ist mit 3.000 Euro dotiert, der zweite Preis mit 1.500 Euro.



Das KWI ist das renommierte Forschungskolleg der UA Ruhr in den Geistes- und Kulturwissenschaften in der Tradition internationaler Advanced Study-Institute. Mit dem Preis wollen Förderverein und Stiftung die interuniversitäre Arbeit des Forschungskollegs unterstützen und den wissenschaftlichen Nachwuchs in den Kulturwissenschaften an der UA Ruhr fördern.

Bewerbungsschluss ist der 15. Mai 2018. Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage des KWI oder in der Ausschreibung.

Wissenschaftler der Universitätsallianz Ruhr zeichnen ein Sprachprofil der Großstadt.

Wie spricht Dortmund? Sprachforscherinnen und Sprachforscher der drei Hochschulen der Universitätsallianz Ruhr in Bochum, Dortmund, Duisburg und Essen sowie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe haben es herausgefunden. Gemeinsam entwerfen sie ein detailliertes Sprachprofil der Großstadt. Ihre Ergebnisse wurden im März 2018 in einem Sammelband veröffentlicht.

Die Beiträge des Sammelbandes bilden ein Porträt Dortmunds aus sprachwissenschaftlicher und sprachsoziologischer Sicht ab. Sie lassen sich in vier thematische Bereiche ordnen: Erstens geht es um die Beschreibung regionaler Sprachmerkmale, zum Beispiel um das Ruhrdeutsch zwischen Dialekt und Standardsprache. Die Grundlage dieses Artikels bilden Interviews mit Dortmunder Bergleuten. Ein anderes Thema in diesem Kontext sind Wörter und Redensarten.

Straßennamen, Fußball, Kabarett
Zweiter großer Bereich ist die Sprachverwendung in der städtischen Erinnerungskultur. Ein Beispiel ist die Geschichte der Dortmunder Straßennamen. Als dritten Themenkomplex identifizierten die Forscher die sogenannte domänenspezifische Sprachverwendung und Kommunikation. Gezeigt wird sie anhand der Domänen Fußball, Kabarett und städtischer Verwaltungssprache.

Linguistische Landkarten
Den vierten Bereich schließlich bestimmt die Mehrsprachigkeit der Stadt. Beleuchtet werden hier unter anderem Spracheinstellungen und Sprachideologien in Gesprächen unter Dortmunder Schülerinnen und Schülern. Gezeigt und verglichen werden aber auch linguistische Landkarten für die Stadtteile Nordstadt und Hörde.

Originalveröffentlichung:
Markus Denkler, Dietrich Hartmann, Heinz H. Menge (Herausgeber): „Dortmund – Sprachliche Vielfalt in der Stadt“, Böhlau Verlag, Kornwestheim 2018, 339 Seiten, ISBN 978-3-412-51067-1


Das UA Ruhr Verbindungsbüro New York ist für die Kooperationsanbahnung zwischen den Universitäten der UA Ruhr und der Forschungslandschaft in Nordamerika zuständig. Aktuell wird ein Praktikant bzw. eine Praktikantin für den Zeitraum Juli 2018 – Januar 2019 gesucht. Mehr Informationen gibt es auf der New Yorker Homepage und in der Ausschreibung. Bewerbungsschluss ist der 29. März 2018.


Jährlich vergibt der Förderverein des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) den „Dissertationspreis Kulturwissenschaften“ an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitätsallianz Ruhr.

Bei der diesjährigen Preisverleihung wurden zwei Wissenschaftlerinnen der Ruhr-Universität Bochum (RUB) für ihre herausragenden Dissertationsschriften gewürdigt. Den ersten Preis, dotiert mit 3.000 Euro, erhielt die gefragte Salafismusexpertin Justyna Nedza für ihre Arbeit „Der Staat als Feind. Die Rolle des Apostasievorwurfs (takfīr) im militanten salafistischen Diskurs“. Anhand der Schriften von vier führenden salafistischen Theoretikern analysiert sie die Entwicklung und Instrumentalisierung der theologisch aufgeladenen Rechtspraxis des takfīr. Takfīr bezeichnet die Praxis, einen Muslim des Glaubensabfalls zu bezichtigen, im islamischen Recht eine ernste Vorhaltung. Der militante Salafismus sei in seiner Dimension selten so beschrieben worden wie bei Nedza, so Laudatorin und KWI-Vorstandsmitglied Corinna Mieth, die ihrer herausragenden Arbeit „strenge Sachlichkeit und Tiefgang“ attestierte.

Auch die Zweitplatzierte Olena Petrenko wurde für ihre Leistung hervorgehoben: „Gender Studies at its best“, lobte KWI-Direktorin Ute Schneider ihre Arbeit „Frauen im ukrainischen nationalistischen Untergrund der 1930er -1950er Jahre“. Sie erhielt ein Preisgeld von 1.500 Euro. Eine Arbeit von „geradezu brennender Aktualität“ sei ihr gelungen, so Schneider weiter. Petrenko untersucht das bislang unerforschte Feld der Frauen in der Geschichte der Organisation ukrainischer Nationalisten (OUN) und der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA).


Bei der Preisverleihung im Gartensaal des KWIs erläuterten die Preisträgerinnen den Rahmen, in dem ihre Dissertationen entstanden, und berichteten von Herausforderungen bei der Arbeit. So brach bei beiden Frauen die Gegenwart in Form zweier Revolutionen in ihren Forschungsalltag hinein: Justyna Nedza war in Kairo zu Beginn des „Arabischen Frühlings“, Olena Petrenko unterbrach ihre Arbeit, um mit Hunderttausenden in Kiew auf dem Maidan zu demonstrieren. Diese ungewöhnlichen Umstände ihrer Forschung ermöglichten die beiden exzellenten Arbeiten, für die ihnen Thomas Geer, der Vorsitzende des KWI-Fördervereins, die Preise überreichte.

Über den Dissertationspreis Kulturwissenschaften:
Zur Förderung junger Forscherinnen und Forscher lobt der Verein zur Förderung des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) seit 2009 jährlich den „Dissertationspreis Kulturwissenschaften“ aus. Der Preis zeichnet exzellente Arbeiten in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften aus, die an einer der drei zur Universitätsallianz Ruhr (UAR) gehörenden Universitäten in Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen verfasst wurden. Mit dem Preis unterstützen der Förderverein des KWI und die Stiftung für Kulturwissenschaften die interuniversitäre Arbeit des Forschungskollegs und fördern den wissenschaftlichen Nachwuchs in den Kulturwissenschaften. Die nächste Ausschreibung für den Dissertationspreis erfolgt im Frühjahr 2017 auf den Seiten des Kulturwissenschaftlichen Instituts.

Über das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI):
Das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) ist das Forschungskolleg der Universitätsallianz Ruhr (UAR), zu der sich die Ruhr-Universität Bochum, die TU Dortmund und die Universität Duisburg-Essen zusammengeschlossen haben. Seine Aufgabe ist die Förderung hervorragender interdisziplinärer Forschung in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften mit regionalen, nationalen und internationalen Partnern. Das KWI erforscht die Grundlagen der modernen Kultur praxisnah und mit Blick auf aktuelle relevante gesellschaftliche Fragen. Derzeit stehen die Themenfelder Kulturen des Europäischen, Kulturelle Vielfalt der Weltgesellschaft, Bürgerbeteiligung und kulturelle Aspekte des Klimawandels im Mittelpunkt. Mit seinen Veranstaltungen sucht das KWI den Dialog mit einer breiteren Öffentlichkeit, es unterhält enge Partnerschaften mit Kultureinrichtungen und Medien.

Weitere Informationen unter www.kulturwissenschaften.de